Mt 23, 13-36:
Auslegung und Andacht
Weherufe
Mt 23, 13-36 im Überblick: Eine fortlaufende Erklärung der Weherufe in Matthäus 23, 13 bis 36. Verstehe die Abschnitte und ihre Relevanz für deinen Alltag.
Inhaltsverzeichnis
Mt 23, 13 Wehe: Himmelreich verschlossen
Mt 23,13: Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Reich der Himmel vor den Menschen zuschließt! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die lasst ihr nicht hinein.
Wehe euch
Dieses „Wehe euch“ von Jesus soll vor allem ein Aufruf zur Umkehr und nicht zur Verdammung sein. Wenn Jesus streng wird, dann tut er das immer aus Liebe.
Denn Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden. Sollte Gott mit dir hin und wieder streng sein, so erblicke darin vor allem seine liebende Väterlichkeit.
Und wenn du mit anderen streng sein musst, so vergiss nie die Liebe dabei.
Andacht von Klaus Einsle
Auslegung - Frage: Wie kannst du in Momenten der Strenge bei dir selbst und bei anderen die Liebe bewusst erkennen und leben?
Weh euch, ihr Heuchler!
Jesus, du wünschst dir, dass wir unser ganzes Wesen auf dich hin ausrichten. Wir sollen auf dich bezogen sein, nicht auf die anderen Menschen und nicht auf uns selbst.
Wenn wir religiöse Pflichten verrichten, um vor uns selbst oder anderen gut dazustehen, dann dienen wir damit nicht dir, sondern dem bloßen Anschein, also der Hölle!
Jesus, du kennst meine Versuchung, andere beeindrucken zu wollen, und du kennst auch meine Versuchung, vor dir eine religiöse Checkliste abarbeiten zu wollen. Befreie mich zur Liebe, Herr!
Andacht von Dorit Wilke-Lopez
Auslegung - Frage: Wie kann ich heute mein Handeln und Denken bewusst so ausrichten, dass es nicht dem Anschein, sondern der Liebe Gottes dient?
Harte Worte
Weh euch, ihr Heuchler! Schonungslos geht Jesus mit den Pharisäern und Schriftgelehrten ins Gericht. Warum diese harten Worte, wo Jesus doch sonst immer so sanft, barmherzig, rücksichtsvoll ist? Selbst am Kreuz betet er: "Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun".
Wir dürfen davon ausgehen, dass Jesus auch bei diesen harten Vorwürfen barmherzig ist. Nur scheinbar bedeutet das in dieser Situation, dass er die Pharisäer klar auf ihre Fehler hinweisen muss. Vor allem die heuchlerische Haltung, sich nach außen als so perfekt darzustellen, in Wahrheit aber viel "Dreck am Stecken" zu haben, ist Jesus ein Dorn im Auge.
Dazu kommt die stolze, uneinsichtige Überzeugung, im Recht zu sein, und die Tatsache, dass sie auch andere auf falsche Wege führen. In einem solchen Fall hilft scheinbar nichts anderes als feurige, klare Worte.
Auslegung - Frage: Wo in meinem eigenen Leben könnte ich mehr Klarheit und Ehrlichkeit walten lassen, ohne dabei die Barmherzigkeit zu verlieren?
Das Himmelreich verschließen
In diesem Evangelium finden wir drei Weherufe Jesu. Jesus reagiert leidenschaftlich und sicher auch mit Zorn, wenn er erfährt, dass Menschen mit ihren Worten und ihrem Verhalten anderen den Zugang zum Reich Gottes versperren. Wie weh muss ihm das tun!
Die Schriftgelehrten und Pharisäer misstrauen Jesus, empören sich und sind hartherzig. Was sie selber ablehnen, wollen sie auch anderen nicht gönnen.
Andacht von Ellen Charlotte Petermann
Auslegung - Frage: Wo in meinem Leben oder meinem Denken könnte ich unbewusst anderen den Zugang zu etwas Gutem oder Spirituellem versperren?
Mt 23, 14 Wehe: Häuser der Witwen
Mt 23,14: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Häuser der Witwen fresst und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen!
Dass ihr die Häuser der Witwen fresst
Sie nutzen ihre religiöse Autorität aus, um die Schwächsten auszubeuten, während sie sich äußerlich als fromm darstellen. Witwen waren besonders schutzbedürftig, und anstatt ihnen zu helfen, bereicherten sich die Pharisäer an ihnen.
