Mt 26, 17-30 Das Abendmahl
Inhaltsverzeichnis
Vers 17 Vorbereitung des Passah
Mt 26,17: Am ersten Tag des Festes der ungesäuerten Brote kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir für dich das Passahmahl vorbereiten?
Jetzt am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote
Das muss ein sehr bewegendes Gedenken an Jesus gewesen sein. Pessach erinnert an die Befreiung Israels aus Ägypten, die im Alten Testament der zentrale Akt der Erlösung war. Jesus stellte nun ein neues Zentrum der Erlösung bereit, an das durch ein neues zeremonielles Mahl erinnert werden soll.
Das eucharistische Opfer ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens
Für mich persönlich ist die Sonntagsmesse mit dem Empfang des Leibes Christi der Höhepunkt der Woche, mit nichts zu vergleichen, unbeschreibbar.
Hier loben und feiern wir Jesus, der zu unserem Heil gestorben und auferstanden ist.
Die Eucharistie zu vertiefen – nichts Wichtigeres gibt es – ist nicht nur ein Ritus, sondern ein existentieller Vorgang, der mich in meinem Innersten mehr als jede andere Sache berührt, mich verändert und verwandelt und dadurch die Welt, in der ich lebe, verwandelt.
Eher könnte die Welt ohne Sonne bestehen, als ohne das heilige Messopfer. Pater Pio
Frage: Wie verändert die Begegnung mit dem Heiligen in meinem Alltag mein Denken, Fühlen und Handeln?
Vers 18 Auftrag in der Stadt
Mt 26,18: Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern.
Meine Zeit ist da
Die Geschehnisse der kommenden Kartage sind für Jesus keine böse Überraschung. Schon im Weihnachtsevangelium hören wir die Worte „Als die Zeit gekommen war...“. Jetzt sagt Jesus selbst: „Meine Zeit ist da“.
Er weiß, dass der Moment gekommen ist, an dem er selber als Paschalamm sein Leben für die Seinen hingeben wird. Jesus geht bewusst dem Sterben entgegen. Niemand nimmt ihm das Leben. Er gibt es aus freien Stücken.
Auch meine Lebenszeit besteht nicht aus einer Reihe von Zufällen, sondern mein Leben ist in der Hand eines liebevollen, gütigen Gottes. Eines menschgewordenen Gottes, der nicht vor der Erfüllung seines Planes davon gelaufen ist, auch wenn es ein großes Opfer von ihm gefordert hat.
Wie geht es mir, wenn mir ein schweres Ereignis bevorsteht? Kann ich ihm in die Augen schauen oder laufe ich weg? Laufe ich zu Gott, um dort Geborgenheit und Kraft für die harten Zeiten des Lebens zu finden?
Frage: Wie kann ich lernen, meinem Leben und schwierigen Momenten mit dem Vertrauen und der Hingabe von Jesus zu begegnen?
Meine Zeit ist da
Er weiß, dass der Moment gekommen ist, an dem er selber als Paschalamm sein Leben für die Seinen hingeben wird. Jesus geht bewusst dem Sterben entgegen. Niemand nimmt ihm das Leben. Er gibt es aus freien Stücken.
Auch meine Lebenszeit besteht nicht aus einer Reihe von Zufälle, sondern mein Leben ist in der Hand eines liebevollen, gütigen Gottes. Eines menschgewordenen Gottes, der nicht vor der Erfüllung seines Planes davon gelaufen ist, auch wenn es ein großes Opfer von ihm gefordert hat.
Wie geht es mir, wenn mir ein schweres Ereignis bevorsteht? Kann ich ihm in die Augen schauen oder laufe ich weg? Laufe ich zu Gott, um dort Geborgenheit und Kraft für die harten Zeiten des Lebens zu finden?
Klaus Einsle
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich Gottes Führung und Geborgenheit, selbst in Momenten, die mich herausfordern?
Das Paschamahl
Das Paschamahl ist im jüdischen Glauben das Gedächtnis der Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens.
Im neuen Pascha der Eucharistie, dem Opfertod Jesu, geht es um das Gedächtnis der Befreiung durch Jesus Christus aus der Knechtschaft der Sünde.
