Mt 8, 28-34 Heilung zweier Besessener
Inhaltsverzeichnis
Parallelstellen: Mk 5,1-20; Lk 8,26-39
Vers 28 Die Besessenen von Gadara
Mt 8,28: Als er ans jenseitige Ufer in das Gebiet der Gergesener kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr gefährlich, sodass niemand auf jener Straße wandern konnte.
Zum Abschnitt Mt 8,28-34
In Matthäus 8,28-34 begegnet Jesus zwei Besessenen in der Gegend der Gadarenen. Diese Männer sind so gefährlich, dass niemand an ihnen vorbeigehen kann. Doch die Dämonen in ihnen erkennen Jesus sofort als den Sohn Gottes und flehen ihn an, sie nicht vorzeitig zu bestrafen.
Sie bitten, in eine nahe Schweineherde fahren zu dürfen, was Jesus erlaubt. Die Schweine stürzen daraufhin ins Meer und ertrinken. Die Bewohner der Stadt reagieren nicht mit Freude über die Befreiung der Männer, sondern mit Furcht und bitten Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.
Diese Geschichte zeigt Jesu Macht über das Böse und stellt die Frage, ob Menschen ihn als Befreier annehmen oder ihn aus Angst ablehnen.
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens könnte es Angst geben, die dich daran hindert, Befreiung oder Heilung anzunehmen?
In der Gewalt des Bösen
Hier begegnen uns zwei Menschen, die völlig im Griff des Bösen sind. Ihr ganzes Verhalten ist auf Gewalt und Zerstörung ausgerichtet. Und dies nicht nur gegen andere, sondern auch gegen sich selbst, wie wir es im Markusevangelium erfahren.
Ihre Behausung sind die Grabhöhlen. Der Tod, der Zerstörer des Lebens schlechthin, ist ihr ständiger Verbündeter.
Frage: Welche inneren Räume in mir könnten derart von Dunkelheit erfüllt sein, dass sie mein Denken und Handeln bestimmen?
Vers 29 Schrei der Dämonen
Mt 8,29: Was willst du von uns, du Sohn Gottes? fingen sie an zu schreien. Bist du gekommen, um uns schon jetzt zu quälen?
Unreine Geister
Es fällt auf, dass in dem Bericht nur der unreine Geist redet, der in diesem Menschen wohnte, anfänglich in der Einzahl, in Vers 12 jedoch in der Mehrzahl. Das zeigt uns, wie weitgehend die unreinen Geister von den Menschen Besitz ergreifen. Sie identifizieren sich vollkommen mit der jeweiligen Person.
Vers 30 Die Schweineherde
Mt 8,30: Es war aber fern von ihnen eine große Herde Schweine auf der Weide.
Herde Schweine
Es wird erwähnt, dass eine große Schweineherde in der Nähe weidete. Diese Information bereitet den Kontext für das nachfolgende Wunder: Jesus erlaubt den Dämonen, in die Schweine zu fahren, woraufhin diese in den See stürzen und ertrinken. Die Schweine symbolisieren in der jüdischen Kultur Unreinheit.
Die Erzählung zeigt die Macht Jesu über dämonische Mächte und verdeutlicht seine Autorität als Sohn Gottes. Zudem offenbart sie das Spannungsverhältnis zwischen göttlichem Wirken und wirtschaftlichen Interessen, da die Menschen der Region Jesus später bitten zu gehen.
Der Text lädt zur Reflexion über den Wert geistlicher Heilung ein.
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens könntest du göttliche Heilung zulassen, auch wenn sie scheinbar materielle Verluste mit sich bringt?
Vers 31 Bitte der Dämonen
Mt 8,31: Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Wenn du uns austreibst, so erlaube uns, in die Schweineherde zu fahren!
Erlaube uns, in die Schweineherde zu fahren!
Die Wahl der Schweine betont ihre Unreinheit im jüdischen Kontext. Ihr anschließendes Ertrinken symbolisiert die zerstörerische Natur des Bösen.
Vers 32 Schweinesturz ins Meer
Mt 8,32: Er sprach zu ihnen: Geht hin! Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweineherde. Und siehe, die ganze Schweineherde stürzte sich den Abhang hinunter in den See, und sie kamen im Wasser um.
