Mt 13, 44-52 Gleichnisse vom Himmelreich
Inhaltsverzeichnis
Vers 44 Schatz im Acker
Mt 13,44: Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem verborgenen Schatz im Acker. Den Schatz findet einer, deckt ihn wieder zu mit Erde und geht dann hin in seiner Freude, verkauft all seine Habe und kauft den Acker.
Mt 13:44: Das Himmelreich gleicht einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg, und vor Freude darüber ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.
Der Schatz als Bild für Christus
Dieser "Eine", das bist du. Der Acker ist dein Leben, der den Schatz enthält. Deinen Acker pflügst du mit dem Spaten. Dieser Spaten ist dein hörendes Herz. Der Schatz aber ist Christus und deine Beziehung zu ihm. Für diesen Schatz verkaufst du all deine Habe, d.h. du vertraust nur ihm. Er steht an erster Stelle. Wer sich für Jesus entscheidet, findet den größten Schatz, der allem übrigen Wert verleiht.
Oder mit Augustinus: Hat einer vor, glücklich zu sein, dann muss er sich verschaffen, was Dauer hat, was kein Schicksalssturm ihm rauben kann. Dieser Schatz im Acker ist so wertvoll, dass er alle bis in alle Ewigkeit unendlich reich machen kann, denn dieser Schatz ist Christus selbst, der Rettung, Vergebung, Liebe, Freude, Frieden, Tugend, Güte u.v.m. beinhaltet. Alles, was diese Welt für wichtig hält, ist letztlich wertlos im Vergleich zu dem Gewinn, Jesus Christus zu kennen und zu ihm zu gehören.
Der Schatz als Bild für das eigene Selbst
Der Schatz im Acker steht für das eigene Selbst, das ursprüngliche Bild Gottes von uns. Dieses eigene Selbst findest du nicht in luftigen Höhen, in Idealen, an denen du immer wieder scheiterst, sondern du findest den Schatz in der Erde, im Schmutz, du musst dir die Hände dreckig machen.
Erst wenn du geerdet in deiner Menschlichkeit stehst, mit all dem Schwachen, offenbart sich in uns Gott. Ich spüre das immer wieder als Lehrer, der mit körper- und geistig behinderten Schülern arbeitet. Neben all der Freude, die mir diese Arbeit bereitet, fordert sie mich bisweilen auch stark, bringt mich an meine Grenzen, konfrontiert mich mit meinen Schwächen und erdet mich dadurch – und das ist gut so.
Wenn du siehst, dass ein junger Mönch mit seinem eigenen Willen nach dem Himmel strebt, halte seine Füße fest, ziehe ihn nach unten, denn es hat für ihn keinen Nutzen.
Frage: Wo in deinem Leben darfst du mehr geerdet sein, um den wahren Schatz in dir zu entdecken?
Der verborgene Schatz
Jesus spricht von einem Schatz, der in einem Acker verborgen liegt. Ein Mann entdeckt ihn und verkauft voller Freude alles, was er besitzt, um diesen Acker zu kaufen. Das Entscheidende ist nicht der Verzicht, sondern die Freude über den gefundenen Schatz. Wer Christus wirklich begegnet, merkt: Nichts auf dieser Welt ist mit ihm vergleichbar. Viele Menschen leben, ohne diesen Schatz zu kennen. Sie suchen Glück in Erfolg, Geld, Vergnügen oder Anerkennung. Doch das Herz bleibt oft leer. Nur Gott kann die tiefste Sehnsucht der Seele stillen. Vielleicht habe auch ich schon erfahren, dass eine Zeit im Gebet, eine gute Beichte oder die Nähe Jesu im allerheiligsten Sakrament meinem Herzen mehr Frieden schenkt als alles andere. Das Himmelreich ist kein zusätzlicher Schmuck für das Leben. Es ist der eigentliche Schatz. Wer ihn entdeckt, beginnt anders zu leben. P. João Paulo Jäger
Andacht von Vinzenz Pallotti
Alles, was Gott betrifft, will ich als einen verborgenen Schatz betrachten. So will ich mich bemühen, alles zu verkaufen, das heißt von mir zu entfernen, was mich daran hindert, einen solch großen Schatz zu erwerben.