Damals in der Stunde des Abendmahls, wie auch in jeder Eucharistie, tritt Gott mit uns in eine Gemeinschaft, die befreit.
Durch Jesu Menschwerdung, durch sein vergossenes Blut, sind wir in eine ganz reale Blutsverwandtschaft mit Jesus und damit mit Gott selbst hineingezogen, die wahrlich befreit.
Bitten wir den Herrn, dass wir die Größe dieses Geheimnisses immer mehr verstehen.
Frage: Wie offen bin ich dafür, die befreiende Gegenwart Gottes in meinem eigenen Leben wirklich zu erkennen und zu erfahren?
Das Paschamahl
Seit vielen Generationen, nämlich seit dem Auszug aus Ägypten, haben die Juden jedes Jahr das Paschafest gefeiert. Das Paschamahl erinnert an die großen Taten Gottes, der die Israeliten aus der Sklaverei befreit hat. Es ist voller Symbolik, an viele einzelne Werke Gottes wird dabei gedacht.
Es werden zum Beispiel vier Becher mit Wein gereicht, die vier Versprechen Gottes darstellen, die Gott dem Mose im Buch Exodus gemacht hat.
Als erstes der Becher des Segens, wenn Gott sagt: Ich werde euch von eurer Last in Ägypten befreien.
Als zweites der Becher des Gerichts, wenn Gott sagt: Ich werde euch aus der Sklaverei retten durch die machtvollen Taten meines Gerichts.
Als drittes der Becher der Erlösung, wenn Gott sagt: Ich werde euch mit meinem ausgestreckten Arm retten.
Als viertes der Becher der Vollendung oder des Lobes, wenn wir Gott für sein Versprechen loben: Ich werde euch zu meinem Volk machen.
Frage: Welche großen Veränderungen in meinem Leben könnte ich als Zeichen von göttlicher Führung oder Schutz erkennen?
Gottes Verheißungen
Alle diese Versprechen hat Gott erfüllt. Er hat die Israeliten aus der Sklaverei befreit, Gericht über die Ägypter gehalten, unglaubliche Taten vollbracht, Zeichen und Wunder gewirkt und Israel zu seinem auserwählten Volk gemacht.
Im Lichte Jesu wissen wir, dass all diese Dinge Vorausbilder waren für eine größere Realität, für noch größere Taten, die Gott wirken wollte. Durch das Leiden Jesu, des wahren Paschalammes, hat er uns aus der Sklaverei der Sünde befreit. Das Böse, für das Ägypten und der Pharao stehen, hat keine Macht mehr über uns.
Wir können in der Freiheit der Kinder Gottes leben. Durch die Taufe hat Gott uns zu seinem neuen Volk, zum neuen Israel gemacht.
Bertalan Egervári
Frage: Wie spürst du persönlich die Freiheit, die Gott dir schenkt, und wie könntest du sie noch bewusster in deinem Leben leben?
Vers 19 Bereitung des Mahls
Mt 26,19: Und die Jünger machten es, wie Jesus ihnen befohlen hatte, und bereiteten das Passah.
Die Jünger machten es
Dies zeigt ihre Treue und den unmittelbaren Gehorsam gegenüber ihrem Meister.
Das Passahfest erinnert an den Auszug aus Ägypten und symbolisiert Befreiung. Jesus nutzt dieses Fest, um das Abendmahl einzusetzen, das eine tiefere Bedeutung erhält: Er selbst wird als das wahre Passahlamm geopfert.
Die Stelle betont Gottes Plan, der sich durch Jesu Leiden und Tod erfüllt. Sie zeigt auch die Rolle der Jünger als Diener Christi, die seinen Willen ausführen.
In der heutigen Zeit erinnert sie Gläubige daran, Gottes Anweisungen zu vertrauen und sich auf das wahre Passah, Jesus Christus, auszurichten.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben lernen, Gottes Plan zu vertrauen und dich auf das wahre Passah auszurichten?
Vers 20 Tischgemeinschaft am Abend
Mt 26,20: Als es nun Abend geworden war, setzte er sich mit den Zwölfen zu Tisch.
Beginn des letzten Abendmahls
Dies markiert den Beginn des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Der Abend symbolisiert das nahende Leiden und den Übergang von der alten zur neuen Bundgemeinschaft.
