Mt 28, 16-20 Missionsbefehl

Vers 16 Jünger auf dem Berg

Mt 28,16: ‭Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte.‭

Der Berg

Am Anfang dieses Evangeliums dürfen wir die Jünger auf ihrem Weg auf einen Berg begleiten. Der Berg steht in der biblischen Sprache immer für einen Ort der Begegnung mit dem lebendigen Gott. Diesem begegnen die Jünger auf der Spitze des Berges in der Gestalt Jesu.

Vers 17 Anbetung und Zweifel

Mt 28,17: Als sie ihn sahen, warfen sie sich anbetend vor ihm nieder. Etliche aber zweifelten.

Halleluja! Jesus lebt!

Mit der Auferstehung hat sich etwas völlig Unerwartetes ereignet.

Es ist nicht einfach eine wiederbelebte Leiche. Das gab es schon vor der Auferstehung Jesus (z.B. Lazarus). Nein.

Wesentlich ist, dass mit der Auferstehung Jesu nicht irgendein einzelner Toter wieder belebt wurde, sondern dass die Auferstehung Jesus uns alle angeht, weil sie für uns alle einen neuen Raum des Lebens bringt, des Mitseins mit Gott.

Christus ist in die Welt gekommen, dass wir uns an ihn klammern, dass wir uns von ihm hinreißen lassen in das ungeheuere Geschehen der Auferstehung. Bonhoeffer

Frage: Wo erfahre ich in meinem eigenen Leben schon jetzt etwas von diesem neuen Raum des Lebens, in dem Gott gegenwärtig ist?

Etliche aber zweifelten

Im Evangelium nach Matthäus ist die soeben gelesene Bibelstelle die erste Begegnung des Auferstandenen mit seinen Jüngern (seinem Bericht nach war er nur den Frauen in Jerusalem erschienen).

Daher sind anfängliche Reaktionen des Zweifelns verständlich. Und auch wir kennen Zeiten des Zweifels, in denen wir nicht sehen, dass Gott gegenwärtig ist. Es kann uns trösten, wie Jesus auf die Zweifel der Jünger reagiert: mit Nähe und der Erinnerung an seine Macht.

Wie hat Jesus in meinem Leben auf meine Zweifel reagiert?
Annika Bauer

Frage: Wo erlebe ich heute, dass Jesus mir in meinem Zweifel nahekommt und mir Vertrauen schenkt?

Zweifeln ist menschlich

Sogar einige der Apostel, die so nah mit Jesus zusammengelebt haben, zweifelten in manchen Momenten.

Wer kennt das nicht, dass Glaubenszweifel, Zweifel an der Güte Gottes oder ähnliche Gedanken das tägliche Grübeln und Beten begleiten?

Lassen wir uns von Jesus die Gewissheit seiner Vollmacht als Teil der Dreifaltigkeit zusprechen und bringen wir unsere persönlichen Zweifel ins Gebet, das Zwiesprache mit ihm ist und die Macht hat, sie aufzulösen.

Michael Roidl

Frage: Wann habe ich zuletzt meine Zweifel vor Jesus gebracht – und gespürt, wie sie sich im Vertrauen verwandeln dürfen?

Zweifel ist eine Herausforderung

Es ist eine Herausforderung, Christus zu folgen, weil er uns nicht immer seine Gegenwart spüren lässt.

Bisweilen bemerken wir deutlich, dass er in unserem Leben wirkt; ein andermal zweifeln wir ebenso, wie die Apostel zweifelten. Augenblicke des Zweifels in unseren Herzen könnten, statt uns zu beunruhigen, zerstreut werden, wenn wir uns fest dazu entschließen würden, ihm immer zu vertrauen.

Christus näherte sich den Aposteln gerade in dem Augenblick, als sie zweifelten. In dem Moment, als ihr Blick getrübt war, beruhigte er sie mit der Gewissheit: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.”

Wende ich meinen Verstand und mein Herz unserem Herrn zu, wenn ich in Schwierigkeiten bin?
Daniel Pajerski

Frage: Wann habe ich zuletzt im Zweifel erfahren, dass Christus mir näher war, als ich dachte?

