Mt 10, 16-23 Verfolgung und Zeugnis

Vers 16 Schafe unter Wölfen

Mt 10,16: Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!

Mt 10,16: Siehe, ich sende euch wie Schafe inmitten von Wölfen; so seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben.

Zum Abschnitt Mt 10,16-42

In Matthäus 10,16-42 bereitet Jesus seine Jünger auf Widerstand und Verfolgung vor. Er vergleicht sie mit Schafen unter Wölfen und fordert Klugheit sowie Unschuld (V. 16).

Er warnt vor Verfolgung durch religiöse und weltliche Autoritäten (V. 17-22) und ermutigt, sich auf den Heiligen Geist zu verlassen. Jesus betont, dass Nachfolge Konflikte mit sich bringt, sogar innerhalb der Familie (V. 34-39).

Doch wer sein Leben um Jesu willen verliert, wird es finden. Er verspricht Belohnung für diejenigen, die seine Jünger aufnehmen (V. 40-42). Die Passage ermutigt Christen, trotz Widerständen standhaft zu bleiben, mutig zu bekennen und darauf zu vertrauen, dass Gott sie begleitet und belohnt.

Frage: Wo in meinem Leben fordert mich Jesus heraus, ihm treu zu bleiben – auch wenn es Widerstand bedeutet?

In Einfachheit lieben

Lernt von den Tauben Gott in aller Einfachheit lieben,
das heißt, das Wachsen in der Gottesliebe in aller Einfalt des Herzens fördern und bei allem, was ihr tut, nur ein Motiv, nur ein Ziel haben.

Und nicht nur diese Einfalt in der Liebe lernt von der Taube,
denn sie hat nur einen Tauber, für den sie alles tut.
Sie will nichts, als ihm gefallen,
sie fürchtet nichts, als ihm missfallen.

Lernt auch von ihr, eure Liebe ganz einfach auszudrücken und zu zeigen,
denn sie tut nicht weiß Gott was alles,
ist nicht überschwänglich in ihren Zärtlichkeiten,
sie gurrt nur leise dem Tauber zu,
fühlt sich in seiner Liebe geborgen
und ist zufrieden, bei ihm sein zu dürfen.

Franz von Sales

Frage: Welche einfache, liebevolle Handlung könntest du heute bewusst ausführen, um Gottes Liebe oder die Liebe zu anderen zu spiegeln?

Einfache Seele

Eine Seele, die einfach ist, läuft nicht jedem Wort und jeder Handlung nach, sie überlässt den Ausgang der göttlichen Vorsehung, der sie sich mit ganzer Seele hingegeben hat; sie wendet sich nicht nach rechts und nicht nach links, sie geht einfach geradeaus.

Und findet sie eine Gelegenheit, eine Tugend zu üben, so greift sie diese sorgsam auf und sieht in ihr ein geeignetes Mittel, sich ihrem Ziel, der Gottesliebe, zu nähern, doch tut sie das in aller Ruhe; sie schätzt keine Gelegenheit gering und lässt auch keine vorübergehen, aber sie schaut nicht ängstlich danach aus und überstürzt sich nicht, sie zu suchen.

Sie verhält sich ganz still, sie ruht im festen Vertrauen, daß Gott um ihre Sehnsucht, ihm zu gefallen, weiß, und das genügt ihr.
Franz von Sales

Frage: Wie könntest du in deinem eigenen Leben lernen, mit solcher stillen Hingabe zu handeln und gleichzeitig auf die Gelegenheiten der Tugend zu achten?

Einfach sprechen

Unser Herr Jesus Christus fordert von uns die Einfachheit der Taube, die darin besteht, Dinge ganz einfach zu sagen, so wie man sie denkt, ohne unnütze Überlegungen, und sich wahrhaftig zu benehmen, ohne Verstellung und Künstelei, und nur auf Gott allein zu schauen.

