Mt 12, 38-45 Zeichenforderung
Inhaltsverzeichnis
Vers 38 Forderung nach Zeichen
Mt 12,38: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen!
Nicht ständig nach Zeichen verlangen
Trotz aller Wunder, die Jesus gewirkt hatte, besaßen die Schriftgelehrten und Pharisäer die Frechheit, ihn nach einem Zeichen zu fragen. Sie deuteten damit an, dass sie glauben wollten, wenn er sich als Messias ausweisen könnte. Aber ihre Heuchelei war leicht zu durchschauen.
Wenn sie nach so vielen Wundern immer noch nicht glauben wollten, wie konnten sie durch weitere Wunder überzeugt werden? Die Haltung, die Wunder und Zeichen als Bedingung für den Glauben verlangt, gefällt Gott nicht.
Jesus sagte einst zu Thomas: Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben. Nach Gottes Plan folgt das Sehen dem Glauben.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich lernen, zuerst zu glauben, bevor ich alles sehe?
Wo ist Gott?
Vielleicht fragen wir uns manchmal: Warum zeigt sich Gott nicht deutlicher? Wir haben den Wunsch, ihn und sein Wirken besser zu erkennen und besser greifen zu können. Wir sehnen uns nach etwas Anfassbarem, nach Zeichen.
Aber Gott ist Geist und nicht manipulier- oder kontrollierbar. Bei den Schriftgelehrten und Pharisäern im Evangelium kommt dieser Wunsch nach Zeichen aus einem ungläubigen Herzen.
Wenn wir uns jedoch aus einem gläubigen Herzen nach mehr sehnen, nämlich danach, Gott tiefer zu erfahren und sein Wirken deutlicher zu erkennen, dann ist diese Einstellung ein fruchtbarer Nährboden, auf dem Gott Großes tun kann.
Denn wer Gott sucht, befindet sich immer schon auf dem Weg zu ihm.
Michael Hemm
Frage: Wie öffne ich mein Herz, um Gottes Wirken in meinem Leben bewusster wahrzunehmen?
Die Zeichen der Zeit
Jeden Tag tut Gott in unserer Welt Zeichen und Wunder. Wir müssen nur die Augen offen halten: Wie viele Hinweise auf seine Gegenwart können wir in der Natur entdecken! Wie oft begegnet er uns in einem Menschen, einem Lächeln, einem Gespräch!
Wie viele Zeichen nehmen wir in uns selber wahr: In den Regungen unseres Herzens, in denen Gott zu uns spricht. Wir können Gott auch um spezielle Zeichen bitten. Er wird sie uns schenken, wenn sie gut für uns sind.
Doch wir dürfen das wichtigste Zeichen nicht vergessen: Die Menschwerdung! Jesus! In ihm ist Gott selbst zum sichtbaren Zeichen geworden.
Magdalena Sczuka
Frage: Welche kleinen oder großen Zeichen Gottes nehme ich heute bewusst in meinem Leben wahr, und wie kann ich ihnen mehr Raum geben?
Vers 39 Zeichen des Jona
Mt 12,39: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona.
Zeichen des Jona
Jona verbrachte drei Tage im Bauch des Fisches, bevor er befreit wurde – ein Bild für Jesu Tod, sein dreitägiges Grab und seine Auferstehung. Damit weist Jesus darauf hin, dass sein größtes Zeichen nicht ein augenblickliches Wunder, sondern sein Tod und seine Auferstehung sein wird.
Die Pharisäer offenbaren durch ihre Forderung ihren Unglauben, da sie die bereits geschehenen Wunder ignorieren. Jesu Worte sind eine Warnung: Wer trotz aller Hinweise nicht glaubt, dem bleibt nur das endgültige Zeichen der Auferstehung – eine Entscheidung über Glaube oder Ablehnung.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du, dass Vertrauen und Loslassen wichtiger sind als sofortige Antworten?
Vers 40 Drei Tage im Bauch
Mt 12,40: Gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.
Jona als Vorausbild für Jesus
Jesus deutet das Jona-Zeichen auf sich. So wie Jona drei Tage im Bauch des Fisches war, an Land gespuckt und somit gerettet wurde, so wird Gott sich auch um andere Gerechte kümmern und sie nach drei Tagen retten.
Wie Jona im Bauch des Wales, so wird Jesus drei Tage im Schoß der Erde sein, gestorben für unsere Sünden. Das Zeichen des Jona weist auf das Ostergeheimnis hin, den Übergang vom Tod zum Leben, und irgendwie ist es zusammengefasst im leeren Kreuz.
Kreuz, weil es auf Jesu Tod für uns hinweist, leer, weil Jesus nicht im Tod geblieben, sondern auferstanden ist.
Ellen Charlotte Petermann
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich Momente, in denen ich auf Rettung oder Neuanfang warten muss, und wie kann ich darin Gottes Gegenwart erkennen?
Zeichen des Jona
Zusammenfassend sagte er ihnen, dass sie kein Zeichen erhalten würden als das Zeichen des Propheten Jona. Damit bezog sich Jesus auf seinen Tod, seine Grablegung und seine Auferstehung.
