Mt 17, 1-9 Verklärung

Vers 1 Berg der Verklärung

Mt 17,1: Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes mit auf einen hohen Berg. Sie waren dort ganz allein.

Der hohe Berg

Beginnen tut die Verklärung damit, dass Jesus die drei Apostel mit auf einen Berg nimmt. Der Berg steht in der Bibel für Gottesnähe, ein Ort, an dem Gott sich offenbart, an dem der Mensch Gott näher ist als im Tal, im Nebel seines Alltags.

So wichtig der Alltag ist, wir auch dort in und bei Gott sind, wir dort unser Kreuz tragen, so unerlässlich ist es für jeden von uns, dass er einen inneren Berg hat, auf dem er Gott begegnet. Physische Orte wie die Kirche oder eine kleine Gebetsecke und eine bestimmte Zeit, etwa das Morgengebet, können dabei hilfreich sein.

Wie dein Berg sich im Einzelnen zeigt, gestaltet sich bei jedem anders. Benedikt XVI. hat einmal gesagt, es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.

Frage: Welcher innere Ort oder welche Praxis lässt dich in deinem Leben Gott am deutlichsten spüren?

Präziser Zeitpunkt

Die Verklärung findet zu einem ganz präzisen Zeitpunkt der Sendung Christi statt, nach der Ankündigung seines Leidens. Jesus weiß, dass sie die Realität des Kreuzes nicht akzeptieren, und so möchte er sie darauf vorbereiten, den Skandal der Passion und des Kreuzestodes zu ertragen, damit sie wissen, dass dies der Weg ist, durch den der himmlische Vater seinen Sohn zur Herrlichkeit führen wird.

Jeder von uns hat nun sein eigenes Kreuz. Der Herr lässt uns das Ende dieses Wegs sehen, das die Auferstehung ist, die Schönheit, indem wir unser eigenes Kreuz tragen.

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben das Licht der Auferstehung erkennen, während ich mein persönliches Kreuz trage?

Vers 2 Jesu Antlitz leuchtet

Mt 17,2: Da wurde Jesus vor ihren Augen verwandelt: Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider strahlten hell.

Herrlichkeit Gottes

Für einen Augenblick erkennen die Jünger in Jesus mehr als nur einen Menschen, der ihr Meister ist. Sie erkennen die unbegreifliche Größe Gottes, die in Jesus Mensch geworden ist.

Stell dir das Licht und das Strahlen vor, welches die Jünger gesehen haben müssen. Wie wundervoll muss dieser Anblick sein, wenn man Jesus für einen Augenblick in seiner Gottheit erkennen darf.

Wir können uns fragen: Begreife ich eigentlich die Größe Gottes? Bin ich mir bewusst, wie unendlich groß der Unterschied zwischen mir und Gott ist und was seine Herrlichkeit bedeutet?

Verweile in dem Staunen über die Schönheit und die Herrlichkeit Gottes.

Antonia Hornstein

Frage: Welche Momente in meinem Leben lassen mich die unendliche Größe und Herrlichkeit Gottes erahnen?

Jesus ist im Gebet (vgl. Lk 9,29)

Häufig wird davon berichtet, dass Jesus sich zum Gebet zurückzog. Das Besondere hier ist, dass er drei Apostel mitnimmt und somit auch dich.

Auf den Berg mit Jesus zu steigen bedeutet für die Apostel, in das Gebet Jesu hineingezogen zu werden. Er wollte ihnen und dir das innere Licht zeigen, das ihn erfüllt, wenn er betet.

Das Gebet damals und für uns jetzt ist kein Beiwerk, keine „Option“, sondern es ist eine Frage von Leben oder Tod. Nur wer betet, das heißt, wer sich in kindlicher Liebe Gott anvertraut, kann in das ewige Leben eintreten, das Gott selbst ist.

Das Ereignis der Verklärung macht uns die existenzielle Bedeutung des Gebets für unser Leben klar. Mein Gebet ist immer das Gleiche, wenn ich am Morgen bete: Hier bin ich.

Frage: Wie kann ich mein eigenes Leben heute bewusst in das Licht des Gebets hineinführen?