Und ich will ihn kaufen, das heißt, ich will mich bemühen, ihn zu besitzen. Und wenn ich diesen Schatz auch besitze, werde ich ihn doch immer als mir verborgen betrachten, weil ich niemals dahin gelangen kann, den Wert all dessen, was Gott betrifft, zu erfassen.
Ich will all das als die Drachme und die kostbare Perle des Evangeliums betrachten. Und wenn ich es, wie die Drachme, verlieren werde, will ich mit aller Sorgfalt wieder danach suchen, so wie es die Frau im Evangelium machte.
Vinzenz Pallotti
Frage: Wie kannst du heute in deinem Leben den verborgenen Schatz Gottes neu entdecken und behutsam bewahren?
Das höchste Gut
Diese Stelle beschreibt das Himmelreich als einen Schatz, der es wert ist, alles dafür zu geben. Gott ist der objektiv höchste Wert. In der Tradition wird er deshalb summum bonum, das höchste Gut, genannt.
Es verlangt zwar eine radikale Entscheidung, aber was würde passieren, wenn ich wirklich bereit wäre, alles in meinem Leben nach dieser Wahrheit auszurichten? Wenn ich wirklich bereit wäre, in Freude alles zu verkaufen, um Gott zu gewinnen?
Gott ist es wert. Wenn unser Leben wirklich auf einen objektiven Wert ausgerichtet ist, blühen wir auf.
Die Frage ist, ob mein Leben wirklich auf das summum bonum, auf Gott, ausgerichtet ist. Ist Gott es mir wert, dass ich mein ganzes Leben auf ihn hin gestalte?
Nils Schäfer
Frage: Was würde sich in meinem Leben verändern, wenn ich Gott als den höchsten Wert anerkenne und alles daran ausrichte?
Vers 45-46 Alles verkaufen
Mt 13,45: Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
Mt 13,46: Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
Die Perle als Bild für Christus
Wie wunderbar es doch ist, dieses Leben in Christus, der unsere Perle ist. Jeder Tag, ja jede Minute, ist von einzigartiger Bedeutung und tiefem Wert.
Ist diese Perle im Glauben gefunden, kann man nicht mehr einfach so dahinleben. Haben wir Ehrfurcht vor diesem Leben in Christus, das immer wieder neu und jung ist und Freude vermittelt – eine Freude, die man auch im Schmerz leben kann, denn sie ist davon völlig unabhängig.
Alles, was diese Welt für wichtig hält, ist letztlich wertlos im Vergleich zu dem Gewinn, Jesus Christus zu kennen und zu ihm zu gehören. Wir müssen bereit sein, alles andere beiseite zu lassen, um diese Perle zu empfangen.
Mache ich meine Freundschaft mit Christus zum einzigen Wert, von dem mein Herz und meine Entscheidungen geleitet werden?
Frage: Wie verändert sich mein Leben, wenn ich Christus als meine wahre Perle erkenne und ihn in jedem Moment bewusst bei mir weiß?
Biologischer Hintergrund
Von den biblischen Bildern ist dieses mein persönliches Highlight – gerade wegen des biologischen Hintergrunds. Denn die Perle entsteht aus den Wunden der Muschel. Das ist tatsächlich so!
Eine mögliche Deutung lautet: Die Perle steht für Christus. In der Auseinandersetzung mit unseren eigenen Wunden – sei es die eigene Persönlichkeit, Beziehungskrisen, Krankheit, Scheitern und vieles mehr – begegnen wir Christus. Die Wunden tun weh und verursachen Schmerz, doch in genau diesen Wunden offenbart sich die Verbundenheit mit der Perle, mit Christus.