Vers 18 Alle Gewalt gegeben

Mt 28,18: ‭Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.‭

Vers 19 Tauf- und Missionsbefehl

Mt 28,19: Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden.

Auftrag an die Jünger

Dieser Auftrag, der folgt, wird im Licht der Autorität Jesu gegeben. Dies weist darauf hin, dass dies ein maßgeblicher Befehl und kein Vorschlag ist. Es ist die gleiche Idee, als ob ein Offizier einen Gefreiten an seinen Rang erinnert, bevor er den Befehl erteilt. Weil Er diese Autorität hat , kann Er senden, wen Er will, um zu tun, was Ihm gefällt.

Geh hinaus

Weil Jesus diese Vollmacht hat, wird uns daher befohlen zu gehen . Es ist seine Autorität, die uns sendet, seine Autorität, die uns führt, und seine Autorität, die uns Kraft gibt. Sein Werk und seine Botschaft würden durch seine Jünger an die Welt weitergegeben.

Gott hat dich erlöst und dich mit ihm versöhnt, damit du anderen von ihm erzählst

Du bist berufen zur Mission, anderen davon zu erzählen, was Gott dir in deinem Leben bedeutet.

Sicherlich nicht aufdringlich oder gar gewaltsam, aber doch authentisch, mutig und frisch. Gottes Botschaft weiter erzählen: Ich danke Gott stets dafür, wenn er mir Situationen schenkt, in denen ich anderen von meinem Glauben erzählen darf.

Der Glaube ist keine Privatsache fürs eigene Kämmerlein, sondern er drängt nach aussen. Was hält dich davon ab, anderen von Gott zu erzählen? Gott möchte, dass du die gute Nachricht dort verbreitest, wo du gerade bist. Er ist das Licht, dass dazu ruft, weitergegeben zu werden.

Frage: Wie kannst du heute mutig und liebevoll Zeugnis von Gottes Wirken in deinem Leben geben?

Christus zu den Menschen bringen

Wieder beginnt ein Tag.
Jesus Christus will ihn in mir leben.
Er ist mit mir unter den Menschen von heute gegenwärtig.

Begegnen wird er allen, die ins Haus kommen, allen, die ich auf der Straße treffe.
Ihnen allen zu begegnen, ist er gekommen.
Alle will er zum Heil führen.

Denen, die mit mir sprechen, hat er etwas zu sagen.
Denen, die etwas brauchen, hat er etwas zu geben.
Im Lärm gibt er Stille, in der Aufregung Frieden.

Der Platz in der Welt, an den Gott mich stellt, kann mich nicht hindern, mit ihm verbunden zu sein.
Jesus, der in uns ist, ist unaufhörlich zu allen gesandt,
am heutigen Tag, der gerade beginnt,
zu allen Menschen, in unserer Zeit, zu allen Zeiten,
in meiner Stadt und auf der ganzen Welt.

Gepriesen sei der neue Tag!
Er ist wie Christi Geburt für die Erde.
Denn Jesus in mir wird diesen Tag mit mir leben.

Madeleine Delbrêl

Frage: Wie kann ich heute bewusst Raum schaffen, damit Christus in mir und durch mich gegenwärtig sein kann?

Mt 28,19: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Drei Personen, ein Gott

Für uns scheint es heute fast unproblematisch, dass Gott dreifaltig einer ist. Wir beten die drei Personen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes an und zweifeln nicht daran, dass es sich um denselben Gott handelt.

Dabei war das in den ersten Jahrhunderten gar nicht so klar. Die Irrlehre des Arianismus z.B. leugnete die Gottheit Christi. Es gab Momente in der Geschichte, da sogar die Mehrheit der Bischöfe sich durch diesen Irrtum täuschen ließ.

Auch die Gottheit des Heiligen Geistes wurde angezweifelt. Er ist Person und doch ganz anders, als wir es uns vorstellen würden.

