Lk 22, 1-6 Der Verrat des Judas
Inhaltsverzeichnis
Lk 22, 1-2 Juden beschließen, Jesus zu töten
Lk 22,1: Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, das man Passah nennt.
Dann kam der Tag der ungesäuerten Brote
Das muss ein sehr bewegendes Gedenken an Jesus gewesen sein. Pessach erinnert an die Befreiung Israels aus Ägypten, die im Alten Testament der zentrale Akt der Erlösung war. Jesus stellte nun ein neues Zentrum der Erlösung bereit, an das durch ein neues zeremonielles Mahl erinnert werden soll.
Die Zeit ist bedeutsam, denn an Pessach war auch Jerusalem von messiaserwartungsvollen Scharen überfüllt.
Lk 22,2: Die obersten Priester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn umbringen könnten.
Vorhaben Jesus umzubringen
Markus und Matthäus berichten, dass sie es nicht am Passahfest, sondern danach machen wollten, weil dann weniger Menschen in Jerusalem waren.
Dazu Gerrid Setzer: Die Führer des Volkes wollten in ihrer boshaften List Christus nach dem Passahfest umbringen. Es erschien ihnen zu riskant zu sein, ihn während des Festes, wenn sehr viele Menschen in Jerusalem sind, verhaften zu lassen. Sie wollten keinen Aufruhr des Volkes riskieren, die ihn am Sonntag vorher noch als Messias bejubelt hatten.
Doch es gab einen, der einen anderen Plan hatte. Dieser eine – war Gott. Er hatte im Alten Testament die Schlachtung des Passahlammes auf einen bestimmten Tag gelegt. Und genau an diesem Tag sollte auch das wahre Passahlamm geschlachtet werden – was auch immer die Menschen sich in ihrer List ausdachten.
Frage: Wann habe ich erlebt, dass Gottes Plan größer war als mein eigenes Denken oder meine Absichten?
Lk 22, 3-6 Judas will Jesus verraten
Lk 22,3: Es fuhr aber der Satan in Judas, der mit Beinamen Ischariot genannt wird, welcher aus der Zahl der Zwölf war.
Lk 22,4: Judas ging zu den obersten Priestern und den Offizieren der Tempelwache und beriet mit ihnen, wie er Jesus an sie ausliefern könnte.
Einer der Zwölf soll ein Verräter sein?
Wir meinen oft, dass Judas verschieden gewesen sein muss, schlechter als die anderen Jünger. Wenn das gestimmt hätte, hätte jeder sofort ihn verdächtigt, als Jesus sagte: Einer von euch wird mich verraten. Sie hätten vermutet: Es muss Judas sein. Er war schon immer böse. Er ist fähig, Jesus zu verraten. Ich verstehe nicht, warum Jesus ihn ausgewählt hat.
Doch Judas schien sich nicht so offensichtlich von ihnen zu unterscheiden. Sonst hätten sie ihn ja sofort verdächtigt.
Jeder von uns kann ein Judas werden, nach und nach, indem wir unsere Prinzipien immer mehr aufgeben, zuerst in den kleinen Dingen, und dann auch in wichtigen Angelegenheiten.
Im christlichen Leben braucht es immer eine gesunde Spannung zwischen dem Vorwärtsstreben und der Wachsamkeit. Wer in den kleinen Dingen treu ist, ist es auch in den Großen.
James Swanson
Frage: Wo in meinem Leben bin ich gerufen, wachsam zu bleiben und mir meine Treue in den kleinen Dingen neu bewusst zu machen?
Lk 22,5: Und sie waren erfreut und kamen überein, ihm Geld zu geben.
Lk 22,6: Und er versprach es und suchte eine gute Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie auszuliefern.