Eine andere Deutung besagt, dass die Perle für die schönen Dinge steht, die aus unseren Wunden hervorgegangen sind. So habe ich zum Beispiel in der Auseinandersetzung mit meiner eigenen Introvertiertheit, die mich lange gequält hat, Stück für Stück gelernt, mehr aus mir herauszugehen.
Bedenke heute deine vergangenen Wunden und die daraus entstandenen Perlen. Lerne, sie zu schätzen, und sei gewiss: Es werden nicht die letzten sein.
Frage: Welche „Perlen“ hast du in deinem Leben aus deinen eigenen Wunden entdeckt, und wie könnten sie dich auf deinem weiteren Weg begleiten?
Jesus als der Eine und als der Kaufmann
Bei den zwei Gleichnissen gibt es noch eine zweite Möglichkeit der Auslegung. Der Kaufmann, der Mensch, steht für Christus. Jesus hat sich dadurch, dass er am Kreuz gestorben ist, die Perle, den Schatz, erworben – nämlich die Erlösung der Menschheit.
Die Perle, der Schatz, sind die einzelnen Gläubigen, die er durch sein Blut erlöst hat. Ja: Jesus Liebe trägt und erträgt uns. Jesus trug uns aus Liebe dort in den Straßen nach Golgatha am Kreuz.
Ich kann immer bei ihm sein, wenn ich nur meinen Blick und Gedanken zu ihm erhebe. Er hat Wohnung genommen im Innersten meines Herzens. Er ist die Liebe, und ich will ihn lieben, weil er mich so überreich erlöst hat.
Jesus allein hat alles hingegeben, um die Perle, den Schatz, sich zu eigen zu machen. Die Perle, der Schatz, das bist du und ich, das ist jeder einzelne Mensch. Allein in ihm wohnt die Gnade.
Frage: Wie spürst du heute die Liebe, die dich getragen und erlöst hat, in deinem eigenen Herzen?
Gebet: Herr Jesus, ich mache es mir zu wenig bewusst, dass meine Liebe immer nur eine Antwort ist auf Deine Liebe. Du hast uns, Du hast mich zuerst geliebt. Aus Liebe hast Du mich ins Dasein gerufen, aus Liebe hast Du mich erschaffen, aus Liebe hast Du mir ein Lebenskreuz zugemutet, aus Liebe hast Du mich erlöst und aus Liebe hast Du mich auf Dich hin geschaffen, aus Liebe greifst Du immer wieder heilsam in mein Leben ein ohne meine Freiheit zu beschneiden.
Suchen und Gefundenwerden
Wir sollen Gottsucher sein, aber immer gelassen statt verbissen.
Jesus sucht nach mir, noch bevor ich auf die Idee komme, nach ihm zu suchen. Und oft kommen wir mit ihm in Kontakt, wo wir es gar nicht erwartet haben. Der Schatz findet mich.
Dem mühelosen Auffinden des Schatzes wird bei der Perle (zweites Gleichnis) das mühevolle Suchen gegenübergestellt. Das heißt: Alles fällt uns nicht in den Schoß.
Das Himmelreich erfährt und erreicht nur der, der in seinem Leben auf der intensiven und kundigen Suche nach Gott ist. So ist es beides: ein sich finden lassen und ein offensives Suchen.
Frage: Wie kannst du in deinem Leben eine Balance finden zwischen dem Loslassen und dem aktiven Suchen nach Gott?
Wer sucht, der findet
Ob der Mann aus dem Gleichnis wohl zufällig auf den Schatz im Ackerboden gestoßen ist?
Der Perlenhändler hingegen war auf jeden Fall auf der Suche nach der einen Perle, die alle anderen übertrifft.
Jesus möchte uns dazu ermuntern, uns auf die Suche nach dem wahren Schatz des Lebens zu machen, und er verspricht uns, dass wir nicht enttäuscht sein werden.
Wir dürfen nur nicht aufgeben.
Johanna von Siemens
Frage: Was ist der wahre Schatz in deinem Leben, nach dem du suchst, und wie kannst du offen bleiben, ihn zu entdecken?