Letztendlich wissen wir nur um die Dreifaltigkeit, weil Gott sich uns in seiner unendlichen Liebe offenbaren wollte. Keine Logik der Welt hätte uns das erschließen können. Gott aber wollte sich uns zu erkennen geben. Er ist mit uns in Beziehung getreten.

Bertalan Egervári

Frage: Wie erfahre ich persönlich die Dreifaltigkeit Gottes in meinem eigenen Glaubensleben und in meiner Beziehung zu ihm?

Dreifaltigkeit

Gott existiert als einer in den Personen von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Es ist interessant, sich mal die Verschiedenheit der bildlichen Darstellungen der Dreifaltigkeit bewusst zu machen.

Erstens sind da orthodoxe Ikonen, die sie als drei Männer oder Engel darstellen.

Zweitens ist da das Dreieck, das mehr die Einheit betont.

Drittens der Gnadenstuhl, bei dem Gott Vater Jesus am Kreuz in seinen Händen hält, darüber schwebt der Heilige Geist in Gestalt der Taube: wie die Taube immer zum Ursprung zurück findet, so bringt uns der Geist Gottes zu unserem Ursprung zurück, aus dem wir hervorgegangen sind.

Frage: Wo erlebe ich in meinem Leben die Bewegung des Geistes, die mich immer wieder zu meinem göttlichen Ursprung zurückführt?

O heiligste Dreifaltigkeit

Die Dreifaltigkeit ist völlige Einheit, insofern die drei Göttlichen Personen reine Beziehung sind. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind drei Personen, sie teilen aber dieselbe Natur und können in ihrem Handeln niemals voneinander getrennt werden.

Wenn wir Jesus, den Sohn, in unserem Leben annehmen, akzeptieren wir auch die Liebe des Vaters und den Liebesaustausch zwischen beiden, den Heiligen Geist. Es herrscht ein Geheimnis der Einheit und Liebe zwischen den dreien, das sie nicht egoistisch für sich behalten, sondern der ganzen Menschheit offenbaren wollen.

Wenn wir als Christen die Heilige Dreifaltigkeit in uns tragen, sollte unsere Liebe nicht auf uns selbst oder nur auf unsere Freunde ausgerichtet sein. Unsere Liebe sollte diese göttliche Liebe nachahmen und dieses große Geschenk in die ganze Welt bringen.

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die göttliche Einheit und Liebe der Dreifaltigkeit widerspiegeln?

Zum Kreuzzeichen (1)

Beim kleinen Kreuzzeichen zeichne ich mit dem Daumen ein Kreuz über Stirn, Mund und Brust.

Das große Kreuzzeichen beginnt mit der Berührung der Stirn. Dabei denke ich an Gott Vater, dem Schöpfer der Erde und des Himmels. Dann berühre ich den Bauchnabel und denke an Christus, der für uns gestorben ist, uns erlöst hat. Zum Abschluss berühre ich die zwei Schultern und denke an den heiligen Geist, der unser Beistand ist, unsere Kraft.

So entsteht die Form eines lateinischen Kreuzes. Dieses Kreuzzeichen ist kein magisches Ritual, sondern es ist ein Bekenntnis, ein Glaube und Vertrauen an den dreifaltigen Gott.

Dreieiniger Gott, mache mein Herz fest und gründe es allein auf dich und auf deine Hilfe. Dann ist mir geholfen und ich will dir danken. Bonhoeffer

Frage: Wann und wie wird mir das Kreuzzeichen zu einem bewussten Ausdruck meines Glaubens und meiner inneren Verbindung zu Gott?

Das Kreuzzeichen (2)

Sich mit dem Zeichen des Kreuzes besiegeln, ist ein sichtbares und öffentliches Ja zu dem, der gelitten hat für uns; zu dem, der im Leib die Liebe Gottes bis zum Äußersten sichtbar gemacht hat; zu dem Gott, der nicht durch Zerstören, sondern durch die Demut des Leidens und der Liebe regiert, die stärker ist als alle Macht der Welt und weiser als alle berechnende Intelligenz der Menschen.

