Lk 8, 19-21 Jesus wahre Familie
Inhaltsverzeichnis
Vers 19 Jesu Familie kommt
Lk 8,19: Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen.
Sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen
Jesus, warum suchen dich so viele Menschen? Warum versammeln sie sich um dich und wollen dich sehen und hören? Welche Hoffnungen bringen sie zu dir? Was schenkst du ihnen durch deine Gegenwart?
Vielleicht finde ich in mir ähnliche Sehnsüchte und Bedürfnisse, die ich heute vor dich bringen möchte. Es gibt niemanden, der mir im Weg steht, um dir von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, um dir mein Herz mit allem darzubringen, was sich heute darin befindet.
Oder gibt es etwas, was dem im Wege steht? Eine Frage, ein Zweifel, Groll, Unsicherheiten, etc.? Auch das lege ich voll Vertrauen in dein Heiliges Herz.
Dein gütiger, geduldiger Blick, deine heilenden Hände, deine tröstenden und ermutigenden Worte bringen Hoffnung und Freude in mein Leben, genauso wie jenen, die sich an den Ufern und auf den Plätzen um dich herum versammelten.
Patricia Klein
Frage: Welche Sehnsucht oder welcher Wunsch in mir möchte heute von Jesu Gegenwart berührt werden?
Vers 20 Familie wartet draußen
Lk 8,20: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen!
Drinnen und draussen
Wenn Christus aber nicht einmal seine Eltern kennen will, solange sie draußen stehen, wie will er uns kennen, wenn wir draußen stehen bleiben? Drinnen ist das Wort, und drinnen ist das Licht! Beda
Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen
Im IV. Hochgebet heißt es, dass „Jesus wie wir als Mensch gelebt hat, in allem uns gleich, außer der Sünde“.
Wir stellen uns oft einen Jesus vor, der nur Gott ist, der keinen Bedarf an Beziehung hat und der die Menschen nicht braucht. Aber so war Jesus nicht. Er war uns in allem gleich, jedoch als Gott ohne die Neigung zur Sünde.
Das heutige Evangelium zeigt eine besonders schöne Beziehung Jesu: jene zu seiner Mutter. Maria wollte Jesus sehen, die Frucht ihres Leibes berühren, ihren geliebten Sohn küssen, das Werk des Heiligen Geistes umarmen. Er war uns Menschen gleich und hat deshalb auch diese Liebesweise Marias gern entgegengenommen.
Br. João Paulo Jäger
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Gegenwart Jesu in den einfachen, menschlichen Beziehungen erkennen und wertschätzen?
Vers 21 Wahre Verwandte hören Gottes Wort
Lk 8,21: Aber Jesus antwortete: Meine Mutter und meine Geschwister – das sind alle, die Gottes Botschaft hören und danach leben.
Andacht von der Erzabtei Beuron
Vom Hören des Wortes war im Gleichnis vom Sämann und in der Auslegung dieses Gleichnisses die Rede (V. 8.11-15).
Das rechte Hören, das Festhalten am Wort und das Leben nach dem Wort Jesu, das und nichts anderes führt in seine Nähe. Nicht durch Abstammung wird man Verwandter Jesu.
Das müssen seine Blutsverwandten lernen, die aus Nazareth gekommen sind, um ihn zu sehen. Was wollen sie „sehen“? Sie haben ihn in Nazaret gesehen und doch nicht gesehen (4,20.23; vgl. 8,10). Sie haben gestaunt (4,22), aber nicht geglaubt.
Es hat ihnen nichts genützt, dass sie im Land Jesu lebten und seine Zeitgenossen waren. Sie standen „draußen“ (V. 20); aber Jesus lässt sich nicht herausrufen, wer ihn sehen will, muss drinnen sein.
Frage: Welche Wege des Hörens und der Achtsamkeit öffnen in meinem eigenen Leben den Zugang zu innerer Nähe und spiritueller Verbindung?
Die wahre Familie
Jesus wies darauf hin, dass seine engste Familie aus denen besteht, die Gottes Wort hören und ihm gehorchen. Wir nähern uns Jesus, indem wir sein Wort hören und es tun. Dadurch gewinnen wir eine engere Beziehung zu Ihm als selbst eine normal verstandene Familienbeziehung. Das ist eine verblüffende Aussage.
Das Wort Gottes hören und danach leben
Man mag den ganzen Tag beten, singen oder fasten, aber wenn man sein Wort nicht hört und es nicht lebt, kommt man Gott nicht wirklich nahe.
Ich will alles, was Gott will, und ich will nichts, was Gott nicht will. In dieser seligen Hingabe finde ich meinen Frieden und eine tiefe Ruhe des Herzens.
Was aber ist der Wille des Vaters? Häufig ist das nicht eindeutig. Bonhoeffer schreibt dazu: „Der Wille Gottes kann sehr tief verborgen liegen unter sich anbietenden Möglichkeiten.“
Gottes Wille ist kein festes System von Regeln. Darum musst du immer wieder neu in deinen verschiedenen Lebenslagen genau hinschauen und durch Herz und Verstand, Beobachtung und Erfahrung sowie im Gebet ergründen, was sein Wille ist.
Frage: Wo spüre ich in meinem Alltag die leise Stimme Gottes, die mich einlädt, seinen Willen zu erkennen und zu leben?
Andacht der Goldenen Perle
Diese also, welche das Wort Gottes hören und tun, heißen Mutter des Herrn, weil sie ihn täglich durch ihr Beispiel oder ihr Wort gleichsam in den Herzen des Nächsten gebären, auch sind sie seine Brüder, da sie auch den Willen seines himmlischen Vaters tun.
Wir wissen also, daß wir seine Brüder und seine Schwestern sind, wenn wir den Willen des Vaters erfüllen, und daß wir so auch seine Miterben sind. Hieronymus