Mt 11, 16-19 Flötenspiel und Klagelieder

Vers 16 Gleichnis der spielenden Kinder

Mt 11,16: Wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die an den Marktplätzen sitzen und ihren Freunden zurufen.

Vers 17 Klage über Unempfänglichkeit

Mt 11,17: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint!

Hang zur ständigen Kritik

Die Idee ist, dass diejenigen, die ein Herz zum Kritisieren haben, etwas zum Kritisieren finden werden.

Viele Menschen wären weder mit Johannes noch mit Jesus zufrieden.

Unter den Kindern versteht man die Propheten, welche in der Einfalt des Sinnes wie die Kinder verkündeten und mitten in der Synagoge wie vor dem Volk auf dem Markte es rügten, dass es seine Stimmung nicht nach ihrem Vorspiel einrichtete und ihren Worten nicht gehorchte.

Goldene Perle

Frage: Welche inneren Stimmen in mir kritisieren, statt zu verstehen, und wie könnte ich ihnen mit mehr Mitgefühl begegnen?

Kritiksucht? 

Kinder, die zu Hochzeitsliedern nicht tanzen und sich bei Klageliedern nicht an die Brust schlagen, verhalten sich im Widerspruch zu ihrem kindlichen Gemüt.

Jesus zeigt seinen Jüngern und mir, dass viele Menschen solche Widersprüche in sich tragen. Möglicherweise sind sie beherrscht von unverantwortlicher Kritiksucht und verstecken sich hinter ihrer Kritik an Gott und der Kirche, um sich nicht ernsthaft mit den tieferen Fragen des Lebens beschäftigen zu müssen.

Mir soll das zeigen, dass ich Jesu Botschaft nur verkünden kann, wenn ich fest mit ihm verbunden und bereit bin, Widerstand wegzustecken. Daher ist es unerlässlich, dass wir zuallererst seine Nähe im Gebet suchen, von seinem Beispiel lernen, und uns von ihm umgestalten lassen, damit wir ihm immer ähnlicher werden.

Wir müssen immer wieder neu auf ihn schauen, vor allem im Gebet und in den Sakramenten. So wird Widerspruch für uns nicht zum Ärgernis werden.

Georg Rota

Frage: Welche inneren Widersprüche in mir könnten mich daran hindern, Jesu Botschaft wirklich zu leben, und wie kann ich mich ihm darin öffnen?

Vers 18 Vorwurf gegen Johannes

Mt 11,18: ‭‭Denn Johannes ist gekommen, der aß nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Dämon!‭

Ablehnung

Johannes lebte asketisch und wurde dennoch als besessen verurteilt. Dies verdeutlicht, dass viele Menschen die Botschaft Gottes nicht annehmen wollten, unabhängig davon, wie sie verkündet wurde.

Jesus stellt im folgenden Vers (Mt 11,19) den Kontrast zu sich selbst dar: Er isst und trinkt, wird aber als „Fresser und Weinsäufer“ kritisiert.

Die Passage zeigt, dass Ablehnung nicht an der Form der Verkündigung liegt, sondern an der Herzenshaltung der Menschen. Sie fordert dazu auf, sich der Wahrheit zu öffnen.

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens verschließt du vielleicht dein Herz gegenüber einer Wahrheit, die dich verändern könnte?

Vers 19 Vorwurf gegen Menschensohn

‭Mt 11,19: Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt; da sagen sie: Wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von ihren Kindern.‭

Mt ‭11:19‬: Doch wie recht die Weisheit Gottes hat, erweist sich in dem, was sie bewirkt.

Die Werke der Weisheit

Oft haben wir Angst, vor unseren Mitmenschen Zeugnis für unseren Glauben abzulegen. Wir fühlen uns vielleicht auch vom Auftrag überfordert, die Botschaft Christi in die Welt zu tragen.

Wir stellen unser Licht unter den Scheffel, damit es unsere Mitmenschen ja nicht blendet. Auch wenn das manchmal verständlich ist, müssen wir uns doch bewusstmachen, dass nicht wir Großes und Außerordentliches vollbringen müssen.

Jesus ist das Licht der Welt! Er ist die Weisheit, die gute Taten hervorbringt. Wir müssen ihn nur aufstrahlen lassen, indem wir uns bemühen, ihm den ersten Platz in unserem Leben zu geben.

Nicht durch schöne Reden sollen wir die Welt beeindrucken, sondern durch unsere guten Taten dazu bringen, Gott zu loben. Wir müssen die vielen Kleinigkeiten unseres Alltags eben mit großer Liebe tun. Dann strahlt sein Licht auf, und wir verkünden seine Botschaft trotz unserer Schwachheit und Ängstlichkeit.

Die Weisheit wird Recht bekommen.
Georg Rota

Frage: Welche kleinen Taten in deinem Alltag könnten das Licht Jesu sichtbar werden lassen, auch wenn du dich selbst klein und unbedeutend fühlst?

Die Weisheit hat durch ihre Taten recht bekommen

Auf die gleiche Art lehrte er auch, dass man einen Baum an seinen Früchten erkennen könne.

Weil wir wissen, wie leicht es ist, andere falsch zu beurteilen, dürfen wir uns nicht darüber Sorgen machen, was andere über uns sagen oder denken könnten.

Vielmehr müssen wir wie Jesus stets das Gute tun. Gute Taten sprechen für sich selbst, auch wenn es dauern kann, bis andere das merken oder anerkennen.

Wenn wir so – durch diese guten Taten – seine Botschaft verbreiten, können wir sicher sein, dass Gott uns segnet und dass er bewirkt, dass unsere guten Taten auch Früchte hervorbringen.

Frage: Wie könntest du heute bewusst eine gute Tat vollbringen, die nicht für Anerkennung, sondern für das Wohl anderer geschieht?