Mt 6, 19-24 Über das Geld
Inhaltsverzeichnis
Vers 19 Schätze auf Erden
Mt 6,19: Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen!
Zum Abschnitt Mt 6,19-24
In Matthäus 6,19-24 lehrt Jesus über den rechten Umgang mit Besitz und Prioritäten im Leben. Er warnt davor, Schätze auf der Erde anzuhäufen, da sie vergänglich sind, und fordert stattdessen dazu auf, himmlische Schätze zu sammeln – also ein Leben nach Gottes Willen zu führen.
Das „Auge als Leuchte des Leibes“ (V. 22-23) betont, dass ein klarer Blick – ein auf Gott ausgerichtetes Herz – das ganze Leben erhellt. Dunkelheit dagegen symbolisiert innere Verblendung.
Schließlich macht Jesus unmissverständlich klar: „Niemand kann zwei Herren dienen“ (V. 24). Man muss sich zwischen Gott und dem Mammon (Reichtum) entscheiden. Diese Verse rufen zur radikalen Gotteshingabe auf und fordern uns heraus, unsere wahren Werte und Prioritäten zu überdenken.
Frage: Welche „himmlischen Schätze“ möchte ich heute bewusst in meinem Leben sammeln, und wie zeigt sich das in meinen täglichen Entscheidungen?
Sich von der Welt lösen
Löse dich von den Reichtümern der Welt, seien sie nun materieller Natur, wie Geld und Besitz, oder seien sie immaterieller Natur, wie Macht oder Eitelkeit.
Halte dir immer wieder vor Augen, dass es nicht darum geht, ob einer dies hat oder jenes nicht hat, sondern darum, dass wir im christlichen Glauben leben, der uns lehrt, dass all diese Dinge vergänglich sind.
Wenn ein Mensch sein Glück ausschließlich in den Dingen dieser Welt sucht, wird er das Glück nicht finden.
Das gilt heruntergebrochen ins Konkrete:
Beispiel: Wenn ich bei der Arbeit durch einen Mitarbeiter durch Worte verletzt werde, meine Ehre dadurch angegriffen wird – ein Gut dieser Welt –, kann ich ihn sicherlich auf sein Verhalten hinweisen. Innerlich aber fühle ich keinen Groll, weil dieses Gut der Welt – die eigene Ehre – immer unbedeutender für mich wird. Ich finde Ehre beim Herrn, was mein wahrer Reichtum ist.
Die Welt hat im Vergleich zu den Reichtümern Christi wenig zu bieten.
Frage: Welche „Güter der Welt“ halten mich noch gefangen, und wie kann ich in meinem Inneren den wahren Reichtum bei Gott entdecken?
Rost und Motten
Im höheren Sinne aber bedeutet der Rost den Stolz, welcher den Schmuck der Tugenden aufzehrt.
Die Motte, welche verborgen die Kleider zernagt, ist der Neid, welcher den Tugendeifer auflockert und dadurch das Gefüge der Einheit zerstört.
Die Diebe sind die Irrlehrer und Teufel, deren Streben beständig darauf gerichtet ist, die geistigen Schätze zu entreißen.
Goldene Perle
Frage: Welche inneren "Roste", "Motten" oder "Diebe" erkenne ich in meinem eigenen Leben, die meine geistigen Schätze bedrohen könnten?
Vers 20-21 Schätze im Himmel
Mt 6,20: Sammelt euch Schätze im Himmel.
Was ist dein größtes Ziel im Leben?
Was ist dir letzten Endes am allerwichtigsten?
Jesus macht durch seine ernsten Worte deutlich, worauf unser Leben im Letzten hinausläuft, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht: auf Gott und auf das ewige Leben!
Wenn das so ist, dann bekommen sogar unsere kleinsten Entscheidungen Gewicht. Dann sollten wir uns oft bewusst machen, dass unser Leben dazu dient, dass wir uns auf die Ewigkeit vorbereiten.
Die Frage des heiligen Domenico Savio kann uns da konkret helfen. Er hat sich vor jeder Entscheidung gefragt: Was nützt mir das für die Ewigkeit?
Frage: Wie kannst du heute eine Entscheidung treffen, die dein Leben mehr auf das Ewige ausrichtet?
Viele Schätze
Ein einziger Schatz genügt nicht nach dem Willen Jesu. Er will, dass wir viele Schätze besitzen, dass unser Schatz aus vielen Schätzen bestehe.
Das will heißen, dass wir ein unersättliches Verlangen haben sollen, Gott zu lieben, um immerfort Liebe auf Liebe, Schatz auf Schatz, zu häufen.
