Lk 8, 1-3 Frauen begleiten Jesus

Vers 1-2 Predigtzug durch die Lande

Lk 8,1: Und es geschah danach, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog, wobei er das Evangelium vom Reich Gottes verkündigte; und die Zwölf waren mit ihm.

Liebe auf Wanderschaft

Jesus, der menschgewordene Sohn Gottes, berührt mit seinen Füßen die Erde. Er geht umher und wandert von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf.

Er ist kein Gott, der weit weg ist. Er ist auch kein König, der sich in seinem prunkvollen Palast verschanzt. Er geht hinaus in die Randgebiete.

Er ist der gute Hirte, der sich auf die Suche nach seinen Schäfchen begibt. Das Unvorstellbare und doch so Wahre: Er sucht auch nach mir, hier und heute. Er möchte mir begegnen.

Allein die Tatsache, dass ich jetzt diese Zeilen lese, ist ein Beweis dafür.

Georg Rota

Frage: Wo erlebe ich in meinem Leben, dass Jesus mir ganz persönlich nahekommt?

Gott braucht Hände und Füße

Die Zeit, zu welcher der Sohn Gottes als Mensch auf Erden wandelte, ist vorüber.

Jetzt ist seine Botschaft vom Reich Gottes, sein Evangelium darauf angewiesen, dass es jemand in die Welt und zu den Menschen trägt. Er braucht meine Hände und Füße.

Jeder, der sich auf die Reise mit Jesus begeben hat, ihn Schritt für Schritt kennenlernt, seine Worte hört und seine Wunder sieht, ist irgendwann auch dazu berufen als Apostel selbst hinauszugehen und Jesus gegenwärtig zu machen.

Unsere Welt hungert und dürstet nach ihm, und oft sind wir vielleicht die Einzigen, die ein Stück vom Brot des Lebens und einen Schluck lebendiges Wasser anbieten können, weil wir es bereits besitzen.

Georg Rota

Frage: Wo in meinem Leben kann ich heute Hände und Füße Jesu sein und seine Gegenwart erfahrbar machen?

Lk 8,2: ‭Und auch etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,

Vers 3 Unterstützung durch Frauen

Lk 8,3: ‭und Johanna, die Frau Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm dienten mit ihrer Habe.

Demut von Jesus

Er hätte einfach all das Geld oder die Nahrung schaffen können, die er brauchte. Jesus war demütig genug und gottesfürchtig genug, um von anderen zu empfangen.

Viele von uns sind zu stolz, um Hilfe von anderen anzunehmen. Manchmal ist die Fähigkeit, demütig zu empfangen, ein besserer Maßstab für Jesus in unserem Leben als die Fähigkeit zu geben.

Geben bringt uns manchmal auf einen höheren Platz, aber das Empfangen kann uns auf einen niedrigeren Platz bringen.

Frage: Wo darfst du lernen, demütig zu empfangen, um Gott in deinem Leben mehr Raum zu geben?

Nachfolge aus Dankbarkeit 

Frauen hatten im Altertum einen niedrigen gesellschaftlichen Rang. Im damaligen Judentum waren sie noch nicht einmal als Zeuginnen vor Gericht zugelassen. Dennoch wird erwähnt, dass Maria von Magdala, Johanna und Susanna Jesus nachfolgten und ihn unterstützen.

Warum taten sie das? Wir lesen, dass sie sogar teilweise verheiratet waren. Einige dieser Frauen hatte Jesus von körperlichen und seelischen Krankheiten geheilt, von inneren Verletzungen. Er hatte ihnen Frieden geschenkt, so dass sie anderen vergeben konnten. Sie folgten ihm aus Dankbarkeit und wurden so zu glühenden Aposteln seiner Liebe. Aber gab es noch andere Gründe?

Wie antworte ich, wenn der Meister mich ruft? Wie geht es mir dabei, wenn ich über die konsequente Nachfolge dieser Frauen nachsinne? Wie sieht es aus mit meiner Jüngerschaft? Setze ich den Herrn auch an die erste Stelle, oder fliehe ich, wie die Apostel es später tun werden, wenn es schwierig wird?

