Mt 24, 1-25 Über Zukunft der Welt

Vers 1 Tempelgebäude bewundert

Mt 24,1: ‭Und Jesus trat hinaus und ging vom Tempel hinweg. Und seine Jünger kamen herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen.

Zum Abschnitt Mt 24,1-25

In Matthäus 24,1–25 spricht Jesus über das kommende Gericht und das Ende der Zeiten. Die Jünger fragen nach den Zeichen seiner Wiederkunft. Jesus warnt vor falschen Messiasgestalten, Kriegen, Hungersnöten und Verfolgungen als Anzeichen des bevorstehenden Endes.

Er betont, dass viele vom Glauben abfallen werden und die Gesetzlosigkeit zunimmt. Doch wer bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet. Er verweist auf die „Greuel der Verwüstung“ (V. 15) als Warnsignal für große Drangsal, eine Anspielung auf Daniel.

Die Gläubigen sollen wachsam und bereit sein, nicht auf falsche Propheten hören. Der Abschnitt mahnt zur Treue im Glauben und zeigt, dass Gottes Reich trotz aller Bedrängnisse siegen wird.

Frage: Wo fordert mich Jesu Mahnung zur Wachsamkeit heraus, und wie kann ich im Vertrauen auf Gottes Sieg Hoffnung bewahren?

Vers 2 Kein Stein bleibt auf dem anderen

Mt 24,2: ‭Jesus aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht abgebrochen wird!

Jesus geht vom Tempel weg

Jesus würde nicht mehr mit den religiösen Führern streiten und nie wieder in seinem irdischen Dienst zum Tempel kommen. Mit Nachdruck ging Er hinaus und ging fort.

Prophezeiung

Etwa 40 Jahre, nachdem Jesus dies gesagt hatte, gab es eine weit verbreitete jüdische Revolution gegen die Römer in Palästina, und sie erfreuten sich vieler früher Erfolge. Aber schließlich schlugen römische Soldaten die Rebellen nieder. Im Jahr 70 n. Chr. wurde Jerusalem einschließlich des Tempels dem Erdboden gleichgemacht – genau wie Jesus es vorhersagte.

Zwei Tempel

Der Tempel in Jerusalem wurde zerstört.
Der Tempel seines Leibes dagegen konnte nicht zerstört werden.

Immer wieder versuchten sie, Jesus zu töten, doch erst als die Stunde gekommen war, erlaubte Er ihnen, den Tempel seines Leibes abzubrechen.

Jesus ist nun der neue Tempel.
Die Zeit des steinernen Tempels ist vorbei – mit Jesu Kreuzestod wird der alte Tempel abgebrochen. Ein neuer Kult kommt in einem nicht von Menschen gebauten Tempel.

Dieser Tempel ist sein Leib, der Auferstandene, der die Völker sammelt und im Sakrament seines Leibes und Blutes eint. Er selbst ist der neue Tempel der Menschheit.

Frage: Wo erfahre ich heute den lebendigen Tempel Christi in mir und in der Gemeinschaft der Glaubenden?

Vers 3 Frage nach dem Ende

Mt 24,3: ‭Als er aber auf dem Ölberg saß, traten die Jünger allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?‭

Vers 4 Warnung vor Verführung

Mt 24,4: Gebt Acht, dass euch niemand irreführt!, erwiderte Jesus.

Jesus kündigt harte Zeiten an und gibt uns leitende Hinweise

Lasst euch nicht irreführen!

Zwei Formen der Irreführung bedrohen uns. Die einen sagen: Alles halb so schlimm! Die Krise ist überstanden! Lauft ihnen nicht nach! warnt Jesus. Sie sagen nur die halbe Wahrheit. Die Lage ist viel ernster, als sie zugeben.

Die Anderen sehen nur Katastrophen und Niedergang. Sie übersehen, dass immer auch das Gute wächst, dass es neben Abbrüchen auch Aufbrüche gibt, neben dem, was wirklich untergeht, auch vieles, das hoffnungsvoll neu entsteht.

Kardinal Schönborn

Frage: Wo lasse ich mich in meinem Denken oder Glauben von einer dieser beiden Sichtweisen leiten – und wo öffne ich mich für die Hoffnung, die Gott in allem wachsen lässt?