Was treibt die Bienen mehr an, ihren Honig zu vermehren, als die Liebe, die sie zu ihm haben?
Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe.
Frage: Welche Schätze in deinem Leben könntest du heute bewusster mit Liebe füllen?
Nur eines zählt: seine Seele retten
Die Heiligen hingen nicht an den irdischen Gütern. Sie sorgten sich um die himmlischen. Die in das Diesseits verliebten Menschen kümmern sich nur um die Gegenwart.
Wir müssen es machen wie die Könige. Wenn sie fürchten, entthront zu werden, schicken sie ihr Geld ins Ausland voraus, wo es sie dann erwartet. So schickt auch ein guter Christ alle seine guten Werke zur Pforte des Himmels.
Die Erde ist wie eine Brücke, um über das Wasser zu gelangen. Sie dient nur dazu, unsere Füße zu tragen. Wir sind in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt; deshalb sagen wir jeden Tag: „Vater unser im Himmel.“
Wir dürfen also unseren Lohn erst erwarten, wenn wir daheim im Vaterhaus sind.
Pfarrer von Ars
Frage: Welche „himmlischen Schätze“ könntest du heute bewusst in deinem Leben anlegen, um deine spirituelle Reise zu stärken?
Mt 6,21: Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
Das Herz als Kompass
Unser Herz sucht wie ein Kompass Orientierung und richtet sich auf das aus, was es liebt. Viel zu häufig hängt es an weltlichen Schätzen, und so treten diese zwischen mich und Gott.
Wo mein Schatz ist, woran sich mein Herz hängt, da ist mein Vertrauen, meine Sicherheit, mein Trost, mein Gott. Der Schatz ist Abgötterei. Alles, was dich hindert, Gott über alle Dinge zu lieben, was zwischen dich und deinen Gehorsam gegen Jesus tritt, ist der Schatz, an dem dein Herz hängt.
Wir aber glauben dem "Ich-bin-da", dem Fels Christus, dem Herrn, unserem Schatz, dem wir ähnlich werden wollen.
Frage: Woran hängt mein Herz wirklich, und lässt es mich Gott tiefer begegnen?
Das Kreuz als Schatz
Man muss sein Kreuz tragen und nicht schleppen, und man muss es wie einen Schatz fassen, nicht wie eine Last. Durch das Kreuz allein können wir ja Jesus ähnlich werden.
Die Bedeutung der Gottesliebe
Die Gefühle folgen der Liebe. Wenn unsere Gefühle Opfer einer niedrigen und verwerflichen Liebe geworden sind – sei es Geldgier, Ehrsucht oder Geilheit – unternehmen wir alles, was sich darauf bezieht. Wir werden zu Sklaven dessen, was wir lieben, und haben keine andere Liebe in unserer Seele, als nur diese.
Ebenso verhält es sich mit der Gottesliebe. Wer einmal die Liebe zu Gott in reicherem Maße besitzt, hat kein anderes Verlangen als nach Gott, keine Furcht außer vor Gott, keine Hoffnung außer auf Gott, keinen Mut außer durch Gott, keine Freude außer in Gott. Alle seine Regungen werden in dieser einzigen himmlischen Liebe ihre Ruhe finden.
Frage: Woran erkenne ich in meinem eigenen Leben, welche Liebe meine Gefühle wirklich lenkt?
Mein Herz gehört Jesus
Der Ort, in dem Gott im Menschen wohnen will, ist das Herz. Wenn ich Gott in mein Herz einlasse, kann ich ihn spüren, erfahren, lieben und erlebe auch, dass er mich liebt.
Jesus selbst hat uns so sehr geliebt, dass er uns am Kreuz sein Herz geschenkt hat. Er liebt uns also buchstäblich aus ganzem Herzen.
So sollen auch wir Gott nicht nur unseren Verstand, sondern unser Herz öffnen, damit Gott dort Wohnung nehmen kann. Denn wer das Herz eines Menschen besitzt, besitzt den ganzen Menschen.
Benedikt XVI schreibt: Es gibt nichts Schöneres, als vom Evangelium, von Christus gefunden zu werden. Es gibt nichts Schöneres, als ihn zu kennen und anderen die Freundschaft mit ihm zu schenken.
Frage: Welche Türen in meinem Herzen könnte ich noch öffnen, um die Liebe Gottes tiefer zu spüren und weiterzugeben?
