Mt 6, 1-4 Über das Geben
Inhaltsverzeichnis
Vers 1 Warnung vor Heuchelei
Mt 6,1: Habt acht, dass ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.
Zum Abschnitt Mt 6,1-4
In Matthäus 6,1-4 warnt Jesus davor, Almosen zu geben, um von anderen gesehen zu werden. Wahre Gerechtigkeit geschieht vor Gott, nicht zur Selbstdarstellung.
Wer seine Wohltaten öffentlich zur Schau stellt, hat bereits seinen Lohn in menschlicher Anerkennung erhalten. Jesus fordert dazu auf, Gutes im Verborgenen zu tun – „deine linke Hand soll nicht wissen, was deine rechte tut“.
Gott, der ins Verborgene sieht, wird es vergelten. Diese Passage betont Demut und echte Nächstenliebe ohne egoistische Motive. Sie erinnert daran, dass wahre Gerechtigkeit nicht auf äußere Anerkennung abzielt, sondern auf ein Herz, das Gott gefällt.
Das Vertrauen in Gottes Belohnung ersetzt die Suche nach menschlicher Bestätigung.
Frage: Wie kannst du in deinem Alltag Gutes tun, ohne dass jemand davon erfährt, und dabei spüren, dass es Gott gefällt?
Weil es uns nicht berühren darf, was die Leute sagen…
König David war es einerlei, was die anderen dachten, als er um die Bundeslade tanzte.
Gott lobpreisen sieht rein äußerlich lächerlich aus. Aber lächerlich erscheint das nur für die, die keine Beziehung zum Herrn haben.
Wenn ich einen Dienst für dich, Christus, verrichte, dann tue ich das für dich und nicht, um von den Leuten gesehen zu werden.
Wenn ich sichtbar als gottgeweihter Mensch gekleidet durch die Straßen gehe, dann um die Menschen an dich zu erinnern.
Wenn ich vor dem Essen mein Kreuzzeichen mache, dann tue ich das deswegen, weil ich mehr unter dem Blick Gottes als unter dem Blick der Menschen lebe und leben will.
Leonhard Maier.
Frage: Wie bewusst lebe ich unter dem Blick Gottes, unabhängig davon, was andere von mir denken?
Vers 2 Almosengeben ohne Stolz
Mt 6,2: Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.
Nichts tun, um gesehen zu werden
Das Außerordentliche, die Werke der Liebe in Christus, soll nicht geschehen, damit es gesehen werde. Zwar muss es sichtbar werden, aber habt acht, dass es nicht geschieht, damit es sichtbar werde.
Kapitel 5 und 6 prallen hart aufeinander. "Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten“ (Mt 5,16), aber: Habt acht auf die Verborgenheit! Aber wem soll das Sichtbare der Nachfolge in den Werken der Liebe denn verborgen sein? Nicht den anderen Menschen, denen ich täglich begegne. Diese sollen das Licht des Jüngers Jesu in mir leuchten sehen, wohl aber dem, der das Sichtbare tut, also mir selbst, soll es verborgen sein.
In der Nachfolge Jesu schaue ich allein auf den, der mir vorangeht. Tue also deine Werke der Liebe in Christus vor den Menschen, aber stelle dich nicht selbst zur Schau. Die Idee ist: Wenn wir rechtschaffene Taten für die Aufmerksamkeit und den Beifall der Menschen tun, ist ihre Aufmerksamkeit und ihr Beifall unsere Belohnung.
Es ist viel besser, eine Belohnung von deinem Vater im Himmel zu erhalten.
Wer etwas um Gottes willen tut, der hat in seinem Herzen niemand anderen vor Augen außer Gott. Chrysostomus
Frage: Welche stillen Werke der Liebe in meinem Leben könnten mich näher zu Gott führen, ohne dass ich selbst im Vordergrund stehe?
