Mt 6, 16-18 Über das Fasten
Mt 6,16: Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt wird, dass sie fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.
Über Abschnitt Mt 6,16-18:
In Matthäus 6,16-18 lehrt Jesus über das Fasten. Er kritisiert Heuchelei, indem er warnt, nicht wie die Pharisäer mit traurigem Gesicht zu fasten, um Bewunderung zu erlangen.
Stattdessen sollen Gläubige ihr Fasten im Verborgenen tun, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Gott, der ins Verborgene sieht, wird sie belohnen.
Diese Passage betont die richtige Herzenseinstellung: Fasten soll eine echte Hinwendung zu Gott sein, nicht ein Mittel zur Selbstdarstellung. Jesus fordert eine persönliche, aufrichtige Beziehung zu Gott, bei der äußere Rituale nicht der Anerkennung durch Menschen dienen.
So wird Fasten zu einer geistlichen Übung, die die Verbindung zu Gott stärkt, anstatt Eitelkeit oder Stolz zu nähren.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben Rituale oder Praktiken so gestalten, dass sie mehr deiner inneren Verbindung zu Gott als der Anerkennung anderer dienen?
Mt 6,17: Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht,
Wenn du fastest
In diesem Vers betont Jesus die Bedeutung der inneren Motivation beim Fasten. Anstatt öffentliches Aufsehen zu erregen, soll der Gläubige in aller Stille handeln.
Das äußere Erscheinungsbild soll nicht zeigen, dass jemand fastet, sondern es soll eine persönliche, intime Verbindung zu Gott widerspiegeln.
Der Verzicht auf äußere Anerkennung und der Fokus auf Gottes Belohnung verdeutlichen, dass wahre Frömmigkeit nicht auf die öffentliche Meinung abzielt, sondern auf eine ehrliche Beziehung zu Gott.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben deine Handlungen so ausrichten, dass sie aus innerer Überzeugung und nicht für äußere Anerkennung entstehen?
Mt 6,18: damit es nicht von den Leuten bemerkt wird, dass du fastest, sondern von deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.
Mt 6,18: Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.
Wahres Fasten
Fasten bedeutet nicht nur leiblicher Verzicht. Wahres Fasten heißt, sich vom Bösen fernzuhalten, darauf zu verzichten, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, darauf zu verzichten, ständig recht haben zu wollen, und vieles mehr. Dieser vielerlei Verzicht geschieht nur für und in Christus. Er sieht es.
Es ist stets ein freiwilliger Verzicht. Gott respektiert unsere Freiheit, und so ist Fasten nie aufgezwungen, sondern von uns selbst gewählt. Darin besteht – wie beim Beten und Helfen – die Gefahr, sich selbst darin zu gefallen, sowohl vor anderen als auch vor sich selbst. Der eigene Stolz ist einer der größten Stolpersteine im geistlichen Leben.
Wo verzichtest du um Jesu Willen?
Frage: Welche inneren Muster oder Gewohnheiten könntest du loslassen, um näher zu deinem wahren Selbst und zu Gott zu kommen?
Ein Fasten, wie es Gott gefällt
Der bringt ein großes Fasten dar, das Gott sehr wohlgefällig ist, der seine Eigenliebe bekämpft, seinen Stolz, seinen Widerwillen für die Dinge überwindet, die er nicht gerne tut oder indem er mit Menschen zusammen ist, die seinem Charakter und Verhalten entgegen sind.
Ja, meine Brüder, wenn wir uns wirklich daran halten würden, würden wir nicht nur jeden Tag etwas zum Fasten finden, sondern können es sogar in jedem Augenblick des Tages üben.
Wie viele Gelegenheiten haben wir, uns abzutöten, indem wir ertragen, was uns unangenehm und zuwider ist?
Also dann! Meine Brüder, wenn wir das alles für den lieben Gott ertragen, und nur um ihm zu gefallen, dann sind das die Gott wohlgefälligsten und verdienstvollsten Fasten.
Jean-Baptiste Marie Vianney
Frage: In welchen Momenten des Alltags könntest du bewusst deine Eigenliebe oder deinen Stolz zurückstellen, um innerlich zu wachsen und Gott näher zu sein?
Gott gefallen
Ob es sich um das Geben von Almosen oder um das Fasten handelt, entscheidend ist, Gott zu gefallen, und zwar Gott allein. Alles soll im Geheimnis Gottes bleiben, bei ihm, der allein beurteilen und ermessen kann, wie das Herz eines Menschen beschaffen ist.
Jesus entlarvt eine äußerliche Frömmigkeit, mit der man vor allem glänzen möchte und bei der das Geben von Almosen und das Fasten vollzogen wird, um in den Augen der Menschen gut dazustehen.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens handle ich, um Gott zu gefallen, und wo lasse ich mich eher von den Erwartungen anderer leiten?
Andacht von Papst Franziskus
Auf diesem Weg zurück zum Wesentlichen, auf diesem Weg der Fastenzeit, schlägt das Evangelium drei Schritte vor, die der Herr uns zu tun bittet, ohne Heuchelei und ohne Schauspielerei: Almosen, Gebet, Fasten.
Wozu? Das Gebet verbindet uns wieder mit Gott, die Liebe mit unserem Nächsten, das Fasten mit uns selbst. Dahin also möchte die Fastenzeit unseren Blick lenken: nach oben, mit dem Gebet, das uns von einem horizontalen, flachen Leben befreit, in dem man nur Zeit für das Ich findet, aber Gott vergisst.
Und dann hin zum anderen, durch die Liebe, die uns von eitlem Besitzdenken befreit, von der Vorstellung, dass alles in Ordnung ist, wenn es in Ordnung ist für mich.
Schließlich lädt sie uns ein, durch das Fasten nach innen zu schauen, was uns von den Bindungen an die Dinge befreit, von der Weltlichkeit, die das Herz betäubt.
Gebet, Nächstenliebe, Fasten: drei Investitionen zugunsten eines Schatzes, der bleibt.
Frage: Welche dieser drei Wege – Gebet, Liebe, Fasten – lädt mich heute besonders dazu ein, meinem inneren Wesentlichen näher zu kommen?
Andacht von Benedikt XVI
Der wahre Jünger dient nicht sich selbst oder der Öffentlichkeit, sondern dem Herrn, in Einfachheit und Großherzigkeit.
Unser Zeugnis wird immer umso wirksamer sein, je weniger wir unsere eigene Ehre suchen und uns bewusst sind, dass der Lohn des Gerechten Gott selber ist, das Vereint-Sein mit ihm – hier unten auf dem Weg des Glaubens und am Ende des Lebens im Frieden und im Licht der Begegnung von Angesicht zu Angesicht mit ihm für immer.
Benedikt XVI
Frage: Wie kann ich in meinem täglichen Leben tiefer mit Gott verbunden sein, ohne auf äußere Anerkennung zu achten?
Der wahre Lohn
Der wahre »Lohn« ist nicht die Bewunderung der anderen, sondern die Freundschaft mit Gott und die Gnade, die daraus entspringt, eine Gnade, die Frieden schenkt und die Kraft, Gutes zu tun, auch jene zu lieben, die es nicht verdienen, und denen zu vergeben, die uns verletzt haben. Bendikt XVI