Mk 3, 13-19 Jesus wählt zwölf Apostel aus

Vers 13 Ruf auf den Berg

Mk 3,13: Er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte und sie kamen zu ihm.

In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg

Auch an anderen Stellen im Evangelium lesen wir, dass Jesus auf einen Berg steigt beziehungsweise sich dort befindet. Diese Momente sind geprägt von einer besonderen Ruhe und Konzentration, in denen er wichtige Entscheidungen trifft oder vorbereitet und sich im Gebet vertieft.

So begegnen wir ihm vor der Bergpredigt, bei seiner Verklärung oder am Ölberg – stets in Stille, zurückgezogen und in enger Verbundenheit mit dem Vater.

Jutta Spörl

Frage: In welchen Momenten meines Lebens könnte ich bewusst innehalten, um in Stille Entscheidungen zu treffen und mich innerlich mit dem, was mir wichtig ist, zu verbinden?

Jesus steigt auf einen Berg

Dieses Ereignis ist zweifellos ein entscheidender Moment für den Herrn, denn diejenigen, die er ruft, werden seine Sendung in der Welt fortsetzen.

Der Bericht des Markus enthält ein bedeutsames Detail, das die tiefere, übernatürliche Dimension dieses Augenblicks betont: Jesus stieg auf einen Berg. Der Berg bezeichnet in der biblischen Sprache nicht nur einen physischen Ort, sondern symbolisiert auch das Gebet, das den Alltagslärm hinter sich lässt und den Raum der Gemeinschaft mit Gott sucht.

Die Apostel werden also gleichsam im Gebet Jesu gezeugt – ihre Berufung kommt aus dem Dialog des Sohnes mit dem Vater heraus und ist dort verankert.

Frage: In welchem Bereich deines Lebens könntest du den "Berg des Gebets" suchen, um klarer deine Berufung oder innere Führung zu erkennen?

Die Berufung kommt von oben

Wenn sie das nicht tun, dann sind sie nie dazu angetan, das Evangelium des Friedens zu bezeugen und zu verkündigen. Jesus ging in die Einsamkeit, um sich in der tiefen Gemeinschaft mit dem Vater zu stärken. Wir müssen in dieselbe göttliche Gemeinschaft kommen, wenn wir unserem Nächsten zum Segen werden sollen. Kein Wunder, dass die Apostel in der Kraft des Geistes vom Berg herunterkamen, wo sie Jesu Nähe ungestört genießen durften.

Lasst uns heute danach trachten, den Berg der Gemeinschaft zu ersteigen, damit wir dort zu der Lebensaufgabe tüchtig gemacht werden, die uns zuteil geworden ist.

Frage: Wie kann ich heute Momente der Stille und göttlichen Gemeinschaft in mein Leben einladen, um meinem Umfeld mehr Segen zu bringen?

Andacht von Spurgeon

Der Herr Jesus steht auf dem Berg, erhaben über der Welt in Heiligkeit, Ernst, Liebe und Macht. Diejenigen die Er beruft, müssen den Berg zu Ihm hinaufsteigen. Sie müssen danach trachten, sich bis zu Ihm dadurch zu erheben, dass sie in beständigem Umgang mit Ihm leben. Spurgeon

Jeder hat eine Berufung

Viele Menschen folgen Jesus, aber nicht alle folgen ihm auf den Berg. Jesus hat einen Plan für jeden Menschen, der aber bei einigen deutlicher zum Vorschein kommt als bei anderen.

Vielleicht bin ich äußerlich nicht bei denen, die im engsten Kreis Jesu sind. Aber innerlich ist Jesus mir so nahe wie jedem von ihnen.

Vielleicht habe ich nicht eine äußere Berufung, wo ich jeden Tag hauptberuflich den Glauben verkünden kann. Aber heute und jeden Tag lädt Jesus mich ein, ihm konkret nachzufolgen.
László Erffa

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich die Einladung Jesu besonders nah, auch wenn sie nicht sichtbar für andere ist?

Berg des Gebets

Der Christ wird zum Apostel auf dem Berg des Gebets. Dort empfängt er den Auftrag Jesu und die Glut des Heiligen Geistes.

