Mt 2,1–12 Weisen aus dem Morgenland
Inhaltsverzeichnis
Vers 1-2 Die Weisen aus dem Osten
Mt 2,1: Als nun Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem.
Zum Abschnitt Mt 2,1-12
Matthäus 2,1–12 erzählt die bewegende Geschichte der Weisen aus dem Morgenland, die gekommen sind, um Jesus zu ehren. Ihre Suche nach dem König der Juden offenbart, dass die Geburt Jesu nicht nur für ein Volk, sondern weltweite Bedeutung hat. Im Kontrast dazu steht König Herodes, der aus Angst und Machtstreben handelt und versucht, das Unausweichliche zu verhindern.
Die Weisen lassen sich vom Stern leiten, einem Zeichen göttlicher Führung, das ihnen den Weg weist. Ihre Gaben – Gold, Weihrauch und Myrrhe – tragen tiefe symbolische Bedeutung: Sie stehen für Jesu Königswürde, seine Göttlichkeit und das Leiden, das ihm bevorsteht. In ihrer Anbetung wird deutlich, dass Jesus für alle Menschen gekommen ist, nicht nur für Israel.
Gott warnt die Weisen im Traum, nicht zu Herodes zurückzukehren. Dies zeigt, dass Gottes Plan größer ist als menschliche Machtspiele und selbst durch Intrigen nicht vereitelt werden kann.
Frage: Welche inneren „Sterne“ leiten mich im Leben und wie offen bin ich, ihrer Führung zu folgen?
Mt 2,2: Die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten!
Wir sind gekommen
Aufbrechen zu Christus: Die Weisen bzw. Sterndeuter sind für uns gegebene Urtypen. Sie machen sich auf einen ihnen unbekannten Weg zu einem verheißenen Ziel, dessen man aber nicht sicher ist. Sie folgen dabei einem Stern.
Das ist ein Bild für unser Leben, ja für jeden einzelnen Tag. Wir wissen doch nicht konkret, was uns auf unserem Weg erwartet. Aber wir wissen: wir werden geführt. Symbol der göttlichen Führung ist der Stern.
Mögen die Weisen uns mit ihrem von Vertrauen getragenen Aufbrechen und ihrem Christus-entgegen-Gehen ermutigen. Jeden Tag neu voller Vertrauen aufbrechen hin zu Christus, geführt von ihm, das Leben wagen. Dann hat unser Leben Ziel und Sinn.
Frage: Wo in meinem Leben darf ich heute dem Stern der göttlichen Führung folgen und voller Vertrauen aufbrechen?
Wo ist der König?
Ist es nicht so, dass Jesus nirgendwo herrschen will außer in den Herzen, in deinem Herzen? Deswegen machte er sich zum Kind. Denn wer würde ein so kleines Geschöpf nicht lieben?
Wo ist der König? Wo ist Christus, den der Heilige Geist in unserer Seele herausbilden möchte? Im Stolz, der uns von Gott trennt, kann er nicht sein, in der Lieblosigkeit, die uns isoliert, kann er nicht sein. Da kann Christus nicht sein, denn da ist der Mensch allein.
Zu Füßen des Kindes, vor einem König ohne äußere Zeichen seiner Würde, könnt ihr ihm am Tag der Epiphanie sagen: Herr, befreie mein Leben von allem Stolz, durchbrich meine Eigenliebe, diesen Drang, mich um jeden Preis durchsetzen und den anderen meinen Willen aufzwingen zu wollen. Gib, dass die Einswerdung mit dir die Grundlage meiner Persönlichkeit werde.
Josefmaria
Frage: Wo in meinem Leben bin ich bereit, Christus in meinem Herzen zu empfangen und mich von ihm leiten zu lassen?
Wir haben seinen Stern gesehen
Alle Menschen ehrlichen Herzens finden Gott in ihrem Leben. Die Ehrlichkeit der drei Sterndeuter lässt sich an den Mühen und Opfern erkennen, die sie bereitwillig auf sich nahmen, um ihr Ziel zu erreichen.
Die Reise war sehr anstrengend, sie mussten in ihrer Abwesenheit für ihre Familien sorgen. Ihre Absicht war rein, frei von egoistischen Beweggründen, denn sie wollten allein Gottes lebendige Gegenwart erleben.
