Mt 21, 12-17 Tempelreinigung: Auslegung und Andacht

Mt 21, 12-17 im Überblick: Matthäus 21, 12 bis 17 leicht verständlich erklärt. Dieser Impuls zur Tempelreinigung hilft dir, den Bibeltext tiefgehender zu erfassen und im Alltag anzuwenden.

Vers 12 Tempelreinigung

Mt 21,12: Dann ging Jesus in den Tempel, jagte alle Händler und Käufer hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um.

Jesus geht in den Tempel

Und Jesus zog in den Tempel. Dies war die Sache des guten Sohnes, daß er in das Haus des Vaters eilte, um ihm Lob darzubringen, und damit du Christo nachahmst, und wenn du in eine Stadt kommst, zuerst in die Kirche eilst. Goldene Perle

Andacht von Meister Eckhart

Hierum will Gott diesen Tempel ledig frei, leer haben, auf dass denn auch nichts weiter darin sei als er allein.

Seht, alle die sind Kaufleute, die sich hüten vor groben Sünden und wären gern gute Leute und tun ihre guten Werke Gott zu Ehren, wie Fasten, Wachen, Beten und was es dergleichen gibt, allerhand gute Werke, und tun sie doch darum, dass ihnen unser Herr etwas dafür gebe oder dass ihnen Gott etwas dafür tue, was ihnen lieb wäre: dies sind alles Kaufleute.

Das ist im groben Sinn zu verstehen, denn sie wollen das eine um das andere geben und wollen auf solche Weise markten mit unserm Herrn. Bei solchem Handel sind sie betrogen.

Frage: Welche inneren Räume in dir könntest du noch leer machen, um Gottes Gegenwart ungeteilt zu erfahren?

Vers 13 Bethaus vs. Räuberhöhle

Mt 21,13: Mein Haus soll ein Bethaus genannt werden! Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!

Mein innerer Ort

Dieser innerste heilige Ort im Menschen kann verstellt sein durch allerlei Gerümpel, Geld, Besitz und weltliche Interessen.

Böse und niedrige Gedanken können in uns so sehr die Oberhand gewinnen, dass für Gott kein Platz mehr ist. Der Mensch kann unter seiner Würde leben und das Heiligste vergessen, verdrängen, ausschließen.

Wir können Gott zwar hinauswerfen. Gott aber geht nimmer in die Ferne. Wir können Gott vergessen, er vergisst uns nie. Er wartet auf uns.

Suchen wir die Stille, das Gebet und den Nächsten, denn dort lässt er sich finden.

Frage: Wo in meinem Leben habe ich vielleicht den innersten heiligen Ort verstellt, und wie kann ich ihn wieder öffnen, um Gott näher zu sein?

Vers 14 Heilung von Blinden und Lahmen

Mt 21,14: Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie.‭

Jesus dient dem Menschen

Blinde und Lahme waren auf den Hof der Heiden beschränkt. Sie konnten nicht näher an den Tempel gehen und nicht zum Altar gehen, um zu opfern. Nachdem er den Hof der Heiden von Kaufleuten und Räubern gesäubert hatte, diente Jesus dann den Ausgestoßenen, die sich dort versammelten.

Vers 15-16 Ärger der Hohenpriester

Mt 21,15: ‭Als aber die obersten Priester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel riefen und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids!, da wurden sie entrüstet

Kluft zwischen Führern und Volk

Die Szene zeigt die Kluft zwischen den religiösen Führern und dem Volk. Während die Kinder Jesu wahre Identität erkennen und ihn loben, lehnen ihn die Gelehrten ab. Ihre Empörung verdeutlicht ihren geistlichen Hochmut und ihre Blindheit gegenüber Gottes Wirken.

Jesus nimmt die kindliche Anbetung an, denn sie erfüllt alttestamentliche Prophezeiungen (Psalm 8,3). Dadurch wird deutlich, dass Gottes Reich oft durch die Demütigen und Kleinen offenbart wird.

Die Verse fordern zur demütigen Hingabe und offenen Herzen gegenüber Jesus auf.

Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich Gottes Wirken in den einfachen und unscheinbaren Dingen erkennen können?

Mt 21,16: ‭und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr noch nie gelesen: Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du ein Lob bereitet?

Vers 17 Übernachtung in Bethanien

Mt 21,17: ‭Und er verließ sie, ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und übernachtete dort.‭

Er verließ sie

In Matthäus 21,17 verlässt Jesus Jerusalem nach den Ereignissen im Tempel und verbringt die Nacht in Bethanien. Dies zeigt seine Trennung von der religiösen Elite und seine Nähe zu einfachen Menschen.

Bethanien, Heimat von Lazarus, Maria und Martha, symbolisiert Gastfreundschaft und Glauben. Diese Szene verdeutlicht Jesu Demut und seine bewusste Distanz zur korrupten Führung in Jerusalem.

Sein Rückzug kann auch als Vorbereitung für die kommenden Ereignisse, insbesondere seinen Leidensweg, verstanden werden. Zudem erinnert sie an die Bedeutung von Bethanien als Ort des Trostes und der Gemeinschaft.

Jesu Handeln lädt dazu ein, ihm nachzufolgen, aus der Oberflächlichkeit auszubrechen und sich auf authentischen Glauben zu konzentrieren.

Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben Orte der Ruhe und Gemeinschaft finden, die dich im Glauben und in der inneren Klarheit stärken?