Lk 7, 18-23 Frage des Johannes des Täufers
Inhaltsverzeichnis
Vers 18-19 Anfrage: Bist du es?
Lk 7,18: Und die Jünger des Johannes berichteten ihm von dem allem.
Lk 7,19: Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich, sandte sie zu Jesus und ließ ihn fragen: Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?
Müssen wir auf einen andern warten?
Trotz seiner geistigen Reife ist Johannes verwirrt, weil sich Gottes Plan anscheinend so zögerlich erfüllt. Er glaubte von ganzem Herzen, dass Jesus der Messias ist, wie es ihm vom Heiligen Geist offenbart worden war. Aber es geschah nichts Bedeutendes.
Er zweifelte nicht an Gott; er zweifelte an seiner eigenen Situationseinschätzung. Aus diesem Grund schickt er Boten zu dem, der ihm allein eine Antwort auf seine Frage geben konnte. Seine geistige Reife zeigt sich darin, dass er nicht bei seinen Zweifeln stehen bleibt, sondern zur Quelle geht, welche seine Lage klären kann.
Wenn in unserem geistlichen Leben manches unklar ist, müssen wir zu den Quellen gehen, welche Jesus uns in seiner Kirche zurückgelassen hat: das Gebet, die Sakramente, die geistliche Führung, die Heilige Schrift und die heilige Überlieferung.
Frage: Welche inneren Zweifel oder Unsicherheiten laden dich ein, dich wieder bewusst den Quellen deiner spirituellen Kraft zuzuwenden?
Vers 20 Boten fragen Jesus
Lk 7,20: Als nun die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und lässt dich fragen: Bist du es, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?
Erklärungen für das Verhalten des Johannes des Täufers
Johannes der Täufer schickt zwei seiner Jünger zu Jesus mit der Frage, ob er der Messias ist oder nicht. Hat er nicht kurze Zeit zuvor Jesus im Jordan getauft? Hat er nicht gesehen, wie sich der Himmel geöffnet hat und der Heilige Geist wie eine Taube auf Jesus herabgestiegen ist? Hat er nicht die Stimme vom Himmel gehört, die sprach: Das ist mein geliebter Sohn? Hat er nicht selbst gesagt, Jesus sei das Lamm Gottes, und sogar bezeugt, dass er der Sohn Gottes ist? Und trotz allem diese Frage.
Es gibt zumindest zwei denkbare Erklärungen dafür. Die eine ist, dass solche Glaubenszweifel selbst nach deutlichen Erfahrungen tatsächlich möglich sind. Auch eine heilige Therese von Lisieux hat am Ende ihres Lebens, als sie längst auf mystischen Höhen des inneren Lebens angekommen war, noch starke Zweifel.
Frage: Wann habe ich selbst im Leben Momente erlebt, in denen ich trotz klarer Erfahrungen oder Erkenntnisse ins Zweifeln geraten bin, und was könnten diese Zweifel mir über meinen eigenen Glauben oder meine Spiritualität zeigen?
Der Grund für solche Glaubenszweifel liegt in der Natur des Glaubens
Er ist ein reines Geschenk Gottes. Wenn Gott den Glauben gibt, dann können wir ihn üben und nach ihm leben. Gibt er ihn aber noch nicht, dann können wir uns nur darum bemühen und darum bitten.
Allerdings will Gott den Glauben geben! Wie sollen wir uns im Falle eines Zweifels aber verhalten? Nun, wir sollten jeden Glaubenszweifel zuerst dem vortragen, der ihn lösen kann: Jesus, und den Zweifel so im Gebet entgegentreten.
Wir sollten es also dem Täufer gleichtun und Jesus oder jemandem, der Jesus dient, unsere Frage vortragen und so Hilfe empfangen. Und wir können den Katechismus lesen oder über unsere Frage sprechen.
Jedenfalls gibt uns der Glaube, den Gott schenkt, eine Art innere Gewissheit. Der Glaubenszweifel dagegen ist eine Versuchung, die diese Gewissheit erschüttert. Suchen wir immer wie der Täufer, diese Gewissheit zurückzuerhalten.
