Mt 25, 1-13 Gleichnis 10 Jungfrauen
Inhaltsverzeichnis
Vers 1 Gleichnis der zehn Jungfrauen
Mt 25,1: Dann wird das Reich der Himmel zehn Jungfrauen gleichen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
Zum Gleichnis (1)
Es handelt sich um zehn Brautjungfern bei einer Hochzeit. Die Ankunft des Bräutigams war der Start der Hochzeit. Die Brautjungfern gingen ihm entgegen, um ihn mit ihren Öllampen zum Ort der Hochzeit zu geleiten.
Dass dies nachts oder abends geschah, war normal, denn das Fest begann erst nach Sonnenuntergang und dauerte dann mehrere Tage.
Das Kennzeichen aller Jungfrauen ist, dass sie ausgehen, um dem Bräutigam zu begegnen.
Die Brautjungfern im Gleichnis sind wir, der Bräutigam ist Christus, die Hochzeit ist ein Symbol des Himmelreiches, des ewigen Lebens.
Für uns bedeutet das, dass wir unser Leben zu einer leidenschaftlichen Christus-Erwartung machen sollten, wo wir täglich neu den Herrn suchen und ihm entgegen gehen, so wie er uns entgegen geht.
Genau das ist das Wunder des Evangeliums: Nicht nur wir sind auf dem Weg. Es kommt uns auch einer entgegen, der uns kennt. Helmut Thielicke
Frage: In welchen Momenten meines Alltags spüre ich Christus besonders nahe, und wie kann ich ihm bewusster entgegengehen?
Zum Gleichnis (2)
Das Gleichnis ist eine eindringliche Aufforderung, stets vorbereitet zu sein, damit wir, wenn der entscheidende Augenblick der Begegnung mit dem Bräutigam kommt – dessen Zeitpunkt niemand kennt –, in Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen bereit sind.
Es fordert uns auf, den Blick auf die höchsten Güter zu richten, zu erkennen, was wahres Glück bedeutet, und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um dieses Glück zu erlangen.
Das „Öl“ symbolisiert dabei jene Tugenden und guten Werke, die uns befähigen, dem Bräutigam der Kirche entgegenzugehen, der in Bethlehem geboren wird.
Frage: Welche inneren Tugenden oder Handlungen nähren dein eigenes „Öl“, sodass du im entscheidenden Moment bereit bist, dem Göttlichen zu begegnen?
Und wieder das Himmelreich
Da ist es wieder, das Lieblingsthema Jesu: Das Reich seines Vaters, das Himmelreich. Es ist in Fülle verwirklicht im Himmel, wo die Liebe des Vaters und seine Freude herrschen.
Von dort kommt Jesus, um uns davon zu erzählen. Dorthin geht er auch wieder zurück, um uns eine Wohnung zu bereiten.
Und dieses Reich will er in Menschen, Gemeinschaften, Pfarreien, Ländern dieser Welt aufbauen: Kehr um, das Himmelreich ist nahe: "Sucht zuerst das Reich Gottes. Alles andere wird euch dazu gegeben."
Kannst du in deiner Arbeit, am Studienplatz, in der Familie dieses Reich ein wenig wachsen lassen?
Frage: Wo in deinem Alltag könntest du heute ein Stück des Himmelreichs sichtbar werden lassen?
Vers 2 Klug und töricht
Mt 25,2: Fünf von ihnen aber waren klug und fünf töricht.
Und wieder die einen und die anderen
Immer wieder finden wir – ein wenig plakativ und undifferenziert – die einen und die anderen. Die törichten Jungfrauen und die klugen. Diejenigen, die den schmalen Pfad gehen, und die auf dem weiten. Diejenigen, die grundsätzlich sagen „DEIN Wille geschehe“, und jene, die sagen „MEIN Wille geschehe“.
Das Leben und wir Menschenseelen sind nicht schwarz oder weiß. Und doch geht es um eine grundlegende Entscheidung, in der NÄCHSTENliebe oder der EIGENliebe zu leben.
Hast du dich schon entschieden?
Klaus Einsle
Frage: Wie oft erkenne ich in meinem Alltag Momente, in denen ich bewusst zwischen Nächstenliebe und Eigenliebe wählen kann, und wie treffe ich diese Entscheidung wirklich?
Vers 3 Törichte ohne Öl
Mt 25,3: Die törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich.