Jesus verurteilt diese Scheinheiligkeit und kündigt ein strengeres Gericht an. Wahre Frömmigkeit zeigt sich nicht in langen Gebeten oder äußerlicher Religiosität, sondern in aufrichtiger Liebe und Gerechtigkeit. Diese Warnung erinnert uns daran, dass Gott nicht den äußeren Schein, sondern unser Herz und unser Handeln sieht.
Auslegung - Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich meine äußere Erscheinung ablegen und mehr auf echte Liebe und Gerechtigkeit achten?
Mt 23, 15 Wehe: Verführung von Heiden
Mt 23,15: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr Meer und Land durchzieht, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr einen Sohn der Hölle aus ihm, zweimal mehr, als ihr es seid!
Falscher Eifer
Der zweite Weheruf klagt die Schriftgelehrten und Pharisäer wegen ihres falschen Eifers an. Sie hatten großen missionarischen Eifer, denn sie wollten Menschen für ein Leben nach ihren Gesetzen gewinnen.
Auch wir müssen vorsichtig sein, wenn wir Menschen für unseren Glauben gewinnen wollen, damit wir ihnen den authentischen Christus vermitteln. Der christliche Glaube besteht nicht in der blinden Befolgung von Gesetzen, er bringt in Kontakt mit einer lebendigen Person: Christus.
Den Himmel kann man sich auch nicht verdienen, wie die Pharisäer anscheinend dachten. Man bekommt ihn geschenkt!
Andacht von Ellen Charlotte Petermann
Auslegung - Frage: In welchen Bereichen meines Lebens versuche ich vielleicht, „Gesetze“ oder Regeln wichtiger zu nehmen als die lebendige Beziehung zu Christus?
Mt 23, 16 Wehe: Blinde Führer und Eide
Mt 23,16: Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden.
Die Spitzfindigkeit der Pharisäer
Die Pharisäer wollen äußerst spitzfindig und raffiniert sein, was ihre Aussagen über das Schwören angeht. Dabei muss niemand schwören, wenn ihm sein Wort überhaupt etwas gilt.
Sie prahlen überall mit ihrer scheinbar makellosen Gerechtigkeit, für die sie von anderen geachtet und bewundert werden wollen. In ihren Herzen sind Nächstenliebe, Demut und Gottvertrauen eigentlich längst tot.
So kann man niemanden für das Reich Gottes gewinnen.
Andacht von Ellen Charlotte Petermann
Auslegung - Frage: Wie sieht es in meinem eigenen Herzen aus – lebe ich aus wahrer Demut und Vertrauen oder eher aus dem Bedürfnis nach Anerkennung?
Ihr Blinden!
Jesus, du wirfst hier den Pharisäern vor, blind zu sein. Sie sind blind für die Heiligkeit des Altars, des Opfers, des Tempels, des Himmels.
Das Heilige wird von ihnen instrumentalisiert für eigene Zwecke – um ihrem Schwur Gewicht zu verleihen.
Jesus, du kennst die Unempfindlichkeit, die ich oft gegen Heiliges habe. Befreie mich zur Ehrfurcht, Herr! Lass mich Heiliges erkennen und davor staunen!
Andacht von Dorit Wilke-Lopez
Auslegung - Frage: Wo in meinem Leben habe ich das Heilige übersehen und wie kann ich es neu entdecken?
Mt 23, 17 Toren und Blinde
Mt 23,17: Ihr Narren und Blinden, was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?
Das Gold des Tempels
Wenn man sich die Vorwürfe Jesu genauer ansieht, geht es hauptsächlich darum, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten nicht mehr den wahren, von Gott offenbarten Glauben verkünden, sondern Menschen für ihren selbstfabrizierten Glauben gewinnen.
Solcher Glaube ist mehr auf Irdisches gerichtet als auf Himmlisches: Das Gold steht über dem Tempel, das Opfer wird wichtiger als der Altar. Letztlich geht es ihnen nur darum, ihr hohes Ansehen zu bewahren und sich ein Leben in Wohlstand zu sichern.
Gott und Glaube sind nur noch Mittel zum Zweck. Sie streben nur noch nach irdischem "Glück" und befinden sich deshalb auf dem Holzweg. Sie vergessen, dass unser Weg auf Erden nur ein Pilgerweg zur wahren Heimat ist.
Andacht von Bertalan Egervári
Auslegung - Frage: Welche Aspekte meines Lebens dienen wirklich dem Göttlichen, und welche sind nur Mittel, um irdische Anerkennung oder Sicherheit zu gewinnen?