Andacht von Johannes von Damaskus

Er hat nicht erst später das Sein empfangen und die Herrlichkeit dazu erhalten. Aus dem Vater geboren, ist er ohne Anfang und ohne Zeit und besitzt den Glanz seiner Herrlichkeit. Er wurde also verklärt. Das heißt nicht, dass er etwas wurde, was er vorher nicht war, sondern es bedeutet, dass er seinen Jüngern sichtbar machte, was er war. Er öffnete ihnen die Augen und machte aus Blinden Sehende.
Johannes von Damaskus

Frage: Welche verborgene Herrlichkeit oder Wahrheit in dir selbst könntest du heute erkennen und sichtbar werden lassen?

Vers 3 Mose und Elia erscheinen

Mt 17,3: Dann erschienen plötzlich Mose und Elia und redeten mit Jesus.

Das Thema des Gesprächs gibt Lukas an: Jesu Tod (Lk 9, 31)

Das Evangelium ist nicht eine Aneinanderreihung von Erzählungen, sondern eine abgestimmte Komposition.

Vor der Verklärung spricht Jesus über seinen bevorstehenden Tod und richtet an uns die Worte, dass auch wir in der Jüngerschaft unser Kreuz auf uns nehmen sollen.

Und in der Verklärung geht es wieder um seinen Tod. Jesus flieht nicht vor dieser Sendung, für die er in die Welt gekommen ist. So zeigt er uns, dass das wahre Gebet darin besteht, unseren Willen mit dem Willen Gottes zu vereinen.

Für uns bedeutet beten also nicht, vor der Wirklichkeit und deren Verantwortung zu fliehen, sondern sie im Vertrauen auf die treue und unerschöpfliche Liebe des Herrn vollends auf sich zu nehmen.

Frage: Wie kann ich in meinem Leben lernen, meinen eigenen Willen mit dem Willen Gottes in Einklang zu bringen und dabei Vertrauen und Mut zu entwickeln?

Vers 4 Petrus will Hütten bauen

Mt 17,4: Petrus rief: Herr, wie gut, dass wir hier sind! Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elia.

Es war gut, da zu sein

Auch wenn wir es nicht so erfahren wie die drei, es gibt nichts Größeres als bei Gott zu sein. Dazu können wir uns die Allgegenwart Gottes bewusst machen.

Wir können im Gebet bei ihm sein, der durch die Taufe im Tempel unseres Leibes in uns Wohnung genommen hat. Oder wir können seine leibhaftige Gegenwart in der Eucharistie suchen und in der Kirche vor ihm verweilen.

In keinem dieser Fälle sehen wir Christus verklärt, doch es bleibt jedes Mal seine göttliche Gegenwart.

Bertalan Egervári

Frage: Wie offen bin ich dafür, Gottes Gegenwart in meinem Alltag bewusst wahrzunehmen und sie in mir wirken zu lassen?

Petrus möchte die Gotteserfahrung festhalten

Du hast sicher schon Momente tiefer Gotteserfahrung gemacht. Bei dem einen haben sie zur Bekehrung geführt, bei dem anderen sie haben ihn auf seinem Glaubensweg gestärkt.

Dennoch sind diese Momente tiefer Gotteserfahrung eher selten. Sie sind ein besonderes Geschenk, lassen sich weder durch Askese noch durch Meditation erzwingen, und auch festhalten lassen sie sich nicht.

Doch du kannst dich daran erinnern. Sie wirken in uns nach und verändern uns. Erinnere dich heute an einen Moment tiefer Gotteserfahrung in deinem Leben.

Vergesst in eurem Leben nicht den Berg der Verklärung. Es gibt ihn, diesen Berg der Verklärung, für jeden von uns an einem anderen Ort.

Edith Stein sagt: Je dunkler es hier um uns wird, desto mehr müssen wir das Herz öffnen für dieses Licht von oben.

Frage: Welcher Moment in deinem Leben hat dein Herz für das Licht von oben geöffnet und wie kannst du dieses Licht heute wieder bewusst einladen?