Sie nahmen kein Öl mit sich
Die törichten Jungfrauen stehen für Menschen, die zwar äußerlich auf das Kommen Christi vorbereitet scheinen, aber es an innerer geistlicher Wachsamkeit und Vorsorge mangeln lassen.
Das Öl symbolisiert den Glauben, den Heiligen Geist oder gute Werke – lebensnotwendige Elemente für die Ankunft des Bräutigams (Jesus). Ohne Öl bleiben ihre Lampen dunkel, was auf einen unzureichenden Glauben oder mangelnde Bereitschaft hindeutet.
Das Gleichnis mahnt zur Wachsamkeit und dazu, den Glauben aktiv zu leben, anstatt sich auf äußere Formen zu verlassen. Nur wer rechtzeitig vorbereitet ist, kann am himmlischen Hochzeitsmahl teilnehmen.
Frage: Wie bereitest du dein Herz heute innerlich auf die Gegenwart Christi vor, sodass deine „Lampe“ leuchtet, wenn er kommt?
Vers 4 Kluge mit Vorrat
Mt 25,4: Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen mitsamt ihren Lampen.
Bild der Lampe und vom Öl
Die Lampe ist das Symbol für den Glauben, der unser Leben erhellt, während das Öl die Nächstenliebe symbolisiert.
Dieses Öl ist der Geist der Sanftmut und der Demut, der Liebe und der Geduld, der Wahrheit, Keuschheit und Treue. Ja, das Öl ist ein Symbol der Liebe, die man nicht kaufen kann, sondern als Geschenk empfängt, im Innersten bewahrt und in den Werken umsetzt.
Die Voraussetzung, um für die Begegnung mit dem Herrn bereit zu sein, ist der Glaube (Lampe), der nicht anders kann, als sich in Werken (Öl) zu offenbaren. Die Lampe und das Öl sind in eins zu fassen: der Glaube inspiriert die Nächstenliebe und die Nächstenliebe bewahrt den Glauben.
So lasst uns heute unsere Lampen mit Öl füllen nach Gottes Willen und Vorsehung. Gott segne dich!
Frage: Welche Art von "Öl" in deinem Leben könntest du heute bewusst nähren, um deinen Glauben zu stärken und anderen Liebe zu schenken?
Klugheit ist vorausschauend
Das lateinische Wort für Klugheit ist prudentia und meint Voraussicht. Klugheit handelt nicht impulsiv, sondern schaut voraus und bedenkt mögliche Konsequenzen.
Klug ist nur der, der den größeren Horizont hat, wie die klugen Jungfrauen, die vorausschauend genügend Öl für die Lampen mitnehmen. Die klugen Jungfrauen sehen sich vor. Sie schauen über den Augenblick hinaus und bedenken die Zukunft. Die törichten Jungfrauen leben nur in den Augenblick hinein.
Lebe vorausschauend. Achte in deinem Leben darauf, dass du nicht überstürzt handelst.
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens könntest du mehr Voraussicht üben, um bewusstere Entscheidungen zu treffen?
Vers 5 Schlaf der Wartenden
Mt 25,5: Als nun der Bräutigam auf sich warten ließ, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.
Für dein Leben
- Wachsamkeit im Alltag: Es ist wichtig, ständig auf Gottes Führung zu achten und in deinem Leben wachsam zu sein, um nicht unvorbereitet zu sein, wenn du eine Entscheidung treffen musst.
- Vorbereitung auf Herausforderungen: Halte deine Beziehung zu Gott stark und investiere in deine geistliche Entwicklung, damit du auch in schwierigen Zeiten fest im Glauben stehst.
Warten auf den Bräutigam
Alle zehn Jungfrauen warten auf den Bräutigam. Sie wissen, dass er kommt, sie kennen ihn und ihr Herz sehnt sich nach ihm.
Wie schön ist diese Vorfreude auf den Geliebten! Wie tief, da es sich nicht um etwas Ungewisses handelt, sondern um eine Person, die man kennt und liebt und die mit Gewissheit ankommen wird.
Die Jungfrauen sind ein großes Vorbild in dieser Haltung der Sehnsucht und des Wartens auf Jesus, den Bräutigam unseres Herzens, der uns mit seiner Liebe und seiner Freude erfüllen möchte.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Geduld und Sehnsucht der Jungfrauen spüren, während ich auf die Gegenwart des Göttlichen warte?