Bertalan Egervári
Frage: Welche Zweifel in deinem Leben könntest du heute im Gebet vor Jesus bringen, um deine innere Gewissheit zu stärken?
Vers 21 Viele Heilungen vor Ort
Lk 7,21: Zu derselben Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht.
Heilte er viele
Die Wunder Jesu bekräftigen seine göttliche Autorität und bestätigen, dass er der erwartete Retter ist.
Diese Heilungen sind ein Zeichen für die Ankunft des Reiches Gottes, in dem Krankheit, Leid und Dunkelheit überwunden werden. Sie offenbaren Jesu tiefes Mitgefühl und seine Macht über körperliche und geistige Gebrechen.
Indem er Blinden das Augenlicht gibt, erfüllt er prophetische Verheißungen (Jesaja 35,5). Die Verse laden Gläubige dazu ein, Jesu Wirken bewusst wahrzunehmen und ihm im Vertrauen nachzufolgen, denn er bringt Heil und Erlösung.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens darf ich Jesu heilende Gegenwart besonders spüren und ihm vertrauen?
Vers 22 Blinde sehen, Lahme gehen
Lk 7,22: Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und berichtet dem Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde werden sehend, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird das Evangelium verkündigt.
Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt
Jesus lässt seine Worte von mächtigen Taten und Wundern begleiten, welche zum Ausdruck bringen, dass das Himmelreich in ihm gegenwärtig ist und welche beweisen, dass er der verheißene Messias ist (Katechismus der Katholischen Kirche, 547).
Jesus weiß, dass Johannes durch seinen tiefen Glauben Gottes Werk in seinen Taten erkennen wird, sobald ihm davon berichtet werden wird. Gleichzeitig wendet Jesus diese Jünger, indem er ihre Aufmerksamkeit auf die vollbrachten Wunder richtet, von der Erwartung eines politischen Befreiers hin zu der Erwartung eines wahren Retters der Seelen, der gekommen ist, um sie von der Sünde, dem wahren Übel, zu befreien.
Frage: Wie offen bin ich dafür, Gottes Wirken in meinem Leben zu erkennen, auch wenn es anders aussieht, als ich es mir erhoffe?
Vers 23 Selig, wer kein Ärgernis nimmt
Lk 7,23: Glückselig ist, wer nicht Anstoß nimmt an mir!
Lk 7,23: Selig, wer an mir keinen Anstoß nimmt.
Selig, wer an mir keinen Anstoß nimmt
Das Wissen darum, dass man das Kreuz tragen und Prüfungen mit Geduld ertragen muss, heißt noch nicht, dass man dieses Wissen auch in die Tat umsetzt. Das Kreuz – Versuchungen, Rückschläge und Missverständnisse – können uns manchmal unerwartet treffen.
Es gibt Augenblicke im Leben, in denen wir in unserem Herzen die stille Frage stellen: „Herr, was tust du; wo bist du in all diesen Dingen?” Diese Frage zeigt uns, dass wir gelegentlich mit Gottes Wegen nicht vertraut sind.
Gott erzieht uns manchmal auch durch Leiden, aber seine Erziehung beruht immer auf seiner Liebe. Wir können manchmal enttäuscht sein, dass nicht alles so läuft, wie wir es gerne hätten.
Jesus hat uns niemals versprochen, dass wir nicht leiden müssen. Ebensowenig hat er uns versprochen, dass wir alle Kämpfe gewinnen würden. Aber er hat uns versprochen, dass er uns immer treu bleiben werde und dass wir ihn für immer im Himmel besitzen werden, wenn wir mit ihm im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe verbunden bleiben, besonders in den schweren Momenten unseres Lebens.
Shawn Aron
Frage: Wie kann ich inmitten meiner eigenen Prüfungen Gottes Nähe spüren und meinem Glauben neuen Raum geben?
Denn das Kreuz könnte auch für die Auserwählten zum Ärgernis sein
Aber für seine Gottheit ist dieses der größte Beweis. Denn nichts scheint mehr über das Menschliche hinauszugehen, als daß sich Einer für die ganze Welt darbringt.