Die kostbare Perle
Der Kaufmann sucht schöne Perlen. Als er die eine kostbare Perle findet, verkauft er dafür alles. Jesus lädt auch mich ein, mein Herz zu prüfen: Was ist meine "Perle"? Wofür lebe ich wirklich? Was nimmt den ersten Platz in meinem Herzen ein? Oft möchten wir Christus folgen, aber ohne etwas loszulassen. Doch Liebe verlangt Hingabe. Jesus möchte mein ganzes Herz. Vielleicht bittet er mich, auf Bequemlichkeit, Stolz, Eigenwillen oder bestimmte Dinge, an denen mein Herz hängt, zu verzichten. Nicht um mir etwas zu nehmen, sondern um mir etwas Größeres zu schenken. Die Heiligen konnten alles verlassen, weil sie verstanden hatten, dass Christus mehr wert ist als alles andere. Wer Jesus besitzt, hat bereits den größten Schatz. P. João Paulo Jäger
In seiner Freude
In seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß. Das scheint der Kehrvers der beiden Gleichnisse zu sein. Wer selbst eine tiefe Gotteserfahrung gemacht hat, versteht dieses Gleichnis sofort.
Die Freude und der Friede, die einen durchdringen, sind so groß, dass alles andere dagegen wie Staub erscheint. Aber um das Himmelreich wirklich zu besitzen und damit es nicht nur bei einer einmaligen Erfahrung bleibt, muss man alles auf diese eine Karte setzen.
Johanna von Siemens
Frage: Welche Freude in deinem Leben ist so tief und erfüllend, dass sie alles andere in den Schatten stellt?
Vers 47 Gleichnis vom Netz
Mt 13,47: Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Netz, das ins Meer geworfen wurde und alle Arten von Fischen zusammenbrachte.
Zum Abschnitt Mt 13,47-50
Mt 13,47-50 beschreibt das Gleichnis vom Fischernetz, das viele Fische fängt, die später getrennt werden. Jesus vergleicht dies mit dem Endgericht: Engel werden die Gerechten von den Bösen scheiden.
Das Netz symbolisiert das Reich Gottes, das alle Menschen umfasst. Doch nicht alle bleiben darin. Die Auswahl der guten Fische steht für Gottes endgültiges Urteil. Die „Bösen“ werden in den Feuerofen geworfen – ein Bild für Verdammnis.
Dieses Gleichnis betont Gottes Gerechtigkeit, aber auch seine Geduld: Erst am Ende erfolgt die Trennung. Es ruft zur Umkehr auf, denn jeder hat die Chance, zu den „guten Fischen“ zu gehören. Letztlich erinnert es an die Verantwortung jedes Einzelnen, sein Leben nach Gottes Willen auszurichten.
Das Netz im Meer
Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wird und Fische aller Art sammelt. Das Netz ist wie die Kirche, die Menschen aller Arten aufnimmt: starke und schwache, heilige und sündige, großzügige und laue Menschen. Gott ruft alle in seine Nähe. Auch ich bin in dieses Netz aufgenommen worden. Durch die Taufe, durch den Glauben, durch meine Berufung oder meine Begegnungen mit Christus hat Gott mich gerufen. Das ist ein großes Geschenk. Doch Jesus erinnert uns daran, dass es nicht genügt, nur äußerlich ins Netz geraten zu sein. Entscheidend ist, ob ich wirklich als Kind Gottes lebe. Als Christ kann man sich an religiöse Rituale gewöhnen und dennoch innerlich untätig oder fern von Gott sein. Deshalb lädt mich Jesus heute ein, mein Herz ehrlich zu prüfen. P. João Paulo Jäger
Der Augenblick der Wahrheit
Wenn man volle Fischernetze sieht, spürt man eine gewisse Dramatik. Für die Fische ist das Spiel aus. Es gibt kein Entrinnen mehr. Nur selten entwischt ein Fisch aus dem Netz eines Fischers.
