Mt 1, 1-17 Stammbaum Jesu: Auslegungen und Andachten
Mt 1, 1-17 im Überblick: Diese Andacht legt die Verse 1 bis 17 im 1. Kapitel des Matthäusevangeliums Vers für Vers aus. Erfahre, was der Bibeltext über den Stammbaum Jesu bedeutet und wie du die Botschaft konkret in deinem Alltag anwendest.
Inhaltsverzeichnis
Vers 1 Sohn Davids und Abraham
Mt 1,1: Geschlechtsregister Jesu Christi, des Sohn Davids, des Sohnes Abrahams.
Was lehrt uns der Abschnitt ?
Matthäus 1,1–17 enthält den Stammbaum Jesu und zeigt seine Verbindung zu Abraham und David. Dies betont seine Legitimität als Messias, da der verheißene Retter aus der Linie Davids stammen sollte.
Die Genealogie ist in drei Gruppen zu je 14 Generationen unterteilt, was eine symbolische Struktur hat: von Abraham bis David (die Zeit der Verheißung), von David bis zum Exil (die Zeit des Königtums) und vom Exil bis zu Christus (die Zeit der Erwartung).
Durch die Erwähnung von Frauen wie Tamar, Rahab, Rut und Batseba unterstreicht Matthäus Gottes Gnade und die Einbeziehung von Heiden. Der Stammbaum zeigt, dass Jesus nicht nur ein König ist, sondern der von Gott gesandte Retter für alle Menschen.
Frage: Wo erkenne ich in meinem eigenen Leben Gottes Führung über Generationen hinweg, und wie darf ich mich als Teil seiner Geschichte verstehen?
Wer ist im Stammbaum von Jesus enthalten?
Das Matthäusevangelium Mt 1 beginnt mit dem Stammbaum Jesu Christi. Und der hat es in sich. Es finden sich dort u.a. auch Ehebrecher, Mörder, Prostituierte, Nichtjuden etc. Das hat Aussagekraft.
Gott tut das Unerwartete. Jesus selbst sagt, dass er zu den Kranken gekommen ist und nicht zu den Gesunden. Auch ich muss nicht perfekt sein, um zu Jesus zu kommen, um zu seiner Familie zu gehören – nein, im Gegenteil: Ich muss gerade zu meinen Schattenseiten stehen, sie ihm hinhalten, ansonsten mache ich mir selbst etwas vor.
Das schließt auch Barmherzigkeit gegenüber den Schattenseiten meines Gegenübers mit ein.
Frage: Wo darf ich heute mit meinen eigenen Schattenseiten barmherzig umgehen und sie Gott anvertrauen?
Sohn Davids und Abrahams
In seinem gesamten Werk stellt Matthäus Jesus als den verheißenen königlichen Messias aus Davids königlicher Linie dar. Das Alte Testament prophezeite, dass der Messias der Sohn Davids sein würde.
Gleich im ersten Satz Mt 1 weist Matthäus auf Jesus als die Erfüllung alttestamentlicher Prophezeiungen hin. Matthäus verband Jesus nicht nur mit David, sondern noch weiter zurück mit Abraham. Jesus ist der Same Abrahams, in dem alle Nationen gesegnet werden würden.
Frage: Wo erkenne ich in meinem eigenen Leben Spuren dieser Verheißung und wie öffne ich mich für den Segen, der durch Christus zu mir kommen will?