Aus diesem Grund wird jeder von uns bestrebt sein, alle seine Handlungen in diesem Geist der Einfachheit zu tun und sich vor Augen zu halten, dass Gott sich gerne den Einfachen mitteilt und ihnen seine Geheimnisse offenbart, die er vor den Weisen und Klugen verbirgt (Mt 11,25).

Aber zur gleichen Zeit, in der Jesus Christus die Einfachheit der Taube empfiehlt, befiehlt er uns, die Klugheit der Schlange zu nutzen, was eine Tugend ist, die uns mit Umsicht sprechen und handeln lässt.

Vinzenz von Paul

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens könntest du heute die Einfachheit der Taube üben, ohne dabei die Klugheit der Schlange zu vernachlässigen?

Andacht von Franziskus

Der Herr sendet und ist bei uns: Der Herr schickt uns nicht nur als „Schafe unter die Wölfe“, sondern in unserer Zeit auch als Wächter mitten unter die Leute, die nicht aus ihrer weltlichen Trägheit geweckt werden wollen, die die Worte der Wahrheit des Evangeliums ignorieren und sich ihre eigenen flüchtigen Wahrheiten zusammenbauen.

Und wenn wir in diese Umfelder gehen oder in ihnen leben und die Worte des Evangeliums sagen, dann stört das und sie werden uns nicht mit Wohlwollen anschauen.

Doch bei all dem fährt der Herr fort, uns zuzurufen, was er bereits den Jüngern seiner Zeit gesagt hat: „Fürchtet euch nicht!“

Dieses Wort dürfen wir nicht vergessen: immer, wenn wir vor Bedrängnissen, vor einer Verfolgung, vor etwas stehen, das uns leiden lässt, wollen wir die Stimme Jesu im Herzen hören: „Fürchtet euch nicht! Hab keine Angst, geh weiter! Ich bin bei dir.“
Papst Franziskus

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens spürst du den Ruf, trotz Angst und Widerstand weiterzugehen, und wie kannst du das Vertrauen in Gottes Gegenwart stärken?

Vers 17 Warnung vor Gerichten

Mt 10,17: Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch den Gerichten ausliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln.

Sie werden euch in ihren Synagogen auspeitschen

In Deutschland werden wir als Christen nicht ausgepeitscht. Aber es gibt viele Länder, in denen man an Leib und Leben gefährdet ist, wenn man Christ ist.

Noch nie wurden so viele Christen verfolgt und getötet wie heutzutage.

Ich halte einen Moment inne, um für diese Brüder und Schwestern jetzt zu beten.

Dorit Wilke-Lopez

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben Mitgefühl und Gebet für Menschen ausdrücken, die wegen ihres Glaubens leiden?

Vers 18 Zeugnis vor Machthabern

Mt 10,18: Auch vor Fürsten und Könige wird man euch führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis.

So behandelt wie Jesus

Einfach gesagt, die Jünger sollten nicht erwarten, besser behandelt zu werden , als Jesus behandelt wurde. Wenn sie Jesus selbst Satan ( Beelzebub ) nannten, wie viel Schlimmeres sollten die Jünger Jesu erwarten!

Vorbereitung auf Verfolgung

Weil der Herr oben die Apostel vor Kummer warnte und mit Wundergaben waffnete, so sagte er ihnen entsprechend die Nebel vorher, die ihnen bevorstehen; zuerst, dass sie die Macht seines Vorherwissens kennen lernten; sodann, dass niemand glaubte, wegen der Schwachheit des Meisters träfen sie diese Nebel; drittens, dass sie, wenn sie dieselben träfen, nicht zurückschreckten, da sie nicht unvermutet und unerwartet kämen; viertens, dass sie dieses hörend zur Zeit des Kreuzes nicht in Verwirrung gerieten.

Goldene Perle

Frage: Wie bereitest du dich innerlich auf Herausforderungen vor, die vorhersehbar, aber dennoch schwer zu tragen sind?

