Lk 4, 38-41 Heilung Schwiegermutter Petrus

Vers 38 Im Haus des Simon

Lk 4,38: Nachdem Jesus die Synagoge verlassen hatte, ging er in Simons Haus. Dessen Schwiegermutter hatte hohes Fieber. Man bat Jesus, ihr zu helfen.

Andacht von Benedikt XVI

In diesem Ereignis zeichnet sich symbolisch die ganze Sendung Jesu ab.

Jesus, der vom Vater kommt, begibt sich in das Haus der Menschheit, auf unsere Erde, und steht einer kranken, einer fieberkranken Menschheit gegenüber, die am Fieber der Ideologien, der Gottvergessenheit erkrankt ist.

Der Herr reicht uns seine Hand, richtet uns auf und heilt uns. Und er tut dies in allen Jahrhunderten.

Er nimmt uns durch sein Wort an der Hand und löst so die Nebel der Ideologien auf.

Er nimmt uns in den Sakramenten an der Hand, im Sakrament der Versöhnung heilt er uns durch die Lossprechung vom Fieber unserer Leidenschaften und unserer Sünden.

Er gibt uns die Fähigkeit, aufzustehen und aufrecht vor Gott und den Menschen zu stehen.

Es begegnet uns der Herr, nimmt uns an der Hand, richtet uns auf und heilt uns immer wieder mit der Gabe seines Wortes, der Gabe seiner selbst.

Benedikt XVI

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich zulassen, dass Gottes Hand mich aufrichtet und heilt?

Bild vom Fieber

Das Fieber ist ein Bild der Unruhe und Erregung, ja der Überhitzung des Fleisches. Dadurch wird der Mensch unfähig zum Dienst für den Herrn. Doch Dieser ergreift die kranke, daniederliegende Frau bei der Hand und richtet sie auf. Sogleich verlässt das Fieber sie, so dass sie den in das Haus gekommenen Gästen dienen kann. Arend

Bild vom Haus

Ich bedenke, dass Jesus täglich mein Haus besucht. Er sehnt sich danach, bei mir zu verweilen, dort, wo ich lebe. Er will diesen begegnen und diese sehen, mit denen ich lebe. Gibt es solche Orte, Situationen, Beziehungen, in denen ich mir nicht vorstellen kann, Jesus dort zu begegnen. Wer ist in meinem Haus krank (physisch, psychisch, geistig)? Wer oder was benötigt die Heilung durch Jesus? Um was will ich Ihn bitten? P. Wons

Unsere Fürbitte ist kostbar 

Die Schwiegermutter von Petrus bittet nicht selbst um Heilung ihrer Beschwerden. Es sind die anderen, die ihre Nöte erkennen und Jesus darum bitten. Ich habe den Eindruck, dass Jesus es liebt, wenn wir für das Leid der anderen offene Augen haben und für sie Fürbitte leisten. Andrea Heck

Jesus unter den Leuten

Manchmal haben wir ein falsches Bild von Gott, zum Beispiel von einem Gott, der sehr weit weg von uns ist. Nicht in diesem Evangelium!

Es ist Jesu Initiative, in das Haus des Simon zu gehen. Er will in unserem Leben gegenwärtig sein. Wie kann ich täglich Jesus sehen? Auf verschiedene Art und Weise, aber zuerst in meinen Brüdern und Schwestern.

Gott isst mit dir, lächelt dir zu, geht mit dir zur Arbeit und an die Uni, ins Stadion, um ein Spiel anzuschauen, und wir können durch Akte der Nächstenliebe ihm selbst unsere Liebe erweisen.

Sebastian Jasiorkowski

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Gegenwart Gottes in den Menschen um mich herum bewusster wahrnehmen?

Vers 39 Fieber-Heilung der Schwiegermutter

Lk 4,39: Und er trat zu ihr, neigte sich über sie und befahl dem Fieber, und es verließ sie. Und sogleich stand sie auf und diente ihnen.

Für dein Leben

  • Ergreife aktiv Heilung: So wie Jesus die Schwiegermutter des Petrus heilte, bist du eingeladen, Gottes Kraft in schwierigen Momenten zu suchen und anzunehmen, statt passiv im Schmerz zu verharren.
  • Diene mit neuer Kraft: Sobald die Schwiegermutter geheilt war, diente sie anderen. Nutze auch du die Stärke, die dir geschenkt wird, um anderen beizustehen und zu helfen.