Die Offenheit ihres Herzens erlaubte es Gott, durch viele Dinge dieser Welt zu ihnen zu sprechen: von der Weissagung bei Herodes bis zum Stern über dem Kind in der Krippe.
Was bin ich bereit zu opfern, um Gott heute zu finden? Ich muss alles außer ihm zur Seite legen und mich von seiner Hand führen lassen, damit ich seine göttliche Gegenwart erleben kann.
Frage: Welche Opfer bin ich bereit zu bringen, um Gottes Gegenwart in meinem Leben wirklich zu spüren?
Wo ist der neugeborene König der Juden?
Dadurch, dass sie sagten: Wo ist der neugeborene König der Juden? klingen ihre Worte nicht wie eine Frage, sondern wie Hohn. Wenn sie, die doch genaue Kunde hatten, diejenigen fragten, die nichts wußten. So tun sie das nicht, weil sie nichts wüßten, sondern sie beschuldigen jene der Nachlässigkeit, sie schelten sie als träge, sie verraten ihre Schlechtigkeit, sie geißeln ihre Hartnäckigkeit, sie klagen sie an, dass sie als Knechte nicht dem Herrn entgegengekommen seien. Denn was sollten sie bei Menschen suchen, wo sie doch von Gott das erfahren hatten, was sie suchten? Was sollte ihnen in dieser Sache die Erklärung durch einen Menschen nützen, wo ihnen doch des Himmels Gestirne diesen Dienst geleistet hatten? Was sollte ihnen die Leuchte des Tempels, wo ihnen doch leuchtete das Wundergestirn des Himmels? Petrus Chrysologus
Wo ist der neugeborene König der Juden? Damit wollten sie sagen: Warum liegt der König der Juden in einer Krippe, und warum ruht er nicht im Tempel? Warum strahlt er nicht in Purpur, sondern liegt hart in den rauhen Windeln? Warum ist er verborgen in der Höhle, und warum liegt er nicht öffentlich im Heiligtum? Die Tiere haben den in ihre Krippe aufgenommen, den ihr in euer Haus aufzunehmen verschmäht habt. Petrus Chrysologus
Vers 3 Herodes' Bestürzung
Mt 2,3: Als das der König Herodes hörte, erschrak er, und ganz Jerusalem mit ihm.
Person des Herodes
Herodes war ständig auf der Hut vor Bedrohungen seiner Herrschaft, insbesondere durch seine eigene Familie. Er ermordete viele Familienmitglieder, die er der Illoyalität verdächtigte. Dass er beunruhigt ist, liegt ganz im Charakter.
Mut der Sterndeuter
Aber wußten sie nicht, daß in Jerusalem Herodes regierte, oder wußten sie nicht, daß jeder, welcher bei Lebzeiten des Königs einen anderen König verkündigt oder anerkennt, mit dem Tode bestraft wird?
Aber während sie auf den künftigen König hinsahen, fürchteten sie den gegenwärtigen König nicht; dennoch hatten sie Christus nicht gesehen und waren schon bereit, für ihn zu sterben.
O glückselige Weise, welche vor dem Anblick des grausamen Königs, ehe sie Christus erkannten, Bekenner Christi wurden!
Goldene Kette
Frage: Welche inneren Könige oder Wahrheiten folgst du in deinem Leben, selbst wenn äußere Mächte oder Ängste dagegenstehen?
Vers 4 Befragung der Schriftgelehrten
Mt 2,4: Und er rief alle obersten Priester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.
Er rief alle Priester und Schriftgelehrten
Matthäus 2,4 beschreibt, wie König Herodes die Hohenpriester und Schriftgelehrten zusammenrief, um zu erfahren, wo der Messias geboren werden sollte. Diese Szene zeigt die Spannung zwischen weltlicher Macht und göttlicher Verheißung.
Die religiösen Führer kennen die Prophezeiung aus Micha 5,1 und bestätigen, dass der Messias in Bethlehem geboren werden soll. Doch während die Weisen aus dem Osten aktiv nach Jesus suchen, bleiben die jüdischen Gelehrten passiv, obwohl sie das Wissen haben. Dies verdeutlicht, dass bloßes Wissen über Gottes Pläne nicht ausreicht – es braucht Glauben und Gehorsam.