Die wichtigste Aufgabe des Apostels ist es daher, diesen Gipfel aufzusuchen, um das Feuer der Liebe Gottes weitergeben zu können. Wenn das Apostolat diese Mitte verliert, wird es leicht zu einer Aneinanderreihung von Aufgaben und sogar als lästige Pflicht empfunden, die den eigenen Wünschen entgegensteht.

Erwächst es hingegen aus unserer innigen Verbindung mit Gott, wird es zu einem natürlichen Ausdruck unserer Identität als Apostel.

Frage: Wie spüre ich persönlich die Glut Gottes in meinem Leben, die mich zu einem authentischen Apostolat führt?

Vers 14 Einsetzung der Zwölf

Mk 3,14: ‭Und er bestimmte zwölf, die bei ihm sein sollten und die er aussandte, um zu verkündigen,

Bestimmung der Zwölf

In gewisser Hinsicht gab es nichts Wichtigeres in den drei Jahren des Dienstes Jesu vor dem Kreuz. Dies waren die Männer, die weiterführen würden, was Er begonnen hatte; ohne sie würde sich das Werk Jesu niemals über die ganze Welt erstrecken.

Deshalb traf er die Wahl mit Gottes Weisheit: Er rief zu sich, die er selbst wollte. Er bestimmte diese aus seinem größeren Kreis von Anhängern, und Er bestimmte sie, damit sie bei Ihm seien.

Die erste Aufgabe der Jünger bestand einfach darin, bei Jesus zu sein und von seiner Nähe zu lernen. Dann erwählte Er sie in einem sekundären Sinn, damit Er sie zum Predigen aussenden konnte. Ein Prediger wird für Jesus nur in dem Maße nützlich sein, in dem er mit Jesus „gewesen“ ist. Wer predigt, ohne eine echte, persönliche Beziehung zu Jesus Christus zu haben, tut wenig für das ewige Gute.

Frage: Wie kann ich meine eigene Beziehung zu Jesus vertiefen, sodass mein Tun und Sprechen wirklich von seiner Nähe geprägt ist?

Die er bei sich haben wollte

Es geht ihm nicht nur um ein Verstehen seines Auftrags. Er möchte, dass diejenigen, die er zu den Menschen sendet, zuallererst seine Weggefährten, dass sie bei ihm sind.

Allein aus sich heraus kann der Mensch nicht fruchtbar sein für das Reich Gottes. Er wird es auch nicht sein, wenn er nur tut, was ihm aufgetragen wird, ohne sich mit seinem ganzen Herzen einzubringen.

Die erste und grundlegendste Voraussetzung für jedes Apostolat ist es, ganz bei Jesus zu sein, von Herz zu Herz. Jedem Apostolat, das Frucht bringen soll, geht die Bekehrung des eigenen Herzens voraus.

Bekehrung meint nicht nur moralische Besserung, sondern innerste, personale Hinwendung zu Jesus, Einswerdung mit ihm.

Angelika Knauf

Frage: Wo in meinem Herzen spüre ich, dass ich ganz bei Jesus sein kann, und wo halte ich mich vielleicht noch zurück?

Er sandte sie aus

Jesus ist von dem Wunsch beseelt, dass alle Menschen seine Liebe kennen und erfahren dürfen. Es reicht nicht, dass er alleine umherzieht und Wunder tut. Er möchte, dass die Apostel ihm dabei helfen.

Die Liebe Christi kann ein Leben komplett verändern und ihm einen neuen Lebenssinn verleihen.

Wie wäre es, wenn auch wir heute anderen Menschen diese Erfahrung ermöglichen?
Raphael Ballestrem

Frage: Welche kleinen oder großen Gesten könnten in meinem Leben die Liebe, die ich erfahren habe, für andere spürbar machen?

Er sandte sie aus

Christus beruft mich nicht, damit ich einfach das gegenwärtige Leben genieße. Er hat mich für ein bestimmtes Ziel erschaffen. Er hat mir eine besondere Berufung gegeben, die nur ich allein erfüllen kann; mich wird es nur ein einziges Mal geben.