Das Kreuzzeichen ist ein Glaubensbekenntnis: Ich glaube an den, der für mich gelitten hat und der auferstanden ist; an den, der das Zeichen der Schande in ein Zeichen der Hoffnung und der uns gegenwärtigen Liebe Gottes umgewandelt hat.

Ratzinger, Joseph

Frage: Wie kann ich das Zeichen des Kreuzes in meinem täglichen Leben als Ausdruck meiner eigenen Liebe und Demut spüren?

​Vers 20 Verheißung der Gegenwart

Mt 28,20: ‭Lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.‭

Mt 28,20: Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!

Lehrt sie

Bis jetzt war Jesus allein der Lehrer, und das Verb wurde von Matthäus im Dienst seiner Jünger nicht verwendet. Jetzt übernehmen sie seine Rolle als Lehrer

Alle Tage bei uns

Seine Anwesenheit bedeutet Privileg, denn wir arbeiten mit einem großen König zusammen.

Seine Gegenwart bedeutet Schutz, denn wir sind nie außerhalb seiner Sicht oder Aufsicht.

Seine Anwesenheit bedeutet Macht, denn wenn wir dieses große Gebot erfüllen, arbeiten wir in seinem Namen.

Seine Gegenwart bedeutet Frieden, weil sie uns immer daran erinnert, dass die Gemeinde Jesus gehört. Es ist seine Kirche und sein Werk. Wie können wir uns dann Sorgen machen?

Wenn Christus sagt: „Ich werde mit dir sein“, kannst du hinzufügen, was du willst: um dich zu beschützen, dich zu leiten, dich zu trösten, das Werk der Gnade in dir weiterzuführen und dich am Ende mit Unsterblichkeit und Herrlichkeit zu krönen.

All dies und mehr ist in diesem kostbaren Versprechen enthalten.

Frage: Wie spürst du in deinem Leben die Gegenwart Christi, die Schutz, Frieden und Führung schenkt?

Gott ist überall anwesend

Wie unsere Seele in unserem Leib ist, ohne dass wir sie sehen, so ist Gott in der Welt, ohne dass wir ihn sehen.

Jeder kennt diese Wahrheit, sie zu erfassen ist immer wieder auch schwierig. Wir tun uns schwer, diese erhabene Wahrheit zu begreifen, dass Christus mit uns unterwegs ist, dass sein Ruf an uns sich täglich ereignet.

Es hängt auch von uns ab, ob wir sensibel und bereit dafür sind, ihn und sein Wirken in der Banalität unseres Alltags, in unseren Beziehungen, in uns, in unserer Menschlichkeit, in der Schöpfung wahrzunehmen.

Frage: Wo in meinem Alltag öffne ich mein Herz, um das Wirken des Göttlichen bewusst wahrzunehmen?

Sich der Gegenwart Christi im Leben bewusst sein

Christus ist unser Begleiter, Freund, älterer Bruder, König, Gott. Er ist immer bei uns. Wir können jederzeit und überall mit ihm sprechen.

Obwohl der beste Platz des Gebets immer vor dem Allerheiligsten ist, kann uns das nicht davon abhalten, wo auch immer wir sind, ein herzliches Gespräch mit ihm zu führen – sei es im Auto, auf einem Parkplatz, auf einem Schiff oder in einem Flugzeug. Er ist immer zu einem Gespräch mit einem seiner Freunde bereit.

Wir alle müssen unser Kreuz tragen, aber die Gegenwart Christi kann uns, wenn er uns sanft an den Sinn des Leides erinnert, diese Last erleichtern.

Christus ist wahrhaftig auferstanden, und er hat uns seine Begleitung bis zu unserem letzten Tag auf dieser Erde versprochen.

Michael Sliney

Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du die Gegenwart Christi besonders stark, und wie verändert dies dein Gefühl für dein eigenes Leid?

Mit der Auferstehung ist Jesus tiefer in die Welt eingedrungen

Mit der Auferstehung hat Christus die Welt nicht verlassen, wohl aber ist er tiefer in sie eingedrungen.