Ablenkungen
Wie leicht ist es, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren und sich für das Äußerliche und Weltliche mehr zu verausgaben als für Gott! Wie oft passiert es uns, dass wir uns mehr um das Gold des Tempels – die geschaffenen Dinge – kümmern als um den Tempel selbst – in dem der Schöpfer wohnt!
Jesus weist mit den Pharisäern auch uns zurecht. Wir dürfen Gott nicht aus unserem Alltagsleben verbannen, ihn nicht unseren Aufgaben, Pflichten und Verantwortungen nachordnen. Jesus warnt uns, damit wir nicht wegen der vielen Ablenkungen Gott aus den Augen verlieren. Er möchte uns seine Liebe schenken!
Schauen wir auf ihn.
Andacht von Peter Hemm
Auslegung - Frage: Wie bewusst achte ich in meinem Alltag darauf, Gott im Zentrum meines Lebens zu halten?
Gott inmitten der Kochtöpfe
Die wenigsten Menschen haben die Berufung zum Eremiten, der sich völlig aus der Welt zurückzieht und nur für und mit Gott lebt.
Doch der Auftrag, Gott über alles zu stellen, ist an alle Menschen gerichtet. Wie macht man das inmitten der Verpflichtungen im Alltag?
Gott möchte inmitten unserer Aufgaben sein, uns stets begleiten, bei uns sein. Er möchte, dass wir die Dinge nicht nur aus Pflichtbewusstsein erledigen, sondern vor allem aus Liebe zu ihm.
Dann nimmt das Gold des Tempels wieder seinen rechten Stellenwert ein. Und Gott, seine Gegenwart im Tempel und in unserem Alltag, heiligt alles, was wir tun.
Andacht von Peter Hemm
Auslegung - Frage: Wo in meinem Alltag kann ich Gott heute bewusst über alles stellen und meine Aufgaben aus Liebe zu ihm erfüllen?
Mt 23, 18 Eid am Altar
Mt 23,18: Und: Wer beim Brandopferaltar schwört, das gilt nichts; wer aber beim Opfer schwört, das darauf liegt, der ist gebunden.
Mt 23, 19 Heiligkeit der Gabe
Mt 23,19: Ihr Verblendeten! Was ist denn wichtiger: die Gabe auf dem Altar oder der Altar, der die Gabe erst zum Opfer werden lässt?
Wichtiger als alles Irdische
In Wirklichkeit sind Tempel und Altar natürlich wichtiger als Gold oder Gaben, weil sie auf Gott hinweisen. Er ist es, der die Gaben auf dem Altar heiligt; er erfüllt den Tempel mit seiner Gegenwart. Er steht im Zentrum des Glaubens.
Das Großartige und Neue der Frohen Botschaft ist, dass sich Gott uns Menschen auf menschliche Weise offenbart, in der Person Jesu Christi. Er ist es, um den es wirklich geht, noch lange vor irgendwelchen Glaubensregeln oder moralischen Vorschriften. Das ist es auch, was die Besonderheit des Christentums ausmacht.
In jeder anderen Religion geht es um ein System oder Regeln, wie man zu leben und Gott zu verehren hat. Im Christentum geht es um eine Person, um Jesus, den menschgewordenen Gott; um Gott, der die Liebe ist. Er ist auch unser Vorbild, unser Ideal. Jede Regel, jedes Gebot soll uns nur zeigen, wie wir es ihm gleichtun, ihn nachahmen können.
Andacht von Bertalan Egervári
Auslegung - Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Gegenwart Gottes bewusst wahrnehmen und sein Beispiel der Liebe aktiv nachahmen?
Was ist größer?
Hier betonte Jesus, dass der Altar selbst größer ist als das darauf dargebrachte Opfer. Der Altar ist der etablierte Treffpunkt zwischen Gott und Mensch, und unser Altar ist Jesus selbst und sein Werk am Kreuz.
Mt 23, 20 Eid beim Altar
Mt 23,20: Darum, wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf ist.
Mt 23, 21 Wohnen Gottes im Tempel
Mt 23,21: Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.
Mt 23, 22 Schwören beim Himmel
Mt 23,22: Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
Ihr sollt nicht schwören
Jesus warnt uns davor, unnütze Worte zu machen oder zu übertreiben. Er möchte nicht, dass wir im Namen Gottes oder bei seinem Altar schwören. Vielmehr will er, dass wir in allem, was wir sagen und tun, ehrlich sind, damit unsere Aufrichtigkeit für alle sichtbar wird.
Wenn wir mit reinem Gewissen leben und alles vor Gott tun, genügt es, unser Wort zu geben. Denn es ist der Ausdruck unseres Innersten. Wie wunderbar ist der Umgang mit Menschen, die einfach und transparent sind, auf die wir zählen können, weil sie niemals unaufrichtig, falsch oder berechnend sind.