Vers 5 Falsche Messiasse

Mt 24,5: ‭Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen.‭

Sie werden viele verführen

Die Aussage bezieht sich auf Menschen, die sich als von Gott gesandte Retter ausgeben, aber in Wirklichkeit täuschen und verführen.

Dies geschieht durch falsche Lehren, Irrlehrer und Sektenführer. Jesus mahnt zur Wachsamkeit und Unterscheidungskraft, um nicht auf falsche Propheten hereinzufallen.

Für Christen bedeutet dies, den wahren Christus zu kennen, seine Lehren zu bewahren und sich nicht von spektakulären, aber irreführenden Botschaften abbringen zu lassen.

Frage: Woher erkenne ich in meinem Glaubensleben, ob eine Stimme wirklich von Gott kommt – oder nur so erscheint?

Vers 6 Kriege und Gerüchte

Mt 24,6: Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht; denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende.

Lasst euch nicht erschrecken!

Nur wer in falschen Sicherheiten lebt, wird von Krisen umgeworfen. Die Bibel warnt oft davor, sich in Sicherheit zu wiegen. Die Lebenserfahrung bestätigt das.

Alles kann sich ändern, blitzschnell, von einem Tag auf den anderen. Plötzlich eine Krebserkrankung oder ein Unfall, eine Beziehungskrise u.a. Alles sieht mit einem Mal anders aus. Niemand ist vor solchem Umsturz sicher.

Deshalb müssen wir noch nicht in Dauerangst leben. Aber es ist gut, für jeden guten Tag dankbar zu sein und zu wissen: es ist nicht selbstverständlich!

Kardinal Schönborn

Frage: Was trägt dich, wenn scheinbare Sicherheiten wegbrechen, und wo findest du deinen inneren Halt?

Vorankündigung

Der Herr verkündet die Leiden, welche dem Untergang der Welt vorhergehen, damit die kommenden umso weniger erschrecken, als man sie vorherwußte. Denn weniger verwunden die Leiden, welche man vorhersieht. Goldene Kette

Vers 7-8 Völkerstreit und Hungersnöte

Mt 24,7: Es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen.

Jesus kündigt schwere Zeiten an

Und doch macht er keine Zukunftsangst. Seine Hilfe wird in aller Bedrängnis bei uns bleiben. An uns liegt es, standhaft zu bleiben und auf Gott zu vertrauen.

Jesus, der das alles zu uns sagt, ist größer als die ganze Welt. Wenn wir uns das bewusst machen, dann spüren wir: Wie klein sind doch unsere Sorgen und Ängste.

In unserer Ohnmacht können wir uns an ihn wenden. Bei ihm finden wir Zuflucht. Er steht uns bei und stärkt unsere Hoffnung, damit wir uns nicht irre machen lassen, sondern unbeirrt weiter auf dem Weg der Nachfolge gehen.

Denn er ist bei uns alle Tage, bis zum Ende der Welt. Die schrecklichen Bilder werden nicht deshalb gezeichnet, um uns zu entmutigen, sondern um uns im Vertrauen auf Gott und seine Fürsprache im Glauben zu stärken.

Frage: In welchen Momenten meines Lebens darf ich Jesus besonders als Zuflucht erleben und meine Sorgen in seine Hände legen?

Mt 24,8: ‭Dies alles ist der Anfang der Wehen.‭

Vers 9 Verfolgung und Hass

Mt 24,9: Dann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten; und ihr werdet gehasst sein von allen Heidenvölkern um meines Namens willen.

Jesus Christus ist die Antwort

Die letzte Antwort auf die Frage nach dem Menschen und seiner Zukunft am Ende der Welt ist Jesus Christus selbst. Er, Jesus, hat sein ganzes Vertrauen auf den Vater gesetzt. In dessen Hände hat er sein Leben gelegt.

In aller Anfechtung und in aller Angst vor dem Leiden und dem eigenen Tod ist er diesem Gott, sich selbst und seinem Auftrag treu geblieben. Und Gott hat ihn nicht enttäuscht. Er hat seinen Sohn auch im Tod nicht allein gelassen.