Vers 5 Stimme aus der Wolke

Mt 17,5: Noch während er redete, hüllte sie eine leuchtende Wolke ein, und aus der Wolke hörten sie eine Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn, über den ich mich von Herzen freue. Auf ihn sollt ihr hören.

Berg der Verklärung und Berg Golgatha

Eine Analogie, die mich sehr bewegt hat:

Hier der Berg der Verklärung, dort der Berg Golgatha. Hier strahlt Jesu Angesicht wie die Sonne, dort war sein Aussehen entstellt. Hier wurden seine Kleider weiß wie das Licht, dort wurde er seiner Kleider beraubt. Hier umgaben ihn zwei große Gottesmänner, dort hingen zwei Verbrecher neben ihm. Hier war die Wolke der Gegenwart Gottes, dort Finsternis und Gottverlassenheit.

Das Kreuz und die Herrlichkeit Christi gehören unzertrennlich zusammen. Auch dein Kreuz und das Wachsen in der Erkenntnis der Liebe Gottes sind unzertrennlich verbunden.

Frage: Wo in meinem Leben kann ich die Gegenwart Gottes auch in Momenten der Dunkelheit oder des Leidens erkennen?

Auf den Sohn hören

Die Einladung des Vaters, auf Jesus zu hören, den die Jünger nach dem Verschwinden der Vision „allein“ antreffen, unterstreicht den Vorrang des Hörens vor dem Sehen.

Der Glaube wird oft in der Dunkelheit gelebt: Lasst uns das Licht aufnehmen, wenn es uns gegeben wird, aber lasst uns mit dem zufrieden sein, was uns zu hören gegeben wird.

Gebet: Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören. Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen. Wenn wir auf irgendjemanden hören sollten, sollten wir auf Jesus hören.

Man könnte meinen, eine Stimme vom Himmel würde sagen: „Hör mir zu!“ Aber der Vater sagte: „Hört ihn!“ Alles weist uns auf Jesus hin.

Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich die Einladung, auf Jesus zu hören, auch wenn ich das Licht noch nicht klar sehen kann?

Werdet still und hört auf Jesus!

Wir sollen auf Jesus hören – das sind die Worte des Vaters zu uns aus dem Himmel. Auf seinen geliebten Sohn sollen wir hören. Es ist der Sohn, der durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt, nicht aufhört, zu uns zu sprechen.

Um ihn aber hören zu können, müssen wir still werden. Still vor dem, der zu uns spricht und uns begegnen möchte. Wir als Kinder Gottes sind fähig, die Stimme unseres Vaters zu hören.

Gott spricht meistens nicht akustisch hörbar, doch er spricht. Manchmal durch andere Menschen, durch ein Wort aus der Schrift, durch die Natur… Gott bedient sich alles Geschaffenen, um zu uns zu sprechen. Wir müssen nur unser Herz und unsere Augen dafür öffnen.

Habe ich in meinem Leben schon erfahren, dass Gott spricht und dass ich seine Stimme hören kann?

Frage: Welche Momente in meinem Leben haben mir gezeigt, dass Gott auf mich spricht, und wie kann ich noch aufmerksamer auf seine Stimme werden?

Andacht von Klaus-Stefan

Der ewige Vater lehrt es uns nicht weniger, dass wir auf Seinen Sohn hören sollen.

Welchen Stellenwert hat die Lectio Divina – die Lesung der hl. Schrift – in Deinem Leben? Wie willst Du auf Jesu Wort und Lehre hören, wenn Du Sein Wort in der heiligen Schrift nicht liest?

Es ist eine gute Sache, in der hl. Messe das Wort Gottes zu hören. Aber ehrlich: wie oft besuchst Du die hl. Messe und was weißt Du am Ende noch vom gehörten Wort?

Die geistliche Lesung des Wortes Gottes ist eine wunderbare Sache. Ich eröffne mit einem Gebet. Ich lese ein, zwei, drei Mal das Wort Gottes. Ich nehme mir Zeit, nachzudenken. Wer, wie, was, wann, wo, wozu, wem, warum – das sind Fragen, an denen man sich entlanghangeln kann bei der Lektüre.