Auslegung - Frage: Wie kannst du in deinem Alltag noch ehrlicher und aufrichtiger leben, sodass dein Innerstes klar sichtbar wird?
Mt 23, 23 Wehe: Zehnt ohne Gerechtigkeit
Mt 23,23: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässigt, nämlich das Recht und das Erbarmen und den Glauben! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen.
Die wahre Bedeutung des Zehnten
Ursprünglich wollte Gott von seinem Volk den Zehnten, damit es ihn ‐ Gott ‐ als die Quelle aller Gaben in ihrem Leben anerkenne. Das Geben des Zehnten soll unsere Anerkennung sein, dass alles, was wir haben, von ihm kommt, dass er unser Herr ist, und dass sein Gesetz der Weg zu unserem Heil ist.
Die Israeliten sind aber einer sturen Gesetzestreue verfallen und haben den wahren Sinn des Zehnten vergessen. Sie haben die Buchstaben des Gesetzes befolgt und dabei die wahre Bedeutung des Gesetzes vergessen: die Anerkennung der Souveränität Gottes.
Letztlich gehört alles, was wir sind und haben, Gott. Darum müssen wir unsere Talente, unseren Reichtum und unseren Besitz für ihn und sein Reich einsetzen.
Auslegung - Frage: In welchem Bereich meines Lebens fällt es mir schwer, Gottes Souveränität wirklich anzuerkennen?
Was wirklich zählt
Welche Dinge im Gesetz sind am wichtigsten? Jesus spricht von Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glauben. Wenn wir diese vernachlässigen, dann verdrehen wir den wahren Sinn der Religion.
Denn weder Formalismus noch Aktionismus gefallen Gott, sondern allein das Öffnen unseres Herzens für sein Wort. Unsere Herzen sollen seinem Herzen ähnlich werden, wir sollen wie er unsere Nächsten lieben und mit ihnen barmherzig sein.
Wie oft vergessen wir die wichtigen Dinge und kümmern uns um Unwichtiges? Wie oft meinen wir, dass wir Gottes Willen tun, und tun stattdessen unseren eigenen Willen? Wie oft verlieren wir den eigentlichen Sinn der Gebote Gottes aus den Augen?
Andacht von Richard Gill
Auslegung - Frage: Welche kleinen Veränderungen in meinem Alltag könnten mein Herz mehr für Gottes Wort öffnen?
Wichtige Grundprinzipien
In dieser Evangelienstelle kritisiert Jesus die Pharisäer heftig. Er wirft ihnen vor, den Menschen ein falsches Gottesbild zu vermitteln, in dem sie die Grundprinzipien übersehen, nämlich: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue.
Die Schriftgelehrten waren so penibel darauf bedacht, ihre Gesetze einzuhalten, dass viele von ihnen das wichtigste Gebot, nämlich das Liebesgebot Gottes, völlig aus dem Blick verloren hatten: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzer Seele und ganzer Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.
Andacht von Ellen Charlotte Petermann
Auslegung - Frage: Wie kann ich in meinem Alltag sicherstellen, dass meine Handlungen von Liebe und Mitgefühl geleitet werden und nicht nur von Regeln oder äußeren Erwartungen?
Mt 23, 24 Mücken seihen, Kamele verschlucken
Mt 23,24: Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt!
Kamel und Mücke
Unter dem Kamel versteht man die Größe der Gebote, wie das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben; unter der Mücke die Verzehntung der Krausemünze, des Anis, des Kümmels und der anderen geringen Gemüse.
Die Gebote Gottes aber, welche groß sind, verschlingen und vernachlässigen wir, während wir aus Gewissenhaftigkeit im Kleinen, was Gewinn bringt, sorgfältig sind.
Andacht der Goldenen Perle
Auslegung - Frage: Wo in meinem Leben achte ich auf Kleinigkeiten, während ich die großen, wesentlichen Gebote vielleicht übersehe?
Mt 23, 25 Wehe: Becher außen rein
Mt 23,25: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit!
Inwendig aber sind sie voller Raub
Diese Worte verdeutlichen Jesu Ablehnung äußerlicher Frömmigkeit ohne innere Reinheit. Die Pharisäer achteten auf strenge religiöse Vorschriften, doch ihre Herzen waren von Gier und Ungerechtigkeit erfüllt.
Jesus fordert eine echte innere Veränderung statt bloßer äußerer Scheinheiligkeit. Diese Warnung gilt auch heute: Wahre Gerechtigkeit beginnt im Herzen.