Ja, er hat ihm in der Auferstehung das neue und ewige Leben geschenkt. Und genau das ist auch die Zusage an uns. Bei seiner Wiederkunft wird er die Mauern des Todes durchbrechen und den Weg öffnen für einen neuen Himmel und eine neue Erde, wo es keine Trauer, keine Klage und kein Leid mehr geben wird.

Frage: Wie kann ich mein Vertrauen und meine Treue in meinem eigenen Leben vertiefen, auch in Zeiten der Angst und des Zweifels?

Vers 10-11 Abfall und Verrat

‭Mt 24,10: Und dann werden viele Anstoß nehmen, einander verraten und einander hassen.‭

Dann werden viele Anstoß nehmen

Matthäus 24,10 spricht von einer Zeit großer Prüfungen, in der viele vom Glauben abfallen, einander verraten und hassen werden.

Jesus warnt seine Jünger vor kommenden Verfolgungen und innerer Spaltung unter den Gläubigen. Diese Worte beziehen sich auf endzeitliche Ereignisse, können aber auch allgemein auf Zeiten des Drucks und der Verfolgung angewendet werden.

Der Vers zeigt, dass äußere Bedrängnis oft zu inneren Konflikten führt. Menschen, die einst gemeinsam glaubten, könnten sich in schweren Zeiten voneinander abwenden.

Dies mahnt Christen, in ihrem Glauben gefestigt zu bleiben und sich nicht durch Angst oder Verrat von Jesus abbringen zu lassen. Stattdessen sind Treue, Liebe und Standhaftigkeit gefordert, um in schweren Zeiten zu bestehen.

Frage: Welche inneren Prüfungen in deinem Leben fordern dich dazu auf, in Liebe und Treue standhaft zu bleiben?

Mt 24,11: ‭Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen.‭

Vers 12 Erkalten der Liebe

‭Mt 24,12: Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe in vielen erkalten.‭

Das Erkalten der Liebe in mir?

Auch in mir? O wenn das so ist, sagt mir: Wie kann meine Liebe wieder gefunden werden?

Ärzte behaupten, wenn ein Mensch krank sei, bekomme ihm kein Aufenthaltsort besser als seine Heimat, die Stätte seiner Geburt.

Wenn „die Liebe in uns will erkalten“ und krank wird, so kann sie nirgends anders wieder genesen als dort, wo sie geboren wurde.

Und wo ist die Geburtsstätte unserer Liebe zu Jesus? Ich will euch sagen, wo die Liebe ihr Leben empfing.

Die Liebe wurde im Garten Gethsemane geboren, wo der Herr Jesus große Blutstropfen schwitzte. Sie wurde im Palast des Pilatus ernährt, wo Jesus Seinen Rücken denen darbot, die ihn zerfleischten, Sein Antlitz denen hinhielt, die Ihn anspien und schlugen und wo Sein Haupt mit einer Dornenkrone gekrönt wurde.

Die Liebe wurde unter den Seufzern eines sterbenden Gottes am Kreuz großgezogen, unter dem fließenden Blut des Heilands. Wo entsprang eure Liebe anders als unter dem Kreuz?

Frage: Welche Orte und Momente in deinem Leben könnten zur Quelle deiner Liebe werden, so wie Gethsemane und das Kreuz es für Jesus waren?

Vers 13 Rettung durch Standhaftigkeit

Mt 24,13: Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.

Beharren bedeutet, an etwas festhalten

Woran sollten die Jünger Jesu festhalten? Um falschen Propheten oder falschen Christussen nicht zum Opfer zu fallen, ist es erforderlich, festzuhalten an Jesus und darauf zu beharren, dass er allein der Herr ist, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir müssen auf Jesus beharren!

Ein Jünger Jesu soll auch das Wort Gottes festhalten. Er soll darauf beharren, dass nur Gottes Wort wahr ist und nicht die Lehre falscher Propheten und Christusse. Wir müssen auf die Bibel beharren!

Wir erfahren, was im Glaubensleben entscheidend ist. Ein Glaubensleben zu beginnen ist großartig. Doch selig wird nur, wer bis ans Ende im Glauben beharrt. Das ist eine notwendige Warnung unseres Herrn, der uns vor eine Herausforderung stellt. Beten wir für Kraft und Beharrlichkeit, um bis ans Ende auszuharren.