Die Liebe ist das Leben unseres Herzens
Die Liebe ist das Leben unseres Herzens. Alle unsere Affekte folgen unserer Liebe. Wessen Herz Beute einer niedrigen, verwerflichen Liebe geworden ist – sei es Geldgier, Ehrsucht oder Geilheit – der unternimmt nur, was sich darauf bezieht. Sie werden zu Sklaven dessen, was sie lieben. Sie haben kein Herz in der Brust, keine Seele in ihrem Herzen, keine Liebe in ihrer Seele als nur dafür.
Ebenso ist es aber auch mit der Gottesliebe. Wer einmal die Liebe zu Gott in reichlicherem Maße besitzt, hat kein anderes Verlangen als nach Gott, keine Furcht außer vor Gott, keine Hoffnung außer auf Gott, keinen Mut außer durch Gott, keine Freude außer in Gott. Alle seine Regungen werden in dieser einzigen himmlischen Liebe ihre Ruhe finden.
Frage: Welche Art von Liebe lenkt derzeit mein Herz und meine Seele – ist sie vergänglich oder himmlisch?
Wo ist euer Schatz?
Wo ist euer Schatz? Auf welchem Schatz ruht euer Herz?
Ja, unsere Herzen können sich an wahre oder an falsche Schätze hängen, können echte Ruhe finden oder einschlafen, indem sie träge und abgestumpft werden.
Das kostbarste Gut, das wir im Leben haben können, ist unsere Beziehung zu Gott. Seid ihr davon überzeugt? Ist euch bewusst, wie unschätzbar wertvoll ihr in Gottes Augen seid? Wisst ihr, dass ihr von Ihm bedingungslos geliebt und angenommen werdet, so wie ihr seid?
Wenn diese Wahrnehmung schwindet, wird das Menschsein ein unverständliches Rätsel, denn gerade das Wissen darum, dass wir von Gott bedingungslos geliebt werden, verleiht unserem Leben Sinn.
Wo ist dein Schatz? Das ist die Frage. Wo ruht dein Herz? Auf welchem Schatz ruht dein Herz? Denn wo dein Schatz ist, dort wird dein Leben sein.
Papst Franziskus
Frage: Welche Schätze in deinem Leben nähren dein Herz wirklich, und welche könnten dich daran hindern, die tiefe Liebe Gottes zu erfahren?
Andacht von Raphael Meyer
Wenn mein Herz auf der Erde ist, können sich weltliche Dinge daran heften. Dort ist dann mein Schatz. Anhänglichkeit an mich, an andere Personen, Dinge, die sich zwischen mich und Gott schieben – alles kann zu so etwas werden. Werden, weil die Dinge an und für sich oft nicht schlecht sind, sondern meistens gut.
Das Problem ist also nicht, dass ich zum Beispiel Sport mag, sondern dass ich den Sport meiner Familie gegenüber bevorzuge. Dadurch verschiebe ich das Zentrum auf Dinge. Dort, wo ich mein Herz an die Erde hefte, bin ich das Zentrum meines Lebens, nicht Gott oder meine Familie.
Wenn es nicht die Dinge sind, die den eigentlichen Stolperstein darstellen, lohnt es sich dann, auf die Dinge zu verzichten und sie aufzugeben? Bei schlechten Dingen definitiv, aber bei guten Dingen trifft das einfache Aufgeben nicht den Kern der Sache. Jesus möchte, dass wir tiefer gehen und unser Herz fest im Himmel verankern.
Deshalb genügt es nicht, die geschaffenen Dinge nur loszulassen. Was wir wirklich loslassen müssen, ist uns selbst, das eigene Ich, das gerne um sich greift und für sich selbst besitzen möchte. Der freie Mensch hat das Herz im Himmel verankert. Dort umschlingen es nicht die geschaffenen Dinge, sondern es kann frei sich selbst, dem Nächsten und Gott dienen.
Er ist fähig, „Nein“ zu sagen. Nein, nicht zu einer Sache oder Person, sondern zu meiner Abhängigkeit von ihnen. Jedes Nein zu einer Abhängigkeit, die sich zwischen mich und Gott stellt, ist ein tieferes Verankern des Herzens im Himmel.
Um Gott zum Zentrum meines Lebens zu machen, kann ich ihm sagen, dass ich dieses und jenes nicht brauche und dass das Verlangen nach Befriedigung in meinem Leben nicht herrschen soll: Ich brauche das nicht, ich brauche dich!
Raphael Meyer
Frage: Wo in meinem Leben darf ich mein Herz loslassen, um es freier im Himmel zu verankern?
Wo ist dein Herz?
Andacht von Papst Leo
Manchmal empfinden wir am Ende unserer mit Aktivitäten vollgepackten Tage eine innere Leere. Warum? Weil wir keine Maschinen sind – wir haben ein Herz; ja, man kann sagen: Wir sind ein Herz.
