Mt 14, 13-21 Speisung der 5000 - Auslegung

Vers 13 Rückzug in die Einsamkeit

Mt 14,13: ‭Und als Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort zurück. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach.‭

Rückzug von Jesus

Auch dies geschah nicht aus Feigheit, sondern aus einem Verständnis des zeitlichen Ablaufs des Vaters und auch des prophetischen zeitlichen Ablaufs.

Es folgte ihm aber zu Fuß, nicht auf dem Wagen, nicht auf Lasttieren, sondern durch die eigene Anstrengung, um den Eifer der Seele zu zeigen.

Sie verlassen aber ihre Städte, das heißt den frühen Wandel und die widersprechenden Lehren.

Dass aber Jesus hinausging, bedeutet dies, dass das Volk zwar den Willen hat zu gehen, aber zu ihm nicht zu kommen vermochte. Darum verlässt der Erlöser seinen Ort und geht ihnen entgegen.

Goldene Perle

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich den Weg der eigenen Anstrengung gehen, um meine innere Sehnsucht nach Wahrheit und Nähe zu erkennen?

Jesus war traurig

Jesus, es muss traurig sein, wenn jemand, den du liebst, nicht mehr bei dir ist. Es musste dich zutiefst erschüttern, dass der König deinen Cousin hat hinrichten lassen.

Du bist Gott, Herr Jesus, aber du bist auch ganz Mensch. Ich danke dir, dass du mich verstehen kannst, wenn ich traurig bin.

Ich bitte dich: Steh den Traurigen und Leidenden bei und tröste sie. Lass mich dir dabei so helfen, wie ich es kann.

Pedro Cadena

Frage: Wie kann ich im Alltag ein Licht der Hoffnung für andere sein, auch wenn ich selbst Trauer oder Schmerz empfinde?

Suche nach Einsamkeit

Auf die Nachricht hin, dass Johannes der Täufer enthauptet wurde, sucht Christus die Einsamkeit.

Schockierende Ereignisse im Leben des Einzelnen oder der Gesellschaft können oft nur durch einen Rückzug aus dem Trubel angemessen verarbeitet werden.

Denn die Einsamkeit lehrt uns, den Willen Gottes bedingungslos anzunehmen und unser Leid, ebenso wie das der anderen, auf uns zu nehmen und zu tragen.

Frage: Wie könnte ich in meinem eigenen Leben Momente der Einsamkeit nutzen, um innere Klarheit und spirituelle Kraft zu finden?

Zur Einsamkeit

Die Einsamkeit gehört zu den wichtigsten Erfahrungen eines Menschen, der zu sich kommen und sinnvoll leben will. Einsamkeit ist nicht nur negativ zu bewerten. In ihrer Atmosphäre beginnen wir wahrhaft hinzuhören, denn – paradoxerweise – je stiller meine Umgebung wird, desto intensiver nehme ich sie wahr.

Einsamkeit im Angesicht Gottes führt zu einer Auseinandersetzung mit mir selbst und zu einem größeren Vertrauen in Gottes barmherzige Liebe.

Frage: Wann habe ich zuletzt die Stille bewusst gesucht, um mich selbst und Gottes Gegenwart tiefer zu spüren?

Vers 14 Heilung der Kranken

Mt 14,14: ‭Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Menge und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken.‭

Die Menschen sind in Not

Ich bin ein Mensch, Herr Jesus, und ich weiß aus Erfahrung, dass ich immer "in Not" bin.

Wie die Menschenmenge muss auch ich essen. Wie alle, die bei dir waren, muss auch ich schlafen. Ich brauche Liebe. Ich brauche Verzeihung.

Ich bin in Not, Herr Jesus, und so geht es allen Menschen. Ich danke dir, dass du Mitleid mit mir hast. Ich danke dir, dass ich dir wichtig bin.

Ich preise dich, weil du mich unendlich liebst. Danke, Jesus, dass du mich kennst und dich um mich kümmerst.

Pedro Cadena

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich heute meine eigene Not, und wie kann ich mir erlauben, sie dir anzuvertrauen?