Herodes dagegen sieht den Messias als Bedrohung seiner Herrschaft, was seine späteren grausamen Taten erklärt.
Frage: Wo in meinem Leben weiß ich von Gottes Plänen, doch zögere ich noch, aktiv zu handeln und zu vertrauen?
Vers 5-7 Die Prophezeiung
Mt 2,5: Sie aber sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben durch den Propheten.
Distanziert wie die Schriftgelehrten?
Die Hohepriester und Schriftgelehrten wussten zwar mit dem Verstand, dass jetzt der lang erwartete Hirte des Volkes Israel geboren werden sollte. Aber sie gingen nicht hinaus nach Bethlehem, um ihn zu suchen, anzubeten und ihm Geschenke zu geben. Sie blieben gleichgültig distanziert.
Wie leicht ist es, dass wir einer ähnlichen Einstellung zum Opfer fallen: dass wir meinen, wir wüssten ja schon viel über den christlichen Glauben, aber uns nicht auf den Weg nach Bethlehem machen, um Jesus anzubeten.
Herr, erbarme dich unser, und schenke uns Umkehr und Glauben.
Joachim Richter
Frage: Welche inneren Wege müsste ich heute gehen, um Jesus wirklich in meinem Leben zu begegnen?
Mt 2,6: Und du, Bethlehem im Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll.
Jesus erwählt das Niedrige
Die Sterndeuter ihrerseits glaubten nach menschlichem Ermessen, die ihnen angezeigte Geburt des Königs sei in der Residenzstadt Jerusalem zu suchen; aber Jener, welcher Knechtsgestalt angenommen hatte und nicht gekommen war, zu richten, sondern gerichtet zu werden, wählte Bethlehem zu seiner Geburt, Jerusalem zu seinem Leiden.
Alles Dürftige und Niedrige erwählte er, damit man erkenne, die Gottheit habe die Welt umgestaltet. Darum erwählte er eine arme Mutter, ein armes Vaterland, er ist dürftig; dies lehrt dir die Krippe.
Auch in Bethlehem wird er bezeichnend geboren. Goldene Kette
Frage: Wie kann ich im eigenen Leben erkennen, wo das Einfache und Schlichte göttliche Bedeutung trägt?
Vers 7-8 Herodes' Täuschungsplan
Mt 2,7: Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen war.
Mt 2,8: Er sandte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht genau nach dem Kind. Und wenn ihr es gefunden habt, so lasst es mich wissen, damit auch ich komme und es anbete!
Wissen und Handeln
Was war im Gegensatz dazu mit den "Einheimischen" los? Ganz Jerusalem erschrickt über die Nachricht des neugeborenen Königs. Und die Schriftgelehrten wissen sogar, wo er zur Welt kommen sollte.
Für sie wäre es eine Kleinigkeit gewesen, die kurze Reise nach Betlehem auf sich zu nehmen. Sie besitzen viel Wissen, sie kennen sich bestens aus, und doch verpassen sie die Chance ihres Lebens, weil das Wissen in ihrem Leben keine Konsequenzen hat. Es bewegt sie nicht zum Handeln.
Wie ist es mit mir? Genügt es mir, mich in meinem Glauben gut auszukennen und meine religiösen Pflichten zu erfüllen, oder bewegt mich mein Glaube dazu, die frohe Botschaft in die Tat umzusetzen?
Bertalan Egervári
Frage: In welchen Momenten meines Lebens hat Wissen mein Handeln tatsächlich geprägt, und wo könnte mein Glaube mich noch mutiger führen?
Er sandte sie nach Bethlehem
Bei diesem Suchen und Unterwegssein kann man auch mal falsch abbiegen. Die Sterndeuter sind überzeugt, dass ihr Ziel Jerusalem ist, aber da haben sie sich getäuscht.
So kann es uns auf unserem Glaubensweg auch ergehen. Wir meinen, es passt alles, ich bin gut unterwegs, eine gute Christin, ein guter Christ, dennoch bin ich bloß in Jerusalem gelandet, aber noch nicht am Ziel.