Wenn Du gestorben bist und vor Jesus stehst, willst Du dann wirklich sagen, dass Dir jede andere Lektüre wichtiger war als SEIN Wort?

Frage: Welche Worte Gottes möchte ich heute bewusst in mein Herz aufnehmen, damit sie mich auch morgen leiten?

Vers 6 Jünger erschrecken

Mt 17,6: Bei diesen Worten erschraken die Jünger zutiefst und warfen sich zu Boden.

Einbruch von Transzendenz

Das ist mehr als gute Laune oder ein intensives Hochgefühl. Dann wäre die Oper oder der Ballermann eine Gotteserfahrung. Es ist mehr!

Der Einbruch von Transzendenz gibt uns Kraft für schwierige Tage, lässt uns vertrauensvoll inmitten weltlicher Sorgen leben, lässt uns zur Überzeugung kommen, dass Gott das Wichtigste in unserem Leben ist, Alpha und Omega.

Dazu Martin Luther Kings Worte: "Schwierige Tage liegen vor uns. Aber das macht mir jetzt wirklich nichts aus. Denn ich bin auf dem Gipfel des Berges gewesen. Ich mache mir keine Sorgen. Wie jeder andere würde ich gern lange leben. Langlebigkeit hat ihren Wert. Aber darum bin ich jetzt nicht besorgt. Er hat mir erlaubt, auf den Berg zu steigen."

Er bezieht sich hier auf seinen Berg der Verklärung. Ein Tag, nachdem Martin Luther King das gesagt hat, wurde er von seinem Attentäter erschossen.

Frage: Wann habe ich zuletzt etwas erlebt, das mich tief berührt und mich die Gegenwart Gottes oder des Transzendenten spüren ließ?

Stimme vom Himmel

Sie fielen nicht auf ihr Angesicht, als sie Jesus verklärt sahen; nicht, wenn sein Gesicht wie die Sonne leuchtete; nicht, als seine Kleider so weiß wie das Licht wurden; nicht, als Moses und Elia mit ihm erschienen; nicht, als Moses und Elia mit Jesus sprachen; und nicht einmal, als die Wolke der Herrlichkeit erschien und sie überschattete.

Aber als die Jünger die Stimme vom Himmel hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Sie waren in der unmittelbaren Gegenwart Gottes und lauschten auf die Stimme ihres Vaters.

Frage: Wann habe ich zuletzt die Stimme Gottes bewusst in meinem Leben gehört, und wie habe ich darauf reagiert?

Vers 7 Jesu Zuspruch

Mt 17,7: ‭Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht!

Steht auf und fürchtet euch nicht

Jesu Berührung und Worte verdeutlichen seine Fürsorge. Er zeigt ihnen, dass trotz der Ehrfurcht gebietenden Offenbarung keine Angst nötig ist. Seine Berührung steht für Trost und Ermutigung. „Steht auf“ weist auf Wiederherstellung hin, „fürchtet euch nicht“ auf das Vertrauen in seine göttliche Autorität.

Vers 8 Jesus allein

Mt 17,8: ‭Als sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.

Jesus ermutigt uns

Jesus beruhigt die verängstigten Jünger und ermutigt sie. Diese Ermutigung zieht sich durch alle Evangelien. Wir brauchen Mut.

Personen oder Situationen, die uns Angst machen, gibt es immer wieder und sie erscheinen häufig wie ein großer, gefährlicher Bär. Dem Zweifel des „Schaffe ich das?“ muss die Ich-bin-da-Ermutigung von Jesus entgegengesetzt werden.

Gefahren oder die Möglichkeit des Scheiterns sind da. Wenn du nur auf Gefahren- und Risikovermeidung aus bist, bleibst du stehen und stagnierst.

Ja, wir brauchen Mut und Ermutigung, dem Bären zu begegnen, der uns Angst macht.

Frage: Welche „Bären“ in deinem Leben warten darauf, dass du ihnen mit dem Vertrauen in Jesus begegnet?

Berührendes Wort

Weil sie aber daselbst lagen und nicht aufstehen konnten, so geht er selbst sanft hinzu und berührt sie, damit er durch die Berührung die Furcht verscheuche und die schwachen Glieder kräftige.