Das Erbarmen Jesus

Obwohl ihre Liebe groß war, indem sie die Städte verließen und ihn eifrig suchten, so übertraf doch, was er ihnen tat, den Lohn jeglichen Eifers. Darum gibt er als die Ursache einer solchen Heilung die Erbarmung an. Die Erbarmung ist aber groß, weil er Alle heilt und nicht nach dem Glauben fragt. Goldene Perle

Vers 15 Rat der Jünger zum Wegschicken

Mt 14,15: ‭Und als es Abend geworden war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist einsam, und die Stunde ist schon vorgeschritten; entlasse das Volk, damit sie in die Dörfer gehen und sich Speise kaufen!‭

Die Hilflosigkeit der Apostel

Wie glücklich muss Jesus nach der Heilung dieser Menschen gewesen sein. Und wie enttäuscht von den Aposteln, als sie vorschlugen, die Leute wegzuschicken, weil sie nichts zu essen hatten.

Die Apostel waren nicht wirklich besorgt um die Menschen. Tatsächlich dachten sie nur an sich selbst und an ihre eigenen Bedürfnisse.

Sie lebten noch nicht im Geiste des Glaubens und des Vertrauens auf Gottes Fürsorge, vielmehr waren sie auf sich und ihre menschliche Begrenztheit konzentriert. Sie erinnerten sich nicht daran, was Jesus vollbringen konnte.

Jason Wallace

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens vertraust du noch zu sehr auf deine eigenen Begrenzungen, statt auf das, was größer ist als du?

Hunger nach Lebenssinn

Tausende, Millionen von Menschen heutzutage haben einen Hunger nach erfülltem Lebenssinn und suchen nach sattmachender Nahrung.

Wie viele Menschen sind auf der Suche nach „Geistlicher Nahrung“ und suchen dabei Erfüllung in esoterischen Höhen und Tiefen oder in anderen Religionen.

Dabei wissen wir Christen doch, wo die wirkliche sattmachende und lebensfüllende Nahrung zu bekommen ist. Eine Nahrung, die dauerhaft hilft satt zu werden, sogar über dieses irdische Leben hinaus. Sie gibt es beim lebendigen Gott, bei Jesus Christus.
Rolf Aichelberger

Frage: Welche Form der geistigen Nahrung erfüllt mich wirklich und gibt meinem Leben tiefere Erfüllung?

Vers 16 „Gebt ihr ihnen zu essen“

Mt 14,16: Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben es nicht nötig, wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!

Aufforderung Jesus

Jesus richtet auch an uns eine Aufforderung, die jener gleicht, die der namenlose Junge im Evangelium wahrscheinlich erhalten hat und in dem wir uns alle wiedererkennen können:

„Nur Mut, gib das Wenige, das du hast, deine Talente und deinen Besitz, stelle sie Jesus und deinen Brüdern zur Verfügung. Keine Angst, es geht nichts verloren, denn wenn du mit anderen teilst, dann vermehrt es Gott. Befreie dich von der falschen Bescheidenheit, dich unzulänglich zu fühlen, habe Vertrauen. Glaube an die Liebe, glaube an die Kraft des Dienens, glaube an die Kraft der Unentgeltlichkeit.“

Frage: Welche kleinen Gaben oder Talente in deinem Leben könntest du heute mit Vertrauen weitergeben, ohne an den Gewinn oder Verlust zu denken?

Gebt ihr ihnen zu essen! 

Die Jünger kommen zu Jesus und bitten ihn, die Menge zu entlassen, damit sie sich essen holen und sich selbst versorgen können.

Doch Jesu Worte sind daraufhin sehr klar: "Gebt ihr ihnen zu essen". Ihr, meine Jünger, sollt den Menschen die Nahrung geben, nach welcher sie wirklich hungern.

Ihr seid meine Jünger und ich bitte euch zu geben, Nahrung zu geben und jene Nahrung zu sein, nach welcher die Seele verlangt.

Ist mir bewusst, dass Jesus auch mir diesen Auftrag gibt, Nahrung für die Menschen in meinem Umfeld zu sein und Nahrung zu geben? Was kann ich ihnen geben?

Antonia Hornstein

Frage: Welche Form von innerer oder spiritueller Nahrung kann ich heute bewusst an andere weitergeben?