Das gemeinsame Mahl steht für Gemeinschaft, doch darunter liegt Verrat: Einer der Zwölf wird Jesus überliefern. Die Szene betont Jesu Souveränität, denn er weiß, was kommen wird. Gleichzeitig zeigt sie seine Liebe und Geduld – trotz des bevorstehenden Verrats isst er mit ihnen.
Theologisch weist dieser Vers auf die Eucharistie hin, in der Jesus sich selbst hingibt. Zudem lehrt er, dass Christus auch inmitten von Sünde und Verrat gegenwärtig bleibt.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben in Momenten von Verrat oder Enttäuschung Liebe und Geduld bewahren?
Vers 21 Ankündigung des Verrats
Mt 26, 21: Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!
Einer der Zwölf soll ein Verräter sein?
Wir meinen oft, dass Judas verschieden gewesen sein muss, schlechter als die anderen Jünger. Wenn das gestimmt hätte, hätte jeder sofort ihn verdächtigt, als Jesus sagte: „Einer von euch wird mich verraten.“ Sie hätten vermutet: „Es muss Judas sein. Er war schon immer böse. Er ist fähig, Jesus zu verraten. Ich verstehe nicht, warum Jesus ihn ausgewählt hat.“
Doch Judas schien sich nicht so offensichtlich von ihnen zu unterscheiden. Sonst hätten sie ihn ja sofort verdächtigt. Jeder von uns kann ein Judas werden, nach und nach, indem wir unsere Prinzipien immer mehr aufgeben, zuerst in den kleinen Dingen, und dann auch in wichtigen Angelegenheiten.
Im christlichen Leben braucht es immer eine gesunde Spannung zwischen dem Vorwärtsstreben und der Wachsamkeit. Wer in den kleinen Dingen treu ist, ist es auch in den Großen.
James Swanson
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich unbewusst kleine Kompromisse eingehen, die meine Integrität schrittweise schwächen?
Wo verrate auch ich Jesus?
Beobachte dich selbst, und zwar ruhig und nicht urteilend. Erkenne deine eigenen Abgründe, dort, wo du dich letztlich von Jesus abwendest, weltliche Dinge wichtiger sind und du ihn – benutzen wir dieses harte Wort – verrätst.
Durch das Beobachten deiner eigenen Abgründe erkennst du umso besser Gottes Geduld und Erbarmen mit deiner Seele.
Der größte Abgrund sind häufig unsere springenden Gedanken, die ununterbrochen alles kommentieren und bewerten. Bedenke: Situationen, die uns in der einen Stunde negativ erregen, werden häufig schon in wenigen Stunden oder Tagen dies nicht mehr tun.
Wenn wir das begreifen, können wir uns entschließen, diesen Gedanken von Anfang an nicht so viel Macht und Kontrolle über uns einzuräumen. Sei dir sicher: Deine Seele ist viel beständiger und ruhiger, als es deine Gedanken und Gefühle je sein könnten.
Frage: Welche Gedanken oder Gefühle blockieren im Moment deine innere Ruhe, und wie könntest du ihnen mit Geduld und Liebe begegnen?
Vers 22 Bestürzung der Jünger
Mt 26,22: Da wurden sie sehr betrübt, und jeder von ihnen fing an, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich?
Selbstzweifel
Jesus weiß, welcher von den Jüngern ihn verraten wird. Als er den Verrat in der Runde der Jünger ankündigt, fragen sie ihn einer nach dem anderen, ob sie selbst es sind.
Keiner von ihnen schließt aus, dass er der Verräter sein könnte. Jesu Worte scheinen sie zu verunsichern und sie erkennen in Demut ihre eigene Anfälligkeit für Schwäche.
Wie steht es mit mir? Wie viel Potential ist in mir vorhanden?
Frage: Welche verborgenen Seiten in mir könnten durch Aufmerksamkeit und Selbstreflexion ans Licht kommen?
Doch nicht ich?