Betrachten wir Maria Magdalena, die bis zum Schluss bei Jesus ausgehalten hat. Sie stand unter dem Kreuz, war bei Jesus geblieben – zum Zeichen ihrer Dankbarkeit, Treue und unermesslichen Liebe. Sie hat als Erste den Menschen die Auferstehung Jesu verkündet. Nach ihrer Begegnung mit dem Auferstandenen hat sie daran geglaubt und festgehalten, dass seine Liebe triumphiert und dass das Leben in ihm stärker ist, als der Tod.

Das können wir auch, wenn wir unser Leben auf Glaube, Hoffnung und Liebe ausrichten. Jeden Tag neu.
Ellen Charlotte Petermann

Frage: Wo spüre ich in meinem eigenen Leben den Ruf Jesu zur Treue und zur Liebe, die stärker ist als jede Angst?

Andacht von Johannes Paul II

Es ist außerordentlich bewegend, über die Haltung nachzudenken, die Jesus Frauen gegenüber einnimmt.

Er legte eine für die damalige Zeit überraschende Kühnheit an den Tag, insofern die Frau im Heidentum als ein Objekt der Lust, des Besitzes und der Arbeit galt und im Judentum untergeordnet und gedemütigt wurde.

Jesus brachte der Frau, und zwar jeder Frau, stets die größte Wertschätzung und den größten Respekt entgegen, und er war besonders feinfühlig für ihre Leiden.

Indem er über die religiösen und sozialen Schranken seiner Zeit hinausging, hat Jesus der Frau ihre volle Würde als menschliche Person vor Gott und den Menschen wiedergeschenkt.

Johannes Paul II

Frage: Wo erkenne ich in meinem eigenen Leben, dass Gott mir Würde und Wert zuspricht, und wie gehe ich mit den Menschen in meiner Umgebung um?

Maria von Magdala

Sie wird im Lukasevangelium (Lk 8,2) an erster Stelle unter den Frauen genannt, die Jesus geheilt hatte und die ihn dann begleiteten und unterstützten.

Dass sie die Sünderin war, die Jesus die Füße wusch (Lk 7,36-50), und dass sie die Schwester der Marta und des Lazarus war (Lk 10,38-50; Joh 12,1-8), wird in der abendländischen Liturgie seit Papst Gregor d. Gr. allgemein vorausgesetzt, ist jedoch nicht sicher.

Dagegen wird klar berichtet, dass sie beim Kreuz Jesu stand (Mk 15,40-41), dass sie beim Begräbnis Jesu dabei war (Mk 15,47) und am Ostermorgen mit anderen Frauen zum Grab ging (Mk 16,1-8).

Ihr ist der auferstandene Herr zuerst erschienen und hat sie mit der Osterbotschaft zu den Jüngern gesandt (Mk 16,9; Joh 20,14-18).

Erzabtei Beuron

Frage: Wo erlebe ich in meinem eigenen Leben den Moment, dass Christus mir neu begegnet und mich sendet, seine Botschaft weiterzutragen?

Johanna

Die Frau eines Beamten des Herodes.

Unter den Frauen, die Jesus folgten war auch „Johanna … die Frau eines Beamten des Herodes.” Das Evangelium konnte also sogar im Herrschaftsbereich von Herodes Wurzeln schlagen, eines Mannes, der keinerlei Achtung vor dem Herrn hatte.

Wir dürfen daher niemals jemanden „abschreiben”. Gebet, Opfer und Zuwendung können wirksame Mittel sein zur Bekehrung des ärgsten Sünders.

Die Botschaft Jesu hat in allen sozialen Gruppierungen und Schichten Getreue berufen können. Entsprechend sollen auch wir auf allen Ebenen unserer säkularisierten Welt das Reich Gottes bauen.

David Daly

Frage: Wo in meinem Umfeld bin ich eingeladen, nicht vorschnell aufzugeben, sondern im Vertrauen auf Gottes Wirken Hoffnung zu bewahren?