Christlicher Glaube lebt aus dieser Gegenwart und entwickelt eine Perspektive, die es ihm ermöglicht, alle Dinge als vom Glanz der Auferstehung durchdrungen zu betrachten.

Aufgrund der Auferstehung ist die Welt durchsichtiger geworden. Die Auferstehung hat eine neue Dimension eröffnet und einen neuen Horizont markiert. In ihm ist schon Wirklichkeit, was für uns erst am Ende der Zeit eintreten wird.

Wir verstehen nun besser, was es heißt, dass Christus in der Welt von heute gegenwärtig ist – in den Dingen, hinter jedem menschlichen Antlitz, in allen aufrichtigen Christen, in der Kirche.

Leonardo Boff

Frage: Wie kann ich die Gegenwart der Auferstehung in meinem Alltag wahrnehmen und daran wachsen?

Gott ist immer da

Ist es nicht selbstverständlich, dass wir mit Menschen, die wir von Herzen gern haben, auch einen liebevollen Umgang pflegen und sie freudig begrüßen? So sollten wir oftmals am Tage Jesus grüßen!

Um es wirklich fertigzubringen, im Bewusstsein seiner Gegenwart zu leben, empfiehlt es sich, jeden Tag mit einer Audienz bei Jesus Christus zu beginnen.

Lass dich im Gebet schlicht und einfach in die nicht zu überbietende Nähe Gottes, in die Gemeinschaft seiner unendlichen Liebe hineinfallen, die uns von allen Seiten umgibt: Gott ist über uns, er ist mit uns und neben uns, er ist in uns.

Aus diesem täglichen Gebet muss die immer neue Begradigung unseres Weges hervorgehen, damit wir nicht von ihm abkommen.

Frage: Wie spürst du die Gegenwart Gottes in deinem Alltag, und wo könnte sie dich noch tiefer berühren?

Andacht von Spurgeon

Es ist gut, dass da einer ist, der immer derselbe bleibt und allezeit bei uns ist.

Gut ist es, dass mitten in den gewaltigen Wogen des Lebensmeeres ein unerschütterlicher Fels steht.

O meine Seele, hänge dein Herz nicht an vergängliche Schätze, die der Rost und die Motten fressen, sondern hänge mit ganzer Seele an dem, der dir ewig treu bleibt.

Baue dein Haus nicht auf den beweglichen Treibsand einer Welt voller Täuschungen, sondern gründe deine Hoffnungen auf diesen Fels, der inmitten rauschender Regengüsse und gewaltiger Fluten ruhig und unerschütterlich feststeht.

Frage: Welche inneren „Felsen“ tragen dich durch die Stürme deines Lebens, und wie kannst du deine Verbindung zu ihnen stärken?

Versprechen

Wir können uns sicher sein, dass Jesus alle Tage bei uns sein wird. Seine Himmelfahrt bedeutet nicht Abschied, sondern Gemeinschaft.

Eine Gemeinschaft, die wir hier auf Erden vor allem in der heiligen Eucharistie erfahren dürfen. Eine Gemeinschaft, die über den Tod hinausgeht, die ewig ist.

Jesu Himmelfahrt will unsere Hoffnung auf das ewige Leben stärken. Wenn Jesus mit seinem Körper, also leibhaftig, in den Himmel aufgefahren ist, dann öffnet er mir die Tür, damit ich Ihn eines Tages sehen darf.

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Gegenwart Jesu bewusst wahrnehmen und die Hoffnung auf das ewige Leben spüren?

Jesus ist immer bei mir

Ich bin immer bei dir. Das waren die letzten Worte, die Jesus sprach, bevor er in den Himmel auffuhr. Er wird diese Verheißung weiterhin allen, die zu ihm zuhören, verkünden.

Menschen reagieren unterschiedlich auf seine unaufhörliche Gegenwart. Die meisten Christen halten diese Aussage für wahr, ignorieren sie aber in ihrem täglichen Leben.