Oft lässt Jesus auf sich warten
Oft darf ich in der Dunkelheit ausharren. Es ist nicht leicht und häufig schmerzhaft, auszuharren, wenn sich innerlich eine Leere oder eine Dunkelheit breitmacht. Diese Leere besteht in der Abwesenheit dessen, nach dem man sich so sehr sehnt. Oder sie besteht darin, nicht einmal mehr diese Sehnsucht zu spüren.
Was kann ich machen? Nichts, was in meiner Macht steht! Einfach nichts, nur ausharren und auf den Anderen hoffen, darauf, dass Er handelt. Das Ausharren und Warten lohnt sich. Die Leere verschwindet sofort, wenn das Ausharren hoffnungsvoll wird.
Jesus zu besitzen, ist eine Gnade, ein freies Geschenk. Letztlich kann ich es mir nicht und muss ich es mir nicht erarbeiten. Jesus will es mir schenken. Ich muss mich nur vorbereiten.
Was ist meine Lampe? Die Sehnsucht. Ohne Sehnsucht wird jedes freie Geschenk etwas Selbstverständliches. Die Sehnsucht kann ich nur mit dem Öl, der Kraft des Heiligen Geistes, immer wieder neu entfachen. Gebet, Askese und all die guten Taten sind Mittel, die dem Heiligen Geist Raum geben, in mir das Feuer zu entfachen.
Komm Heiliger Geist!
Frage: Welche Sehnsucht in mir möchte ich heute bewusst an das Licht des Heiligen Geistes halten, damit sie wieder lebendig wird?
Vers 6 Ruf um Mitternacht
Mt 25,6: Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht aus, ihm entgegen!
Der Herr kommt!
Heute sind wir nicht mehr gewohnt zu warten, und wenn wir etwas nicht schnell genug bekommen, können wir leicht den Mut verlieren, oder wir lassen uns in der Zwischenzeit von weltlichen Interessen blenden.
Das Evangelium von heute erinnert uns daran und gibt uns die Sicherheit: Der Herr kommt! So sicher wie der Sonnenaufgang: Er kommt!
Was kann ich tun, während ich den Herrn erwarte? Wie wird es sich bemerkbar machen, dass er hier ist? Wie werde ich sein Gesicht erkennen, schauen? Ich brauche dazu ein Licht!
Dieses Licht ist der lebendige Glaube. Glauben bedeutet viel mehr, als Wahrheiten zu wissen, das Credo zu verstehen, es ist eine Einstellung, mit der ich lebe: Der Herr lebt und interessiert sich für mich und will mit mir eine persönliche Beziehung haben.
Bin ich bereit? Freue ich mich darüber.
Alejandro Espejo
Frage: Wie kann ich meinem Glauben heute Raum geben, um das Licht des Herrn in meinem Alltag wirklich zu sehen?
Gefahr der Schläfrigkeit
Noch nie war die Ablenkung so groß wie heute! Noch nie wurden wir mit so vielen Informationen zugedonnert, wie in der aktuellen Zeit!
Dadurch fällt es uns schwer, still zu werden und zu hören, was Gott zu uns spricht. Das macht uns geistlich schläfrig, wir leben so dahin, ohne auf unseren Ölvorrat zu achten. Wir schlafen ein.
Gott aber sucht uns, möchte uns täglich neu aufwecken hin zu ihm. Von ihm kommt das Geschrei um Mitternacht im Heiligen Geist. Er möchte uns wach machen und uns zum Tun des Guten anleiten, dem Herrn entgegen gehend.
Jedes Gebet ist ein Zeichen, dass wir wachen. Und nicht nur das. Es ist zugleich ein Licht, das uns wach und frisch hält. Helmut Thielicke
Frage: Wo in meinem Leben bin ich geistlich schläfrig, und wie kann ich heute bewusst auf Gottes Stimme hören?
Vers 7 Herrichten der Lampen
Mt 25,7: Da erwachten alle jene Jungfrauen und machten ihre Lampen bereit.
Die Lampen bereit machen
Das Öl kann als Bild für die tätige Liebe, aber auch für Gottes Geist stehen, der die Lampe des Glaubens leuchten lässt in allerlei Licht-Nuancen, vor allem in der Liebe, aber auch in Freude, Friede und Geduld.
Indem wir uns im Gebet mit ganzem Herzen Gott zuwenden, empfangen wir dieses Öl des Geistes Gottes. Gefüllt mit Öl, also mit Gottes Geist, ist es unserer Lampe des Glaubens möglich, ein Licht in der Welt zu sein, wozu uns Christus berufen hat. So werden wir Früchte der Liebe und des Glaubens hervorbringen.