Die Gelegenheit, teilzuhaben an der Freundschaft mit unserem Herrn, ist eine Einladung, etwas mit ihm und für ihn zu tun. Christi Liebe zu mir lädt mich ein und ruft mich dazu auf, mit ihm zusammenzuarbeiten. Wer kann der Einladung widerstehen, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der so groß ist?

Diese Einladung ist zwar herausfordernd, aber zugleich so erfüllend.

Robert DeCesare

Frage: Welche einzigartige Gabe oder Aufgabe spüre ich, dass Christus speziell mir anvertraut hat, und wie kann ich ihr mit meinem ganzen Herzen folgen?

Ein Aspekt scheint widersprüchlich zu sein:

Er ruft sie, damit sie mit ihm seien und damit sie hinausgehen, um zu verkünden. Man möchte fast sagen: entweder das Eine oder das Andere, entweder bleiben oder hinausgehen. Aber nein: Für Jesus gibt es kein Hinausgehen ohne Bleiben und kein Bleiben ohne Hinausgehen.

Es ist nicht leicht, das zu verstehen, aber es ist so. Versuchen wir, etwas besser zu verstehen, in welchem Sinne Jesus diese Dinge sagt. Zunächst einmal gibt es kein Hinausgehen ohne Bleiben. Die Verkündigung entsteht aus der Begegnung mit dem Herrn; alles christliche Handeln, vor allem die Sendung, beginnt dort.

Man erlernt sie nicht an einer Akademie: nein! Sie beginnt bei der Begegnung mit dem Herrn. Denn ihn zu bezeugen bedeutet, ihn auszustrahlen; aber wenn wir sein Licht nicht empfangen, dann erlöschen wir; wenn wir nicht immer wieder zu ihm gehen, dann bringen wir nicht ihn, sondern uns selbst – ich bringe mich und nicht ihn –, und alles ist umsonst. Das Evangelium Jesu kann also nur derjenige bringen, der bei ihm ist. Jemand, der nicht bei ihm ist, kann das Evangelium nicht bringen. Er bringt vielleicht Ideen, aber nicht das Evangelium.

Ebenso gibt es jedoch auch kein Bleiben ohne Hinausgehen. Denn Christus nachzufolgen ist nichts rein Innerliches: Ohne Verkündigung, ohne Dienst, ohne Sendung wächst die Beziehung zu Jesus nicht.

Papst Franziskus

Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben das Gleichgewicht zwischen innerem Bleiben und aktivem Hinausgehen gestalten, um authentisch zu wirken?

Vers 15 Vollmacht zur Austreibung

Mk 3,15: ‭und die Vollmacht haben sollten, die Krankheiten zu heilen und die Dämonen auszutreiben:

Andacht von Raphaela Kloiber

In dieser Nacht wählt Jesus zwölf Männer aus, die ihn in seiner Zeit des öffentlichen Wirkens begleiten und dann seine Kirche aufbauen und die frohe Botschaft in die Welt tragen werden.

Natürlich denkt man als Erstes, dass es dafür am vorteilhaftesten wäre, die Stärksten, Schlauesten und Perfektesten zu erwählen. Doch Jesus denkt anders. Er ruft einfache Fischer. Normale, einfache Männer, die alle ihre Macken hatten.

Simon Petrus mit seiner aufbrausenden, starrköpfigen Art, Thomas mit seinem Unglauben, Männer, denen er so vieles wieder und wieder erklären musste, weil sie es immer noch nicht verstanden hatten. Und zwölf Freunde, die ihn fast alle in seinen schwersten Stunden aus Angst verlassen haben. Genau diese Apostel erwählt er.

Er braucht sie nicht, aber er will sie. Als Freunde, als Begleiter, als schwache Menschen, die ihn brauchen und so sein Evangelium verkünden.

Was müssen die Apostel gedacht haben, als Jesus, der Sohn Gottes, sie einlud, ihm zu folgen und seine Begleiter zu werden? Jesus ruft auch mich jeden Tag, ihm nachzufolgen, bei ihm zu sein, von ihm zu lernen und sein Evangelium in die Welt zu tragen.

