Lk 21, 25-33 Über Jesus Wiederkunft

Vers 25-26 Zeichen an Sonne, Mond

Lk 21,25: ‭Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen.

Nur das, was Gott erlaubt

Nach der Ankündigung der Zerstörung Jerusalems folgt eine Schilderung in apokalyptischer Sprache. Diese Zeilen erinnern stark an die Offenbarung des Johannes.

Wenn aber dort von Unglück, Katastrophen oder Verfolgungen die Rede ist, bleibt dabei klar, dass ihre Zeit immer begrenzt ist. Sie dauern nur so lange, wie Gott es erlaubt.

Auch hier lädt uns der Herr ein, uns nicht verwirren zu lassen wie ganze Völker, die vor Angst vergehen und bestürzt und ratlos sein werden. Wer Glauben hat, darf, wenn die Welt „den Bach runterzugehen“ scheint, gelassen und im Frieden Gottes bleiben, weil er alles nach seinem Willen lenkt.

Nie wird das Böse endgültig die Oberhand behalten, nie wird die Lage hoffnungslos sein.

Bertalan Egervári

Frage: Welche innere Ruhe oder Gelassenheit kannst du kultivieren, um auch in stürmischen Zeiten das Vertrauen in Gottes Führung zu bewahren?

Lk 21,26: ‭da die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Vers 27 Menschensohn kommt in Wolken

Lk 21,27: ‭Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.

Für dein Leben

  • Erwarte die Rückkehr Christi: Du wirst Zeiten von Unsicherheit und Herausforderungen erleben, aber du sollst wissen, dass Jesus eines Tages in Macht und Herrlichkeit zurückkehren wird. Deine Hoffnung und Ausrichtung sollten auf diesem zukünftigen Ereignis liegen.
  • Hebe den Blick: Wenn das Leben dich entmutigt, ermutigt dich dieser Vers, den Blick nach oben zu richten. Deine Erlösung ist näher, als du denkst, und es gibt immer Grund zur Zuversicht, selbst in dunklen Zeiten.

Gott hat kein Ende

Jesus spricht davon, dass auf der Welt und im Kosmos vieles geschehen wird, was Angst macht. Kriege, Gewalt, Unwetter, Erdbeben, Zeichen am Himmel und vieles mehr. Wären wir alleine, würden wir vor Angst vergehen.

Aber da kommt Jesu Botschaft: Dann kommt Jesus mit Macht und Herrlichkeit. Alles, was in der Welt geschieht – sei es Krankheit, Schwierigkeiten, Gegnerschaft oder Kämpfe – kann die Herrlichkeit Gottes nicht erschüttern.

Wer auf Gottes Seite steht, geht in der Hoffnung und damit in der Freude. Alles nimmt ein gutes Ende.

"Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende."
Klaus Einsle

Frage: Wie kann ich inmitten von Angst und Unsicherheit die Gegenwart und Herrlichkeit Gottes in meinem Leben spüren?

Zweites Kommen Jesus

Denn die erste Erscheinung geschah in unserer Schwachheit und Demut,
aber die zweite wird er mit seiner eigenen Macht feiern.

Denn in Macht und Herrlichkeit werden sie ihn sehend,
welchen sie in der Demut nicht hören wollten,
so daß sie sodann seine Macht umso mehr empfinden,
je weniger sie jetzt den Nacken des Herzens unter seine Geduld beugen.

Goldene Perle

Frage: Wie offen bin ich in meiner eigenen Schwachheit für die leise Führung, die mir entgegenkommt, und wo könnte ich heute meine Geduld tiefer ausrichten, um seine Präsenz zu erkennen?

Gott erscheint immer auf einer Wolke nach den Worten (Psalm 17)

Wolke und Finsternis ist um ihn her. Daher wird auch der Menschensohn auf den Wolken als Gott und Herr kommen, nicht verborgen, sondern in der Gottes würdigen Herrlichkeit. Und daher heißt es weiter: In großer Macht und Herrlichkeit. Goldene Perle

Andacht von Gerrid Setzer

Wenn Christus, der Messias, erscheint, lässt er seine Herrlichkeit in dieser Schöpfung leuchten und jedes Auge wird ihn sehen.

Er ist dann nicht mehr der Wurzelspross aus dürrem Erdreich, der seine Herrlichkeit unter dem schlichten Kleid eines Dieners verbergen wird.

Nein, seine Herrlichkeit wird dann geschaut werden. Und darauf sollten seine Jünger warten.

Frage: Wie bereitest du dein Herz darauf vor, die volle Herrlichkeit des Göttlichen in deinem Leben zu erkennen?

