Mt 4, 12-17 Beginn des Wirkens
Mt 4,12: Als aber Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er weg nach Galiläa.
Zum Abschnitt Mt 4,12-25
Nach der Verhaftung Johannes des Täufers beginnt Jesus sein öffentliches Wirken in Galiläa. Die Erfüllung der Prophezeiung aus Jesaja 9,1–2 zeigt, dass Jesus als das Licht in die Finsternis gekommen ist.
Seine zentrale Botschaft lautet: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Dann beruft Jesus die ersten Jünger – Fischer, die sofort alles verlassen und ihm nachfolgen. Dies zeigt, dass die Jüngerschaft Gehorsam und völlige Hingabe erfordert.
Jesus wirkt in ganz Galiläa, lehrt, predigt und heilt viele Menschen. Seine Vollmacht und Liebe ziehen große Menschenmengen an. Dieser Abschnitt verdeutlicht, dass Jesu Botschaft rettet, heilt und Menschen in die Nachfolge ruft – ein Aufruf auch an uns, ihm zu folgen.
Frage: Welche Bereiche meines Lebens darf ich Jesus heute hingeben, um seine Führung und Heilung zu erfahren?
Zog er weg nach Galiläa.
In Matthäus 4,12 erfährt Jesus von der Verhaftung Johannes des Täufers und zieht sich daraufhin nach Galiläa zurück. Dies markiert einen Wendepunkt: Die Verkündigung Johannes’ endet, und Jesus beginnt sein öffentliches Wirken.
Sein Rückzug nach Galiläa ist nicht nur eine Flucht vor Gefahr, sondern erfüllt auch die Prophetie aus Jesaja 8,23–9,1, dass das Licht Gottes in das „Galiläa der Heiden“ kommen wird. Damit zeigt Matthäus, dass Jesu Mission sich nicht nur an Israel richtet, sondern an alle Völker.
Dieser Vers lehrt, dass Gottes Pläne trotz menschlicher Widrigkeiten weitergehen. Jesus wartet nicht passiv, sondern beginnt aktiv sein Wirken – ein Vorbild für Vertrauen und Gehorsam gegenüber Gottes Führung.
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich mutig dem Ruf Gottes folgen, auch wenn Unsicherheit oder Widerstände spürbar sind?
Mt 4,13: Und er verließ Nazareth, kam und ließ sich in Kapernaum nieder, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali.
Kapernaum
Diese Auswanderung nach Kapernaum wird in den anderen Evangelien nicht offiziell erwähnt, aber Kapernaum erscheint in allen Synoptikern als das Hauptzentrum des galiläischen Wirkens Christi.
Mt 4,14: Damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht:
Bezug auf Jesaja
Matthäus 4,14 erklärt, dass Jesu Wirken in Galiläa die Erfüllung der Prophetie aus Jesaja 8,23–9,1 ist. Der Evangelist zeigt, dass Jesus der verheißene Messias ist, der Licht in die Finsternis bringt.
Besonders Galiläa, oft als geistlich vernachlässigt angesehen, wird zum Ort der Heilserfüllung. Diese Stelle unterstreicht Gottes Heilsplan: Jesus wirkt nicht zuerst in Jerusalem, sondern unter den einfachen Menschen.
Dadurch wird Gottes Gnade für alle offenbart, nicht nur für das jüdische Volk, sondern auch für die Heiden. Die Prophetieerfüllung zeigt, dass Gott treu ist und seine Verheißungen in Christus wahr macht.
Das lädt zur Nachfolge Jesu ein, der Licht in unser Leben bringt.
Frage: Wo in meinem Leben darf das Licht Jesu heute sichtbar werden, besonders dort, wo Dunkelheit oder Vernachlässigung herrscht?
Mt 4,15: Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Weg des Sees, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden.
Mt 4,16: Das Volk, das in der Finsternis wohnte, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen.
Erscheinendes Licht
Damit du aber weißt, daß er weder von einem sichtbaren Licht, noch von einer sichtbaren Finsternis spricht, so nannte er das Licht, das große Licht, das anderswo wahres Licht heißt;
indem er aber die Finsternis auslegte, nannte er den Todesschatten.
Um endlich zu zeigen, daß sie es nicht ihrem Suchen zu verdanken hatten, sagte er, daß ihnen ein Licht aufging.
Goldene Perle
In Finsternis zu wandeln bedeutet mit sich selber zufrieden zu sein, überzeugt zu sein, dass keine Notwendigkeit zur Rettung besteht. Das ist Finsternis! Franziskus
Frage: Welches Licht in deinem Inneren wartet darauf, von dir erkannt zu werden?
Mt 4,17: Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe
Das ist das Fundament all seiner Reden: uns zu sagen, dass das Himmelreich nahe ist. Was bedeutet das? Unter Himmelreich versteht man das Reich Gottes, das heißt seine Art und Weise zu herrschen, uns gegenüber in Beziehung zu treten.
Nun sagt uns Jesus, dass das Himmelreich nahe ist, dass Gott nahe ist. Das ist die Neuheit, die erste Botschaft: Gott ist nicht fern; der in den Himmeln wohnt, ist auf die Erde herabgestiegen, ist Mensch geworden.
Er hat die Schranken weggenommen, die Kluft beseitigt. Nicht wir haben uns das verdient – er ist herabgestiegen, er ist uns entgegengekommen.
Und diese Nähe Gottes zu seinem Volk ist seine Gewohnheit von Anfang an, auch im Alten Testament. Er sagte zu seinem Volk: Denk doch, welches Volk hat Götter, die ihm so nah sind, wie ich dir nahe bin? (vgl. Dtn 4,7).
Und diese Nähe Gottes hat in Jesus Fleisch angenommen.
Papst Franziskus
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich die Nähe Gottes, und wie verändert diese Erfahrung meine Art, mit mir selbst und anderen in Beziehung zu treten?