Äußere religiöse Rituale sind wertlos, wenn sie nicht von Liebe, Ehrlichkeit und Barmherzigkeit begleitet werden. Jesu Botschaft ruft zur Selbstprüfung und zur authentischen Nachfolge Gottes auf.
Auslegung - Frage: Welche inneren Veränderungen könnte ich heute zulassen, um meine Handlungen und mein Herz in Einklang zu bringen?
Jesus möchte Heuchler retten
Wenn es eine Gruppe von Menschen gibt, die Jesus um jeden Preis retten möchte, dann sind es die Heuchler.
Das Wort ,Heuchler‘ (vom griechischen Wort für ,Maske‘) bezeichnet jemanden, der hinter einer Maske lebt: Eine Realität drinnen, eine andere draußen. Draußen ist die Realität wunderschön, drinnen kennt sie nur er oder sie allein.
Jesus möchte all diese Menschen heilen, all die Heuchler. Er möchte, dass sie die enorme Kluft verstehen, die zwischen ihrer Innerlichkeit und ihrer Äußerlichkeit besteht.
Er nutzt dabei ein wunderschönes Bild: Warum reinigt ihr die Tassen von außen, wenn sie innen schmutzig sind? Reinigt sie erst innen und dann außen!
Heuchler sind Menschen, die drinnen voller Schmutz sind, aber nach außen hin im vollen Glanz erstrahlen. Sie verurteilen andere und verstehen nicht, dass auch andere ihre Schwierigkeiten haben.
Die einzige Rettung für Heuchler ist es, demütig zu werden und zuzugeben: ,Ja, es ist wahr, in mir gibt es viel Schmutz.‘ Mit welchem Mut kann ich einem anderen sagen, dass er innen oder außen schmutzig ist? Draußen bin ich strahlend, aber drinnen weiß ich, dass ich Gottes Vergebung brauche. Mit welchem Mut beschuldige ich jemand anderen, dass er Gottes Vergebung braucht?
Schließlich möchte Jesus uns alle dazu bringen, einander zu lieben, weil wir vor Gott alle Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern sind.
Versuchen wir, diesen Tag so zu leben, dass wir verstehen, was wir in uns tragen, wie groß der Unterschied zwischen innen und außen ist, und um unsere Mitmenschen besser zu verstehen.
Gott segne euch!“
Mt 23, 26 Erst das Innere reinigen
Mt 23,26: Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde!
Sein und nicht Schein
Diese Worte lehren uns, dass wir streben sollen, gerecht zu sein, nicht zu erscheinen. Denn der, welcher gerecht scheinen will, reinigt das Äußere und pflegt das Sichtbare, vernachlässigt aber das Herz und das Gewissen. Wer aber das Innere, d.h. die Gedanken, zu reinigen sucht, muss auch das Äußere reinigen. Andacht ser Goldenen Perle
Die zentrale Bedeutung des Inneren
Die entscheidenden Kämpfe im Leben spielen sich nämlich in unserem Inneren ab. So ist auch der paradoxe Satz Jesu zu verstehen: „Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein“.
Wer nämlich innerlich und von Herzen gerecht, barmherzig und treu ist, der wird auch äußerlich so handeln. Eine rein äußerliche Erfüllung ohne entsprechende innere Haltung ist dagegen so gut wie wertlos.
Das Innerliche ist es, was den Menschen ausmacht; zwar unsichtbar und verborgen, aber doch unendlich wertvoll.
Andacht von Bertalan Egervári
Auslegung - Frage: Welche inneren Räume in dir könnten gerade Reinigung und Aufmerksamkeit gebrauchen, damit dein äußeres Handeln aus wahrer Tiefe erwächst?
Innere Reinigung
Mach den Becher zuerst innen sauber… Wir sollten uns um unsere Seele kümmern und darauf achten, dass hinter unseren Handlungen reine Absichten stehen. Manchmal handeln wir nur, um vor den anderen gut dazustehen, um für tugendhaft und heilig gehalten zu werden, in unserem Inneren sind wir aber voll von negativen Urteilen, und es fehlt uns an wahrer Nächstenliebe.
Tugend wächst aus dem Herzen des Menschen, wo der Geist wohnt und uns erleuchtet, wie er will. Wir müssen auf die Stimme des Heiligen Geistes hören und ihr folgen.
Andacht von Richard Gill
Auslegung - Frage: Welche inneren Anteile in mir brauchen heute Reinigung, damit meine Handlungen wirklich aus Liebe entstehen?