Um meinetwillen

Wenn wir um Jesu Willen Schmerz erfahren müssen, kann uns folgendes Zitat von der heiligen Mutter Teresa helfen:

Der Schmerz an sich ist nichts; aber der Schmerz, der an der Passion Christi teilnimmt, ist ein wunderbares, ja das schönste Geschenk: ein Geschenk und ein Beweis der Liebe, weil der Vater gezeigt hat, dass er die Welt liebt, als er seinen Sohn hingab.
Fabiola Marton

Frage: In welchen Momenten deines Lebens kannst du Schmerz bewusst als Zeichen der Liebe und Verbindung zu etwas Größerem wahrnehmen?

Vers 19 Sorge um Worte unnötig

Mt 10,19: Wenn sie euch aber ausliefern, so sorgt euch nicht darum, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.

Macht euch keine Sorgen

Wenn ich Ablehnung spüre, ist das natürlich schmerzhaft. Dann ist es wichtig, wie Petrus bei seinem Gang auf dem Wasser, auf Jesus zu schauen, damit ich in den aufgewühlten Gefühlen nicht versinke.

Aber der Heilige Geist wird mich dazu befähigen. Ich brauche nicht im Voraus zu grübeln und mich abzusichern, was ich wie bekennen und sagen soll.

Ich halte einen Moment inne, um dem himmlischen Vater alle Angst vor Ablehnung zu übergeben und dem Heiligen Geist mein Vertrauen auszusprechen.

Dorit Wilke-Lopez

Frage: Welche Ängste oder Zweifel könnte ich heute dem Heiligen Geist übergeben, um mehr inneren Frieden zu erfahren?

Hab keine Angst! 

Bedrängnis? Verfolgung? Spott? Nachteil? Leid? Wegen Jesus? Ja, wir folgen Jesu Schritt, der am Kreuz starb.

Manchmal sind wir wie Schafe, die inmitten eines Rudels von Wölfen Zeugnis geben.

Habt keine Angst, ich bin der ich bin da, sagt uns Gott am Berge Sinai.

Vertrauen wir dem guten Hirten, inmitten der Bedrängnis.

Fabiola Marton

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich gerade die Einladung, trotz Angst oder Bedrängnis dem guten Hirten zu vertrauen?

Vers 20 Geist des Vaters spricht

Mt 10,20: Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist's, der durch euch redet.

Nicht ihr werdet dann reden

Die Begleitung des Heiligen Geistes in schwierigen Situationen ist uns gewiss. Rein menschlich scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

Die Jünger folgen Jesus nach, halten sich an seine Gebote und versuchen, die Frohe Botschaft zu verkünden. Als „Lohn” dafür stehen sie vor Gericht, werden ausgepeitscht und sogar mit dem Tod bestraft.

Haben sie etwas falsch gemacht? Hat Gott sie verlassen? Nein, gerade weil sie treu waren, widerfährt ihnen das. Der Kampf ist vor allem innerlich.

„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.”

In den Schwierigkeiten geht es vor allem darum, den Glauben an die Nähe Gottes zu wahren, ohne Sorge, voller Hoffnung und Zuversicht zu bleiben und den Frieden zu bewahren. Ganz besonders in solchen Situationen ist Gott uns nahe.

Bertalan Egervári

Frage: Wo spüre ich in meinem Leben die Gegenwart Gottes besonders stark, auch wenn alles äußerlich schwierig erscheint?

Tröstende Worte

Dieses aber tröstete sie, nicht weil sie die Strafe Anderen wünschten, sondern daß sie Zuversicht hätten, weil sie überall den Allgegenwärtigen und Allwissenden hätten.

Der Sinn ist der: Ihr geht in den Kampf, aber ich bin es, der kämpft. Ihr sprecht die Worte aus, aber ich bin es, der sie euch eingibt.

Goldene Perle

Frage: Wo in meinem Leben darf ich mich mehr dem Vertrauen hingeben, dass eine höhere Weisheit den Weg mit mir geht?

Vers 21 Hass in Familien

Mt 10,21: Es wird aber ein Bruder den anderen zum Tode ausliefern und ein Vater sein Kind; und Kinder werden sich gegen die Eltern erheben und werden sie töten helfen.

