Mt 15, 32-39 Speisung der 4000
Inhaltsverzeichnis
Vers 32 Erbarmen mit der Menge
Mt 15,32: Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: Ich bin voll Mitleid mit der Menge; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen, und ich will sie nicht ohne Speise entlassen, damit sie nicht auf dem Weg verschmachten.
Jesu ganzes Leben drückt dieses Mit-Leid Gottes aus
Gott leidet mit, wenn wir leiden. Im griechischen Urtext steckt in diesem Wort der Wortstamm für „Eingeweide“, das heißt, unser Leid geht ihm unter die Haut, er spürt es tief in seinem Innern.
Auch meine Schwierigkeiten und mein Leid heute wird er mit-fühlen und mitleiden. Der Schöpfer des Universums leidet mit mir mit!
Das ist so groß, das muss man erst einmal „sacken“ lassen.
Dorit Wilke-Lopez
Frage: Wie bewusst erlebe ich Gottes Mit-Leiden in meinem eigenen Schmerz und welche Wirkung hat das auf meine innere Haltung?
Mitleid Jesus
Das Mitleid, die Zärtlichkeit, die Jesus den Menschenmengen gegenüber zeigte, ist keine Sentimentalität, sondern die konkrete Offenbarung der Liebe, die sich der Bedürfnisse der Menschen annimmt.
Und wir sind aufgerufen, mit den gleichen inneren Einstellungen wie Jesus an den eucharistischen Tisch zu treten: Mitleid mit den Nöten der anderen. Wahres Mitleid besteht darin, mit anderen zu leiden, ihre Schmerzen auf uns zu nehmen.
Vielleicht tut es uns heute gut, uns zu fragen: Habe ich Mitleid? Wenn ich die Nachrichten über Kriege, Hunger, Pandemien und so vieles andere lese, habe ich dann Mitleid mit diesen Menschen? Habe ich Mitleid mit den Menschen, die mich umgeben? Bin ich imstande, mit ihnen zu leiden, oder schaue ich weg, oder sage ich, „sollen sie sehen, wie sie zurechtkommen“?
Vergesst dieses Wort „Mitleid“ nicht, das Vertrauen in die vorsorgende Liebe des Vaters ist und mutiges Teilen bedeutet.
Papst Franziskus
Frage: In welchen Situationen meines Lebens kann ich heute bewusst Mitleid üben und die Liebe Jesu weitertragen?
Vers 33 Ratlosigkeit der Jünger
Mt 15,33: Und seine Jünger sprachen zu ihm: Woher sollen wir in der Einöde so viele Brote nehmen, um eine so große Menge zu sättigen?
Begrenztes Vertrauen
Ihre Frage zeigt ihr begrenztes Vertrauen und ihre menschliche Perspektive – sie sehen nur die sichtbaren Ressourcen und vergessen Jesu Wunderkraft. Jesus nimmt ihre Zweifel jedoch als Gelegenheit, um erneut Gottes Fürsorge zu offenbaren.
Wie schon bei der Speisung der Fünftausend (Mt 14,13–21) vermehrt er das Wenige und zeigt: Gott sorgt für seine Menschen übernatürlich. Diese Stelle lädt dazu ein, auf Gottes Versorgung zu vertrauen, auch wenn die äußeren Umstände schwierig erscheinen.
Glaube bedeutet, nicht nur auf die eigene Kraft zu bauen, sondern auf Gottes Möglichkeiten.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich lernen, Gottes übernatürliche Fürsorge zuzulassen, anstatt mich nur auf das Sichtbare zu verlassen?
Vers 34 Sieben Brote, wenig Fische
Mt 15,34: Und Jesus sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben, und ein paar Fische.
Wenig
Wir können Jesus nicht viel geben. Die Frage entsteht: Sollen wir die Menschen wegschicken oder sieben Brote verteilen? Oder was können wir sonst tun?
Erst wenn wir uns unserer Unzulänglichkeit bewusstwerden, können wir Jesus wirken lassen. Es tut uns weh, nicht mehr tun zu können.
Wir müssen mit dem Wenigen, was wir haben, aufwarten, um ihn handeln zu lassen. In der Hoffnung bzw. Überzeugung, dass er schon eine Lösung finden wird.
László Erffa
Frage: Wo in meinem Leben fühle ich mich unzulänglich, und wie kann ich dennoch Raum schaffen, dass etwas Größeres durch mich wirkt?
Vers 35 Lagern auf der Erde
Mt 15,35: Da gebot er dem Volk, sich auf die Erde zu lagern,
Sich auf die Erde zu lagern
Das Sitzen symbolisiert Vertrauen und Erwartung – die Menschen sind bereit, von Jesus empfangen.
Die Speisung selbst verweist auf Gottes Versorgung und erinnert an das Manna in der Wüste (2. Mose 16). Sie zeigt, dass Jesus nicht nur geistlich, sondern auch physisch für seine Nachfolger sorgt.
Zudem offenbart das Wunder seine göttliche Macht. Die Szene lehrt uns, dass Gott für unsere Bedürfnisse sorgt, wenn wir ihm vertrauen. Sie fordert uns auf, in Zeiten des Mangels auf Jesu Fürsorge zu bauen und mit dankbarem Herzen zu empfangen.
Frage: Wie erlebst du persönlich, dass Vertrauen auf Gottes Fürsorge dein Leben bereichert und deine Ängste lindert?
Vers 36 Danksagung und Austeilung
Mt 15,36: und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern; die Jünger aber gaben sie dem Volk.
Aufteilung der Brote
Das Danken Jesu verdeutlicht, dass alles Gute von Gott kommt.
Die Vermehrung des Brotes erinnert an das Manna in der Wüste und weist auf das Abendmahl hin.
Die Jünger dienen als Mittler, was ihre Rolle in der Verbreitung des Evangeliums symbolisiert.
Die Speisung offenbart Jesu Mitgefühl und ruft zur Dankbarkeit und zum Vertrauen auf Gottes Versorgung auf.
Sie zeigt, dass geistliche und materielle Bedürfnisse durch Christus erfüllt werden.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich schon die Fürsorge Gottes bewusst erfahren, und wie könnte ich mein Vertrauen darauf heute vertiefen?
Vers 37-38 Sättigung und Überfluss
Mt 15,37: Sie aßen alle und wurden satt und hoben auf, was an Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll.
Sieben Körbe
Sieben ist die Zahl für Fülle und Vollkommenheit. Jesus, öffne mich für dich. Öffne heute meine Augen für die Fülle in meinem Leben: für deine Geschenke und für deine mitleidige Nähe, wenn ich es schwer habe! Dorit Wilke-Lopez
Mäßigung
Diese Menschenmenge, die soeben gegessen hat und satt geworden ist, nimmt die Brotreste nicht mit, sondern lässt sie von den Jüngern wieder einsammeln, und dieser Umstand lehrt uns, mit dem Notwendigen zufrieden zu sein und niemals etwas darüber hinaus zu verlangen. Beda Venerabilis
Mt 15,38: Es waren aber etwa 4 000 Männer, die gegessen hatten, ohne Frauen und Kinder.
Mt 15,39: Und nachdem er die Volksmenge entlassen hatte, stieg er in das Schiff und kam in die Gegend von Magdala.
Hier geht's zu einer Auslegung von G. de Koning zu Mt 15. Kap.
Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Matthäus Evangelium Mt 15. Kap.