Leben ohne Masken, ohne Lügen
Der Glaube und die Gnade Gottes erlauben uns, verinnerlichte Menschen zu werden, das egoistische Herz aus Stein auszutauschen für ein Herz aus Fleisch, das neu und lebendig ist, das fühlen kann, wie Gott fühlt, und lieben kann, wie Gott liebt.
Gute Gedanken werden uns nicht als äußere Leistung abgefordert, sondern sie werden so aus unserem Inneren kommen. Wir brauchen nicht mehr die Maske eines „netten“ oder „gerechten Menschen“ aufzusetzen.
Wir tragen das Gute, das in uns zutiefst brennt, nach außen: Liebe, Verständnis, Barmherzigkeit.
Andacht von Alejandro Espejo
Auslegung - Frage: Wie kannst du heute dein Herz bewusst für die Liebe und Barmherzigkeit Gottes öffnen und sie in deinem Alltag spürbar leben?
Mt 23, 27 Wehe: Übertünchte Gräber
Mt 23,27: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr getünchten Gräbern gleicht, die äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind!
Kehrt doch um
Dieses "Wehe euch" von Jesus soll vor allem ein Aufruf zur Umkehr und nicht zur Verdammung sein. Wenn Jesus streng wird, dann tut er das immer aus Liebe.
Denn Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden. Sollte Gott mit dir hin und wieder streng sein, so erblicke darin vor allem seine liebende Väterlichkeit.
Und wenn du mit anderen streng sein musst, so vergiss nie die Liebe dabei.
Andacht von Klaus Einsle
Auslegung - Frage: In welchen Momenten spürst du die liebende Strenge in deinem Leben, und wie kannst du diese Erfahrung in Mitgefühl für dich selbst und andere verwandeln?
Heuchelei
Es scheint, als reize Jesus nichts so sehr wie Heuchelei. Die Sünderin, deren Sünden offenbar sind, der Zöllner, der bereut, sie dürfen mit sanften, wenn auch deutlichen Worten rechnen. Wer aber so tut, als sei er gerecht, der den Anschein der Heiligkeit erwecken will, für den findet Jesus drastische Worte.
Gibt es in meinem Leben Dinge, die Jesus in Rage bringen würden?
Auslegung - Frage: Welche Haltung oder Handlung in meinem Alltag könnte ich ehrlich vor Jesus betrachten, um innerlich frei und echt zu werden?
Ihr erscheint wie Gräber, die von außen schön aussehen
Ich glaube, dass Jesus hier vom Zustand meiner eigenen Seele spricht. Die Pharisäer waren fromme Leute, die sich bemühten, vor Gott alles richtig zu machen und denen das sicher auch größtenteils gelang. Ich gebe mir auch Mühe.
Gott schaut aber tiefer und sieht den Zustand der Seele. In einer Predigt habe ich neulich gehört, dass der heilige Pfarrer von Ars Gott um die Gnade gebeten habe, den Zustand seiner eigenen Seele sehen zu dürfen, und er sei entsetzt gewesen über den furchtbaren Anblick.
Wenn das schon bei einem Heiligen so ist, um wie viel mehr dann bei meiner Seele! Aber ich selbst erkenne das nicht, weil die Erbsünde meine Augen verdunkelt.
Andacht von Dorit Wilke-Lopez
Auslegung - Frage: Wie bewusst bin ich mir des wahren Zustands meiner eigenen Seele und welche Schritte kann ich gehen, um sie klarer zu sehen?
Mt 23, 28 Außen gerecht, innen Heuchelei
Mt 23,28: So erscheint auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
Äußerliche Frömmigkeit
Jesus richtet diese Worte an die Pharisäer und Schriftgelehrten. Er kritisiert ihre scheinbare Frömmigkeit, die nur äußerlich besteht, während ihre Herzen von Sünde erfüllt sind. Sie legen Wert auf religiöse Rituale und das Urteil anderer Menschen, aber ihr Inneres ist nicht von Gottes Liebe und Gerechtigkeit durchdrungen.
Diese Warnung gilt auch heute: Wer nur äußerlich fromm wirkt, aber innerlich unehrlich, egoistisch oder lieblos lebt, verfehlt den wahren Glauben. Gott schaut nicht auf äußere Perfektion, sondern auf ein reines Herz. Echtes Christsein zeigt sich in wahrer Liebe, Demut und Gerechtigkeit.
Auslegung - Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich meine äußere Frömmigkeit loslassen, um mein Herz stärker von Gottes Liebe und Gerechtigkeit durchdringen zu lassen?