Der Stern, dem ich folge, der treibt mich weiter. Mein Suchen und Fragen bleiben. Meine Hoffnung ist noch nicht in Erfüllung gegangen. Da ist noch etwas, das ich nicht gefunden habe. Und dabei kann es notwendig sein, völlig neue Wege zu gehen, in Richtungen, an die ich gar nicht dachte … Betlehem, nicht Jerusalem.
Ich suche keinen großartigen König, sondern ein unscheinbares Kind. Auch das gehört zu unserem Unterwegssein als Hoffnungspilger dazu: Immer wieder aufbrechen, unbeirrt weitersuchen.
Die Sterndeuter lassen sich nicht aufhalten, sondern brechen erneut auf, folgen unbeirrt dem Stern und gelangen schließlich zum Ziel.
Herbert Winklehner
Frage: Welche „Sterne“ oder inneren Impulse führen mich auf meinem eigenen Lebensweg weiter, auch wenn ich schon glaube, am Ziel zu sein?
Vers 9 Der Stern führt zum Ziel
Mt 2,9: Und als sie den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war.
Andacht von Leo dem Großen
Die Aufgabe des Sterns sollen wir in gleicher Weise erfüllen, nämlich indem wir der Gnade dienen, die alle zu Christus einlädt.
Jeder Christ, der treu und lauter lebt und der nach dem strebt, was im Himmel ist und nicht auf der Erde, der ist wie ein himmlisches Licht.
Denn wenn er mit seinem heiligen Leben Glanz ausstrahlt, dann zeigt er wie ein Stern vielen anderen den Weg zum Herrn.
Darum müsst ihr euch bemühen und euch gegenseitig unterstützen. Durch den wahren Glauben und durch gute Werke werdet ihr dann ins Reich Gottes eingehen und dort als Kinder des Lichts leuchten.
Leo der Große
Frage: Auf welche Weise könntest du heute selbst wie ein Stern für andere leuchten und den Weg zu mehr Gnade und Licht zeigen?
Vers 10 Freude der Weisen
Mt 2,10: Als sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hocherfreut.
Sie wurden hocherfreut
Freude über Freude: Eine Riesenfreude, unbändig! Der Evangelist häuft die Worte, um das Übermaß ihres Glücks zu beschreiben. Es ist das Glück des belohnten Vertrauens.
Es ist die Freude aus der erfahrenen Gewissheit, bei allem Auf und Ab des Lebens, inmitten aller Turbulenzen und Anfechtungen dennoch geführt zu werden. Wer es einmal an sich selbst erfahren hat, wie nach Zeiten der Ungewissheit und Ratlosigkeit plötzlich die Gewissheit wieder Platz greift – die Gewissheit nämlich, dass ich mit meinem Leben auf der richtigen Spur bin – wird den Jubel verstehen, der die Weisen erfasst, als sie ihren Stern wieder erblicken, der in Jerusalem offensichtlich aus ihrem Blickfeld verschwunden war.
Pius Kirchgessner
Frage: Wann hast du in deinem Leben diese Gewissheit gespürt, dass du trotz Unsicherheiten auf deinem richtigen Weg geführt wirst?
Vers 11 Anbetung & Geschenke
Mt 2,11: Sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seiner Mutter.
Sie fanden das Kind samt Maria
Gott begegnet uns im Unscheinbaren: Nach langer, mühsamer Reise finden die Weisen kein prächtiges Königskind, sondern ein kleines, hilfloses Kind, ein erbarmungswürdiges Wesen. Und doch erkennen die Weisen in diesem unscheinbaren Kind das Ziel ihrer Reise.
Sie setzen nicht selbst die Bedingungen fest, unter denen sie Gott finden. Sie stoßen sich nicht an seiner Geringheit und Niedrigkeit, sondern verbeugen sich und huldigen ihm.
Auch uns begegnet Gott oft ganz anders, als wir es erwarten oder wünschen. Stellen wir keine Bedingungen auf, wann, wo und wie unsere Begegnung mit Gott stattfindet, sondern nehmen wir uns diese Offenheit der drei Weisen zu Herzen und lassen uns überraschen.