Und sie wurden sehr betrübt, und fingen an, einzeln zu fragen: Bin es etwa ich, Herr? Denn ein jeder von den Jüngern wußte aus dem, was Jesus gelehrt hatte, daß die menschliche Natur zum Bösen geneigt ist und im Kampf mit dem Fürsten der Finsternis dieser Welt liegt. Daher war jeder von ihnen in Furcht und fragte also. Darum sollen auch wir ob unserer Schwachheit wegen alles Künftigen in Furcht sein. Goldene Perle
Es ist eine schöne Charaktereigenschaft der Jünger, dass sie einander nicht verdächtigten, aber jeder von ihnen fragte, fast ungläubig, wie die Form der Frage andeutet: Herr, bin ich es? Niemand sagte: Herr, ist es Judas? Spurgeon
Vers 23-24 Der mit mir eintunkt
Mt 26,23: Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten.
Mt 26,24: Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für jenen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre.
Vers 25 Judas fragt nach
Mt 26,25: Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Rabbi, doch nicht ich? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt!
Steckt nicht in mir auch ein Judas?
Beim Lesen der biblischen Geschichte ist es mir oft passiert, zu erkennen, dass ich dazu neige, zu verurteilen und zu denken: Warum hast du so etwas getan? Die Geschichte von Adam, der kein Vertrauen auf Gott hat, der wunderbare König David, der unrein und ein Mörder geworden ist, dann Petrus, Paulus, und jetzt Judas. Wie ist das möglich? Besonders, weil sie so nahe bei Gott waren.
Aber dann schaue ich auf mein Leben und weiß, dass ich nicht besser bin. Ihre Geschichte ist meine Geschichte, sie handelt von meiner Sklaverei gegenüber der Sünde, meiner Anhänglichkeit, meinen Süchten, meinem Egoismus und allem, was bei mir einer tieferen Beziehung mit Christus im Weg steht.
Kann ich es sehen? Erkenne ich, worin meine Hindernisse bestehen?
Frage: Welche Muster in meinem Leben verhindern, dass ich wirklich in Verbindung mit Gott lebe, und wie könnte ich beginnen, sie zu erkennen und loszulassen?
Jesus Worte an Judas
Jesus hat dies nicht gesagt, um Judas zu verurteilen, sondern um ihn zur Umkehr aufzurufen. Es ist fair anzunehmen, dass er es mit Liebe in seinen Augen sagte, und Jesus zeigte Judas, dass er ihn liebte, obwohl er seinen Verrat kannte.
Was trieb Judas an?
Was mag das Motiv des Judas gewesen sein? Darüber haben schon viele Theologen nachgedacht, aber letztendlich wissen das nur Gott – und Judas selbst.
Meist wird Geld als Motiv genannt, doch es wäre vermutlich einträglicher gewesen, sich weiterhin an der Kasse zu bereichern. Andere wiederum meinen, Judas habe Jesus als politischen Messias gesehen und ihn so zum Handeln zwingen wollen.
Vor einigen Jahren tauchte die Theorie auf, dass Judas in Wirklichkeit der Held sei. Um den Willen Gottes zu erfüllen, habe irgendjemand sich opfern und Jesus verraten müssen – und diese Rolle habe Judas sich zu übernehmen getraut, wohl wissend, dass er nun in alle Ewigkeit als der Böse dastehen werde.
Frage: In welchen Momenten bin ich bereit, für eine höhere Wahrheit oder ein größeres Ziel Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es mich selbst in ein ungünstiges Licht rückt?
Vers 26 Einsetzung des Brotes
Mt 26,26: Während sie aßen, nahm Jesus ein Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot in Stücke und gab es seinen Jüngern.
Er gab ihnen das Brot
Diese menschliche Urgeste des Gebens erhält im Abendmahl Jesus eine neue Tiefe. Jesus gibt nicht etwas, er gibt sich selbst.
Die gebende Güte Gottes offenbart sich in ihrer Größe in diesem Augenblick, in dem Christus im Brot sich selber austeilt. Dieses Brechen und Geben des Brotes ist die elementare Mitte der Eucharistie.
In der frühen Christenheit wurde daher für die Eucharistie das Wort Brotbrechen verwendet. Das Brotbrechen und Geben als Akt der liebenden Zuwendung zum Nächsten ist dadurch eine innere Dimension der Eucharistie selbst.
Die Sorge um den anderen ist nicht ein Zweites, sondern er ist innerster Bestandteil des Abendmahles.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben das Geben und die Fürsorge für andere so lebendig werden lassen, dass es zu einem Ausdruck meiner eigenen spirituellen Tiefe wird?