Kann ich seinen Ruf annehmen, oder denke ich, dass ich dafür nicht gut genug bin? Bin ich mir bewusst, dass Jesus mich ruft, genauso wie ich bin, mit meiner Persönlichkeit, Schwachheit, Stärken, oder denke ich, dass meine Schwäche ein Hindernis ist, um diese Lebensaufgabe zu erfüllen?

Frage: Welche meiner Schwächen könnte Jesus nutzen, um auf seine Weise Licht in die Welt zu tragen?

Vers 16 Petrus (Simon)

Mk 3,16: ‭Diese zwölf Männer waren: Simon, dem Jesus den Namen Petrus gab

Name, nicht Nummer

Jesus ruft jeden der Apostel bei seinem Namen. Er schaut liebevoll auf die Person. Er kennt sie, mit ihrer Geschichte, ihren Stärken und Schwächen. Er liebt jeden Einzelnen. Und er beehrt sie wie kein anderer es könnte, indem er sie zu sich einlädt. Das ist das Faszinierende an jeder Berufung. Raphael Ballestrem

Er ruft mich bei meinem Namen

Christus erwählt mich nicht zufällig, bei der Neuevangelisation mitzuarbeiten. Er kennt mich. Er kennt mich besser, als ich mich selbst, und er lädt mich aus Liebe dazu ein, bei ihm zu sein.

Wenn er mich beim Namen ruft, dringt sein Ruf bis in die Tiefen meines Herzens und meiner Seele. Er erkennt mich ganz und gar, mein eigentliches Sein und identifiziert sich mit mir.

Wenn er mich beim Namen ruft, ruft er mich aus Liebe.
Robert DeCesare

Frage: Wie offen bin ich dafür, den Ruf, der mein innerstes Sein berührt, bewusst zu hören und ihm zu folgen?

Vers 17 Die Donnersöhne

Mk 3,17: ‭und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, denen er den Beinamen »Boanerges« gab, das heißt Donnersöhne,

Zum Apostel Jakobus

Jakobus war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Beide gehörten zu den erstberufenen Jüngern.

Jakobus zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Getsemani dabei waren.

Während die Apostelgeschichte vom Wirken Petrus und Johannes ausführlich berichtet, wird von Jakobus nur die Hinrichtung durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 erwähnt, verbunden mit einer Verfolgung anderer Christen. Jakobus war somit der erste Märtyrer unter den Aposteln.

Attribute: als Pilger

Frage: Welche inneren Wege und Prüfungen könnten mich dazu führen, meinem eigenen Glauben oder meiner Berufung treu zu bleiben, selbst wenn äußere Widerstände auftreten?

Zum Apostel Johannes

Der Apostel Johannes, nach der Überlieferung Verfasser des vierten Evangeliums und dreier Briefe, war ein Bruder Jakobus’ des Älteren und stammte aus Betsaida, wo sein Vater Zebedäus die Fischerei betrieb.

Johannes war kaum jener sanfte Jüngling, den uns die christliche Kunst gemalt hat; er hatte wie sein Bruder ein heftiges Temperament, Jesus nannte die beiden „Donnersöhne“. Johannes war zuerst Jünger des Täufers gewesen, dann folgte er Jesus.

Das besondere Vertrauen, das Jesus zu ihm hatte, zeigte sich darin, dass er ihm sterbend seine Mutter anvertraute (Joh 19, 26–27). Nach dem Zeugnis des Johannes-Evangeliums war er der einzige Jünger unter dem Kreuz, wo Jesus ihn als seinen Lieblingsjünger bezeichnete. Mit Petrus war er auch der erste, der nach der Nachricht der Frauen zum leeren Grab Jesu eilte.

In der Frühphase der Urgemeinde in Jerusalem war Johannes zusammen mit Petrus die prägende Gestalt. Paulus zählte Johannes, seinen Bruder Jakobus und Petrus zu den Säulen der Urgemeinde (Galaterbrief 2, 9).

Frage: Welche Menschen in deinem Leben begleiten dich auf eine Weise, die Vertrauen und besondere Verantwortung widerspiegelt, und wie reagierst du darauf?