Wenn wir uns dem Geist Gottes jedoch nicht täglich öffnen, verschwinden auch seine Früchte. An ihre Stelle treten dann stark ichbezogene Gedanken. Sei dir bewusst, dass du immer auf Gottes Kraft und Weisung vertrauen darfst. Er ist die Quelle. Trinke aus ihr.
Frage: Wie offen bin ich heute wirklich für Gottes Geist und welche Früchte möchte ich in meinem Leben sichtbar werden lassen?
Vers 8 Bitte um Öl
Mt 25,8: Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen erlöschen!
Für dein Leben
- Vorbereitung ist entscheidend: Du solltest immer bereit sein, egal welche Herausforderungen kommen, indem du deine spirituelle und persönliche Entwicklung pflegst.
- Verantwortung für dich selbst: Du kannst niemanden zwingen, dir zu helfen oder deine Last zu tragen. Es ist deine Verantwortung, dich gut zu rüsten und weise Entscheidungen zu treffen.
Vers 9 Rat zum Kauf
Mt 25,9: Aber die klugen antworteten und sprachen: Nein, es würde nicht reichen für uns und für euch. Geht doch vielmehr hin zu den Händlern und kauft für euch selbst!
Vers 10 Ankunft des Bräutigams
Mt 25,10: Während sie aber hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen.
Liebende Mahnung an uns
Die törichten Jungfrauen merken, dass ihr Öl nicht ausreicht. Ihre Lampen sind am Erlöschen. Sie versuchen, von den klugen Jungfrauen Öl zu leihen, doch es gelingt ihnen nicht. Sie müssen fortgehen, um Öl zu kaufen.
In dieser Zeit jedoch kommt der Bräutigam. Die klugen Jungfrauen gehen mit ihm zur Hochzeit. Als die törichten Jungfrauen schließlich kommen, ist die Tür bereits verschlossen. Auf ihre Bitte, die Tür zu öffnen, antwortet der Bräutigam: Ich sage euch: Ich kenne euch nicht!
Das klingt hart. Dennoch darf es nicht als Drohung verstanden werden, sondern als liebende Mahnung, als Fingerzeig auf das Wesentliche: Lebt, denkt und handelt so, als würdet ihr dem Herrn morgen begegnen, und achtet durch gute Werke auf euren Ölvorrat.
Frage: Wie bewusst gestalte ich heute mein Leben, um für die Begegnung mit dem Heiligen vorbereitet zu sein?
Vers 11 Spätes Flehen
Mt 25,11: Danach kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tue uns auf!
Vers 12 Abweisung an der Tür
Mt 25,12: Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht!
Die Begegnung mit dem Bräutigam
Der Fehler der Jungfrauen bestand nicht darin, dass sie zu wenig Öl mitgenommen hatten. Das ist menschlich, das hätte Christus ihnen verzeihen können.
Das Fehlen des Öls bezeichnet etwas Tieferes. Der Fehler war, dass sie ihre guten Werke nicht im Geist des Bräutigams vollbracht hatten, dass ihnen die Salbung des Geistes fehlte und sie auf diese Weise den Bräutigam bis zum Ende verpasst haben.
Deshalb konnte dieser sie auch nicht kennen. Der Fehler war, die Begegnung mit Christus, dem Bräutigam, irgendwie von Anfang bis zum Ende zu verpassen.
Ellen Charlotte Petermann
Frage: Wie offen bin ich in meinem täglichen Leben für die Führung und Gegenwart des Geistes, sodass ich Christus wirklich begegnen kann?
Vom Fest ausgeschlossen
Das Ende dieses Evangelientexts kann einem schon Angst machen: Da ist von fünf Frauen die Rede, die vor einer verschlossenen Tür stehen. Der Zugang zum Fest wird ihnen verwehrt. Selbst der Bräutigam, der sie abholen wollte, kennt sie nicht. Er kann sich nicht daran erinnern, dass sie überhaupt jemals zur Hochzeitsgesellschaft dazugehört haben.
Was haben diese jungen Frauen falsch gemacht?
Frage: Welche Türen in meinem eigenen Leben könnten verschlossen bleiben, und was bedeutet es für mich, vorbereitet zu sein – sowohl innerlich als auch spirituell?
Ich kenne euch nicht
Die Lampen werden mit Öl gefüllt, damit die Begegnung mit dem Bräutigam möglich wird, wenn er endlich kommt.