Setze dir für diesen Tag das Ziel, jeden Gedanken vor Jesus zu bringen. Wenn deine Gedanken abschweifen, dann halte inne, nimm sie bewusst wahr und richte sie neu auf ihn aus.

In seinem strahlenden Licht verlieren ängstliche Gedanken ihre Macht. Wertende Gedanken werden entlarvt, wenn du dich seiner bedingungslosen Liebe öffnest. Verwirrte Gedanken finden Klarheit, wenn du dich in seinem tiefen Frieden ausruhst.

Frage: Welche Gedanken oder Gefühle könnte ich heute bewusst vor Jesus bringen, um mehr Frieden und Klarheit zu erleben?

Voll Freude, dass du bei mir bist

Jesus schickt uns nicht mit einer Liste von Regeln und Verheißungen auf die Pilgerreise. Nein, er tut so viel mehr. Er geht mit uns. Er wohnt in uns. Er wirkt durch Sein kraftvolles Wort in unseren Herzen.

Seine Gegenwart in uns wird sichtbar, wenn wir Sein Wort befolgen. Er weiß, dass wir es nie schaffen werden, wenn er nicht in jedem Augenblick und in jeder Situation, an jedem Ort und in jeder Beziehung in uns wirkt.

Er ist bei uns in den Schwierigkeiten, weil er die ganze Zeit bei uns ist. In unserem Kampf gegen das Böse ist er der einzige Retter, der uns helfen kann. In Ihm haben wir wirklich alles, was wir brauchen, bis unsere Pilgerreise beendet ist.

Seine Gegenwart ist das beste Gnadengeschenk.

Frage: Wie spürst du die Gegenwart Jesu in deinem Alltag und welche Momente lassen dich seine Nähe besonders erfahren?

Andacht von Leo XIV

Manchmal denken wir, dass der Herr uns nur in Momenten der Besinnung oder der spirituellen Inbrunst besucht, wenn wir uns seiner würdig fühlen, wenn unser Leben geordnet und strahlend erscheint.

Stattdessen kommt der Auferstandene gerade an den dunkelsten Orten zu uns: in unseren Misserfolgen, in unseren zerbrochenen Beziehungen, in den täglichen Mühen, die auf unseren Schultern lasten, in den Zweifeln, die uns entmutigen.

Nichts von dem, was wir sind, kein Fragment unseres Daseins ist ihm fremd. Heute steht der auferstandene Herr jedem von uns zur Seite, gerade wenn wir unsere Wege gehen – die der Arbeit und des Engagements, aber auch die des Leidens und der Einsamkeit – und bittet uns mit unendlicher Zartheit, uns das Herz erwärmen zu lassen.

Er drängt sich nicht lautstark auf, er verlangt nicht, sofort erkannt zu werden. Geduldig wartet er auf den Moment, in dem sich unsere Augen öffnen, um sein freundliches Antlitz zu erkennen, das in der Lage ist, Enttäuschung in vertrauensvolle Erwartung, Traurigkeit in Dankbarkeit, Resignation in Hoffnung zu verwandeln.

Papst Leo XIV

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich den stillen Beistand des Auferstandenen erkennen, selbst in den Momenten der Dunkelheit oder des Zweifels?

Ich bin bei euch

Wenn Jesus lebt, dann kann er wirklich in deinem Leben präsent sein, in jedem Augenblick, um es mit Licht zu erfüllen. Dann wirst du niemals Einsamkeit und Verlassenheit verspüren. Auch wenn alle fortgingen, wäre er immer noch da. Er erfüllt alles mit seiner unsichtbaren Präsenz, und wo immer du hingehst, wartet er bereits auf dich. Denn er ist nicht nur einmal gekommen, sondern er kommt jeden Tag und wird das weiter tun, um dich einzuladen, auf einen immer neuen Horizont zuzugehen.

Hier geht's zu einer Auslegung von G. de Koning zu Mt 28. Kap.

Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Matthäus Evangelium Mt 28. Kap.

➡️ Hier geht's zu Mt Kap. 27