Vers 18 Liste der Apostel

Mk 3,18: ‭und Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon den Kananiter,

Zum Apostel Andreas

Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer. Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief. Zuvor war er Anhänger Johannes des Täufers.

Er starb als Märtyrer auf folgende Weise: In Patras heilte Andreas nach der Überlieferung Maximilla, die Frau des Statthalters Ägeas, und bekehrte sie zum Christentum. Er riet ihr eheliche Enthaltsamkeit; daraufhin dem Statthalter gegenübergestellt, konnte er diesen in einer ausführlich berichteten Disputation nicht vom Christentum überzeugen.

Der Statthalter ließ Andreas geißeln und zu besonderer Pein und langsamem Tod an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage hängend, predigte Andreas dem Volk.

Frage: Welche Haltung von Andreas könntest du in deinem eigenen Leben kultivieren, um in schwierigen Momenten standhaft zu bleiben und deinen Überzeugungen treu zu bleiben?

Zum Apostel Philippus

Philippus, der zunächst dem Jüngerkreis um Johannes den Täufer angehörte, wurde von Jesus zum Jünger berufen. Er führte dann Nathanael als weiteren Jünger in den Kreis um Jesus ein.

Vor der Speisung der Fünftausend stellte Jesus ihn auf die Probe (Joh 6, 5 - 7). Griechen, die Jesus sehen wollten, wandten sich an Philippus (Joh 12, 21 - 22).

Er nahm am Abendmahl in Jerusalem teil und wurde dabei von Jesus gerügt, weil er dessen Sendung offenbar noch immer nicht verstanden hatte (Joh 14, 8 - 9).

Philippus soll am Kreuz gestorben sein. Nach lokaler Tradition wirkte Philippus – nachdem Paulus dort offenbar keine Gemeindegründung gelungen war – seine letzten beiden Lebensjahre in Athen und starb dort als Märtyrer.

Frage: Welche innere Bereitschaft brauche ich, um die Herausforderungen meines eigenen Weges mit offenem Herzen anzunehmen?

Zum Apostel Bartholomäus

Von vielen Bibelinterpreten wird er mit Nathanael identifiziert. Er wurde demnach aus dem Kreise der Jünger Johannes des Täufers am Jordan von Philippus unter seinem israelitischen Namen Nathanael von Kana zu Jesus geführt.

Dieser erkannte ihn als Mann, in dem kein Trug ist, denn er hatte gesehen, wie du unter dem Feigenbaum warst – als einen, der schon einen hohen Grad geistlicher Weisheit erreicht hat (Joh 1, 45 - 48).

Als Nathanael wird er noch bei der Erscheinung des Auferstandenen am See Gennesaret bezeichnet (Joh 21, 2), in der Berufung der Apostel aber als Bartholomäus. Bartholomäus soll später in Indien, Mesopotamien und vor allem in Armenien gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitt.

Seine Reliquien wurden nach der Insel Lipara und nach Benevent überführt; Kaiser Otto III. ließ sie nach Rom übertragen und auf der Tiberinsel beisetzen.

Frage: Welche Aspekte von innerer Weisheit und Wahrhaftigkeit könntest du in deinem eigenen Leben vertiefen, so wie Nathanael erkannt wurde?

Zum Apostel Matthäus

Er war Zöllner in Kafarnaum, vermutlich im Dienst des Herodes Antipas. In der Berufungsgeschichte bei Markus trägt er den Namen „Levi, Sohn des Alphäus“ (Mk 2,14; vgl. Lk 5,27), während er bei Matthäus 9,9 und in den Apostellisten einfach Matthäus genannt wird.

Nach seiner Berufung lud Matthäus Jesus und seine Begleitung zu einem Festessen ein. Bei dieser Gelegenheit wandte sich Jesus an die Pharisäer mit den Worten: „... Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“

Später soll Matthäus in Äthiopien, Parthien und Persien das Evangelium verkündet haben. Seine Reliquien werden in Salerno verehrt.

Frage: Welche Menschen oder Erfahrungen in deinem Leben könnten dich heute auf ähnliche Weise rufen, wie Matthäus von Jesus berufen wurde?

