Lk 4, 31-37 Jesus lehrt mit Vollmacht

​Vers 31 Hinab nach Kafarnaum

Lk 4,31: Und er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie am Sabbat.

Voranschreiten

Das Evangelium vom Vortag endete mit der Szene, als die Leute aus Nazareth Jesus ablehnten und den Berg hinabstürzen wollten. Heute sehen wir, wie Jesus nach Kapharnaum zieht, die wichtigste Stadt Galiläas.

Diese Abfolge der Ereignisse lehrt uns, mit welcher Zähigkeit Jesus seine Sendung ausführte. Die Ablehnung in Nazareth bremst unseren Herrn nicht; vielmehr macht sie ihm Mut, mit Autorität zu lehren.

Dieses Beispiel muss der heutige Christ nachahmen, um unsere Welt verändern zu können: belastbar, unerschrocken, mutig, kühn, heldenhaft, zuversichtlich – ein anderer Christus!

Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du den Ruf, mutig und unerschrocken wie Christus zu handeln, trotz Ablehnung oder Widerstand?

Vers 32 Staunen über Vollmacht

Lk 4,32: Und sie waren betroffen über seine Lehre, denn er redete mit Vollmacht.

Jesus spricht mit Vollmacht

Ein einziges Wort reicht aus und die Menschen werden frei.

Diese Szene kann für manche erschreckend wirken, aber auch heute möchte Gott uns von schlechten Bindungen und Einflüssen und von allem, was das Wirken seiner Gnade in uns behindert, befreien.

Zum Glück ist das nicht immer so spektakulär wie in diesem Evangelium. Wir sind für ein Leben in Fülle geschaffen und nicht für ein Leben in Knechtschaft.

Jede böse Absicht, jeder falsche Gedanke, jede Unversöhnlichkeit kann uns in Ketten legen und uns hindern, in der Freiheit Gottes zu leben.

Andrea Heck

Frage: Welche inneren Ketten kannst du heute erkennen, die dich davon abhalten, die Fülle und Freiheit in deinem Leben zu spüren?

Vers 33 Besessener in Synagoge

Lk 4,33: ‭Und in der Synagoge war ein Mensch, der den Geist eines unreinen Dämonen hatte. Und er schrie mit lauter Stimme

Für dein Leben

  • Sei achtsam: Erkenne, dass auch du innerlich kämpfen kannst, wie der Mann mit dem unreinen Geist. Bleib wachsam, um deine inneren Kämpfe nicht zu verdrängen, sondern mit Gottes Hilfe zu lösen.
  • Vertraue auf Jesu Macht: Wie er den Geist gebot, so kann er auch deine Sorgen und Ängste überwinden. Vertraue darauf, dass seine Gegenwart deine Stärke und Befreiung ist.

Ein besessener Mann in der Synagoge

Jesus geht wie jeden Sabbat in die Synagoge. Er will dort beten und lehren.

In der Synagoge sitzt ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen ist. Wie kommt das? Vielleicht wurde er von seiner Familie mit in die Synagoge genommen, oder aber er ging aus eigenem Antrieb.

Auf jeden Fall hat ihn der Dämon nicht daran hindern können. Bei aller Macht des Dämons ist es doch beachtlich zu sehen, wie viel der freie Wille des Menschen in einer solchen Situation noch bewirken kann.

Mariano Ballestrem

Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du die Kraft deines eigenen freien Willens trotz äußerer oder innerer Begrenzungen?

Vers 34 Was willst du von uns?

Lk 4,34: ‭und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!

Der Aufstand

Der Dämon beginnt sich aufzubäumen. Er schreit laut und stört den Gottesdienst. Ob er Jesus vielleicht damit ärgern will, dass er seine Identität preisgibt? Es ist ja schon beachtlich, dass von allen Anwesenden der Dämon derjenige ist, der Jesus am besten kennt und weiß, dass jener „der Heilige Gottes“ ist. Ob wir das in der Situation auch so klar gesagt hätten? Wie steht es um unsere Menschenfurcht? Sind wir bereit, Zeugnis abzulegen, auch wenn wir vielleicht damit anecken?

Mariano Ballestrem

Frage: Welche inneren Dämonen halten mich davon ab, meine Überzeugungen offen zu leben, und wie könnte ich ihnen mutig begegnen?

Vers 35 Schweig und fahr aus!

Lk 4,35: Jesus befahl dem Dämon: »Schweig und verlass diesen Menschen!« Da schleuderte der Dämon den Mann mitten unter sie auf den Boden und verließ ihn, ohne ihm weiter zu schaden.

Heilung eines Mannes mit einem unreinen Geist

Jesus begegnet einem Mann, der von einem unreinen Geist geplagt wurde. Mit unreinen, bösen Geistern haben auch wir heute zu kämpfen. Die Liste dazu ist lang: Ängste, Zwänge, eine Sucht, Gier, ein übertriebener Perfektionismus, Geltungsdrang, Minderwertigkeitskomplexe, Ungeduld, Zorn, Rechthaberei, Arroganz, Groll, Bitterkeit, Habsucht, ständiges Murren und alles negativ sehen, schlecht über andere reden. All dies kann uns gefangen nehmen, ja regelrecht versklaven.

Jesus nun befreit den Mann von dem unreinen Geist. Er spricht: Schweig und verlass diesen Menschen. Jesus will den Menschen befreien. Er besitzt die Kraft und Macht Gottes. In ihm ist in Wort und Tat Gott selbst am Werk. In ihm geht Gott auf den Menschen zu, der sich in Not und Bedrängnis befindet. In ihm zeigt sich Gott mit seiner heilenden Kraft. Er hilft, zu sich selbst zu finden, zum Einklang mit sich selbst und mit Gott zu kommen.