Vers 2-16: Der Stammbaum
Mt 1,2-16: Abraham zeugte den Isaak; Isaak zeugte den Jakob; Jakob zeugte den Juda und seine Brüder; Juda zeugte den Perez und den Serach mit der Tamar; Perez zeugte den Hezron; Hezron zeugte den Aram; Aram zeugte den Amminadab; Amminadab zeugte den Nachschon; Nachschon zeugte den Salmon; Salmon zeugte den Boas mit der Rahab; Boas zeugte den Obed mit der Ruth; Obed zeugte den Isai; Isai zeugte den König David. Der König David zeugte den Salomo mit der Frau des Uria; Salomo zeugte den Rehabeam; Rehabeam zeugte den Abija; Abija zeugte den Asa; Asa zeugte den Josaphat; Josaphat zeugte den Joram; Joram zeugte den Usija; Usija zeugte den Jotam; Jotam zeugte den Ahas; Ahas zeugte den Hiskia; Hiskia zeugte den Manasse; Manasse zeugte den Amon; Amon zeugte den Josia; Josia zeugte den Jechonja und dessen Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon. Nach der Wegführung nach Babylon zeugte Jechonja den Schealtiel; Schealtiel zeugte den Serubbabel; Serubbabel zeugte den Abihud; Abihud zeugte den Eljakim; Eljakim zeugte den Asor; Asor zeugte den Zadok; Zadok zeugte den Achim; Achim zeugte den Eliud; Eliud zeugte den Eleasar; Eleasar zeugte den Mattan; Mattan zeugte den Jakob; Jakob zeugte den Joseph, den Mann der Maria, von welcher Jesus geboren ist, der Christus genannt wird.
Der Gott-Mensch
Ein zentraler Aspekt dieses Stammbaums besteht in der Geschichtlichkeit der Menschwerdung. Gott wurde nämlich nicht mal eben für einen Tag ein „Schein-Mensch“ (wie die Gottheit in verschiedenen heidnischen Mythen), sondern er nahm unsere Natur an, er wurde sozusagen einer von uns, erlitt dasselbe Drama der menschlichen Existenz.
Und gerade so war es erst möglich, dass er – Gott und Mensch in einer Person – uns erlöst. Eigentlich sollte ich aus dem Staunen darüber gar nicht mehr herauskommen!
Andacht von Valentin Schmidts
Frage: Wie tief berührt mich das Geheimnis, dass Gott selbst in meine menschliche Wirklichkeit eingetreten ist?
Ursprung von Jesus Christus
Im neugeborenen Jesuskind in der Krippe offenbart sich Gott als Mensch, als fleischgewordenes Wort. Gott wird Mensch in Jesus Christus, er kommt zu uns, nimmt als ganz bestimmte Person menschliche Züge an, er wird hörbar, sichtbar, (be)greifbar, anfassbar. Wir können eine Beziehung mit ihm eingehen.
Die wahre Herkunft Jesu ergibt sich aus der Inkarnation: Gott verendlicht sich, verzeitlicht sich, er konkretisiert sich. Seine universale Fülle erscheint in der individuellen Gestalt des neugeborenen Kindes, des Jesus von Nazaret. In Jesus Christus ist Gott aus seiner Unendlichkeit herausgetreten und hat seiner unendlichen Liebe ein Antlitz, die Gestalt einer konkreten irdischen Existenz gegeben: Jesus von Nazaret.
Wir beten im großen Glaubensbekenntnis: „Gezeugt, nicht geschaffen. Eines Wesens mit dem Vater.” Das ist die wahre Herkunft Jesu.
Kommentar von Ellen Petermann
Frage: Wo und wie kann ich in meinem eigenen Leben das Menschgewordene Gottes spüren und ihm Gestalt geben?
Die Linie des Josefs
Die Juden legten großen Wert auf Genealogien, und für Judenchristen hing die Messianität Jesu davon ab, dass bewiesen wurde, dass er ein Nachkomme Davids war.
Diese Genealogie begründet den Anspruch Jesu auf den Thron Davids durch seinen Adoptivvater Joseph. Dies ist keine Blutslinie von Jesus durch Maria, sondern die legale Linie von Jesus durch Joseph.
Das Lukasevangelium liefert die Blutslinie Jesu durch Maria.
Frage: Welche Bedeutung hat es für meinen Glauben, dass sowohl das Gesetzliche als auch das Menschliche in Jesu Herkunft zusammengeführt werden?
Ecken und Kanten
Die vier Frauen in diesem Stammbaum Jesu, die ja keine Israelitinnen waren und von denen drei nicht unbedingt ein sehr erbauliches Leben führten, verweisen auf die Sündhaftigkeit und Gebrechlichkeit der Menschen, die Jesus auch auf sich nimmt.
Gott wusste von all dem und auch von meinen persönlichen Rückschlägen, Sünden und Grenzen – aber er nahm all das in sich auf und wandelt es auch heute auf geheimnisvolle Weise durch seine Vorsehung in Segen um.
