Mt 21, 18-22:
Auslegung und Andacht
Im Gebet um alles bitten dürfen

Mt 21, 18-22 im Überblick: Eine Vers-für-Vers-Betrachtung zum Thema Im Gebet um alles bitten dürfen in Matthäus 21, 18 bis 22. Entdecke die Bedeutung des Abschnitts und seine Relevanz für dein persönliches Leben.

Mt 21, 18 Hunger am Morgen

Mt 21,18: ‭Als er aber früh am Morgen in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger.‭

Jesus hat Hunger

Einige fragen sich, warum Jesus am Morgen hungrig sein würde, wenn er das Haus von Martha und Maria verließ. Spurgeon vermutete, dass dies daran lag, dass er früh aufwachte, um Zeit mit seinem himmlischen Vater zu haben, und sich keine Zeit zum Essen nahm.

Er war ein vollkommener Mensch und daher körperlich hungrig, denn Hunger ist ein Zeichen von Gesundheit.

Auslegung - Frage: Wann habe ich zuletzt bewusst innegehalten, um sowohl meinen Körper als auch meine Seele zu nähren?

Mt 21, 19 Verdorren des Feigenbaums

Mt 21,19: ‭Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Weg sah, ging er zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nun soll von dir keine Frucht mehr kommen in Ewigkeit! Und auf der Stelle verdorrte der Feigenbaum.‭

Feigenbaum ohne Frucht

In Matthäus 21,19 verflucht Jesus einen Feigenbaum, weil er trotz seiner Blätter keine Früchte trägt. Der Baum verdorrt sofort. Diese Handlung ist ein symbolisches Zeichen für das Gericht Gottes über geistliche Unfruchtbarkeit, insbesondere auf das Volk Israel und seine religiösen Führer bezogen.

Der Feigenbaum steht oft für Israel (z. B. Hosea 9,10). Jesus zeigt hier, dass äußere Religiosität ohne echte Frucht – also ohne Glauben und wahre Werke – wertlos ist.

Die Geschichte lehrt zudem über den Glauben, denn in den folgenden Versen ermutigt Jesus seine Jünger, mit Vertrauen zu beten, da echter Glaube Wunder bewirken kann.

Die Episode ruft Gläubige zur Selbstprüfung und zu einem fruchtbaren, lebendigen Glauben auf.

Auslegung - Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich wie der Feigenbaum äußerlich „grün“ erscheinen, während es an echter geistlicher Frucht fehlt?

Mt 21, 20 Staunen der Jünger

Mt 21,20: ‭Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt?‭

Mt 21, 21 Glaube versetzt Berge

Mt 21,21: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was mit dem Feigenbaum geschah, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berg sagt: Hebe dich und wirf dich ins Meer!, so wird es geschehen.

Macht des Glaubens

Jesus lehrt, dass echter, unerschütterlicher Glaube Wunder bewirken kann. Der verdorrte Feigenbaum symbolisiert Unglauben und geistliche Fruchtlosigkeit.

Die Aussage über den Berg verdeutlicht, dass Gott durch den Glauben selbst scheinbar Unmögliches möglich macht. Diese Stelle fordert dazu auf, im Vertrauen auf Gott zu leben und nicht an seiner Macht zu zweifeln.

Es ist eine Einladung, mutig und voller Glauben zu beten.

Auslegung - Frage: In welchen Bereichen deines Lebens könntest du dein Vertrauen auf Gott noch mutiger entfalten?

Mt 21, 22 Erhörung im Glauben

Mt 21,22: ‭Und alles, was ihr glaubend erbittet im Gebet, das werdet ihr empfangen!‭

Glauben und nicht zweifeln

Wir müssen glauben, dass Gott handeln kann und handeln wird. Wir empfangen nichts, weil wir beim Beten zweifeln. Wir dürfen nicht denken, dass wir etwas bekommen, wenn der Zweifel in unserer Seele nistet. Andacht von Gerrid Setzer

Andacht Fragen zu Mt 21, 18-22

Was bedeutet Mt 21, 18-22?

Die Erzählung von der Verfluchung des Feigenbaums berichtet davon, wie Jesus auf dem Weg nach Jerusalem Hunger hat, an einem blätterreichen Feigenbaum keine Früchte findet und diesen vertrocknen lässt. Das Geschehen verdeutlicht als zeichenhafte Handlung, dass ein reines Äußeres ohne tatsächliche Früchte des Glaubens wertlos ist, und unterstreicht zugleich die vertrauensvolle Macht des Gebets.

Warum verflucht Jesus den Feigenbaum?

Der Feigenbaum trug bereits Blätter, was gewöhnlich auch das Vorhandensein von ersten Essbaren Früchten ankündigt. Das Ausbleiben der Früchte symbolisiert eine heuchlerische Haltung – insbesondere der religiösen Führungsschicht –, die nach außen hin frömmig wirkt, aber keine Taten der Gerechtigkeit und Liebe hervorbringt.

Warum staunen die Jünger über das augenblickliche Vertrocknen?

Als die Jünger sehen, wie der Baum wie vom Blitz getroffen bis zur Wurzel dorrt, sind sie tief überrascht über die Macht des Wortes Jesu. Sie erkennen darin die göttliche Gerichtsvollmacht, die sich nicht nur in heilenden Wundern, sondern auch in mahnenden Zeichen offenbart.

Was lehrt Jesus seine Jünger über das Gebet?

Jesus nutzt das Staunen der Jünger, um ihnen die Zusage zu geben, dass vertrauensvoller Glaube ohne Zweifeln selbst Berge versetzen kann. Er macht deutlich, dass Gott Bitten im Gebet erhört, wenn sie aus einer tiefen, unerschütterlichen Verbindung zu ihm geschehen.

Was ist die zentrale Botschaft von Mt 21, 18-22?

Die Begebenheit mahnt zur Ehrlichkeit im Glauben und ruft dazu auf, nicht bloß den Schein von Frömmigkeit zu wahren, sondern echte Früchte im Leben hervorzubringen. Zudem ermutigt sie dazu, Gott im Gebet mit kühnem Vertrauen und ohne aufsteigenden Zweifel zu begegnen.

Andacht zu Mt 21, 12-17 Tempelreinigung
Andacht zu Mt 21, 23-27 Jesus wird infrage gestellt