Mt 23, 29 Wehe: Propheten-Gräber bauen
Mt 23,29: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Gräber der Propheten baut und die Denkmäler der Gerechten schmückt
Kann man die Realität mit Lügen beschönigen?
Die Pharisäer wollten die Realität beschönigen, und so bauten sie Denkmäler für die Propheten, um gut dazustehen (ihre Väter hatten die Propheten ermordet). Vielleicht konnten sie damit Menschen von ihrer Rechtschaffenheit überzeugen, aber nicht Gott.
Die einzige Art und Weise, die Propheten zu ehren, besteht darin, ihre Worte als wahr anzunehmen und uns zu bekehren. Es ist so, als ob ich sagen würde: "Mama, wenn du mich zurechtweist, sprichst du schöne Worte voller Weisheit", danach aber hingehe und genauso unklug handle wie vorher. Wie bei den Pharisäern gibt es hier keinen echten Wunsch, sich zu bekehren.
Wenn du dieses Doppelleben oder solche Masken in deinem Leben bemerkst, wenn du merkst, dass der Egoismus noch in deinem Herzen wohnt und du das ändern willst, hab keine Angst, weil Gott dir zur Seite steht. Schlimmer wäre es, wenn wir diese Realität leugnen und uns für gerecht halten würden, wenn dem gar nicht so ist.
Der erste Schritt besteht darin, mich mit Gottes Gnade so zu sehen, wie Gott mich sieht. Nur Er kann seine Gnade und sein Licht in mein Herz leuchten lassen.
Andacht von Alejandro Espejo
Auslegung - Frage: Welche Masken trägst du in deinem Leben, und wie könntest du beginnen, dein Herz dem Licht Gottes zu öffnen?
Mt 23, 30 Unschuld beteuern
Mt 23,30: und sagt: Hätten wir in den Tagen unserer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen des Blutes der Propheten schuldig gemacht.
Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten.
"Ich würde es besser machen, wenn ich an seiner Stelle wäre!" Die Empörung über ein Unrecht wird schnell zur Empörung über die vermeintliche Schlechtigkeit derer, die es begehen.
Wir sitzen mit unserer Sündhaftigkeit aber alle im selben Boot.
Der heilige Pfarrer von Ars sagt: "Die Heiligen erkannten sich selbst besser, als dies bei den übrigen Menschen der Fall ist; denn sie waren demütig. Es ist unbegreiflich, wie und worauf so kleine Geschöpfe wie wir stolz sein können… Weniger als eine Handvoll Staub sind wir nach unserem Tode. Das ist nicht sehr viel, um überheblich zu sein."
Andacht von Dorit Wilke-Lopez
Auslegung - Frage: Wie könnte es dein Leben verändern, wenn du dir selbst gegenüber genauso demütig und ehrlich wärst wie die Heiligen?
Anklage durch Jesus
Er tadelt sie also nicht darum, weil sie die Gräber bauen, sondern er klagt ihre Absicht an, womit sie diese erbauten. Nicht aus Liebe zur Ehre derer, die getötet worden waren, sondern um sich selbst bei dieser Gelegenheit ein Denkmal zu setzen, und aus Furcht, dass in der Folgezeit nach dem Verschwinden der Grabmäler das Andenken an eine solche Kühnheit erlöschen könnte.
Oder weil sie zu sich sprachen: Wenn wir den Armen wohltun, sehen es nicht Viele und sehen es nur kurze Zeit. Ist es also nicht besser, wenn wir Bauten errichten, die alle sehen, nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft?
O törichter Mensch, was nützt dir nach dem Tode dieses Denkmal, wenn du da, wo du dich befindest, gequält, und wo du nicht bist, gelobt wirst?
Andacht von Goldene Perle
Auslegung - Frage: Woran erkenne ich in meinem eigenen Handeln, ob ich aus wahrer Liebe und Demut handle oder nur, um gesehen und gelobt zu werden?
Mt 23, 31 Zeugnis gegen sich selbst
Mt 23,31: So gebt ihr ja euch selbst das Zeugnis, dass ihr Söhne der Prophetenmörder seid.
Nicht wie die "Väter"
Jesus stellt eine Verbindung zwischen den Vätern und den Söhnen her. Die Väter der Schriftgelehrten und Pharisäer, so sagt Jesus, waren Prophetenmörder. Auch sie haben nicht die Wahrheit gesucht, sondern ihren eigenen Vorteil.