Jonas Erlebnis, als er von dem Fisch verschlungen und wieder ausgespien wurde, war ein Hinweis auf das Leiden und die Auferstehung des Herrn.
Jesu Auferstehung aus den Toten ist allerdings das endgültige, größte Zeichen seines Dienstes am Volk Israel. So wie Jona drei Tage im Bauch des großen Fisches war, würde unser Herr nach seiner eigenen Voraussage drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.
MacDonald
Frage: Welche „Zeichen“ in meinem eigenen Leben könnten mir Hinweise auf eine tiefere spirituelle Transformation geben?
Drei Tage
Das größte Zeichen Jesu ist seine Auferstehung am dritten Tag.
Die Apostel mussten lernen, dass der Auferstandene beständig unter ihnen war – nicht einmal da und dann wieder weg, sondern immer da, auch wenn sie ihn nicht sahen.
Der Glaube an dieses Zeichen, der Glaube daran, dass Jesus lebt und bei mir ist, kann auch mich durch schwierige Zeiten tragen.
Michael Hemm
Frage: Wie spüre ich die Gegenwart Jesu in meinem Alltag, auch wenn ich ihn nicht direkt sehe?
Vers 41 Männer von Ninive
Mt 12,41: Die Männer von Ninive werden im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und werden es verurteilen, denn sie taten Buße auf die Verkündigung des Jona hin; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Jona!
Aufruf zur Buße
Christus, der den Juden predigte, war in seiner Natur, Person und Mission unendlich größer als Jona. Jona predigte in Ninive nur vierzig Tage Buße, während Christus mehrere Jahre lang unter den Juden predigte.
Jona vollbrachte keine Wunder, um sein Predigen zu untermauern; Christus jedoch wirkte jeden Tag Wunder, an jedem Ort, wohin er kam, und in jeder nur denkbaren Art.
Trotzdem taten die Einwohner von Judäa nicht Buße, die Einwohner von Ninive hingegen schon.
Frage: Welche Botschaft könnte Christus für mein eigenes Leben heute bereithalten, und wie reagiere ich darauf?
Vers 42 Königin des Südens
Mt 12,42: Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und wird es verurteilen, denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Salomo!
Gott kann auch mit unvollkommenen Menschen arbeiten.
Jesus bringt zwei Vergleiche mit dem Alten Testament, von zwei Menschen, in deren Leben Gott gewirkt hat und aufgrund derer sich andere Menschen bekehrt haben. Die Beispiele, die Jesus heranzieht, waren weit davon entfernt, perfekt zu sein.
Jona hatte Angst und hat sich vor seiner Mission gedrückt. Salomo war sicherlich sehr weise, aber auch, gelinde gesagt, sehr unbeherrscht. Dennoch waren beide Werkzeuge Gottes und haben andere Menschen zu Gott geführt.
Auch wir können das tun, obwohl wir in unserem (Glaubens-)Leben bei weitem nicht in allem perfekt sind. Schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche!
Frage: Welche unvollkommenen Seiten in deinem Leben könnten dennoch ein Weg sein, anderen Menschen Gottes Wirken zu zeigen?
Jesus ist mehr
Jesus redet von zwei Beispielen der Bekehrung, von den Niniviten und von der Königin des Südens. Sie haben sich bekehrt. Doch Jesus ist mehr als Jona und Salomo! Er ist Gott selbst, als Mensch zu uns gekommen.
Bewegt er uns auch zur Umkehr und Demut? Bringen wir Gottes Güte durch unseren Lebensstil zum Ausdruck?
Wir sollten uns bewusst sein, dass jeder Tag ein Geschenk ist, dass wir vieles nicht im Griff haben und unbedingt auf Gottes Gegenwart und Barmherzigkeit angewiesen sind.
Charlotte Petermann
Frage: Welche Schritte kann ich heute unternehmen, um offener für Gottes Gegenwart und Barmherzigkeit in meinem Leben zu sein?
Vers 43-44 Rückkehr unreiner Geister
Mt 12,43: Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht.
Mt 12,44: Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt.
Vers 45 Schlimmeres Ende
Mt 12,45: Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er; und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird zuletzt mit diesem Menschen schlimmer als zuerst. So wird es auch sein mit diesem bösen Geschlecht!
Gefahr eines leeren, ungefestigten Herzens
Diese Stelle verdeutlicht die Gefahr eines leeren, ungefestigten Herzens. Jesus lehrt, dass es nicht genügt, sich von bösen Einflüssen zu befreien – es muss eine positive Veränderung stattfinden.
Ohne Gottes Gegenwart bleibt der Mensch verwundbar, sodass der Geist zurückkehren kann, oft schlimmer als zuvor (Mt 12,44-45). Dies warnt vor oberflächlicher Buße und fordert eine echte Umkehr zu Gott.
Die Passage kann auch auf das Volk Israel angewendet werden, das Jesu Botschaft ablehnt und in eine geistlich noch schlimmere Lage geraten könnte. Sie ist eine Mahnung, Gottes Geist als dauerhaften Schutz im Herzen zu haben.
Frage: Wo in meinem Leben ist mein Herz vielleicht noch leer, und wie kann ich Gottes Gegenwart dauerhaft einladen, um wirklich verwandelt zu werden?