Auch wir müssen lernen, mit dieser Wahrheit umzugehen. Es kommt der Augenblick der Wahrheit, dem wir nicht entrinnen können. Der Augenblick unseres Todes und des Gerichts.
Frage: Wie bereitest du dich innerlich auf den unvermeidlichen Moment vor, an dem alles offenbar wird?
Vers 48-49 Auslesen der Fische
Mt 13,48: Als es voll war, zogen sie es ans Ufer, setzten sich und sammelten die guten in Gefäße, die faulen aber warfen sie weg.
Die endgültige Entscheidung
Jesus spricht klar vom Ende der Welt und vom Gericht. Die guten Fische werden gesammelt, die schlechten weggeworfen. Diese Worte klingen sehr ernst und sie sind Ausdruck der Wahrheit und der Liebe Gottes. Jesus möchte uns wachrütteln, damit wir die Ewigkeit nicht vergessen. Unser Leben ist kostbar und hat Konsequenzen. Jede Entscheidung formt unser Herz: Gebet oder Gleichgültigkeit, Reinheit oder Nachlässigkeit, Nächstenliebe oder Egoismus, Wahrheit oder fauler Kompromiss. Gott respektiert unsere Freiheit. Für viele Menschen ist der Gedanke an das Gericht unbequem. Doch für jemanden, der Christus liebt, ist das Gericht nicht nur mit Furcht behaftet, sondern auch mit einer großen Hoffnung: der Hoffnung, einmal ganz bei Gott zu sein. Deshalb lohnt sich jeder Kampf gegen die Sünde und jede Treue im Kleinen. P. João Paulo Jäger
Dringlichkeit unseres Lebens.
Wir können unser Leben gestalten, wenn auch mitunter nur bedingt. Viel liegt in unserer Hand und wir sind aktive Mitgestalter. Vom Moment unseres Todes ab sind wir jedoch passiv, das heißt, wir haben nicht mehr in der Hand, was mit uns geschieht.
Diese Wahrheit verleiht unserem Leben hier auf Erden einen gewissen Ernst und eine gesunde Dringlichkeit. Jetzt ist es uns gewährt, unser Leben zu gestalten. Aber nicht, damit wir egoistisch sind, sondern als Teil einer größeren Realität handeln: der Kirche und der Menschheit.
Nikolaus Klemeyer
Frage: Wie kannst du heute bewusster als Mitgestalter deines Lebens handeln und gleichzeitig im Dienst an einer größeren Gemeinschaft stehen?
Mt 13,49: So wird es am Ende der Weltzeit sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern
Das Netz und die Entscheidung
Dann spricht Jesus vom Netz mit guten und schlechten Fischen. Dieses Gleichnis erinnert uns daran, dass unser Leben ernst ist und auf eine endgültige Begegnung mit Gott hinführt. Gott ist barmherzig, aber er nimmt auch unsere Freiheit ernst. Am Ende wird offenbar werden, ob wir wirklich für ihn gelebt haben. Das Evangelium ruft mich deshalb zur Wachsamkeit auf. Christsein bedeutet nicht nur schöne Gedanken oder Gefühle zu hegen, sondern eine konkrete Entscheidung für Christus im Alltag zu fällen. Jesus möchte, dass ich zu den "guten Fischen" gehöre, zu denen, die in seiner Gnade leben und treu bleiben. P. João Paulo Jäger
Vers 50 Gericht über Böse
Mt 13,50: und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein.