Vers 17 Fünf Brote, zwei Fische

Mt 14,17: Sie sprachen zu ihm: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische.

Wir haben nur

Die Jünger haben keinen Blick für das Unmögliche. Sie sehen nur das, was ihnen fehlt, und dass das, was sie haben, niemals ausreicht. Sie bemerken nicht, dass alles, was wir haben, und sei es noch so gering, zum unendlichen Reichtum werden kann, wenn wir es nur Jesus anbieten und ihm überlassen.

Jesus allein vermehrt und verwandelt alles. Geben wir ihm, was wir haben, und lassen wir es von ihm vermehren! Denken wir nicht auch oft: "Was habe ich schon zu geben? Was kann ich schon für die Menschen um mich herum tun?"

Glaube ich Jesus, dass er alles vermehren kann?
Antonia Hornstein

Frage: Welche kleinen Dinge in meinem Leben könnte ich heute Jesus anvertrauen, um daraus etwas Großes entstehen zu lassen?

Vers 18 „Bringt sie her“

Mt 14,18: Da sprach er: Bringt sie mir hierher! Matthäus

Bringt sie mir her

Der Herr versicherte ihnen, dass es nicht nötig sei, sie wegzuschicken. Warum sollten die Menschen den Einen verlassen, der seine Hand auftut und alles Lebendige nach seinem Wohlgefallen sättigt?

Dann brachte er seine Jünger in Verlegenheit, indem er sie aufforderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie waren fassungslos: Wie sollten sie den Menschen etwas zu essen geben? Wir haben nichts hier als nur fünf Brote und zwei Fische.

Sie hatten ganz vergessen, dass sie auch noch Jesus hatten. Geduldig sagte der Heiland: Bringt sie mir her! Das war ihre Aufgabe.
MacDonald

Frage: Worin vertraust du darauf, dass genug da ist, auch wenn es in deinen eigenen Augen zu wenig scheint?

Bringt was ihr habt

Jesus kann auch aus eurem wenigen sehr viel machen. Setzt eure Gaben ein und Jesus wird es schon richten, dass etwas Großes daraus werden kann.

Erzählt den Menschen, von dem, was ihr gefunden habt. Erzählt von der Nahrungsquelle allen Menschen, die Hunger haben und nicht wissen, wo sie diesen Hunger stillen können.

Sagt weiter, was euch Jesus bedeutet und wie ER euer Leben verändert hat. Sagt das gute Angebot weiter, das ihr entdeckt habt, und führt die Menschen dorthin, wo es zu bekommen ist: zu Jesus Christus.

Rolf Aichelberger

Frage: Wie kann ich in meinem Leben die Quelle des Lebens, die ich bei Jesus gefunden habe, bewusster teilen und weitergeben?

Vers 19 Speisung der Fünftausend

Mt 14,19: Er sah zum Himmel auf, dankte, brach die Brote und gab sie den Jüngern. Die Jünger aber gaben sie dem Volk.

Andacht von Papst Franziskus

Wie man sieht, sind es dieselben Gesten, die Jesus auch beim Letzten Abendmahl vollzogen hat; und es sind auch dieselben, die jeder Priester vollzieht, wenn er die heilige Eucharistie feiert.

Die christliche Gemeinde entsteht immer wieder aufs Neue aus dieser eucharistischen Gemeinschaft. Die Gemeinschaft mit Christus zu leben ist daher etwas ganz anderes als passiv zu bleiben und sich vom täglichen Leben zu entfremden.

Im Gegenteil, sie nimmt uns immer mehr in die Beziehung zu den Männern und den Frauen unserer Zeit hinein, um ihnen das konkrete Zeichen der Barmherzigkeit und der Aufmerksamkeit Christi zu schenken.

Die Eucharistie, die wir feiern und die uns Jesus zur Nahrung gibt, lässt auch uns nach und nach zum Leib Christi und zur geistlichen Nahrung für die Brüder werden.

Papst Franziskus

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag ein lebendiges Zeichen der Barmherzigkeit und Aufmerksamkeit Christi für die Menschen um mich herum werden?

Vers 20 Zwölf Körbe voll Reste

Mt 14,20: Und sie aßen alle und wurden satt.

