Mk 5, 21-24 Jairus bittet für’s Kind
Mk 5,21: Und als Jesus im Schiff wieder ans jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm; und er war am See.
Versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm
Dieser Vers leitet zwei Wundererzählungen ein: die Heilung der blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jairus. Beide Geschichten verdeutlichen Jesu Macht über Krankheit und Tod.
Die große Menschenmenge symbolisiert das geistliche Bedürfnis der Menschen. Jesu Ankunft bringt Hoffnung und Rettung, besonders für die verzweifelten Bittsteller.
Markus 5,21 erinnert daran, dass Jesus für alle offen ist, die ihn suchen, und dass sein Wirken lebensverändernd ist.
Frage: Welche Bereiche meines Lebens sehnen sich nach Heilung oder Erneuerung, und wie kann ich offen für diese Veränderung sein?
Mk 5,22: Und siehe, da kam einer der Obersten der Synagoge, namens Jairus; und als er ihn erblickte, warf er sich ihm zu Füßen.
Warf er sich ihm zu Füßen
Das Niederwerfen zu Jesu Füßen ist ein Zeichen tiefer Demut, Ehrfurcht und Vertrauen. Es zeigt, dass Jairus seine Not und Hilflosigkeit anerkennt und in Jesus die einzige Hoffnung sieht.
Dieses Motiv begegnet in der Bibel häufiger, wenn Menschen Gottes Macht anerkennen. Es drückt eine Haltung der Anbetung, Hingabe und Bitte um göttliche Hilfe aus.
So lehrt Markus 5,21 uns, dass echter Glaube sich in Demut äußert.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens fällt es mir leicht, mich in Demut auf etwas Größeres als mich selbst einzulassen?
Mk 5,23: Und er bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen; komme doch und lege ihr die Hände auf, damit sie gesund wird und am Leben bleibt!
Der Glauben des Jairus
Es war aber dieser Mann in der Weise gläubig, als er Jesu zu Füßen fiel. Insofern er ihn aber bat, zu kommen, zeigte er nicht den nötigen Glauben; denn er hätte sagen sollen: Sage nur ein Wort, und es wird meine Tochter gesund.
Adam Clarke bemerkte vier Dinge, die Jairus zeigte, die für erhörte Gebete notwendig sind.
Wir müssen uns in die Gegenwart von Jesus versetzen, wie es der Vorsteher der Synagoge tat.
Wir müssen uns aufrichtig vor Jesus demütigen, so wie er ihm zu Füßen fiel.
Wir müssen unsere Bitte mit heiligem Ernst darlegen und Ihn ernsthaft anflehen.
Wir müssen volles Vertrauen in die Kraft und Güte Jesu haben, indem wir sagen: Komm und lege ihr die Hände auf, damit sie geheilt wird und sie lebt.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens fällt es dir schwer, dein Vertrauen vollständig loszulassen und auf eine höhere Kraft zu setzen?
Komm, lege deine Hand auf sie!
Der Kranke schreibt nicht vor, wie er geheilt werden solle, sondern bittet nur, daß er geheilt werde. Aber als Synagogenvorsteher kennt er das Gesetz und mußte unter anderem auch gelesen haben, dass der Mensch durch die Hand Gottes gebildet war. Er glaubte also Gott, dass er mit derselben Hand, mit der er, wie er glaubte, seine Tochter geschaffen hatte, sie auch wiedererschaffen und wiederzu ückführen könne zum Leben.
Gott sucht das Gespräch mit uns, genau wie er im Paradies nach dem Sündenfall rief: „Adam, wo bist du?“ Er wusste natürlich, wo Adam war, aber er fragte, um zu zeigen: „Was ist mit dir passiert? Unsere Beziehung ist zerbrochen.“ So sucht Gott den Menschen bis heute.
Mk 5,24: Und er ging mit ihm; und es folgte ihm eine große Menge nach, und sie bedrängten ihn.