Dieses sagen die Worte: Und Jesus trat hinzu und berührte sie. Jene aber, die er mit der Hand geheilt hatte, heilte er auch durch das Wort.

Darum folgt: Und er sprach zu ihnen: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Zuerst wird die Furcht ausgetrieben, um ihnen nachher die Lehre mitzuteilen.

Goldene Perle

Frage: Welche Furcht in meinem Leben könnte durch eine sanfte Berührung des Geistes verwandelt werden, damit ich offen für neue Erkenntnisse werde?

Andacht von Papst Franziskus

Für uns ist es notwendig, Abstand zu gewinnen, auf den Berg in einen Raum der Stille hinaufzusteigen, um uns selbst zu finden und besser die Stimme des Herrn zu vernehmen. Dies tun wir im Gebet.

Doch wir können nicht dort bleiben! Die Begegnung mit Gott im Gebet drängt uns, erneut vom Berg hinabzusteigen und nach unten zurückzukehren, in die Ebene, wo wir den vielen Brüdern und Schwestern begegnen, auf denen Mühsal, Krankheiten, Ungerechtigkeiten, Unwissen, materielle und geistliche Armut lasten.

Wir sind gerufen, diesen unseren Brüdern und Schwestern, die in Schwierigkeiten sind, die Früchte der Erfahrung zu bringen, die wir mit Gott gemacht haben, und die empfangene Gnade zu teilen. Das Wort Christi in uns wächst, wenn wir es verkünden, wenn wir es den Anderen weitergeben!

Und das ist das christliche Leben. Das ist eine Sendung für die ganze Kirche, für alle Getauften, für uns alle: auf das Wort Jesu hören und es den Anderen anbieten.
Papst Franziskus

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag den stillen Raum auf dem Berg finden und zugleich die Liebe, die ich dort erfahre, in die Welt hinabtragen?

Andacht von Egervari

Wäre es nicht von unschätzbarem Wert für den Glauben, wenn alle Menschen den verklärten, göttlichen Christus sehen könnten? Wir könnten meinen: Wenn ich ihn so sehen könnte, würde ich ganz anders glauben und leben.

Die Evangelien zeigen uns aber, dass es Petrus im entscheidenden Moment der Kreuzigung keine Hilfe war. Feste Glaubensüberzeugungen entstehen anders. Außergewöhnliche Erfahrungen oder Erlebnisse können eine Hilfe sein, der Glaube wird aber vor allem in den vielen kleinen Prüfungen des Alltags geschmiedet.

Es liegt an uns, ob wir den Alltag einfach an uns geschehen lassen oder ob wir ihn bewusst mit den Augen des Glaubens sehen und leben.

Bertalan Egervári

Frage: Wie kann ich in den kleinen Momenten meines Alltags die Gegenwart des Göttlichen bewusster wahrnehmen?

Vers 9 Schweigegebot bis Auferstehung

Mt 17,9: ‭Und als sie den Berg hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Sagt niemand von dem Gesicht, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist!‭

Jesus steigt mit uns den Berg hinab

Nach der wunderbaren Erfahrung der Verklärung Christi steigen die Jünger wieder vom Berg hinab; aber mit Christus. So dürfen auch wir uns begleitet wissen von Christus, nicht nur im Gebet und den aufbauenden Erfahrungen der Liturgie, sondern eben auch im Abstieg zum Alltag. Nikolaus Klemeyer

Steige hinab, Petrus

Du wolltest auf dem Berge ausruhen: steige hinab; verkündige das Wort, greife bei jeder Gelegenheit ein, sei es gelegen oder ungelegen, tadle, ermahne und ermuntere mit aller Großmut und mit jeder Art von Unterweisung.

Arbeite, strenge dich sehr an, nimm auch Leiden und Qualen auf dich, damit du mittels des Glanzes und der Schönheit der guten Werke in der Liebe das besitzen mögest, was im Glanz der Kleider des Herrn versinnbildlicht ist.

Augustinus

Frage: Welche inneren Hindernisse halten dich davon ab, deine Liebe und deine guten Werke im Alltag vollständig zu leben?