Das Wenige, was wir haben geben

Das Wunder ist eine geistliche Lektion für die Jünger jeder Generation. Die hungrige Menge ist immer da. Und es sind auch immer nur wenige Jünger mit scheinbar bemitleidenswerten Vorräten da. Und stets ist der mitfühlende Heiland da.

Wenn die Jünger gewillt sind, das wenige, das sie haben, ganz hinzugeben, dann vermehrt er ihr Kapital, sodass alle satt werden. Wir sollten allerdings den Unterschied festhalten, dass der Hunger dieser fünftausend Männer in Galiläa nur für kurze Zeit gestillt war. Diejenigen jedoch, die sich heute von dem lebendigen Christus nähren, sind für immer gesättigt.

Frage: Wie kann ich heute mein kleines "Vorratspaket" bereitwillig teilen, um geistliche Fülle für mich und andere zu erleben?

Alle aßen und wurden satt

Was macht die Menschen wirklich satt? Jesus sagt einmal: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“

Jesus weiß um unsere menschlichen Bedürfnisse, doch weiß er noch viel mehr, wonach sich unsere Seele zutiefst sehnt. Er ist es, der uns sättigen will. Er will unsere Nahrung sein. Er will und kann alles für uns sein, was wir brauchen.

„Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“

Glaube ich Jesus, dass er mich sättigt? Dass er mir wirklich gibt, wonach ich verlange, was ich brauche und wonach ich mich sehne?

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich, dass nur Jesus meine Seele wirklich erfüllen kann?

Vers 21 Zahl der Gespeisten

Mt 14,21: ‭Die aber gegessen hatten, waren etwa 5 000 Männer, ohne Frauen und Kinder.‭

Ein Wunder!

Was hier passiert, ist ein Wunder, und der Evangelist hat es wohl auch deshalb so genau notiert, weil er es selbst nicht erklären konnte. Unser Verstand weigert sich nicht selten, an so ein Wunder zu glauben: Sollte sich zusätzliches Brot und Fisch aus der Luft materialisiert haben?

Mancher meint gar, die Geschichte sei ganz anders gewesen, und die Anwesenden hätten ihre Vorräte geteilt, sodass alle satt geworden wären. Auch eine schöne Geschichte, aber so steht sie jedenfalls nicht in der Heiligen Schrift und lässt sich auch aus keinem Wort hineininterpretieren.

Glaube ich an Wunder? Glaube ich, dass Gott aus dem Nichts etwas schaffen kann, aus wenigen Broten und Fischen eine Speisung für Tausende, aus meiner persönlichen Verzweiflung und meinen Sorgen Freiheit? Oder mache ich ihn in meinem Kopf kleiner als er ist, passend für meine eigenen Vorstellungen?

Felix Honekamp

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich offen sein für ein Wunder, das meine eigenen Vorstellungen übersteigt?

Jesus sättigt wirklich

Das Evangelium berichtet uns, dass alle satt wurden. Es können leicht etwa 20.000 Menschen dort gewesen sein, wenn man bedenkt, dass die meisten Männer verheiratet waren und mindestens zwei Kinder bei sich hatten.

Es war ein Wunder. Jesus vermehrte fünf Brote und zwei Fische, um eine große Menschenmenge zu speisen. Er brachte die Menschen aus der ganzen Umgebung zusammen. Er heilte ihre Krankheiten.

Aber das größte Wunder war: er goss seine Liebe und Barmherzigkeit in ihre Herzen. Er stärkte ihren Glauben. Die Apostel und die anderen Menschen vertieften ihr Vertrauen auf die Macht und die Fürsorge des Herrn.

Das ganze Ereignis war eine Vorahnung dessen, was in jeder heiligen Messe in unseren Herzen geschieht. In jeder heiligen Messe gibt es ein Wunder. Brot und Wein werden Fleisch und Blut unseres Herrn Jesus Christus, und er befriedigt die tiefste Sehnsucht unserer Seelen nach Liebe und Gemeinschaft mit ihm. Wir werden „ein Fleisch” in Christus.

Frage: Wie kann ich die Liebe und Barmherzigkeit, die Jesus damals geteilt hat, heute in meinem eigenen Herzen und Leben erfahrbar machen?