Gott begegnet uns doch oft im Unscheinbaren und im Geringen.
Frage: In welchen kleinen, unscheinbaren Momenten in meinem Leben könnte mir heute Gott begegnen?
Mt 2,11: Da fielen sie nieder und beteten es an.
Andacht für dein Leben
- Setze Prioritäten bei der Anbetung: Wie die Weisen Jesus auf ihrer Reise als König erkannten und ihm ihre kostbarsten Geschenke brachten, so sollst auch du in deinem Leben Zeit und Aufmerksamkeit auf Jesus richten. Anbetung bedeutet, Ihn an erste Stelle zu setzen und Ihm deinen ganzen Fokus zu widmen, nicht nur in der Kirche, sondern auch im Alltag.
- Anbetung im Herzen: Die Weisen fielen nieder und beteten an. Deine Anbetung muss nicht immer äußere Formen haben, sondern kann auch in einem stillen Moment im Herzen geschehen. Es geht darum, Gott in Ehrfurcht und Liebe zu begegnen, Ihm zu vertrauen und Ihn in deinem Leben zu ehren, wo immer du bist.
Anbetung
Wichtiger als ihre Gaben ist die Tatsache, dass sie Jesus anbeteten. Es muss ein merkwürdiger Anblick gewesen sein, diese beeindruckenden Würdenträger sich vor einem kleinen Kind verneigen zu sehen.
Zur Anbetung: Anbetung ist nicht nur ein innerlicher Akt. Es geschieht auch nicht nur mit dem Kopf. Sie zeigt sich auch im Leiblichen. Der Leib betet mit. Gebet drängt dazu, sich auch leibhaft auszudrücken. Der Leib wird Gebet.
Die Weisen knien nieder, sie werfen sich nieder. Ihr ganzes Wesen ist gesammelt in der Huldigung, in Anbetung und Hingabe. Sich niederwerfen ist eine Geste der Demut, der Hingabe. Welch anderes Ziel hat alles Suchen und Finden Gottes als das der Anbetung und Hingabe, der devotio, der Gottesverehrung, der Übereignung des Herzens?
Die Anbetung Gottes: Welchen Stellenwert hat sie in meinem Leben?
Ein Mensch ist nie größer als dann, wenn er kniet. Johannes XXIII
Frage: Wo in meinem Alltag kann ich mein Herz bewusst in Anbetung und Hingabe öffnen und spüren, dass mein Leib und meine Seele gemeinsam beten?
Was bedeutet Anbetung?
Anbeten bedeutet, Jesus ohne eine Wunschliste in der Hand zu begegnen, sondern nur mit dem einen Wunsch, bei ihm zu bleiben.
Es heißt zu entdecken, dass die Freude und der Friede mit dem Lobpreis und der Danksagung wachsen. Anbetung ist eine Geste der Liebe, die das Leben verändert.
Anbeten heißt, es wie die Sterndeuter zu machen: dem Herrn Gold zu bringen, um ihm zu sagen, dass nichts wertvoller ist als er; ihm Weihrauch darzubieten, um ihm zu sagen, dass nur mit ihm unser Leben aufsteigt; ihm Myrrhe darzubringen, mit der verwundete und geschundene Körper gesalbt wurden, um Jesus zu versprechen, unserem ausgegrenzten und leidenden Nächsten beizustehen, weil er in ihm gegenwärtig ist.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens kann ich meine Aufmerksamkeit und Liebe ganz auf Jesus richten, ohne Erwartungen oder Bedingungen?
Andacht von Papst Franziskus
Anbeten bedeutet, Jesus ohne eine Wunschliste in der Hand zu begegnen, sondern nur mit dem einen Wunsch, bei ihm zu bleiben. Es heißt zu entdecken, dass die Freude und der Friede mit dem Lobpreis und der Danksagung wachsen.
Anbetung ist eine Geste der Liebe, die das Leben verändert. Anbeten heißt, es wie die Sterndeuter zu machen: dem Herrn Gold zu bringen, um ihm zu sagen, dass nichts wertvoller ist als er; ihm Weihrauch darzubieten, um ihm zu sagen, dass nur mit ihm unser Leben aufsteigt; ihm Myrrhe darzubringen, mit der verwundete und geschundene Körper gesalbt wurden, um Jesus zu versprechen, unserem ausgegrenzten und leidenden Nächsten beizustehen, weil Er in ihm gegenwärtig ist.
