Mt 21, 23-27 Jesus wird infrage gestellt
Vers 23 Frage nach der Vollmacht
Mt 21,23: Und als er in den Tempel kam, traten die obersten Priester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: In welcher Vollmacht tust du dies, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
Inhaltsverzeichnis
Wer hat dir das Recht gegeben?
Was suchten die Hohepriester und Ältesten, als sie Jesus die Frage nach seiner Vollmacht stellten? Sicherlich nicht die Wahrheit. Eigentlich wollten sie mit ihrer Frage sagen: "Du hast keine Autorität – denn wir haben sie dir nicht gegeben." Sie waren ärgerlich und in ihrem Stolz verletzt, weil sie nicht gefragt worden waren. Johanna von Siemens
Mit welchem Recht tust du das alles?
An dieser Evangelienstelle bleibt die Frage unbeantwortet. Die Heilige Schrift gibt uns jedoch viele Antworten; lassen wir diese Antworten auf uns wirken und stellen wir uns Jesus vor in all seiner Macht und Herrlichkeit:
Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Er ist der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut. Er ist das Alpha und das Omega, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.
Er ist der Erste und der Letzte und der Lebendige. Er war tot, doch nun lebt er in alle Ewigkeit, und er hat die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt. Er ist der Sieger, der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids und Herr der Herren.
Er ist das Lamm, das geschlachtet wurde und mit seinem Blut Menschen für Gott erworben hat aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern. Er ist der Treue und Wahrhaftige. Sein Name heißt das Wort Gottes, König der Könige und Herr der Herren.
Bertalan Egervári
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens kann ich die unendliche Macht und Liebe Jesu bewusst wahrnehmen und zulassen, dass sie mich transformiert?
Vers 24 Jesu Gegenfrage
Mt 21,24: Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch ein Wort fragen; wenn ihr mir darauf antwortet, will ich euch auch sagen, in welcher Vollmacht ich dies tue.
Auch ich will euch eine Frage stellen
Jesus stellt eine Gegenfrage, aber nicht, um der Frage auszuweichen, sondern um die innere Haltung der Fragenden ans Licht zu bringen. Er möchte sie einladen, sich zu bekehren – das ist es, was eigentlich zählt. Bin ich mir bewusst, wie wichtig meine eigene Umkehr ist? Und wie wichtig sie Jesus ist? Valentin Schmidts
Vers 25 Johannes' Taufe: Woher?
Mt 21,25: Woher war die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen? Da überlegten sie bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er uns fragen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?
Stellung beziehen
Die Frage "wer du bist" hängt unmittelbar mit der Bedeutung des Täufers zusammen. Durch deine Stellung zu Johannes sollen alle wissen, mit welchem Vollmachtsanspruch du hier auftrittst.
So würde in deiner Frage die Antwort enthalten sein: Je nachdem, wie ihr euch zu Johannes und zu der Taufe stellt, werdet ihr auch die Vollmacht meines Handelns verstehen.
Das jedoch bleibt den Pharisäern verborgen. In ihrer Selbstgerechtigkeit wollen sie weder Stellung beziehen, noch umkehren.
Jesus, schenke mir heute die Gnade, Stellung zu beziehen und mich zu dir zu bekennen.
Marianna Rustemeier
Frage: Wie kann ich heute meine Haltung zu meinem Glauben so klar zeigen, dass sie meinem inneren Selbst entspricht und meinem spirituellen Weg dient?
Vers 26 Furcht vor dem Volk
Mt 21,26: Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so müssen wir die Volksmenge fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten.
Zur Wahrheit stehen
„Dann müssen wir uns vor den Leuten fürchten.” Liebe vertreibt alle Furcht. Die Liebe zur Wahrheit befähigt den Menschen, auch unangenehme Situationen in Kauf zu nehmen.
Als die Pharisäer zu Jesus kamen, suchten sie nicht die Wahrheit, denn sie machten ihre Antwort nicht von der Wahrheit abhängig, sondern von den Konsequenzen, die sie jeweils nach sich ziehen würde. Die Wahrheit kann manchmal mit sehr unbequemen Konsequenzen verbunden sein und so besteht die Versuchung, sie zu beschönigen oder zu verdrehen.
Die Wahrheit erscheint oft als zu radikal. Wenn wir aber nicht mehr nach der Wahrheit fragen, sondern nach dem bequemsten Weg, dann verlieren wir unsere Aufrichtigkeit und leben nicht mehr im Licht Gottes. Letztendlich verlieren wir uns selbst.
Angela Kunze
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich mutiger der Wahrheit begegnen, auch wenn sie unbequem ist, und wie würde das mein inneres Licht stärken?
Handeln vor Gott
Die Antwort der Hohepriester und Ältesten ist unaufrichtig. Sie wissen nur, dass sie bei einer ehrlichen Antwort vor den Leuten schlecht dastehen würden. Also wählen sie den Ausweg in die "Unwissenheit".
"Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?" fragt Jesus an einer anderen Stelle.
Auch wir kommen ständig in Versuchung, mehr vor den Menschen zu handeln als vor Gott, mehr unsere eigene Ehre zu suchen als die Ehre Gottes. Doch wie groß ist der Wert der Aufrichtigkeit vor Gott, vor uns selbst und vor den anderen!
Seien wir immer bereit, unsere Fehler und Sünden, unsere Niederlagen und unser Versagen einzugestehen. Das ist ein Weg der Demut, der uns Gott näherbringt.
Bertalan Egervári
Frage: Wo in meinem Leben habe ich die Versuchung, die Meinung anderer über Gottes Willen zu stellen, und wie kann ich lernen, darin ehrlicher zu werden?
Vers 27 Wir wissen es nicht
Mt 21,27: Sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.
Wir wissen es nicht
Die Einstellung der Fragenden zeigt, dass sie die Umkehr, auf die Jesus hinauswill, nicht interessiert. Sie weichen der Frage aus, weil eine Antwort für sie ungünstig ausfallen würde. Ihr entscheidendes Kriterium besteht also im eigenen Nutzen – nicht in einer authentischen Suche nach der Wahrheit oder nach dem, was Gott im Grunde von ihnen möchte.
Passiert es nicht auch mir, dass der Maßstab meines Handelns egoistische oder rein menschliche Prinzipien sind und ich deshalb in verschiedenen Situationen kein gutes Werkzeug für Gott bin?
Frage: In welchen Momenten meines Lebens lasse ich mich von Eigeninteresse leiten, statt von dem, was wirklich göttlich und wahr ist?
Wir wissen es nicht
Diese Worte machen zwei Dinge deutlich: Sie offenbaren das Fehlen jeder geistlichen Befugnis der Führerschaft der Juden und zugleich ihre heuchlerische Bosheit.
Wenn sie Johannes den Täufer nicht richtig zu beurteilen vermochten, wie sollten sie dann seinem Herrn in der rechten Weise begegnen?
So lange sie nicht gewillt waren, die Zeichen des Vorläufers zu akzeptieren, würden sie noch weniger die weitaus grösseren Zeichen des Königs selbst annehmen.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens fällt es mir schwer, geistliche Zeichen oder Führung wahrzunehmen, und wie kann ich offener dafür werden?