Mk 10, 32-34 Dritte Leidensankündigung: Auslegung und Andacht
Mk 10, 32-34 im Überblick: Eine fortlaufende Auslegung zu Markus 10, 32 bis 34. Entdecke die Kerngedanken zur dritten Leidensankündigung und wie du die biblische Botschaft praktisch umsetzen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Vers 32 Weg nach Jerusalem
Mk 10,32: Sie waren aber auf dem Weg und zogen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran, und sie entsetzten sich und folgten ihm mit Bangen. Da nahm er die Zwölf nochmals beiseite und fing an, ihnen zu sagen, was mit ihm geschehen werde:
Zogen hinauf nach Jerusalem
Als sie sich Jerusalem näherten, ahnten die Jünger die Gefahr ihrer Mission. Jesus war ein gesuchter Mann und doch ging er ihnen voraus.
Daher staunten die Jünger über den Mut Jesu und fürchteten das Schicksal, das sie alle in Jerusalem erwartete. Gleichzeitig sollen die Jünger dafür gelobt werden, dass sie Jesus weiterhin nachfolgen.
Sie hatten zwar Angst, aber es ist auch wahr, dass sie gefolgt sind.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens bist du mutig einem Weg gefolgt, obwohl du Angst hattest?
Kommentar von Michael Roidl
Die Jünger sind mit Jesus gemeinsam auf dem Weg nach Jerusalem. In einem kleinen Nebensatz wird erwähnt, dass Jesus ihnen vorausgeht. Er geht voran und die Jünger folgen ihm.
In jeder Lebenskrise, in jeder Krankheit, in allen Schwierigkeiten können wir uns sicher sein, dass Jesus vorangeht und wir ihm nur hinterhergehen müssen.
Bin ich mir bewusst, dass Jesus in allen Situationen bei mir ist?
Michael Roidl
Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich die Gegenwart Jesu besonders stark, und wie könnte ich ihm noch bewusster folgen?
Vers 33 Ankündigung des Leidens
Mk 10,33: Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den obersten Priestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn den Heiden ausliefern.
Ausgeliefert werden
Jesus spricht mit seinen Jüngern sehr offen darüber, was mit ihm in Jerusalem passieren wird. Und das ist keine Option; er sagt nicht: „Es kann sein, dass …“, er sagt, „Dort wird …“
Jesus ist Gott, er könnte diesem Ausgeliefertsein ausweichen, aber er wird es nicht tun. Letztlich liefert er sich selbst aus; nimmt seinen Auftrag an.
Gibt es Themen, denen ich ausweichen möchte? Gibt es Dinge, die von mir (zu Recht) erwartet werden, die ich lieber abgebe, aussitze, hoffe, dass sie an mir vorübergehen? Bin ich dann in der Lage, selbst Verantwortung zu übernehmen und zu sagen: Ich nehme das auf mich, weil es richtig ist?
Frage: Wo in meinem Leben werde ich aufgerufen, Verantwortung mutig anzunehmen, auch wenn es schwer ist?
Vers 34 Verspottung und Auferstehung
Mk 10,34: Sie werden ihn verspotten und geißeln und anspucken und ihn töten; und am dritten Tag wird er wiederauferstehen.
Worte der goldenen Kette
Er tat dieses, um die Herzen seiner Jünger zu bekräftigen, damit sie, wenn sie dieses zuvor hörten, es nachher leichter ertrügen und sich nicht über etwas Unerwartetes entsetzten, sowie auch, um zu zeigen, daß er freiwillig leide. Goldene Kette
Andacht von Michael Roidl
Jesus kündigt vor seiner Kreuzigung mehrmals seinen kommenden Leidensweg an, unter anderem auch an der obigen Stelle.
Das führt mir immer wieder vor Augen, wie souverän Jesus seiner Erlösungstat entgegengeht. Er ist nicht einfach unwissend in eine Falle geraten. Er hatte zu jeder Zeit die volle Kontrolle über die Geschehnisse.
Das ist kein schwacher Gott, der in die Hände seiner Geschöpfe gerät, es ist ein starker Gott, der sich freiwillig in die Hände seiner Geschöpfe begibt.
Michael Roidl
Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich, dass Vertrauen in eine höhere Führung mir Kraft gibt, schwierige Wege bewusst anzunehmen?