Mt 7,12 Die Goldene Regel
Mt 7,12: Behandelt die Menschen stets so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet.
Zur Goldenen Regel
Die goldene Regel war in der Antike weit verbreitet, allerdings in negativer Form: einem anderen nichts zu tun, von dem man nicht möchte, dass es einem selbst angetan würde. Jesus formuliert sie hier positiv.
Diese goldene Regel treibt uns an, Gutes zu tun. Wenn du willst, dass man dir hilft, frage dich, wem du helfen kannst.
Die goldene Regel muss ins Herz dringen, sodass sie nicht im Sinne eines Nützlichkeitsdenkens verstanden wird – also Du gibst mir, ich gebe dir – sondern zu einem Leben der Hingabe an den anderen führt. Denn Gott hat uns als Frucht seiner unendlichen Liebe erschaffen.
Die goldene Regel im Zusammenhang
Ich finde es interessant, dass Jesus diese beiden unterschiedlichen Themen miteinander verbindet: das Thema des Bittens und das Thema der goldenen Regel.
Erst bei längerem Betrachten sehe ich den Zusammenhang: So wie wir von Gott Vater erwarten – auf eindrückliche Einladung Jesu – dass er uns gute Gaben gibt, so sollen wir die Erwartungen unserer Mitmenschen uns gegenüber nicht enttäuschen.
Wir sollten Gott nachahmen, indem wir dem geben, der uns bittet, den etwas Gutes finden lassen, der suchend zu uns kommt, und dem öffnen, der bei uns anklopft.
Auf diese Weise gelangt die Liebe Gottes durch uns zu anderen Menschen und wir bauen mit an einer Zivilisation der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe.
Joachim Richter
Frage: In welchen Momenten meines Lebens kann ich bewusster darauf achten, Liebe und Güte weiterzugeben, wie Gott es uns vorlebt?