Zum Apostel Thomas

Thomas war bis zu seiner Berufung als Jünger Fischer. Berühmt wurde Thomas durch seine Zweifel an der Auferstehung Jesu und sein Verlangen, handgreiflich die Auferstehung zu überprüfen. Erst nachdem Jesus ihn aufforderte, seine Wundmale zu berühren, glaubte er das Unfassbare und bekannte: Mein Herr und mein Gott!

Damit erkannte er als erster der Jünger die göttliche Natur Christi (Joh 20, 24 - 29). Attribute daher: dem Auferstanden an die Wundmale fassend. Nach der Legende soll er später in Indien missioniert haben und dort als Märtyrer gestorben sein. Im 3. Jahrhundert wurden seine Reliquien nach Edessa überführt. Ephräm der Syrer (vgl. 9. Juni) hat ihn durch Hymnen verherrlicht.

Frage: Welche Zweifel in meinem eigenen Leben könnten mich näher zu einem tieferen Vertrauen oder einer spirituellen Erkenntnis führen?

Zum Apostel Jakobus, der Sohn des Alphäus

Ob er derselbe ist wie der „Bruder des Herrn“ (Gal 1,19) und der Verfasser des Jakobusbriefs, wird von der heutigen Forschung mit guten Gründen bezweifelt. Die römische Liturgie scheint jedoch bei dieser Gleichsetzung zu bleiben.

Jakobus, „der Bruder des Herrn“, das heißt ein Verwandter Jesu, hat in der Kirche von Jerusalem eine führende Rolle gespielt und beim sogenannten Apostelkonzil in Jerusalem ein wichtiges Wort zur Frage der Aufnahme der Heiden gesprochen (Apg 15,13-21).

Nach der Überlieferung starb er im Jahr 62 als Märtyrer.

Frage: Welche Rolle spielt für dich die Verbindung zwischen persönlicher Nähe und geistlicher Verantwortung in deinem eigenen Leben?

Zum Apostel Simon

Simon mit dem Beinamen „der Eiferer“ gehörte vermutlich zu der kämpferisch-nationalistischen Gruppe der Zeloten (Mt 10,4; Mk 3,18; Lk 6,15; Apg 1,14). Im Übrigen wissen wir von ihm nicht mehr, als dass er zum Kreis der Zwölf berufen wurde.

Später soll er in Ägypten und Persien gepredigt und in Persien zusammen mit Judas Thaddäus das Martyrium erlitten haben. Dieser Judas Thaddäus wird in Lk 6,16 und Apg 1,13 „Judas des Jakobus“ genannt, was wahrscheinlich als „Sohn (nicht Bruder) des Jakobus“ zu verstehen ist. Welcher Jakobus hier gemeint ist, wissen wir nicht.

Auch Judas scheint aus nationalistischen Kreisen zu stammen und in Jesus zunächst einen politischen Messias, einen nationalen Befreier, erwartet zu haben.

Frage: Wie könntest du in deinem eigenen Leben erkennen, wann Begeisterung für eine Sache in eine tiefere, spirituelle Ausrichtung verwandelt werden kann?

Vers 19 Judas der Verräter

Mk 3,19: ‭und Judas Ischariot, der ihn auch verriet.

Auch der, der ihn dann verraten hat

Also macht Jesus doch Fehler? Nein, außer es ist ein Fehler, auf Menschen zu vertrauen. Er weiß, dass Judas das Zeug hat, um einer der größten Apostel zu werden. Aber er lässt ihm die Freiheit, und in dieser Freiheit verfehlt Judas letztendlich sein Ziel.

Es soll uns jedoch nicht so sehr um Judas gehen, sondern um uns selbst. Könnte ich vielleicht auch so einer sein, der Jesus einmal verrät? Darüber in Angst viele Gedanken zu verlieren, bringt nichts.

Ich kann mir jedoch Gedanken darüber machen, was ich heute tun kann, um meiner Liebe zu Jesus treu zu bleiben.

László Erffa

Frage: Welche kleinen Entscheidungen in meinem Alltag spiegeln meine Treue und Liebe zu dem, woran ich glaube?