Vers 28 Richtet euch auf, Rettung naht

Lk 21,28: Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.‭

Für dein Leben

  • Erwarte die Erlösung: Wenn du die Zeichen der Zeit erkennst, lass dich nicht von Angst überwältigen. Gottes Hilfe ist nahe, und du kannst auf seine Errettung vertrauen.
  • Richte dein Herz auf Gott: Inmitten der Herausforderungen behalte deine Hoffnung auf das Kommen Jesu. Dein Vertrauen in seine Liebe und Macht wird dir Frieden schenken, selbst wenn die Welt unsicher scheint.

Die Herrlichkeit Gottes ist unsere Herrlichkeit

Nach langen Beschreibungen schrecklicher Ereignisse sagt Jesus: „…richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.“

Wieder so ein Satz wie „Sie werden euch töten, aber euch kein Haar krümmen.“ „Alles wird ganz schrecklich, alles vergeht, aber freut euch, jetzt kommt eure Zeit.“ – Gott denkt einfach anders.

Wenn er in Herrlichkeit kommt, dann ist die Zeit der Mühe, der Konflikte, der Kämpfe vorbei. Dann kommt sein Reich der Liebe, des Friedens, der Ruhe und Gelassenheit.

Freuen wir uns. Es wird auf jeden Fall gut!

Klaus Einsle

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Gewissheit spüren, dass trotz aller Schwierigkeiten ein Moment des Friedens und der Erlösung naht?

Sich aufrichten

Bewusstes Leben mit Jesus Christus wünsche ich uns. Lebt mit ihm. Betet ihn an.

Fordert euch selbst dazu heraus, bewusst mit ihm leben zu wollen. Nehmt nicht alles, was uns an Gutem begegnet, als selbstverständlich hin, denn das macht müde und unaufmerksam, das macht überheblich und bietet Angriffsfläche für den geistlichen Feind.

Wer sich bewusst macht, dass sein Leben von Gott gegeben ist, der „erlebt“ den Tag viel tiefer. Dankbarkeit schützt vor Überheblichkeit und macht das Leben auf dieser Erde (er)lebenswerter.

Freuen dürfen wir uns auf ein Leben in der Ewigkeit, doch bis dahin leben wir im Hier und Jetzt. Bereiten wir uns darauf vor, auf das, was wir hoffen und woran wir glauben: dass Jesus Christus wiederkommt und uns in die Herrlichkeit holen will.

Wann das sein wird, das wissen wir nicht. Doch dass es sein wird, darauf vertrauen und glauben wir. Sei bereit, wenn Jesus kommt!

Rolf Aichelberger

Frage: Wie bewusst lebe ich jeden Tag mit Jesus und in welcher Weise öffnet sich mein Herz für seine Gegenwart?

Vers 29-30 Seht den Feigenbaum an

Lk 21,29: ‭Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume!‭

Der Feigenbaum und seine Wurzeln

Das Bild des Feigenbaums lässt uns verstehen, was Christus von uns erwartet: Fruchtbarkeit. Wie es schon in Psalm 1 heißt, geht es darum, in der Nähe des einzigen Baches zu leben, der uns gutes und frisches Wasser bietet.

Unsere Wurzeln müssen tief in die Erde reichen und weit ausgedehnt sein, damit wir sicherer stehen und in Trockenzeiten nicht verdorren. Auch wenn es Mühe bereitet, müssen wir im Leben lernen, tief zu graben: den Glauben zu verinnerlichen und nicht oberflächlich zu leben.

Und wir müssen lernen, uns zu dehnen: ein großes Herz zu bilden, das seinen Durst am wahren Quell des Lebens, bei Christus, stillt.

Nikolaus Klemeyer

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich meine Wurzeln tiefer schlagen, um innerlich stärker und fruchtbarer zu werden?

Lk 21,30: ‭Wenn ihr sie schon ausschlagen seht, so erkennt ihr von selbst, dass der Sommer jetzt nahe ist.‭

Vers 31 Gottes Reich ist nahe

Lk 21,31: ‭So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies geschieht, so erkennt, dass das Reich Gottes nahe ist.‭

Die Zeichen der Zeit erkennen

Jesus verwendet ein leicht verständliches Beispiel aus der Natur: Wenn die Bäume ihre Blätter treiben, dann wissen wir, dass es auf den Sommer zugeht.

Was will er uns damit sagen? Der Blick auf die natürliche Welt soll uns helfen, den Schritt zur übernatürlichen Sicht der Welt zu machen. Jesus möchte, dass wir lernen, das Reich Gottes zu „sehen”. Das Reich Gottes, damit ist Gott selbst gemeint, sein Wirken und seine Gegenwart in den Menschen und Ereignissen.

Es ist von größter Wichtigkeit, dass wir die Dinge im Licht des Glaubens sehen, damit in uns der Sinn für die übernatürliche Sicht lebendig bleibt.

