Mt 7, 15-20:
Auslegung und Andacht
Über die falschen Propheten
Mt 7, 15-20 im Überblick: Eine gründliche Auslegung zu Matthäus 7, 15 bis 20. Erfahre, was dieser biblische Abschnitt über die falschen Propheten lehrt und wie du ihn heute umsetzen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Mt 7, 15 Warnung vor falschen Propheten
Mt 7,15: Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind!
Hütet euch
Jesus appelliert in dieser Evangelienstelle an seine Jünger, sich vor falschen Propheten zu hüten.
An anderer Stelle spricht Jesus davon, dass ein blinder Blindenführer gemeinsam mit dem Geführten in eine Grube fällt. An dieser Stelle können wir uns selbst fragen: Wovon lasse ich mich eigentlich in meinem Leben führen?
Jesus ist der Weg, der zum Leben führt. Alle anderen "Ersatzführer", die es so oft in unserem Leben gibt, führen uns nicht zum ewigen Leben, sondern nur in eine Sackgasse.
Andacht von Michael Roidl
Auslegung - Auslegung - Frage: Welche inneren Stimmen oder äußeren Einflüsse habe ich in meinem Leben bislang als Wegweiser angenommen, und führen sie mich wirklich zu einem erfüllten Leben?
Mt 7, 16 Erkennen an den Früchten
Mt 7,16: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?
Erkenntnis durch die Früchte
Die Früchte also, woran wir den bösen Baum erkennen sollen, zählt der Apostel (Galat. 5) auf, wenn er sagt: Offenbar sind die Werke des Fleisches, welche sind: Hurerei, Unreinheit, Unzucht, Geilheit, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Zank, Neid, Zorn, Hader, Uneinigkeit, Ketzerei, Missgunst, Totschlag, Völlerei, Schwelgerei und was dergleichen ist.
Ebenso führt derselbe Apostel die Früchte an, woran man den guten Baum erkennt, wenn er sagt: Die Früchte des Geistes aber sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Keuschheit.
Andacht der Goldenen Perle
Auslegung - Frage: Welche dieser Früchte erkenne ich in meinem eigenen Leben und wo spüre ich, dass noch Entwicklung nötig ist?
Wir sind die Zweige, Christus die Wurzel
Trägt etwa die Wurzel Früchte? Nein, dies tun die Zweige, also wir, aber nur so lange, als sie durch den Stamm mit der Wurzel verbunden sind und aus ihr die Nahrung ziehen – nur insoweit wir mit Christus verbunden sind und aus ihm die Gnade schöpfen.
Wenn wir beim Anblick eines fruchtschweren Zweiges glauben, der Zweig allein, losgelöst von der Wurzel, habe sie hervorgebracht, so sind wir im Irrtum. Der Zweig bringt die Früchte nur hervor, indem er aus der Wurzel den zu ihrer Bildung nötigen Saft aufsaugt. So geht es auch uns.
Vergessen wir das nie: Christi Gnade ist die Wurzel, und der Zweig, von Stamm und Wurzel getrennt, ist tot. Dies wäre auch unser Schicksal, wenn wir nicht durch die Gnade mit Christus vereinigt bleiben.
Andacht von Columba Marmion
Auslegung - Frage: Wie kann ich mich heute bewusst mit der Quelle meines spirituellen Lebens verbinden, um Früchte der Gnade in mir wachsen zu lassen?
Mt 7, 17 Guter Baum, gute Frucht
Mt 7,17: So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte
Gute Früchte bringen
Worauf es wirklich ankommt: Die Dinge dieser Welt sind vergänglich. Heute kaufen wir ein neues Auto, in ein paar Jahren steht es auf dem Schrottplatz. Was bleibt bei all dem?
Jesus lädt uns ein, gute Früchte zu bringen, Früchte, die bleiben, Früchte für die Ewigkeit. Das sind unsere guten Taten, die wir aus Liebe zu Gott und zum Nächsten vollbringen. Das ist das aufmunternde Wort, das geduldige Zuhören, die großzügige Unterstützung, das mutige Zeugnis oder das stille Gebet.
Andacht von Raphael Ballestrem
Auslegung - Frage: Welche „Früchte“ deines Lebens könntest du heute bewusst wachsen lassen, die über die Vergänglichkeit hinaus Bestand haben?
Welche Frucht soll mein Leben bringen?
In seinen Exerzitien drückt der heilige Ignatius von Loyola dies etwas pointierter aus: Worauf will ich, wenn ich auf meinem Totenbett liege, in meinem Leben zurückschauen?
Oft wollen wir dieser Frage lieber ausweichen und sie unbeantwortet lassen, weil wir wissen, dass die Antwort weitreichende Konsequenzen für unser jetziges Leben haben würde.
Doch nur wenn wir unser Ziel kennen und es nicht aus den Augen verlieren, werden wir den Mut und die Kraft haben, uns im Hier und Jetzt für Christus zu entscheiden.
