Mt 7, 21-27 Das Haus auf dem Felsen

Vers 21 Täter des Willens Gottes

Mt 7,21: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

Willen des Vaters

Das Bekenntnis verleiht keinerlei Anrecht auf Jesus. Das ist eine ganz ernste Bibelstelle. Wir sollen uns nicht täuschen.

Wenn unsere Worte „Herr, Herr“ nicht verbunden sind mit Taten und Werken der Liebe, dann werden wir fruchtlos bleiben.

Jesus lieben und den anderen lieben – das ist untrennbar miteinander verbunden, nicht als moralische Forderung, sondern in einem neuen Sein in und durch Christus. Das ist der Wille des Vaters.

Karl Rahner sagt dazu: Herr, da ist der andere, mit dem ich mich nicht verstehe. Er gehört dir, du hast ihn geschaffen, du hast, wenn nicht so gewollt, ihn so gelassen, wie er eben ist. Wenn du ihn trägst, mein Gott, will ich ihn auch tragen und ertragen, wie du mich trägst und erträgst.

Frage: Wie offen bin ich, andere so zu tragen und zu ertragen, wie Gott mich trägt?

Den Willen Gottes erfüllen

Fakten, nicht Worte. Das ist es, was der Herr von uns erwartet. Wir müssen nicht nur das Wort sprechen, sondern es in unserem Leben in die Tat umsetzen.

Es nützt nichts zu sagen, dass die Welt schlecht ist, dass die Menschen schlecht sind, und nichts dagegen zu tun. Wir müssen bei uns selbst anfangen. Gottes Willen zu tun, ist das Wichtigste in unserem Leben.

Und wo kann ich den Willen Gottes für mich finden? Die Heilige Schrift ist der Weg. Wenn wir unser Leben auf das Wort Gottes gründen, können wir sicher sein, dass wir nach seinem Willen handeln.

Dein Wort ist eine Leuchte für meine Füße und ein Licht für meine Pfade, heißt es im Psalm (119,105).

Frage: Wie kann ich heute konkret mein Handeln an Gottes Willen ausrichten und mein Leben zu einem Spiegel seiner Lehre machen?

Der Glaube schließt Werke mit ein

Manchmal bekennen wir unseren Glauben an Christus mit unseren Lippen, aber unsere Worte und Taten drücken etwas ganz anderes aus. Wenn wir nicht so handeln, wie Christus das von Menschen erwartet, die ihm nachfolgen, müssen wir uns nach dem Warum fragen.

Christus sagte, dass nicht alle, die „Herr, Herr” rufen, in das Himmelreich eintreten werden, sondern nur jene, die den Willen des Vaters tun. Der Wille des Vaters ist, dass wir seinem einzigen geliebten Sohn nachfolgen.

Das verlangt von uns, dass wir unseren Herrn als unseren Retter annehmen und auch dementsprechend handeln. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um zu überprüfen, wo wir unseren christlichen Glauben übereinstimmend leben und wo nicht.

Roderick Ermatinger

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich, dass meine Worte und Taten noch nicht im Einklang mit meinem Glauben stehen, und wie kann ich beginnen, diesen Weg bewusst zu leben?

Vers 22 Scheinbares Wirken im Namen Jesu

‭Mt 7,22: ‭Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?

Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt

In Matthäus 7,22 warnt Jesus davor, dass nicht alle, die ihn als „Herr“ ansprechen, ins Himmelreich eingehen werden. Viele werden sich auf ihre Taten berufen – Prophezeiungen, Dämonenaustreibungen und Wunder im Namen Jesu.

Doch Jesus wird ihnen antworten, dass er sie nie gekannt hat. Diese Stelle zeigt, dass äußere religiöse Werke allein nicht genügen. Entscheidend ist eine echte Beziehung zu Christus, die sich in Gehorsam und einem veränderten Leben zeigt.

Glaube ohne wahre Nachfolge ist wertlos. Jesus kritisiert eine falsche Sicherheit im Glauben, die sich nur auf Werke stützt, aber nicht aus einem aufrichtigen Herzen kommt. Letztlich zählt nicht, was Menschen vorweisen, sondern ob sie Gottes Willen tun.

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich meine Beziehung zu Christus vertiefen, jenseits von äußeren Werken?

Vers 23 Abweisung der Gesetzlosen

‭Mt 7,23: ‭Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!

Ich habe euch nie gekannt

Harte Worte: Was meint Jesus damit? Er kennt doch jeden Menschen. Aber in diesem Vers meint er, dass er sie nicht als die Seinen erkennt, die in seiner Nachfolge stehen.

Das Wort „gekannt“ hat im Hebräischen die Bedeutung einer intimen Beziehung. Jesus sagt also, dass er mit diesen Menschen in keiner innigen, intimen Beziehung steht. Der Grund ist, dass diese Menschen nicht den Willen des Vaters tun.