Er brach das Brot
Um aber zu zeigen, daß sein Leib nicht ohne seinen Willen dem Leiden unterworfen sei, setzte er hinzu: Und brach es.
Denn wenn das Opfer gebrochen, das Blut von dem Kelche in den Mund der Gläubigen ausgegossen wird, was wird Anderes bezeichnet, als die Opferung des Leibes des Herrn am Kreuze und die Vergießung seines Blutes von der Seite?
Goldene Perle
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben erkennen, wo ich bewusst meine Kraft und meinen Willen einsetzen kann, um Leiden zu verwandeln?
Mt 26,26: Nehmt und esst! Das ist mein Leib.
Jesus essen
Essen bedeutet, dass dies für jeden absolut lebensnotwendig ist. Ohne Essen und Trinken kann niemand leben. Ohne Jesus gehen wir verloren. Es bedeutet auch, dass wir Jesus in unser Innerstes aufnehmen müssen. Jeder muss auch für sich selbst essen ; niemand sonst kann es für sie tun.
Jean Marie Vianney schreibt zur Kommunion
Warum jetzt Menschenworte, wenn Gott zu uns spricht? Wir müssen darauf hören, was der liebe Gott zu unserem Herzen spricht.
Geht deshalb zur heiligen Kommunion, empfangt Jesus mit Liebe und Vertrauen! Lebt von Ihm, um für Ihn zu leben. Sagt nicht, ihr wäret ihrer nicht wert. Ja, es ist wahr, ihr habt sie nicht verdient, aber ihr braucht sie.
Wenn Gott darauf gesehen hätte, ob wir ihrer würdig wären, er hätte das wunderbare Sakrament seiner Liebe niemals eingesetzt; denn niemand auf der Welt ist es wert. Er aber hat unsere Not gesehen, und notwendig ist dieses Sakrament für jeden von uns.
Frage: Wie offen bin ich, Gottes Liebe in meinem Herzen wirklich zu empfangen, auch wenn ich mich unwürdig fühle?
Vers 27 Dank über den Kelch
Mt 26,27: Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinkt alle daraus!
Er sprach das Dankgebet
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir immer und überall zu danken. Viele Messpräfationen beginnen mit diesen Worten und laden uns ein, in ständiger Danksagung zu leben.
So kann es uns etwa helfen, Gott schon im Voraus zu danken, noch bevor wir ihm Ja sagen in Angelegenheiten, die wir häufig noch nicht kennen. Besonders an Tagen, an denen uns das Leben viel abverlangt und wir gefühlt den Golgotha besteigen, hilft uns die Erinnerung daran, wie Jesus selbst vorging: Er zog die Hingabe seines Lebens auf den Gründonnerstag vor und vollzog sie im Rahmen eines Danksagungsmahls.
Jedes Mal, wenn wir der Eucharistie beiwohnen, machen wir uns diese seine Haltung bewusst: Er sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern.
Frage: Wie kann ich im eigenen Alltag Momente finden, um Dankbarkeit bewusst zu üben, selbst in schwierigen Situationen?
Vers 28 Blut des Bundes
Mt 26,28: Das ist mein Blut, mit dem der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt wird. Es wird zur Vergebung ihrer Sünden vergossen.
Verwandelt werden
Brot und Wein werden in sein Leib und sein Blut gewandelt. Doch die Verwandlung macht hier nicht halt. Leib und Blut Jesu Christi werden uns gegeben, damit wir verwandelt werden.
Wir sind es, die durch dieses Brot des Lebens geheimnisvoll verändert werden. Christus nährt uns, indem er uns mit sich vereint und uns in sich hineinzieht. Indem er uns alle in sich hineinzieht, werden wir untereinander eins gemacht.
Er durchdringt uns und will von uns auf die anderen übergreifen, dass seine Liebe das beherrschende Maß der Welt werde.
Begreifen wir: der Empfang des Leibes Christi und das Tun der Liebe sind nicht zweierlei Dinge, sondern zutiefst eins.
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag spüren, dass die Liebe, die mich nährt, auch durch mich auf andere wirkt?