Immer wieder geschieht es, dass Kinder in Fußstapfen treten, in denen ihre Eltern gingen. Manchmal – wenn diese Fußstapfen negativ waren – ist es nötig, bewusst diese negativen Bindungen zu trennen, damit wir in Freiheit auch andere Wege beschreiten können.
Auslegung - Frage: Welche alten Muster in deinem Leben möchtest du erkennen und bewusst loslassen, um freier deinem eigenen Weg zu folgen?
Mt 23, 32 Maß der Väter vollfüllen
Mt 23,32: Ja, macht ihr nur das Maß eurer Väter voll!
Mt 23, 33 Schlangen und Otternbrut
Mt 23,33: Ihr Schlangen! Ihr Otterngezücht! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entgehen?
Jesus sprach aus zwei Gründen so stark über diese religiösen Führer
Erstens wollte er nicht, dass andere von ihnen getäuscht werden. Zweitens liebte er diese Männer. Diese Männer waren am weitesten von Gott entfernt und sie mussten vor dem kommenden Gericht gewarnt werden. Was Jesus wirklich wollte, war ihre Reue, nicht ihr Gericht.
Mt 23, 34 Sendung von Propheten
Mt 23,34: Siehe, darum sende ich zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur anderen,
Etliche von ihnen werdet ihr töten
Dies ist eine Ankündigung sowohl der kommenden Verfolgung seiner Jünger als auch eine Anklage gegen das Volk Israel, das in der Vergangenheit Gottes Boten zurückgewiesen hat.
Diese Worte stehen im Kontext der Weherufe gegen die Pharisäer, die sich scheinheilig geben, aber Gottes Wahrheit ablehnen.
Jesus zeigt auf, dass sich Israels Geschichte der Verwerfung göttlicher Gesandter wiederholt. Gleichzeitig verweist er auf sein eigenes Schicksal: Auch er wird verworfen und gekreuzigt.
Die Passage mahnt zur Umkehr und Offenheit gegenüber Gottes Wahrheit, um nicht in das Gericht zu geraten.
Auslegung - Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich heute offen sein für die Wahrheit, die ich vielleicht bisher abgelehnt habe?
Mt 23, 35 Schuld des Blutes
Mt 23,35: damit über euch alles gerechte Blut kommt, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt.
Mt 23, 36 Gericht dieses Geschlechts
Mt 23,36: Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über dieses Geschlecht kommen!
Andacht Fragen zu Mt 23, 13-36
Was bedeutet Mt 23, 13-36?
In diesem eindringlichen Redeabschnitt spricht Jesus sieben Weherufe über die Schriftgelehrten und Pharisäer aus. Das Geschehen entlarvt eine äußere, gesetzliche Frömmigkeit, die den Kern des göttlichen Willens verfehlt, und kündigt das Gericht über eine heuchlerische Religiösität an, die Gottes Boten ablehnt.
Warum verschließen die Pharisäer den Menschen das Reich der Himmel?
Jesus wirft ihnen vor, den Zugang zum Reich Gottes durch starre Regelwerke und menschliche Traditionen zu versperren. Anstatt die Menschen zu Gott zu führen, hindern sie Suchende am Eintritt und verweigern selbst die nötige Umkehr.
Was bedeutet die Kritik am Verzehnten von Minze, Dill und Kümmel?
Die Pharisäer achten peinlich genau auf die Befolgung kleinster Abgabenregeln, vernachlässigen dabei jedoch die wesentlichsten Gebote der Tora: die Gerechtigkeit, die Barmherzigkeit und die Treue. Jesus vergleicht dies bildhaft mit dem Aussieben von Mücken bei gleichzeitigem Verschlucken von Kamelen.
Warum vergleicht Jesus die religiösen Führer mit übertünchten Gräbern?
Überweißte Gräber wirken nach außen hin sauber und schön, bergen im Inneren jedoch Totengebeine und Unrat. Ebenso zeigen die Pharisäer nach außen den Schein der Frömmigkeit und Gerechtigkeit, während ihr Inneres von Heuchelei, Gesetzlosigkeit und Selbstsucht erfüllt ist.
Was ist die zentrale Botschaft von Mt 23, 13-36?
Der Abschnitt mahnt eindringlich vor einer Scheinheiligkeit, die sich in religiösen Formen gefällt, aber das Herz unverändert lässt. Er fordert dazu auf, Gottes Willen von innen heraus in echter Liebe, Barmherzigkeit und Ehrlichkeit zu leben, um dem göttlichen Gericht zu entgehen.
Andacht zu Mt 23, 1-12 Warnung vor Schriftgelehrten
Andacht zu Mt 23, 37-39 Klage über Jerusalem