Jesus will die Menschen zur Freiheit und zum Frieden führen. Diesen Gedanken möchte ich dir für diese Woche mitgeben: Wenn dich ein unreiner Geist befällt – und sei dir gewiss, sie befallen dich täglich – dann sprich: Im Namen Jesu: schweig! Es wird wohl kein Tag vergehen, an dem uns nicht einer oder mehrere dieser Geister heimsuchen. In der Kraft Jesu Christi aber können wir sie zähmen, so dass wir nicht von ihnen versklavt werden, sondern vielmehr an ihnen wachsen.

Frage: Welche inneren Geister möchte ich heute loslassen, um mehr Freiheit und Frieden in meinem Leben zu spüren?

Echte Freiheit

Was Jesus hier tut, ist einfach nur umwerfend! Er vertreibt all das Böse und Schlechte aus dem Herzen dieses Mannes und schafft Raum für das Gute. Jesus schenkt ihm innere Heilung.

Dieser Mann ist von Jesus selbst in seinem tiefsten Inneren berührt und lebt fortan nicht mehr für den Egoismus und die Sünde. Jesus zeigt seine göttliche Macht, indem er den Besessenen von Grund auf heilt.

Er befreit sein Herz für die Liebe. Er schenkt ihm die Freiheit für das Gute.

Frage: Wo in meinem eigenen Leben könnte ich Raum für Heilung und Liebe schaffen, damit das Gute wachsen kann?

Vers 36 Entsetzen über Jesu Macht

Lk 4,36: Und ein Entsetzen kam über alle, und sie redeten untereinander und sprachen: Was ist das für ein Wort, dass er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern gebietet und sie ausfahren?

Meine Dämonen

Der „unreine Geist“ einer zu weltlichen und egozentrischen Lebenshaltung schleicht sich oft in mein Denken und Urteilen ein.

Jesu Wort rüttelt mich aus meiner gewohnten, aber doch nicht vollkommen reinen Hingabe auf und möchte mich zu konsequenterer Nachfolge und Hingabe führen, damit mein Leben sinnerfüllter und glücklicher wird.

Auch das geschieht nicht ohne Lärm und Getöse, ohne Angst und Einwände, doch erfahre auch ich am Ende, dass mich Jesu Wort entgegen allen Befürchtungen nicht verletzt, sondern befreit und glücklich macht.

Hubert Reiner

Frage: Welche Bereiche meines Lebens könnte ich mit offenerem Herzen und bewusster Hingabe freier gestalten, um mehr inneren Frieden und Freude zu erfahren?

Sehnsucht, Staunen, Ergriffenheit

Jesus möchte heute genauso wie damals wirken. Er möchte Menschenherzen berühren und heilen. Er möchte sich und seine Liebe offenbaren. Er möchte uns zu neuen Menschen umformen, die immer mehr so denken, fühlen, handeln und lieben wie er.

Dazu möchte er jeden Geist der Angst, der Hoffnungslosigkeit, des Misstrauens, des Selbstzweifels, der Scham und alles andere Negative in unserem Leben überwinden.

Wie können wir ihn wirken lassen, falls das alles nett klingt, aber so fern zu sein scheint? Dazu brauchen wir mehr Sehnsucht als Verstehen, mehr Gebet als Wissen, Jesus mehr als Bräutigam, denn als Lehrer.

Wir müssen lernen zu staunen, uns bewegen, berühren und vom Feuer des Heiligen Geistes entzünden zu lassen.

Bertalan Egervári

Frage: Welche inneren Mauern oder Blockaden hindern mich noch daran, mich von der Liebe und dem Wirken Jesu tief berühren zu lassen?

Vers 37 Ruf verbreitet sich

Lk 4,37: Und sein Ruf verbreitete sich in alle Orte der umliegenden Gegend.

Jesu Ruf breitet sich aus

Jesus treibt den Dämon also aus und kümmert sich um den Besessenen. Und dann geht es weiter, dann besucht er noch andere Orte. „Sein Ruf verbreitet sich in der ganzen Gegend.“

Aber nicht nur dort: Er geht über Judäa und Galiläa hinaus, er verbreitet sich durch die Jahre und Jahrhunderte auch bis zu uns, so dass wir heute dieses Evangelium hören können.

Wie viele weitere Zeugen waren notwendig, damit sich Jesu Ruf ausbreiten konnte? Und werde auch ich seinen Ruf weiter ausbreiten? Hier und heute?

Mariano Ballestrem

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag dazu beitragen, dass Liebe und Mitgefühl sich weiter verbreiten?

Und sein Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend

Die Leute waren so erstaunt, dass sie die jüngsten Ereignisse schnell weitererzählten, und so verbreitete sich Jesu Ruf in der ganzen Gegend.

Das kann für mich ein Hinweis sein. In dem Maß, in dem ich glaube, bin ich tatsächlich überzeugt, dass Jesus die Antwort auf meine Leiden und Probleme ist.

Je ernster ich das Evangelium nehme, desto motivierter bin ich dann, es auch zu verkünden. Jesus hat die Macht, die er damals zeigte, auch heute noch und wendet sie an, um uns glücklich zu machen.

Valentin Schmidts

Frage: Wie kann ich im Alltag immer wieder spüren, dass Jesus mir auf meine persönlichen Sorgen und Herausforderungen antwortet?