Der Wille des Vaters ist reine Liebe, so wie Jesus uns geliebt hat. So ist der Weg zum Heil klar: Liebe und glaube an Gott! Nicht heuchlerisch, herz- und gedankenlos, sondern stets mit glühendem Herzen und einem aufrichtigen Verstand.

Frage: Wo spüre ich in meinem Leben, dass ich Gottes Liebe wirklich lebe und in einer innigen Beziehung zu ihm stehe?

Vers 24 Hausbau auf Fels

Mt 7,24: Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.

Haus auf Fels bauen

Matthäus ermahnt uns, ein Haus auf Fels zu bauen. Was heißt das?

Auf Fels bauen heißt vor allem: auf Christus und mit Christus bauen. Es bedeutet, mit jemandem zu bauen, der immer treu ist, auch wenn wir selbst an Treue fehlen. Es bedeutet, mit jemandem zu bauen, der sich dem verletzten Herzen des Menschen zuwendet und sagt: „Ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“

Auf Christus zu bauen heißt, alle seine Wünsche, Erwartungen, Träume und ehrgeizigen Vorhaben allein auf Seinen Willen zu gründen.
Benedikt XVI

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich mehr auf Christus bauen, statt auf eigene Vorstellungen und Pläne?

Haus, Fels, Sand und Sturm

In diesem Gleichnis bauen zwei Baumeister ein Haus, der eine auf Fels, der andere auf Sand. Der Baumeister bist du selbst. Das Haus steht für dein Leben.

Der Felsen ist ein Bild von Jesus Christus. Der Sand symbolisiert das Vertrauen auf die eigene Kraft und eigene Werke. Auf Sand baut derjenige, der nur auf die sichtbaren und greifbaren Dinge baut. Scheinbar ist dies die wahre Wirklichkeit. Aber dies alles wird eines Tages vorbei sein.

Das auf Sand gebaute Haus stürzt bei den Stürmen ein. Das auf Fels gebaute Haus steht sicher. Nur im Gehorsam auf Jesu Worte, im Leben nach seinen Worten, im Vertrauen auf die Gerechtigkeit durch ihn wird unser Lebenshaus den Lebensstürmen standhalten.

Frage: Auf welchen "Untergrund" baue ich mein Leben – auf meine eigenen Kräfte oder auf die Weisheit und Führung, die mir durch Jesus geschenkt wird?

Worte Christi hören und tun

Christus gleicht also der, welcher die Worte Christi hört und sie tut. Denn er baut auf den Felsen, das heißt auf Christus, welcher alles Gut ist, sodass er, in welcher Gattung des Guten er aufbaut, es auf Christus gebaut zu haben scheint.

Wie aber die von Christus gebaute Kirche nicht zu Grunde gehen kann, so kann den Christen, welcher sich auf Christus aufbaut, keine Trübsal zu Grunde richten.

Goldene Perle

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich mein Fundament stärker auf Christus ausrichten, um selbst in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben?

Klugheit – eine wichtige Tugend

In der Bibel ist Klugheit ein häufiges Thema. Klugheit meint nicht Intelligenz oder Schlauheit.

Der Kluge ist nicht der Vielwisser, sondern der, der das Wesentliche erkennt, bedenkt und danach handelt.

Als Tugend bezeichnet sie die Fähigkeit zu angemessenem Handeln im konkreten Einzelfall unter Berücksichtigung aller für die Situation relevanten Faktoren, Handlungsziele und Einsichten, die der Handelnde kennen kann.

Knapper formuliert: Klugheit ist die Gabe, richtig zu entscheiden, nicht unbedingt durch hoch komplexe Überlegungen, sondern vielmehr aus der Klugheit des Herzens.

Es gibt keine bessere und erstrebenswertere Klugheit als die Einfalt des Herzens.

Klug ist, wer die Wirklichkeit sieht, wie sie ist, wer auf den Grund der Dinge sieht. Klug ist allein, wer die Wirklichkeit in Gott sieht. Bonhoeffer

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Klugheit des Herzens erkennen und in meinen Entscheidungen lebendig werden lassen?

Vers 25 Standhaftigkeit im Sturm

Mt 7,25: Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet.

Mein Fundament

Christus vergleicht in diesem Evangelium unser Leben mit dem Bau eines Hauses. Alle unsere Taten sind letztlich – bewusst oder unbewusst – auf Überzeugungen aufgebaut.

Jedes Gebäude, das bestehen will, braucht ein festes Fundament. Daher müssen wir uns fragen: Worauf ist mein Leben aufgebaut? Welche Überzeugungen tragen mein Leben?

Baue ich mein Leben allein auf meinen Talenten und meiner Fähigkeit auf, alles zu kontrollieren, oder versuche ich, alles auf Gott aufzubauen? Es ist ganz normal, wenn es uns schwerfällt, die volle Kontrolle über unser Leben abzugeben und Gott radikal zu vertrauen.