Frage: Wie kann ich heute bewusst Jesus in meinem Alltag begegnen, ohne Erwartungen, und seine Gegenwart in anderen Menschen erkennen?
Andacht von ksf
Legen wir unsere Sorgen, Anliegen und Nöte, nicht weniger aber auch unsere Liebe und alles, was wir aus Liebe taten, in die Krippe und haben wir Vertrauen in Jesus.
Schauen wir auf das Kind in der Krippe, damit Sein Friede in unsere Herzen einziehen kann. Die Stürme des Misstrauens mögen unsere Herzen umtoben. Wir aber wollen still den Blick auf das göttliche Kind halten. So werden wir siegen.
Hab keine Angst! Fürchte Dich nicht! Jesus kommt für Dich! Ja, das Leben ist voll von schweren Situationen und Umständen. Ja, ein Rosenkranz ändert nicht sofort die Situation, in der wir stehen.
Aber wie ein Strom der Gnade umfängt das Gebet unsere Herzen, bewahrt uns vor der Verzweiflung und gießt Ströme der Barmherzigkeit über jene, für die wir beten.
Frage: Welche Sorgen und Ängste darf ich heute in die Hände Jesu legen, um Raum für Seinen Frieden in meinem Herzen zu schaffen?
Mt 2,11: Sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Andacht für dein Leben
- Suche das Wertvolle: Wie die Weisen, die den Stern folgten, sollst auch du nach dem suchen, was im Leben wirklich zählt. Materielle Dinge sind vergänglich, doch die Begegnung mit Jesus und das Streben nach einem Leben in seinem Licht sind die wahren Schätze.
- Gebe mit Freude: Die Weisen brachten Geschenke, weil sie Jesus als König anerkannten. Auch du kannst dein Leben und deine Talente als ein Geschenk an Gott und andere weitergeben. Es geht nicht nur um materielle Dinge, sondern um die Hingabe deines Herzens und deiner Zeit.
Bedeutung der Geschenke
Gold ist ein königliches Geschenk. Das Gold wird ihm dargebracht als großem König. Bringen wir ihm bildlich gesprochen alles Gold unseres Lebens dar, indem wir unser Leben ihm hingeben.
Weihrauch ist ein priesterliches Geschenk. Jesus ist unser Gott. Bringen wir ihm den Weihrauch unserer Anbetung.
Myrrhe ist eine Totengabe. Myrrhe geben sie dem Erlöser, dem, der für uns gelitten hat, gestorben ist und begraben wurde. Es ist Sinnbild des Leidens. Bringen wir ihm auch die Myrrhe unseres Leidens dar, alles Bittere, alles Scheitern, jede Träne.
Frage: Welche Aspekte meines Lebens, sei es Freude, Anbetung oder Schmerz, kann ich heute bewusst Jesus darbringen?
Gold, Weihrauch und Myrrhe
Gold ist etwas, das dem König gebührt. Weihrauch gehört zum Opfer, das man Gott darbringt. Mit Myrrhe wird der Leib von Toten gesalbt.
Mit ihren geheimnisvollen Gaben verkünden die Magier den, den sie anbeten: Mit dem Gold verkünden sie ihn als König, mit dem Weihrauch als Gott und mit der Myrrhe als sterblichen Menschen.
Wir wollen dem Herrn, der jetzt geboren ist, Gold darbringen als Zeichen, dass wir seine weltumspannende Herrschaft anerkennen. Wir wollen ihm Weihrauch darbringen als Zeichen, dass wir glauben, dass er, der in der Zeit erschienen ist, als Gott vor aller Zeit ist. Wir wollen ihm Myrrhe darbringen als Zeichen, dass wir glauben, dass er in seiner Gottheit kein Leiden kennt und zugleich ein sterblicher Mensch wie wir war.
Gregor des Großen
Frage: Welche Gaben meines Lebens kann ich heute als Zeichen meiner eigenen Wertschätzung und meines Glaubens bewusst darbringen?