Der zärtliche Gott

„Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen.”
Aus dieser Geste Jesu spricht so viel Zärtlichkeit. Er ist kein Gott, der ständig mit seiner Macht Angst hervorruft oder Menschen ihre Kleinheit spüren lässt. Jesus verbirgt seine Gottheit so oft und lässt seine ganze Zartheit und Güte aufscheinen, damit wir diesem Gott vertrauen können.

„Wir heißen Kinder Gottes”, sagt Johannes später mit Staunen und Begeisterung. Ein Kind hat keine Angst vor den Eltern, wenn diese gut sind. Jesus will, dass wir uns ihm, seinem Vater, dem Dreifaltigen als Kinder vertrauensvoll nähern. Ohne Angst und mit dem Bewusstsein, dass wir einen allmächtigen und guten Vater haben.

Klaus Einsle

Frage: Wie könnte es dein Leben verändern, wenn du dich in allen Momenten wie ein geliebtes Kind Gottes fühlen würdest?

Vers 40 Krankenheilungen

Lk 4,40: Später, nach Sonnenuntergang, brachten die Menschen alle ihre Kranken zu Jesus. Diese hatten die unterschiedlichsten Leiden. Er legte jedem Einzelnen die Hände auf und heilte sie.

Jesus berührt uns

Obwohl er als Gott mit einem Worte die Kranken hätte heilen können, berührte er sie dennoch und zeigte dadurch, dass auch sein Leib sie heilen konnte.

Denn er war der Leib Gottes.

Er möge auch uns berühren, oder vielmehr sollen wir ihn berühren, insofern er auch uns von der Krankheit der Seele, wie von der Nachstellung und dem Stolz der Teufel befreit.

Goldene Perle

Frage: Wie offen bin ich dafür, mich vom göttlichen Leib berühren zu lassen und innerlich von meinen eigenen Begrenzungen zu befreien?

Heilung nach Sonnenuntergang

Weil die Leute dachten, dass es niemandem erlaubt sei, am Sabbat zu heilen, warteten sie den Sonnenuntergang ab, um ihre Kranken zu Jesus zu bringen. Theophylactus

Jesus heilte sie alle

Kein Gebet bleibt unerhört. Auch heute möchte Gott, dass wir in seinem Namen für die Heilung unserer Mitmenschen beten. Es ist unsere Pflicht als Christen. Jedes Mal, wenn wir beten, geschieht etwas, er tut etwas, heilt etwas oder jemanden. Andrea Heck

Vers 41 Dämonen rufen: Gottes Sohn!

Lk 4,41: Es fuhren auch Dämonen aus von vielen, indem sie schrien und sprachen: Du bist der Christus, der Sohn Gottes! Und er befahl ihnen und ließ sie nicht reden, weil sie wussten, dass er der Chris­tus war.

Jesus treibt Dämonen aus

Von vielen fuhren auch Dämonen aus. Heute versucht man, diese Aussagen zu relativieren. Dämonen sind dann nur noch epileptische Anfälle oder andere Krankheiten, die man damals fälschlicherweise als Besessenheit interpretiert hat.

Aber Jesus erklärt an anderer Stelle genau, was es damit zu tun hat, dass er den bösen Geistern gebietet: Das Reich Gottes kommt. Durch das Vertreiben des Bösen und dessen Urhebern (der bösen Geister) beginnt der Herr, in dieser Welt sein Reich zu errichten.

Es ist das Reich des Guten, der Liebe und der Wahrheit. Auch heute bedarf es dieser Kraft und Gnade Gottes, damit sein Reich wachsen und sich ausbreiten kann. Bitten wir ihn, dass er auch heute das Böse vertreibt, überall dort, wo es sich aufhält und sein Unwesen treibt.

Er hat diese Macht, weil er der Herr ist. Vertrauen wir ihm die ausweglosen Situationen an, wo anscheinend nur noch Spaltung, Hass, Unfrieden und Hoffnungslosigkeit herrschen, und bitten wir ihn: Komm Jesus, und vertreibe mit dem Finger Gottes die Mächte der Dunkelheit. Bring dein Licht und deine Wärme in die Kälte des Hasses und der Spaltung.

Klaus Einsle

Frage: Wo in meinem eigenen Leben kann ich heute Raum schaffen, damit das Licht und die Liebe Gottes die Dunkelheit vertreiben?