Das Herz ist das Sinnbild unserer gesamten Menschlichkeit, die Synthese unserer Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte, der unsichtbare Mittelpunkt unserer Person.
Es ist wichtig, über diese Aspekte nachzudenken, denn in den zahlreichen Verpflichtungen, denen wir ständig nachgehen, tritt immer deutlicher die Gefahr der Zerstreuung zutage, mitunter auch der Verzweiflung, des Sinnverlustes – sogar bei Menschen, die von außen betrachtet erfolgreich zu sein scheinen.
Frage: Welche Momente in meinem Leben nähren mein Herz wirklich, jenseits von äußeren Erfolgen und Pflichten?
Vers 22-23 Das Auge als Licht
Mt 6,22: Das Auge ist die Leuchte des Leibes. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.
Dein Auge ist ein Spiegel deiner Seele
Die Augen sind die Fenster der Seele.
Lauter bedeutet rein, unvermischt und ungetrübt. Unser Auge, unsere Seele blickt rein und unvermischt immer nur Christus an und auf das Licht, das von ihm kommt.
Die Lauterkeit des Auges und des Herzens entspricht jener Verborgenheit, die von nichts weiß als von Christi Wort und Ruf, die in der völligen Gemeinschaft mit Christus besteht.
Unser inneres Auge ist klar, wenn die Blickrichtung stimmt: Christus.
Blicke heute immer wieder mitten im Alltag, mitten im Gespräch, mitten in den Alltagsaufgaben lauter und einfältig auf Christus und sprich das Ja des Glaubens.
Frage: Worauf ist mein inneres Auge heute gerichtet – und wie kann ich es neu auf Christus ausrichten?
Das Licht des Körpers
Christi Lehre über das Auge als Licht des Körpers ist vielleicht auf den ersten Blick unklar, und sogar ohne Bezug zur vorhergehenden Mahnung, Schätze für den Himmel zu sammeln.
Ein zweiter Blick aber lässt einen inneren Bezug erkennen. Die Exegeten sehen im Auge die Absichten, die hinter den Handlungen liegen. Christus mahnt uns, alles, was wir tun und wie wir Ereignisse und andere sehen, mit der Einfachheit eines Kindes wahrzunehmen.
Wenn wir Christus in den anderen sehen, wenn wir fähig sind, Gottes vorsehende Hand hinter allem, was in unserem Leben geschieht, zu sehen, wenn alles, was wir tun, aus Liebe zu Christus getan wird, dann wird unser ganzer Körper wirklich vom Licht überflutet.
Walter Schu
Frage: Wie kann ich meinen Blick so verwandeln, dass ich in allem und jedem das Licht Christi erkenne?
Mt 6,23: Wenn deine Augen aber durch Neid oder Habgier getrübt sind, ist es dunkel in dir.
Gegen Neid und Gier
Schaust du manchmal neidisch oder gierig auf andere?
Wenn nicht, dann freue ich mich mit dir. Ich gehöre nicht dazu.
Bei mir sind es gar nicht materielle Dinge, bei denen ich in diese Versuchung tappe, sondern meist betrifft es die Charaktereigenschaften des andern: kann der reden, man ist der witzig – so wäre ich gerne auch.
Ertappe ich mich dabei, kann ich das mit Gottes Kraft schnell wieder gerade rücken. Denn diese neidischen Vergleiche sind nicht gut. Ich will mehr und werde im Anhaften an dieses Begehren unfrei.
Gott möchte keine Kopien, er möchte das Original: dich!
Auf jeden Fall sagt uns Jesus, dass unser Auge entweder auf himmlische Dinge gerichtet ist (und daher voller Licht) oder auf irdische Dinge gerichtet ist (und daher voller Dunkelheit).
Frage: Worauf ist mein Blick heute gerichtet – auf das, was andere haben, oder auf das Licht, das Gott in mich gelegt hat?
Vers 24 Gott oder Mammon
Mt 6,24: Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!
Was meint Jesus mit dem Wort Mammon?
Es ist alles, was dazu führt, dass unser Herz nicht frei ist, Gott allein zu dienen. Gott will unser ganzes Herz.
Wenn wir andere Dinge als Gott lieben, ist unser Herz gespalten und gehört nicht Gott allein. Das Wichtigste ist, dass wir unser Herz ganz für Gott bewahren.
Mein Herz gehört nur Gott. Ich kann die Dinge nutzen, aber nur so weit, wie sie mir helfen, Gott zu erreichen.