Joachim Richter

Frage: Wie bewusst nimmst du Gottes Wirken in den kleinen Momenten deines Alltags wahr, und wie könnte sich dein Blick dadurch verändern?

Vers 32 Diese Generation erlebt alles

Lk 21,32: ‭Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist.‭

Was bedeutet das?

Wenn Jesus die damalige Generation von Menschen meint, dann ist also schon lange alles eingetroffen.

Sollten dann die Menschen von damals nicht in der Lage gewesen sein, in Leben, Leiden, Tod und Auferstehung Jesu das nahende Reich Gottes zu erkennen?

Sein Tod war nicht Niederlage, sondern der endgültige Sieg über das Böse. Das dürfen auch wir erkennen.

Frage: Wie offen bin ich heute dafür, im eigenen Leben das Wirken Gottes als Zeichen seines Sieges zu erkennen?

Vers 33 Meine Worte bleiben ewig

Lk 21,33: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Dreimal lesen wir im Neuen Testament exakt diese Worte

Die Himmel und die Erde sind gewaltige Schöpfungswerke Gottes. Doch ewig werden sie nicht bestehen. Sie werden einmal aufgelöst werden.

Die Worte, die der Herr Jesus geredet hat, haben dagegen ewig Bestand. Letztlich gilt das für die ganze Bibel. Sie werden niemals vergehen, sondern für immer und ewig bleiben.

Mit anderen Worten: Ein Satz aus dem Mund des Herrn Jesus ist wichtiger und großartiger als alle Galaxien zusammengenommen. Die Offenbarung Gottes in seinem Wort ist größer als die Offenbarung in seiner Schöpfung.

Gerrid Setzer

Frage: Welche Worte oder Botschaften in deinem Leben tragen für dich eine ähnliche zeitlose Kraft wie die Worte Jesu?

Ewiges Wort Gottes

Alle Worte des Menschen, auch die wichtigsten, sind flüchtig. Die Worte Gottes hingegen nutzen sich nie ab, sie sind lebendig und schenken Leben in Fülle.

Dies erfahren wir immer wieder, wenn uns eine Schriftstelle im Gebet oder bei der Lektüre auf neue Weise berührt oder eine vertraute Passage plötzlich in einem anderen Licht erstrahlt.

Diese Begegnung mit dem Wort Gottes braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Papst Franziskus erinnerte: Es genügt nicht, die Heilige Schrift zu lesen, man muss auch auf Jesus hören, der in ihr spricht.

Frage: In welchen Momenten öffnest du dich besonders dafür, Gottes Worte in deinem Leben neu zu entdecken?

Unvergängliche Worte Jesus

Alles in diesem Universum ist vergänglich, die gesamte Schöpfung ist von Endlichkeit geprägt. Doch inmitten dieser Vergänglichkeit sind die Worte Jesu unvergängliche Samen der Ewigkeit. Gott vergeht nicht, und alles, was von ihm kommt, bleibt bestehen.

Der heilige Josefmaria betonte: „Im geistlichen Leben gibt es keine neue, künftige Epoche mehr. Alles ist schon in Christus gegeben, der starb und auferstand und lebt und für immer bleibt. Doch sollen wir uns mit ihm durch den Glauben vereinen und sein Leben in uns offenbar werden lassen. Damit diese Einheit mit Christus Wirklichkeit wird und sein Wort in uns Früchte trägt, müssen wir die Stille pflegen – sowohl innerlich als auch äußerlich. Nur in der Stille kann unser Herz die Stimme Gottes hören.“

Papst Benedikt XVI. erklärte dazu: „Die Stille ist in der Lage, einen inneren Raum tief in uns selbst zu schaffen, um Gott dort wohnen zu lassen, damit sein Wort in uns bleibt.“

Frage: Wie kannst du heute Momente der Stille in deinem Leben bewusst gestalten, um die Gegenwart Gottes tiefer zu erfahren?

Andacht von Gregor der Große

Nichts im Bereich der materiellen Dinge ist beständiger als Himmel und Erde, und auf Erden ist nichts vergänglicher als ein gesprochenes Wort.

Wenn der Herr erklärt: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen, will er damit sagen: Alles, was um euch herum von Bestand ist, hat keinen Bestand vor der Ewigkeit, und alles, was bei mir zu vergehen scheint, ist in Wirklichkeit unveränderlich und unvergänglich; denn meine Worte, die verklingen, drücken Gedanken aus, die bleiben und unveränderlich sind.

Also, meine Brüder, hängt euer Herz nicht an diese Welt, die, wie ihr seht, nicht von Bestand ist.

Frage: Welche Dinge in deinem Leben erscheinen dir unvergänglich, obwohl sie in Wahrheit vergänglich sind, und woran könntest du dein Herz wirklich dauerhaft hängen?