Unser Glaube brennt wie die Lampen erst dann, wenn er mit Liebe gefüllt wird: Liebe zu Gott, die sich im Gottesdienst, im persönlichen Gebet und in der Liebe zum Nächsten zeigt.
Davon braucht es einen großen Vorrat, weil wir alle zwischendurch auch einmal einschlafen!
Wenn wir den Nächsten nicht in ganz praktischem Tun lieben, wird Christus bei seiner Wiederkunft zu uns sagen: Weg von mir, ich kenne euch nicht! Denn er wohnt in unserem Nächsten.
Brennt meine Lampe im Moment?
Dorit Wilke-Lopez
Frage: Welche „Ölquelle“ in meinem Leben füllt meine innere Lampe und meine Liebe zum Nächsten gerade am meisten?
Vers 13 Wachsamkeit geboten
Mt 25,13: Darum wacht! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird.
Für dein Leben
- Sei immer wachsam: Du weißt nicht, wann der Moment kommt, in dem du handeln musst. Halte dich bereit, auch in unerwarteten Situationen.
- Bereite dich vor: Achte darauf, deine "Öllampe" immer gefüllt zu haben, also bleibe geistig und spirituell vorbereitet für alles, was kommt.
Wacht! Wacht! Wacht!
Wachen heißt so leben, dass Gottes Reich mein Leben im Hier und Jetzt ganz bestimmt. Das ist nicht immer einfach, verbunden mit Kreuzen und Niederlagen und doch unser Licht, nachdem wir uns richten. Überzeugte gelebte Nachfolge Christi ist kein geradliniger einfacher Weg.
Hier auf der Erde werden wir stets mit großen und kleinen Sünden zu kämpfen haben. Und dieser Kampf erfordert aufmerksame Wachsamkeit. Im festen Vertrauen auf die Gnade Gottes halten wir uns so bereit für die Begegnung mit Christus, der uns zur festgesetzten Stunde zu sich holen wird.
Halten wir unseren Glauben lebendig. Unsere Lampen mögen brennen. Lasst uns wachsam sein, damit wir Gott nicht vergessen. Der Punkt dieses Gleichnisses ist einfach – seid bereit. Der Preis dafür, nicht bereit zu sein, ist zu hoch.
Frage: Wie kann ich heute in meinem Leben Gottes Reich sichtbar werden lassen und innerlich wachsam bleiben?
Seid also wachsam
Seid also wachsam hallt noch einmal als Mahnung dessen wider, der will, dass es uns gut geht. Wenn wir Tag für Tag mit dem Blick auf das Himmelreich leben, werden wir sichere Schritte gehen. Wir werden klare Entscheidungen treffen. Wir werden wie Leuchttürme sein, an denen andere sich orientieren können.
Lebe heute mit diesem Blick: Was ist Gott wirklich wichtig in deinem Leben? Ist es auch dir wichtig? Oder sind es andere Gedanken, die dich beschäftigen?
Klaus Einsle
Der heilige Augustinus sagte: Gebt acht! Die Gnade Gottes zieht vorbei und kommt nicht zurück. Wir müssen Gottes Gegenwart in den kleinen alltäglichen Dingen erkennen und die Gelegenheit nie vorbeigehen lassen, ihn zu lieben und ihm zu dienen. Im Glauben müssen wir immer bereit sein und nach ihm Ausschau halten. Wenn wir meinen, dass wir schon gerettet sind, können wir die Chance verpassen, bei ihm zu sein.
Richard Gill
Frage: Wo in deinem Alltag kannst du Gottes Gegenwart bewusster wahrnehmen und ihm heute deine Aufmerksamkeit schenken?
Das Glaubenslicht
Bleibt wach! Bleibt dran am Glauben! Haltet euer Glaubenslicht am Brennen.
Seid vorausschauend und klug, damit euer Glaube kein Strohfeuer ist, sondern eine dauerhafte Glut, die bis ans Ende eurer Tage leuchtet.
Den Brennstoff für das Licht bekommt man durch die werktätige Liebe, in den Sakramenten, der Eucharistie, der Beichte und im Gebet.
Lassen wir uns von Gott mit dem Öl des Glaubens versorgen, lassen wir unser Glaubenslicht brennen in der Vorfreude auf das Hochzeitsmahl im Himmel.
Ellen Charlotte Petermann
Frage: Welche kleinen Schritte kannst du heute gehen, um dein inneres Glaubenslicht heller leuchten zu lassen?