Bis in die Familie

Jesus warnt seine Jünger vor den Konflikten, die entstehen, wenn sie ihm nachfolgen. Der Glaube kann familiäre Bindungen spalten, weil er radikale Treue zu Christus fordert. Die Aussage zeigt, dass das Evangelium Widerstand hervorruft, selbst in den engsten Beziehungen.

Doch Jesus ermutigt seine Jünger: Trotz Verfolgung sollen sie standhaft bleiben. Diese Prophetie erfüllte sich bereits in der frühen Christenverfolgung und bleibt bis heute aktuell. Christen sind aufgerufen, trotz Widerständen im Glauben festzuhalten und Gottes Reich an erste Stelle zu setzen.

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens fordert dich dein Glaube dazu heraus, standhaft zu bleiben, auch wenn es Beziehungen oder Sicherheit belastet?

Vers 22 Ausharren bis ans Ende

Mt 10,22: Und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.

Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet

Die Apostel brauchen keine Angst zu haben. Auch nicht vor einem möglichen Ende. Jesus sagt ihnen, dass sie gerettet werden aus aller Drangsal, den Anfeindungen, Verleumdungen, wenn sie nur treu und standhaft bleiben.

Das klingt so schön, aber ist das auch so einfach? Das geht nur im großen Vertrauen auf Gott, auf seine Hilfe und Unterstützung. Alleine können wir nichts vollbringen, sondern nur mit seiner Hilfe und dem Vertrauen, dass er immer bei uns ist und das Beste für uns will.

Gott will, dass wir gerettet werden. Jeder von uns. Schauen wir so in die Zukunft und glauben daran, dass nichts uns schaden kann, wenn wir ihm allein vertrauen? Ich denke, das tun die wenigsten von uns, aber man kann es lernen. Jeden Tag ein wenig mehr und am Ende steht die Rettung.

Svenja Nonnenmacher

Frage: In welchen Momenten meines Lebens kann ich lernen, mich ganz auf Gottes Führung zu verlassen und ihm mein Vertrauen zu schenken?

Wer bis zum Ende standhaft bleibt

Wer bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet. Diese Aussage betont noch einmal, worauf es wirklich ankommt. Wir sollen standhaft bleiben, auch wenn sich scheinbar die ganze Welt gegen uns wendet und das Ende kurz bevorsteht.

Es ist zwar im Moment schwer vorstellbar, dass uns jemand im zivilisierten Westen auspeitscht oder mit dem Tod bestraft, doch wir wissen, dass die Verfolgung durchaus real ist. Ein christlicher Wert nach dem anderen wird untergraben, und die Gesellschaft wird immer weltlicher und sogar feindselig.

Spott, Verachtung und Benachteiligung, Gelächter, Ausgrenzung und üble Nachrede sind immer häufiger das Los derer, die dem Glauben treu bleiben. Lassen wir uns nicht davon beeindrucken oder gar entmutigen.

Wir dürfen die Gewissheit haben, dass Christus uns gerade deswegen besonders nahe ist und unsere Seele mit reichen Gnaden beschenkt.

Bertalan Egervári

Frage: Welche Herausforderungen in deinem Leben könnten dich lehren, noch tiefer im Glauben und in der Standhaftigkeit zu wachsen?

Vers 23 Flucht in nächste Stadt

Mt 10,23: Wenn sie euch aber in der einen Stadt verfolgen, so flieht in eine andere. Denn wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht fertig sein, bis der Sohn des Menschen kommt.

Aufforderung zur Flucht

Jedoch lässt der Erlöser seine Jünger nicht darum fliehen, und gab zuerst ein Beispiel hierin, weil er seine Jünger nicht beschützen konnte, sondern er lehrte die Gebrechlichkeit des Menschen, damit er Gott nicht zu versuchen wage, wenn er dem, was er vermeiden soll, entgehen kann.

Goldene Perle

Frage: In welchen Momenten erkenne ich meine eigene Gebrechlichkeit, und wie könnte ich dadurch näher zu Gott und meinem inneren Frieden finden?