Mt 18, 6-9 Jesus warnt vor Versuchungen

Vers 6 Warnung vor Verführung

Mt 18,6: ‭Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Anstoß ‭zur Sünde‭ gibt, für den wäre es besser, dass ein großer Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.‭

Anstoß ‭zur Sünde‭ gibt

Diese drastische Warnung Jesu zeigt die Ernsthaftigkeit, mit der Gott den Schutz der Glaubenden, insbesondere der Schwachen, betrachtet. "Diese Kleinen" können sowohl Kinder als auch geistlich Unerfahrene meinen.

Ein "Anstoß" bedeutet, jemanden zur Sünde oder zum Glaubensverlust zu verleiten. Die bildhafte Strafe – das Ertrinken mit einem Mühlstein – verdeutlicht die Schwere der Schuld.

Jesus fordert Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit anderen, besonders mit denen, die im Glauben wachsen. Die Stelle mahnt zu Achtsamkeit und zeigt Gottes besondere Fürsorge für die Schwachen.

Frage: Wie achte ich in meinem Alltag bewusst darauf, dass mein Handeln und meine Worte für andere, besonders für die Schwachen, förderlich und behütend sind?

​Vers 7 Wehe der Verführung

‭Mt 18,7: Wehe der Welt wegen der Anstöße ‭zur Sünde‭! Denn es ist zwar notwendig, dass die Anstöße ‭zur Sünde‭ kommen, aber wehe jenem Menschen, durch den der Anstoß ‭zur Sünde‭ kommt!‭

Kein Ärgernis sein

Die Jünger Christi sind aber nicht von dieser Welt; darum kann ihnen von den Ärgernissen kein Wehe zukommen.

Denn wenn auch der Ärgernis viele sind, so berühren sie doch den nicht, welcher nicht von dieser Welt ist.

Wenn er aber noch von dieser Welt ist, weil er die Welt und das, was in ihr ist, liebt, so werden ihn so viele Ärgernisse fesseln, als womit er an diese Welt gebunden war.

Goldene Perle

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens halte ich noch zu sehr an der Welt fest, obwohl mein Herz nach dem Geistigen strebt?

Vers 8 Radikale Abkehr (Hand/Fuß)

Mt 18,8: Wenn dich deine Hand oder dein Fuß zur Sünde verführen will, hack sie ab und wirf sie weg. Es ist besser, du gehst verkrüppelt oder verstümmelt ins ewige Leben, als dass du mit beiden Händen und Füßen ins ewige Feuer kommst.

Abkehr von Sünde

Dies ist keine wörtliche Anweisung zur Selbstverstümmelung, sondern eine drastische Metapher für konsequente Abkehr von Sünde.

Jesus betont, dass nichts wichtiger ist als das Reich Gottes – selbst schmerzhafte Opfer sind nötig, um nicht in ewige Trennung von Gott zu geraten.

Es geht darum, sündige Gewohnheiten oder Einflüsse entschlossen abzulegen, selbst wenn sie schwerfallen.

Diese Worte richten sich an Jünger, die Verantwortung für ihre Heiligkeit tragen. Sie erinnern daran, dass der Weg zu Gott mit Entsagung, aber letztlich mit ewigem Leben belohnt wird.

Frage: Welche hinderlichen Gewohnheiten oder Gedanken könntest du bereit sein loszulassen, um deinem inneren Frieden und deiner spirituellen Nähe zu Gott näherzukommen?

​Vers 9 Radikale Abkehr (Auge)

Mt 18,9: ‭Und wenn dein Auge für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Leben eingehst, als dass du zwei Augen hast und in das höllische Feuer geworfen wirst.

Um das Ziel zu erreichen, lohnt sich jedes Opfer

Die Hand steht für unsere Taten, der Fuß für unseren Wandel und das Auge für Dinge, die wir begehren. Das sind mögliche Gefahrenpunkte. Wenn wir hierin nicht hart bleiben, können sie uns ins ewige Verderben führen.

Wenn ich meine rechte Hand abhacke, kann ich immer noch mit der linken sündigen. Wenn mein linkes Auge ausgestochen ist, kann mein rechtes Auge immer noch sündigen – und wenn alle diese Glieder weg sind, kann ich immer noch in meinem Herzen und Verstand sündigen.

Gott ruft uns zu einer viel radikaleren Transformation auf, als jede Art von körperlicher Verstümmelung ansprechen kann.

Frage: Welche inneren Muster oder Gedanken gilt es in mir zu verwandeln, um meiner wahren spirituellen Essenz näherzukommen?

Hör auf damit! Jetzt!

Jesus ist in diesem Punkt radikal, fordernd, aber zu unserem Besten, wie ein guter Arzt. Jeder Schnitt, jedes Beschnitten-Werden dient dazu, besser zu wachsen und Früchte in der Liebe zu tragen. Fragen wir uns also: Was gibt es in mir, das dem Evangelium widerspricht? Was genau in meinem Leben soll ich wegschneiden, weil Jesus es will? Franziskus