Andacht von Petrus Chrysologus
Ganz mit recht wird hier das Wort tuba, Posaune gebraucht. Es ist nicht wegen der Barmherzigkeit, sondern wegen des äußeren Lärms geschehen. Es ist ein marktschreierischer Artikel, nicht ein Wechsel der Liebe. Fliehen, ja fliehen müssen wir die Heuchelei. Aus dem Seufzer des Armen sucht sie die Pracht ihrer eigenen Ehre; ihr eigenes Lob bereichert sie aus dem Schmerze des Armen; das Elend des Bettlers nimmt sie sich zum Lob ihrer eigenen Prahlerei.
Vers 3-4 Verborgenes Geben
Mt 6,3: Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
So soll deine linke Hand nicht wissen...
Jedes menschliche Lob, das wir für unsere guten Taten erwarten, reißt ein Loch in den Geldbeutel, mit dem wir Verdienste für den Himmel sammeln. Ist mir bewusst, dass empfangene Ehre von Menschen bewirkt, dass man mit leeren Händen vor Gott erscheint? Sollte ich als Verwalter der Güter Gottes auf Erden meine Liebespflicht nicht in Bescheidenheit und Demut erfüllen?
Jesus lädt uns ein, durch Almosengeben Schätze für den Himmel zu sammeln. Doch wenn das Motiv unseres Gebens nicht die Ehre Gottes allein ist, sondern wir von den Menschen Lob dafür erwarten, dann haben wir mit dem Lob unseren Lohn bereits erhalten.
Vater im Himmel, hilf uns, unser Almosen so zu geben, dass die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut. Denn Du siehst und vergiltst das Verborgene, das wir aus Liebe zu Dir und zu Deiner Ehre tun. Amen.
Samariter Fluhm
Frage: In welchen Momenten meines Handelns suche ich wirklich Gottes Ehre und nicht die Anerkennung anderer?
Mt 6,4: damit dein Almosen im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, er wird es dir öffentlich vergelten.
Vor uns verborgenes Geben
Stattdessen soll unser Geben sogar vor uns selbst verborgen bleiben. Obwohl wir unser eigenes Geben nicht wirklich ignorieren können, können wir uns jede nachsichtige Selbstbeweihräucherung verweigern. Halten Sie die Sache so geheim, dass selbst Sie selbst kaum merken, dass Sie überhaupt etwas Lobenswertes tun. Lass Gott anwesend sein, und du wirst genug Zuhörer haben.
Spurgeon
Frage: In welchen Momenten deines Lebens könntest du Gutes tun, ohne dass es jemand – auch du selbst – bewusst wahrnimmt, und wie würde das dein inneres Gleichgewicht verändern?
Bedeutung der linken und rechten Hand
Die linke Hand bedeutet die Freude über das Lob, die rechte den Gehorsam gegen Gottes Willen.
Wir handeln im Gehorsam, also mit der rechten Hand. Helfen wir jemanden, dann allein aus dem Gehorsam zu Christus und nicht, um Lob und Ehre von Menschen zu bekommen, das heißt nicht mit der linken Hand.
Wie häufig aber mischt sich dies eben doch in unsere Motive und Ziele. Wie oft wollen wir nach außen hervortreten, verlangen nach Anerkennung, Lob oder Bewunderung durch unsere Tat, wodurch die linke Hand von der Tat der rechten Hand weiß.
Frage: In welchen Momenten deines Handelns spürst du, dass deine linke Hand die rechte kennt, und wie könntest du ganz im Gehorsam handeln?
Gegen die Eitelkeit
Widerstehe beim Geben der Versuchung der Eitelkeit. Ich will, dass jeder weiß, was ich tue. Ich will Beachtung finden, wenn ich gebe. Ich will, dass jeder weiß, wie freigebig und gütig ich bin und was für ein großzügiges Herz ich habe.
Prüfe beim Geben stets dein Herz. Gebe mit unverfälschten Motiven, einem aufrichtigen Herzen und nicht, um von Menschen gesehen zu werden. Dann weiß deine linke Hand nicht, was die rechte tut.
Ja: Du sollst dein eigenes Gutes nicht wissen. Sonst ist es wirklich dein Gutes, aber nicht das Gute Christi.
Frage: Welche versteckten Motive könnten mein Handeln lenken, und wie kann ich mein Geben noch reiner und freier gestalten?