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens spüre ich den Ruf, standhaft zu bleiben und an meinem Glauben zu beharren?

Vers 14 Weltweite Evangeliumsverkündigung

Mt 24,14: ‭Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen.‭

Es wird gepredigt werden dies Evangelium

Manchmal wirkt die Welt chaotisch – Kriege, Krisen, Klimawandel. Inmitten all dessen sagt Jesus: „Das Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt.“

Diese Botschaft der Hoffnung und Liebe soll alle Menschen erreichen. Nicht durch Zwang, sondern als Zeugnis – ein lebendiges Beispiel dafür, dass Gottes Reich schon jetzt beginnt: dort, wo Vergebung geschieht, wo Menschen sich gegenseitig helfen, wo Glaube Mut macht.

Jesus spricht vom „Ende“, aber nicht als Drohung, sondern als Ziel: Gottes gute Herrschaft wird vollendet. Unsere Aufgabe bis dahin? Das Evangelium leben und weitergeben – mit Worten, aber vor allem durch unser Tun. Denn jedes gelebte Zeugnis bringt ein Stück Himmel auf die Erde.

Frage: Wie kann ich heute ein kleines Stück Gottes Reich in meinem eigenen Leben sichtbar werden lassen?

Vers 15-16 Gräuel der Verwüstung

Mt 24,15: ‭Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht (wer es liest, der achte dar­auf!),

Mt 24,16: ‭dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist;

Vers 17 Keine Umkehr ins Haus

Mt 24,17: ‭wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinab, um etwas aus seinem Haus zu holen,

Wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinab

Diese Warnung Jesu steht im Kontext der Endzeitrede. Sie fordert zu sofortigem Handeln auf, wenn die angekündigte Katastrophe eintritt – hier speziell die Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.).

Das Dach war damals oft ein Aufenthaltsort, von dem man direkt über eine Außentreppe fliehen konnte. Das Zurücklaufen ins Haus symbolisiert Zögern und Anhaften an materielle Dinge.

Jesus mahnt, dass in Zeiten großer Not absolute Entschlossenheit nötig ist. Theologisch steht dieser Vers für die Dringlichkeit geistlicher Wachsamkeit: Wer Christus nachfolgt, soll sich nicht von weltlichen Bindungen aufhalten lassen, sondern bereit sein, Gottes Ruf sofort zu folgen.

Frage: Welche Bindungen in meinem Leben hindern mich daran, Gottes Ruf ohne Zögern zu folgen?

Vers 18-22 Keine Umkehr fürs Gewand

Mt 24,18: ‭und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, um seine Kleider zu holen.

Mt 24,19: ‭Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!‭

Mt 24,20: ‭Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter noch am Sabbat geschieht.‭

‭Mt 24,21: Denn dann wird eine große Drangsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird.‭

Mt 24,22: ‭Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.‭

Vers 23 Warnung vor falschen Rettern

‭Mt 24,23: Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus, oder dort, so glaubt es nicht!‭

Das Erscheinen des Christus

Denn er erscheint nicht so, wie er in der ersten Ankunft in Bethlehem erschien, in einem kleinen Winkel der Erde und ohne dass es jemand weiß; sondern er wird offenbar kommen, so dass niemand seine Ankunft erst zu verkünden braucht.

Daher sagt er: Wenn man zu euch sagt: Hier oder dort ist Christus, so glaubt es nicht. Dadurch zeigt er, dass die zweite Ankunft nicht wie die erste in Demut, sondern in der Herrlichkeit stattfindet.

Es ist also töricht, ihn an einem kleinen Ort oder im Verborgenen zu suchen, da er das Licht der ganzen Welt ist.

Goldene Perle

Frage: Wie kann ich das Licht und die Herrlichkeit in meinem eigenen Leben erkennen und offenbaren, anstatt im Verborgenen zu suchen?

Vers 24-25 Zeichen und Wunder der Verführer

Mt 24,24: Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.‭

Mt 24,25: ‭Siehe, ich habe es euch vorhergesagt.‭