Absicht der Dämonen
Die Tatsache, dass die Dämonen die Schweine sofort ins Verderben trieben, hilft zu erklären, warum Jesus die Dämonen in die Schweine eindringen ließ – weil er wollte, dass alle wissen, was die wahre Absicht dieser Dämonen war.
Sie wollten die Männer genauso vernichten wie die Schweine. Da die Menschen nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, konnten sie sich mit den Menschen nicht so leicht durchsetzen, aber ihre Absicht war dieselbe – zu töten und zu zerstören.
Frage: Wo in meinem Leben möchte Gott mir zeigen, welche zerstörerischen Absichten ich erkennen und Ihm übergeben darf, damit Er sie in Leben verwandeln kann?
Geht hin. Fahrt aus
Die beiden besessenen Menschen kommen auf Jesus zu und schreien.
Doch ihr Schrei ist nicht Macht und Stärke.
Sie erkennen in Jesus den Stärkeren.
Und er sprach: Fahrt aus!
Es sind die einzigen Worte Jesu in der ganzen Erzählung. Ein Befehl. Kein Gespräch zwischen Jesus und den Dämonen. Nur sein Vollmachtswort.
Dem Bösen sind Grenzen gesetzt, inhaltlich und zeitlich.
Die Mächte müssen fliehen und die beiden Männer werden dadurch frei.
Ihr Leben steht nicht mehr unter dem grausamen Diktat des Satanischen.
Frage: Wo erfahre ich in meinem eigenen Leben, dass Gottes Wort stärker ist als das, was mich bindet oder lähmt?
Vers 33 Flucht der Hirten
Mt 8,33: Die Hirten aber flohen, gingen in die Stadt und verkündeten alles, auch was mit den Besessenen vorgegangen war.
Die Hirten aber flohen
Ihre Reaktion zeigt Furcht und Erschütterung. Statt sich über das Wunder zu freuen, reagieren die Bewohner später ablehnend auf Jesus (Vers 34).
Dies offenbart eine typische menschliche Haltung: Materielle Verluste – in diesem Fall die ertrunkenen Schweine – stehen über dem geistlichen Gewinn.
Die Erzählung verdeutlicht Jesu Macht über Dämonen und seine Befreiungskraft. Gleichzeitig fordert sie zur Entscheidung heraus: Reagieren wir mit Glauben und Dankbarkeit auf Jesu Wirken oder mit Angst und Ablehnung? Die Bewohner von Gadara wählten die Angst – eine Mahnung für uns heute.
Frage: Wo lasse ich in meinem Leben Angst oder materielle Sorgen größer werden als das Vertrauen in Jesu befreiende Macht?
Vers 34 Ablehnung durch die Stadt
Mt 8,34: Die ganze Stadt kam heraus, Jesus entgegen. Und als sie ihn sahen, baten sie ihn, aus ihrem Gebiet wegzugehen.
Blindheit und Gefangensein der Leute
Als ihnen von den Augenzeugen sowohl die Heilung des Besessenen als auch das Los der Schweineherde bestätigt wird, fangen sie an, dem Herrn Jesus zuzureden, ihr Gebiet zu verlassen.
Sie können eher mit Besessenen zusammen leben als mit dem Sohn Gottes, und trauern um den materiellen Verlust der zweitausend Schweine, anstatt sich über die segensreiche Tätigkeit des Herrn Jesus und die Befreiung des Besessenen zu freuen.
Sie bitten Ihn, ihr Gebiet zu verlassen, um weiterhin ungestört in der Finsternis leben zu können. Dass das Schauen auf die wirtschaftlichen Folgen den Blick auf Jesus trüben kann, ja ihn unmöglich machen kann.
Darum beten wir: Löse Du doch diese Blindheit. Mache Du uns frei von dem Besessensein durch den Besitz, von der Angst vor dem Verlust. Führe Du uns in die Freiheit, die sich ganz Dir verdankt.
Frage: Was hindert mich heute daran, den Herrn wirklich einzulassen – und welche Freiheit würde in mir entstehen, wenn ich Ihm vertraue?
Hier geht's zu einer Auslegung von G. de Koning zu Mt 8. Kap.
Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Matthäus Evangelium Mt 8. Kap.