Alter und neuer Bund
Der alte Bund beruhte auf dem Blut geopferter Tiere und auf dem Gehorsamsversprechen Israels (Ex 24). Dieses Versprechen wurde aber immer wieder gebrochen. Auch wir brechen immer wieder unseren Gehorsam und sündigen, weil unser Eigenwille die Oberhand gewinnt.
Der neue Bund in Christi Blut und Leib ist daher nicht mehr auf diese immer brüchige Treue unseres menschlichen Wollens gegründet, sondern auf den Gehorsam des Sohnes, der gehorsam war bis in den Tod. Jesus hat deinen und meinen Ungehorsam in seinen bis in den Tod gehenden Gehorsam aufgenommen, durchlitten und überwunden.
In der Eucharistie feiern wir diesen neuen Bund, der im Gehorsam und in der Liebe des Christus gegründet ist.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben lernen, meinem inneren Widerstand zu vertrauen und gleichzeitig dem liebevollen Gehorsam Christi Raum zu geben?
Vers 29 Verzicht bis zur Vollendung
Mt 26,29: Ich sage euch aber: Ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu mit euch trinken werde im Reich meines Vaters!
Kommende Vollendung des Gottesreiches
Diese Worte Jesu beim letzten Abendmahl deuten auf die kommende Vollendung des Gottesreiches hin. Der Verzicht auf Wein symbolisiert seine bevorstehende Passion und den Bruch mit dem Irdischen.
Zugleich verheißt er eine erneute Gemeinschaft mit seinen Jüngern im himmlischen Reich. Das „neue Trinken“ weist auf das messianische Hochzeitsmahl hin, das in der jüdischen Tradition für das Ende der Zeiten erwartet wird.
Damit verbindet Jesus sein Leiden mit der Hoffnung auf die endgültige Erfüllung von Gottes Heilsplan und die Gemeinschaft der Gläubigen mit ihm im ewigen Leben.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben Momente des Loslassens nutzen, um tiefer mit dem Göttlichen und der Gemeinschaft um mich herum verbunden zu sein?
Vers 30 Aufbruch zum Ölberg
Mt 26,30: Nachdem sie das Danklied gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
Jesus dankt
Dies sagt uns etwas über Jesu Einstellung und Herz in diesem Moment: Beachten Sie, Jesus war zu dieser Stunde in der Stimmung und in der Lage, zu danken und zu preisen, zuversichtlich, dass Gutes aus Bösem hervorgehen würde.
Jesus singt
Wir denken nicht oft an Jesus, der singt, aber er tat es. Er erhob seine Stimme in Anbetung und Anbetung zu Gott dem Vater. Wir können uns endlos fragen, wie seine Stimme klang, aber wir wissen mit Sicherheit, dass er mit mehr als seiner Stimme sang und sein ganzes Herz zum Lobpreis erhob. Das erinnert uns daran, dass Gott mit Gesang gelobt werden möchte.
Bedenke
Wenn du, Geliebte, das wüsstest, um – sagen wir, zehn Uhr heute Nacht, würdest du weggeführt werden, um verspottet und verachtet und gegeißelt zu werden, und dass die Sonne von morgen dich fälschlicherweise beschuldigt sehen würde, hängend, ein verurteilter Verbrecher, zu am Kreuz sterben, denkst du, du könntest heute nacht nach deiner letzten Mahlzeit singen?
Feier des Abendmahls
Wir feiern in der Messe nicht das Letzte Abendmahl im Sinne eines Nachspielens, sondern das Gedächtnis seines Opfertodes.
Zur Wiederholung aufgetragen ist das, was Jesus an diesem Abend neu getan hat: das Brotbrechen, das Gebet des Segens und des Dankens und mit ihm die Worte der Verwandlung von Brot und Wein.
Es vollzieht sich dadurch, was Jesu angekündigt hat, dass er vom Kreuz her alle an sich ziehen wird. Dieses Gedächtnis ist nicht nur ein nachahmendes Denken an das Abendmahl. Es ist Gegenwärtigsetzung des Geschehenen und darin tiefste Begegnung mit Gott.
Frage: Wie kann ich im Alltag die Gegenwart Gottes bewusst erleben und seine Liebe tiefer spüren?