Andacht von Nils Schäfer
Auslegung - Frage: Wenn du heute auf dein Leben zurückblicken würdest, welche Entscheidung würdest du bereuen, nicht getroffen zu haben?
Mt 7, 18 Schlechter Baum, schlechte Frucht
Mt 7,18: Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen.
Gutes und Böses kommen von drinnen
Der Verweis auf die Früchte zeigt auch, dass das Wichtige nicht von außen kommt, sondern vom Herzen.
Früchte wachsen dank des Safts, der vom Baum und seiner Wurzel her im Inneren des Zweiges aufsteigt.
Wenn ich gute Früchte hervorbringe, dann wohnt Gott in mir. Bringe ich aber schlechte Früchte, dann heißt das, dass in meinem Herz irgendetwas nicht in Ordnung ist.
Andacht von Benoît Terrenoir
Auslegung - Frage: Welche „Früchte“ in meinem Leben spiegeln die innere Verbundenheit mit meinem Herzen und meinem spirituellen Sein wider?
Mt 7, 19 Schicksal unfruchtbarer Bäume
Mt 7,19: Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
Der Anspruch
Jesus gibt am Ende der Stelle einen Ausblick darauf, was mit den schlechten Bäumen passiert. Sie werden umgehauen und ins Feuer geworfen.
Jesus arbeitet als Gärtner im Weinberg seines Vaters und versucht, das Beste aus uns herauszuholen. Er ist unablässig bemüht, uns zu Wachstum und Blüte zu führen.
Es gibt allerdings schon einen gewissen Anspruch an uns, und zwar: dann auch tatsächlich Frucht zu bringen. Wir können nicht als verdorbener Baum im Garten Gottes stehen.
Der Anspruch steht: ein guter Baum sein, gute Früchte bringen, sich von der Zuwendung Jesu berühren lassen und aufblühen.
Auslegung - Frage: Welche Früchte deines Lebens könntest du gerade kultivieren, damit dein innerer Garten in voller Blüte steht?
Mt 7, 20 Früchte als Erkennungsmerkmal
Mt 7,20: Ebenso werdet ihr diese falschen Propheten an ihren Taten erkennen.
Falsche Propheten
Falsche Propheten wollen uns vom schmalen Weg und der engen Tür wegziehen. Dies ist alles, was uns daran hindert, unser Vertrauen voll und ganz auf Jesus zu setzen.
Falsche Propheten können sowohl Dinge als auch Menschen sein. Aber auch wir müssen wachsam sein, nicht selbst unbedacht zu falschen Propheten zu werden.
Gerade heute stehen wir in der Gefahr, die Botschaft Jesu zu verwässern, billige Gnade zu verkaufen und uns zu sehr darauf zu konzentrieren, möglichst modern und attraktiv auf andere zu wirken.
Auslegung - Frage: Wo in meinem Leben könnte ich unbewusst die Botschaft verwässern, und wie kann ich mein Vertrauen wieder voll auf Jesus richten?
Häufige Andacht - Fragen zu Mt 7, 15-20
Was bedeutet Mt 7,15-20?
In diesem Abschnitt warnt Jesus seine Nachfolger vor falschen Propheten, die äußerlich harmlos wie Schafe auftreten, innerlich aber reißende Wölfe sind. Er erklärt, dass man diese Verführer nicht an ihren Worten oder Äußerlichkeiten erkennt, sondern an den dauerhaften Früchten ihres Lebens und Handelns.
Warum verwendet Jesus das Bild von Bäumen und Früchten?
Das Bild veranschaulicht eine innere Gesetzmäßigkeit: Ein guter Baum bringt von Natur aus gute Früchte hervor, während ein schlechter Baum keine guten Früchte tragen kann. Die metaphorischen Früchte stehen für die Taten, Haltungen und die tatsächlichen Auswirkungen der Lehre eines Menschen.
Welche Gefahr geht von falschen Propheten aus?
Sie täuschen die Gemeinde durch eine fromme Fassade und scheinbare Autorität vor. Indem sie falsche Orientierung geben, leiten sie Menschen vom wahren Weg ab und zerstören das geistliche Leben von innen heraus.
Welches Schicksal droht den ertraglosen Bäumen?
Bäume, die keine guten Früchte bringen, werden umgehauen und ins Feuer geworfen. Dies ist ein Bild für das göttliche Gericht, das wertlose und Heuchelei geprägte Haltungen nicht bestehen lässt.
Wie hilft der Maßstab aus Mt 7,15-20 bei der Orientierung?
Der Text gibt Gläubigen ein pragmatisches Prüfkriterium an die Hand: Statt sich von Worten oder Erlebnissen blenden zu lassen, soll langfristig beobachtet werden, ob die Ergebnisse des Handelns Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit fördern.
Andacht zu Mt 7, 13-14 Über die zwei Wege
Andacht zu Mt 7, 21-27 Das Haus auf dem Felsen