Auch dafür will ich in diesen Tagen vor Weihnachten danken.
Auslegung Valentin Schmidts
Frage: Wo erlebe ich in meinem eigenen Leben, dass Gott meine Grenzen und Brüche in etwas Segensreiches verwandelt?
Mein Leben im Fokus
Wenn ich ehrlich bin, finde ich auch darin Großes und Starkes, Verworrenes und Armseliges, Dunkles und Böses, Gutes und Liebenswertes.
Wie gut, dass ich weiß, in wessen Herz ich all das hineinlegen darf.
Zu Jesus darf ich kommen, wie ich bin. Ich bin geliebt. Bedingungslos.
Und in dieser Liebe, der gepflegten Freundschaft mit Jesus, kann sich alles verwandeln. Erst aus dieser tiefen Freundschaft wächst die Vollkommenheit. Sie ist ihre Frucht.
Als Voraussetzung für diese Freundschaft braucht Jesus meine Vollkommenheit nicht.
So kann Gott seine Liebesgeschichte fortsetzen, weiterschreiben, mit meiner Geschichte.
Marianna Rustemeier
Frage: Wo darf ich heute ehrlich vor Jesus treten und mich ganz so zeigen, wie ich bin?
Andacht von Spurgeon
Tamar, Rahab, Ruth und die Frau von Uriah: Diese Genealogie ist bekannt für die ungewöhnliche Anwesenheit von vier Frauen.
Frauen wurden in alten Genealogien selten erwähnt, und die vier hier erwähnten verdienen besondere Beachtung als Beispiele für Gottes Gnade.
Sie zeigen, wie Gott unwahrscheinliche Menschen nehmen und sie auf großartige Weise gebrauchen kann.
Jesus ist Erbe einer Linie, in der das Blut der Hure Rahab und der bäuerlichen Ruth fließt; er ist den Gefallenen und den Niedrigsten verwandt, und er wird seine Liebe sogar den Ärmsten und Unbekanntesten zeigen.
Frage: Wo in meinem eigenen Leben lasse ich zu, dass Gottes Gnade durch meine Brüche und Unsicherheiten sichtbar wird?
Vers 17 Die Generationen
Mt 1,17: So sind es nun von Abraham bis zu David insgesamt vierzehn Generationen und von David bis zur Wegführung nach Babylon vierzehn Generationen und von der Wegführung nach Babylon bis zu Christus vierzehn Generationen.
Die Liebesgeschichte Gottes
Matthäus beginnt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu. Er setzt sich aus drei Abschnitten mit jeweils 14 Generationen zusammen.
Der erste Abschnitt geht von Abraham bis David, der zweite umfasst die Zeit von Salomo bis zur Babylonischen Gefangenschaft des Volkes Israel und der dritte beginnt mit Jojachin und endet mit Jesus.
Die Zahl 7 steht in der Bibel als Zahl der Vollkommenheit. Hier tritt sie sogar verdoppelt auf; in dreimal 14 Geschlechtern. Matthäus will uns offenbar damit etwas Wunderbares zeigen: Die Menschwerdung Jesu Christi ist der vollkommene Gipfel der Liebesgeschichte Gottes mit seinem Volk, dem Volk seines Bundes.
Auch Zacharias, der Vater des Vorläufers Johannes, lobt Gott: "Er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat."
Andacht von Marianna Rustemeier
Frage: Wo entdecke ich in meinem eigenen Leben Spuren dieser Liebesgeschichte zwischen Gott und den Menschen?
Andacht der goldenen Perle
Darum aber führte er je vierzehn Geschlechter an, weil die Zehnzahl die zehn Gebote, die Vierzahl aber die vier Evangelienbücher bezeichnet.
Darum zeigt er dadurch die Übereinstimmung des Gesetzes und des Evangeliums.
Darum verdreifachte er auch die Vierzehnzahl, um zu zeigen, daß die Vollendung des Gesetzes, des Prophetentums und der Gnade in dem Glauben der heiligen Dreifaltigkeit bestehe.
Andacht der Goldenen Perle
Frage: Wie spiegelt sich in deinem eigenen Leben die Harmonie von Gesetz, Gnade und Glauben wider, und wo könntest du noch mehr Einklang finden?