Mt 20, 17-19 Dritte Leidensankündigung

Vers 17 Weg nach Jerusalem

Mt 20,17: ‭Und als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er die zwölf Jünger auf dem Weg beiseite und sprach zu ihnen:‭

Auf dem Weg nach Jerusalem

Der Weg nach Jerusalem wird in der biblischen Sprache oft als Aufstieg beschrieben: hinauf zum Berge des Herrn. Auch Jesus steigt hinauf. Seine Stunde ist gekommen, nicht die Stunde des weltlichen Triumphs, wie es die Menschen erwarten, sondern des Leidens und des Hinaufsteigens ans Holz des Kreuzes. In dieser Erniedrigung wird seine unendliche Größe sichtbar. Maria Hemm

Frage: Welche inneren „Aufstiege“ erlebst du in deinem Leben, bei denen Größe nicht im äußeren Erfolg, sondern in der Demut und im Durchhalten sichtbar wird?

Vers 18 Ankündigung des Verrats

Mt 20,18: Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den obersten Priestern und Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen.

Ausgeliefert sein & Sich ausliefern

Jesus spricht mit seinen Jüngern sehr offen darüber, was mit ihm in Jerusalem passieren wird. Und das ist keine Option; er sagt nicht: „Es kann sein, dass …“, er sagt, „Dort wird …“

Jesus ist Gott, er könnte diesem Ausgeliefertsein ausweichen, aber er wird es nicht tun. Letztlich liefert er sich selbst aus; nimmt seinen Auftrag an.

Gibt es Themen, denen ich ausweichen möchte? Gibt es Dinge, die von mir (zu Recht) erwartet werden, die ich lieber abgebe, aussitze, hoffe, dass sie an mir vorübergehen? Bin ich dann in der Lage, selbst Verantwortung zu übernehmen und zu sagen: Ich nehme das auf mich, weil es richtig ist?

Frage: Wo in meinem Leben habe ich die Möglichkeit, mutig Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es unbequem ist?

Vers 19 Tod und Auferstehung

Mt 20,19: Und werden ihn den Heiden ausliefern, damit diese ihn verspotten und geißeln und kreuzigen und am dritten Tag wird er auferstehen.

Jerusalem kommt immer näher

Die Jünger spüren die innere Angespanntheit Jesu. Etwas ist anders als sonst. Jesus weiß, was ihn erwartet. Das Wissen um das bevorstehende Leiden verändert Jesus. Die Jünger und Menschen um ihn herum, die davon nichts wissen, wundern sich. Seine Jünger weist Jesus nochmals auf das hin, was ihm bevorsteht, aber sie verstehen ihn nicht.

Jesus sagt seinen Tod voraus

Deutlicher als in den Worten dieses Evangeliums kann Jesus nicht mehr werden. Er spricht von Auslieferung, also davon, dass jemand ihn verraten wird. Auch sagt er voraus, dass er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt werden wird.

Vor allem auf dem Weg in Richtung Jerusalem sah man für gewöhnlich Verbrecher am Kreuz hängen. Diese grausame Art der Todesstrafe sollte das Volk abschrecken, der Besatzungsmacht Widerstand zu leisten. Jesus davon sprechen zu hören, war für die Apostel verwirrend und wohl überhaupt nicht begreiflich.

Kannst du dir vorstellen, wie Petrus oder Johannes reagiert haben? Wie haben sie auf Jesus geschaut? Und wie reagierten sie wohl auf die Aussage über die Auferstehung? Wir hören diese Wörter und denken uns schon gar nichts mehr dabei. Das Wort Auferstehung ist für uns zum Alltagswort geworden. In jener Zeit war seine Bedeutung noch sehr umstritten.

Aber ist Jesu Offenbarung über seinen Tod nicht auch ein Ausdruck der Barmherzigkeit? Er versuchte, ihnen dadurch Trost und Hoffnung zu geben. Wenn alles geschehen sein würde, würden sie sich nach seiner Auferstehung daran erinnern und erkennen, dass er den Tod besiegt hat.

Ilona Kies

Frage: Wie öffnet sich dein Herz für die Botschaft von Hoffnung und Barmherzigkeit in deinem eigenen Leben?