Wenn ich sehe, dass mich etwas von Gott entfernt, dann ist das der Moment, mich zu fragen: Ist das für mich angemessen? Warum raubt mir diese Sache, diese Person, diese Situation den Frieden?
João Paulo Jäger
Frage: Was hält mein Herz noch zurück, sich ganz Gott anzuvertrauen?
Gebet
Herr Jesus, die Welt vergeht und mit ihr all ihre Herrlichkeit und all ihre Macht. Möge mein Herz droben bei dir im Himmel sein, in dir, wo es sein sollte.
Ich bin für dich gemacht, für den Himmel. Hilf mir, Jesus, innerlich frei von allem zu leben, damit mein Herz nur bei dir bleibt.
Ich möchte dir mit Freude dienen, in der Hoffnung, eines Tages den Himmel zu erreichen. Mach mein Herz innerlich frei und losgelöst von allen Dingen der Welt.
Herr, ich möchte, dass mein Herz nur auf dich ausgerichtet ist. Ich bitte dich um Kraft, damit ich mich nie von dir trenne. Lass mich dir mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all meiner Kraft dienen.
Hilf mir, Herr, mit meinem Herzen in dem zu leben, was von oben ist, in dem, was nicht vergeht.
Amen.
João Paulo Jäger
Frage: Wo in meinem Herzen halte ich noch an Vergänglichem fest, das mich hindert, ganz im Himmel verwurzelt zu leben?
Gott dienen
Stell dich selbst, deine Fähigkeiten, dein Geld u.v.m. Gott zur Verfügung. Er kann damit weit mehr anfangen als du selbst.
Hänge dein Herz an alledem nicht an. Hast du dein Herz ganz bei Gott, dann ist es klar, dass du nicht für ihn und zeitgleich für etwas anderes leben kannst.
Kinder und Diener Gottes sind wir, das ist der tiefste Kern unserer christlichen Seele.
Frage: Was hindert mich momentan daran, mein Herz ganz bei Gott zu haben und ihm alles anzuvertrauen?
Andacht von Clemens von Alexandrien
Es gibt einen Reichtum, der allen, bei denen er sich findet, den Tod bringt; sein Verlust aber bringt Heil. Von diesem Reichtum muss man die Seele rein, das heißt arm und frei machen und danach das Wort des Herrn hören: Komm, und folge mir nach!
Denn nun wird er selbst der Weg für den, der reinen Herzens ist; in ein unreines Herz dagegen zieht die Gnade Gottes nicht ein; unrein ist aber ein Herz, das reich an Begierden ist und schwanger geht mit vielen irdischen Lüsten.
Wer dagegen Vermögen und Gold und Silber und Häuser als Gottes Gaben besitzt und damit Gott, der es gegeben hat, zum Wohl der Menschen dient, und sich dessen bewusst ist, dass er all dieses mehr seiner Brüder als seiner selbst wegen besitzt; wer Herr seines Vermögens, nicht ein Sklave seines Besitzes ist, und ihn nicht in seinem Herzen trägt und ihn nicht zum Ziel und Inhalt seines Lebens macht, sondern immer auch ein edles und göttliches Werk zu vollbringen sucht.
Wer fähig ist, wenn er einmal seiner Güter beraubt werden sollte, auch ihren Verlust mit Gemütsruhe zu ertragen ebenso wie den Überfluss an ihnen: Wer alle diese Eigenschaften hat, der wird vom Herrn selig gepriesen und arm im Geiste genannt, würdig, ein Erbe des Himmelreiches zu werden.
Clemens von Alexandrien
Frage: Was bedeutet es für dich, innerlich arm zu sein und darin den wahren Reichtum des Geistes zu finden?
Unsere Sorgen — der heimliche Herr.
Niemand kann zwei Herren dienen. Jesus beginnt nicht mit den Vögeln und den Lilien — er beginnt mit einer harten Wahrheit: Ich habe einen Herrn. Ob ich es will oder nicht. Die Frage ist nur: welchen? Sorgen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind ein Zeichen, dass etwas in mir die Kontrolle übernommen hat. Wenn ich mich um etwas sorge, gebe ich ihm Macht über mich. Wenn die Sorge um Geld, um Gesundheit, um Zukunft mein Denken beherrscht — dann dient ihr mein Herz. Dann ist sie mein heimlicher Herr. Sebastian Jasiorkowski
Was sind meine größten Sorgen im Moment? Welchem "Herrn" diene ich – offen oder heimlich — was beschäftigt mein Herz mehr als Gott? Kann ich diese Sorgen heute konkret in seine Hände legen?