Alle Arten von Fischen
Es sammelt von jeder Art Fische zusammen, weil es zur Vergebung der Sünden Gelehrte und Ungelehrte, Freie und Knechte, Reiche und Arme, Starke und Schwache ruft. Goldene Perle
Die Fischer stehen für die Engel
Die guten Fische sind die Gerechten, das heißt die Erretteten aus Juden und Heiden. Die faulen Fische sind die Ungerechten, nämlich die Ungläubigen aus allen Völkern. Hier wird nun getrennt, wie wir es schon im Gleichnis vom Weizen und Unkraut gesehen haben
Am Ende der Welt
Jesus spricht in den Gleichnissen des Himmelreichs mit Kraft und Autorität über das Weltgericht. Wir sind oft versucht, schnell darüber hinwegzulesen, in der Hoffnung, dass wir am Ende zu den Gerechten gezählt werden, und wir uns deshalb keine Sorgen machen müssen. Doch wenn Jesus so oft diesen Punkt unterstreicht, sollte ich mich der Betrachtung dieses Endgerichts stellen. Was bewirkt das in mir? Johanna von Siemens
Heulen und mit den Zähnen knirschen
Die Tragik der heutigen Zeit, und die Tatsache, dass der Weg ins Verderben breit ist, und viele auf ihm gehen, darf mich als Christ nicht kalt lassen. Es muss mir weh tun, zu sehen, wie so viele Menschen den Weg wählen, der sie schon in diesem Leben so unglücklich macht und blind ins ewige Verderben laufen lässt.
Gebet: Jesus, was empfindest du bei diesem Anblick? Jesus, wenn ich diese Trauer mit dir mitempfinde, dann kannst du mich mit deinem Feuer und Eifer erfüllen, um alles daran zu setzen, dass die Menschen auf den Weg des Lebens geführt werden. Ich lasse zu, dass du mir in die Augen blickst und sagst: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Johanna von Siemens
Vers 51 Habt ihr verstanden?
Mt 13,51: Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!
Habt ihr das alles verstanden?
Jesus fragt die Jünger: "Habt ihr das alles verstanden?" Auch mich fragt er heute: Habe ich verstanden, worum es im Leben wirklich geht? Habe ich verstanden, dass das Himmelreich mehr wert ist als alles andere?
Gespräch mit Christus: Jesus, du hast mich in das Netz deines Himmelreichs aufgenommen. Lass mich diese Berufung niemals leichtnehmen. Hilf mir, wachsam zu leben und mein Herz immer mehr auf dich auszurichten. Ich möchte zu denen gehören, die dir treu geblieben sind und einmal bei dir sein dürfen.
Vers 52 Neues und Altes
Mt 13,52: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der für das Reich der Himmel unterrichtet ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.
Die Jünger als Hausväter
Weil sie verstanden hatten, waren sie verpflichtet, dies anderen mitzuteilen. Jünger sollen Kanäle des Segens, nicht seine Sammelpunkte sein.
Die Zwölf waren nun Schriftgelehrte, die auf das Reich der Himmel vorbereitet waren, das heißt Lehrer und Ausleger der Wahrheit. Sie waren gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt.
Im Alten Testament hatten sie eine reiche Quelle dessen, was man vielleicht alte Wahrheit nennen könnte. In den Gleichnisreden Jesu hatten sie soeben etwas ganz Neues erhalten.
Aus dieser reichen Quelle des Wissens sollten sie nun schöpfen, um anderen die wunderbaren Wahrheiten weiterzugeben.
Frage: Wie kannst du heute selbst zum Kanal des Segens werden und die Weisheit, die du empfangen hast, weitergeben?
Altes und Neues hervorholen
Ist alt besser oder neu? Diese herausfordernde Frage war nicht nur zu Jesu Zeiten aktuell, sondern führt auch heute inner- und außerhalb der Kirche zu Konflikten.
Und Jesus selbst erklärt nicht nur in dieser Bibelstelle, dass beides seine Daseinsberechtigung hat: Er kommt, um den alten Bund zu erfüllen, und macht alles neu; er kehrt zurück zum Kern der altbekannten Gebote und macht sie gerade dadurch noch einmal neu.
Er ist selbst der feste Anker in der Zeit und sendet doch auch das erneuernde Feuer des Schöpfergeistes.
Eric Briemle
Frage: Wie kannst du in deinem Leben das Alte wertschätzen und gleichzeitig offen für die Erneuerung durch den Geist sein?