Mt 19, 13-15 Jesus segnet Kinder
Inhaltsverzeichnis
Vers 13 Kinder zu Jesus gebracht
Mt 19,13: Da wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er die Hände auf sie lege und bete.
Die Kinder zu Jesus bringen
Eltern tragen die große Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder. Sie haben oft genaue Vorstellungen und hohe Erwartungen, was zukünftige Erfolge ihrer Kinder betrifft. Es wird viel Geld in die Förderung von sportlichen und musikalischen Talenten investiert.
Das Wichtigste jedoch, was Eltern tun müssen, kommt im heutigen Evangelium klar zum Vorschein: Sie müssen ihre Kinder zu Jesus bringen. Sie müssen sie lehren zu beten, zur Messe zu gehen und vor allem zu begreifen, dass Jesus wirklich ihr bester Freund ist, mit dem sie alles teilen können.
Kann man seinen Kindern ein größeres Geschenk machen?
Frage: Wie kann ich meinen Kindern helfen, Jesus als ihren besten Freund zu erleben und sie auf ihrem Glaubensweg zu begleiten?
Dies ist ein wunderbares Bild für die Fürbitte
In der Fürbitte bringen wir Menschen zu Jesus, damit er sie segnet. In der Fürbitte stelle ich den anderen Menschen unter die besondere Aufmerksamkeit Gottes. Gemeinschaft lebt aus dieser Fürbitte füreinander. Machen wir viel von ihr Gebrauch.
Die Fürbitte verändert auch mich. Sie führt mich aus der Egozentrik meiner eigenen Probleme in den befreienden Raum des Dienstes und verändert meine Einstellung zum anderen. Ich finde Zugang zu den Herzen derer, für die ich bete.
Die Fürbitte ist eine Art, den anderen zu lieben. Richard J. Foster
Frage: Wie würde sich mein Leben verändern, wenn ich regelmäßig in dieser selbstlosen Haltung für andere bete?
Vers 14 Lasset die Kinder kommen
Mt 19,14: Lasst die Kinder und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Reich der Himmel!
Kinder vertrauen
Warum nehmen Kinder bei Jesus diesen besonderen Platz ein? Was ist ihnen gemein und stellt für uns eine Einladung zur Nachahmung dar?
Kinder vertrauen ihren Eltern und den Menschen, die ihnen nahestehen. Das Kind hat auf den Armen des Vaters keine Angst und fragt sich nicht, ob er es irgendwann fallen lassen könnte. Ganz im Gegenteil.
Es sucht auch die Mutter, um sich sicher zu fühlen und glücklich zu sein. Das Kind ruht am Herzen der Mutter und kann schlafen, auch wenn sich diese in einem Chaos zurechtfinden muss.
So sehnt sich Gott nach uns und diese Sicherheit möchte er seinen Kindern geben. Er sehnt sich danach, dass wir wie Johannes beim letzten Abendmahl an seinem Herzen ruhen.
Identifiziere ich das Bild vom Vater oder von der Mutter, in deren Armen das Kind sicher und geborgen ist, mit Gott?
Frage: Wie kann ich mich in meinem Alltag immer wieder bewusst in Gottes sicheren Armen geborgen fühlen?
Wie ein Kind sein
Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!
Der Vorzug der Kinder besteht darin, dass sie völlig aufs Beschenktwerden angewiesen sind. Das Kind ist in erster Linie Empfangender. Glaube ist wie eine leere, zum Empfangen geöffnete Kinderhand.
Gott nötig haben in allem. Kindlich Abba sagen können. Immer wieder mit leeren Händen staunend vor Gott kommen und von ihm lernen wollen.
Ein Kind kann sich nicht vorstellen, dass Vater und Mutter etwas nicht können. Das soll die Haltung des Glaubens sein unserem Gott gegenüber.
Jesus sagt, nicht auch, sondern nur Kindern gehört die Gottesherrschaft. Im Kind gibt es etwas, das einem, der in das Himmelreich kommen will, nie fehlen darf.
Der Himmel ist allen zugesagt, die einfältig sind wie die Kinder, allen, die wie sie von vertrauensvoller Hingabe erfüllt, die rein und reich an Güte sind. Sie allein können in Gott einen Vater finden und durch Jesus zu Kindern Gottes werden.
Schlimm wäre es, das Wort des Heilands zu vergessen: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so einfach, demütig und fügsam wie sie, werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen.
Franz von Sales
Frage: Wo in meinem Leben darf ich heute wieder mit offenen, staunenden Händen zu Gott kommen und mich von ihm beschenken lassen?
Vers 15 Handauflegung und Segen
Mt 19,15: Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte, zog er von dort weg.
Hände auflegen
Jesus segnet die Kinder – die meisten von ihnen werden kaum einen echten Wunsch an ihn gerichtet haben, jedenfalls ist davon nichts berichtet. Erwachsene haben Jesus oft um Heilungen gebeten, der eine oder andere auch um Rat.
Die Kinder kommen zu Jesus mit einem einfachen Gespür, dass er es gut mit ihnen meint, dass sie gar nicht viel sagen müssen, und er sie trotzdem versteht – wiederum wie Eltern, die einem Kind oft schon ansehen, was es braucht.
Und in diesem Bewusstsein kann ich im Gebet auch zu Jesus kommen – manchmal mit konkreten Anliegen, einem Dank, einem Lob, einer Bitte, manchmal aber auch nur, um bei ihm zu sein. Er weiß schon, was ich brauche und er liebt es, wenn ich ihn um etwas in seinem Namen bitte.
Vor allem aber liebt er es, mich zu beschenken, mich zu überraschen. Mein Auftrag ist es dann nur noch, diese Geschenke Jesu anzunehmen – wie ein Kind, das die Geschenke der Eltern ganz selbstverständlich, ohne Hintergedanken und ohne Stolz annehmen kann.
Gelingt mir das?
Frage: Wie kann ich heute die kleinen Geschenke des Lebens bewusst annehmen und mein Herz dafür öffnen?
Hände
Schon in der Antike galt die Hand als das Werkzeug aller Werkzeuge. Mit diesem wunderbaren Instrument hat der Herr uns ausgestattet. Wir können damit – wie er – beten, danken, arbeiten, segnen, berühren, geben, nehmen, schenken, umarmen, teilen, heilen, beschützen, segnen.
Die Hände des Priesters sind gesalbt, denn damit berührt er Christi Leib und Blut, zeigt und verteilt sie. Hände haben eine eigene Sprache. Möge von unseren Händen Segen ausgehen!
Der Herr hat um unseres Heiles willen seine Hände fesseln, schlagen, durchbohren und seinen ganzen Leib an ihnen aufhängen lassen. Seine Hände haben unsere Last getragen. Von ihnen geht für uns nur Segen aus.
Herr, meine Hände in deinen Händen!
Thomas Fox
Frage: Wie kann ich heute meine Hände bewusst einsetzen, um Segen und Liebe weiterzugeben?