Doch sollten wir uns dessen bewusst sein, dass Christus uns gerade so immer wieder einlädt, unsere Beziehung zu ihm zu vertiefen.

Nils Schäfer

Frage: Welche Bereiche meines Lebens könnte ich vertrauensvoller in Gottes Hände legen, um ein stabiles Fundament zu schaffen?

Ein Haus, auf Felsen gebaut

Wenn wir unser Leben auf Gott und seine Verheißungen aufbauen wollen, setzt das tiefes Vertrauen auf ihn und sein Wort voraus. Doch letztlich läuft es auf zwei einfache Überzeugungen hinaus, die sich überall in der Bibel nachweisen lassen: Gott ist immer gut, und Gott ist immer treu.

Er will unser Bestes und wird uns nicht im Stich lassen. Außerdem hat Gott noch nie jemanden enttäuscht, der ganz auf ihn vertraut hat. Und damit wird er bestimmt nicht jetzt bei mir anfangen.

Wir stehen vor der Entscheidung, Jesus oder uns selbst zu vertrauen. Christ sein heißt, alles auf diese eine Karte zu setzen. Und letztlich führt alles andere als 100% Vertrauen auf Christus zu einem Riss im Fundament.

Doch oft merken wir erst, wenn wir den Schritt des Glaubens ins Ungewisse gewagt haben, dass Christus wirklich hält, was er verspricht.

Nils Schäfer

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich noch den Mut entwickeln, Christus vollkommen zu vertrauen, auch wenn der Ausgang ungewiss ist?

Wahre Prüfung

Die wahre Prüfung kommt, wenn das Wetter unangenehm wird. Dasselbe geschieht in unserem geistlichen Leben. Wenn alles um uns herum heiter ist, ist es einfach, mit allen in Frieden zu sein.

Wenn uns aber eine Krise befällt – eine Ablehnung, eine Krankheit, Widerstand gegen christlich motiviertes Handeln – dann erfahren wir, wie stark unser Glaube wirklich ist.

Wie gehe ich mit den alltäglichen Versuchungen und Rückschlägen um? Wie gut könnte ich mit einer ernsthaften Krise umgehen?

Frage: Welche inneren Ressourcen helfen mir, auch in stürmischen Zeiten meinen Glauben und meine innere Ruhe zu bewahren?

Vers 26 Hausbau auf Sand

Mt 7,26: Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute.

Und sie nicht tut!

Matthäus 7,26 warnt davor, die Lehren Jesu zu ignorieren. Jesus vergleicht denjenigen, der seine Worte hört, aber nicht danach handelt, mit einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baut. Wenn Stürme kommen, stürzt das Haus ein.

Diese Metapher zeigt, dass ein Leben ohne Jesu Weisung instabil ist. Wer sein Fundament nicht auf Gottes Wort gründet, wird in schwierigen Zeiten keinen Halt finden. Der Sand symbolisiert vergängliche Werte wie Reichtum oder weltliche Sicherheit, die keine feste Basis bieten.

Jesus ruft dazu auf, nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes zu sein (Jakobus 1,22). Wahre Weisheit zeigt sich in der Umsetzung seiner Lehre, die wie ein festes Fundament in Stürmen des Lebens standhält.

Frage: Auf welchen Säulen baue ich mein Leben, und wo könnte ich mein Fundament stärker auf Gottes Weisheit ausrichten?

Vers 27 Der große Einsturz

Mt 7,27: Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, da stürzte es ein, und sein Einsturz war gewaltig.

Zu spät

Wenn alles ruhig ist, scheint das Fundament solide zu sein. Schönes Wetter beweist aber nicht die Stärke eines Gebäudes. Die wahre Prüfung kommt erst, wenn das Wetter unangenehm wird.

Dasselbe geschieht in unserem geistlichen Leben. Wenn alles um uns herum heiter ist, ist es einfach, mit allen in Frieden zu sein. Wenn uns aber eine Krise befällt – eine Ablehnung, eine Krankheit, Widerstand gegen sittliches Handeln – dann erfahren wir, wie stark unser Glaube wirklich ist.

Edward McIlmail

Frage: Welche inneren Ressourcen und Überzeugungen tragen dich in stürmischen Zeiten, und wie könntest du deinen Glauben daran noch bewusster stärken?

Ähnlichkeit zwischen den zwei Männern

Der weise und der törichte Mann beschäftigten sich beide mit genau denselben Beschäftigungen und erreichten zu einem beträchtlichen Teil dasselbe Ziel.
Beide unternahmen den Bau von Häusern, beide beharrten auf dem Bau, beide vollendeten ihre Häuser.

Die Ähnlichkeit zwischen ihnen ist sehr groß. Die Zeit und die Stürme des Lebens werden die Stärke des eigenen Fundaments beweisen, selbst wenn es verborgen ist.

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens baue ich auf ein Fundament, dessen wahre Stärke erst die Zeit zeigen wird?