Vers 12 Warnung im Traum
Mt 2,12: Da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in ihr Land.
Zogen auf einem anderen Weg zurück
Rückkehr in den Alltag: Die Weisen kehren zurück in ihr Land und damit in ihren Alltag. Die Begegnung mit dem göttlichen Kind ist vorbei. Auch unsere Erfahrungen von Gottes Nähe sind vorübergehend. Wir spüren nicht immer Gottes Gegenwart, gerade und vor allem in den Verstrickungen des Alltags.
Aber wir dürfen vertrauen, dass er bei uns bleibt und alle Wege mit uns geht, bis wir ihn endgültig finden und immer bei ihm sind im Licht seiner Herrlichkeit.
Allerdings: Die Weisen kehren verändert zurück. Dies trifft auch auf uns zu. Charles de Foucauld schreibt: Wenn man Jesus gesehen hat, muss man auf anderen Wegen heimkehren, auf dem Weg der Bekehrung, nicht auf dem Weg der Vergangenheit.
So lasst uns nach diesen weihnachtlichen Festtagen verändert und neu in unseren Alltag gehen, das Kind in der Krippe in unserem Herzen tragend.
Frage: Wie kann ich die Erfahrung der Nähe Gottes in meinem Alltag lebendig halten und sie meine Handlungen und Entscheidungen leiten lassen?
Glauben der Sterndeuter
Betrachte aber den Glauben der Magier, weil sie in ihrem Herzen sich nicht ärgerten und sprachen: Wenn dieser Knabe groß ist, wozu sollen wir fliehen und uns im Geheimen zurückziehen?
Denn dies verrät den wahren Glauben, nicht um die Ursache dessen zu fragen, was befohlen wird, sondern nur davon überzeugt zu sein.
Die Weisen geben uns aber etwas Großes zu verstehen, daß sie auf einem anderen Wege in ihre Heimat zurückkehrten. Denn unsere Heimat ist das Paradies, wozu wir, wenn wir Jesus kennen gelernt haben, auf dem Weg, auf dem wir kamen, nicht zurückkehren sollen.
Denn von unserer Heimat entfernten wir uns durch Stolz, Ungehorsam, durch Streben nach dem Sinnlichen, durch den Genuß der verbotenen Frucht; aber zu ihr müssen wir zurückkehren durch Tränen, Gehorsam, Verachtung des Irdischen, und durch die Zügelung der fleischlichen Begierde.
Goldene Kette
Frage: Welche Wege in deinem Leben führen dich zurück zu deiner inneren Heimat, und welche Hindernisse gilt es dabei zu überwinden?
Andacht von Charles de Foucauld
Mit was für einer Macht legt sich die Pflicht auf mich, auf einem anderen Weg zurückzukehren, mich zu bekehren, einen völlig neuen Weg zu nehmen, endgültig all die schlechten und unvollkommenen Wege zu verlassen, denen ich bis dahin gefolgt bin und endlich den Weg einzuschlagen, von dem du willst, dass ich ihn gehe.
Welches ist dieser Weg, o mein Herr Jesus, o mein viel geliebter Gott? Zeig ihn mir und gib mir die Kraft, ihm zu folgen.
Dieser Weg ist der Weg deiner vollkommensten Verherrlichung, er ist der Weg der Liebe, begleitet von Gehorsam, Nachahmung, Betrachtung und Opfer. Mein Gott, rette mich, lass mich diesen Weg einschlagen, lass mich dort alle Tage meines Lebens mutig und liebend gehen. Gib mir Licht, Kraft, Liebe, vor allem Liebe. Liebe enthält Kraft. Man ist in dem Maß mutig, in dem man liebt.
Rette mich, o Jesus, mein Vielgeliebter, o Jesus, so süßes Kind, und lass mich bis zu meinem letzten Augenblick auf dem Weg der Liebe gehen, der größten Liebe, dein Wohl am meisten will und verursacht. Lass mich meinen Weg im Blick auf dich allein gehen und dir gehorchen, dich nachahmen, dich betrachten, dir alle Opfer bringen, die du von mir verlangst.
Frage: Welchen neuen Weg ruft mich Gott heute zu gehen – und habe ich den Mut, ihm in Liebe zu folgen?