Lk 21, 1-4 Arme Witwe gibt alles

Vers 1 Reiche opfern Geld

Lk 21,1: Nachdem Jesus das gesagt hatte, blickte er zum Opferkasten im Tempel hinüber und schaute zu, wie die Reichen ihre Gaben einwarfen.

Jesus sieht dich

Gott sieht uns. Er wacht mit seinem liebevollen Blick über uns. Jetzt, in diesem Moment, wo du diese Zeilen liest, schaut der himmlische Vater und Herr auf dich, mit Würde und Güte. Nimmst du Gottes Blick wahr? Kannst du daran glauben? Erwiderst du ihn? Klaus Einsle

Es geht ihm um mich persönlich! Jesus schaut mich an. Was und wen sieht er? Jedenfalls sieht er mich im Alltag ungeschminkt, so, wie ich wirklich bin. Mit jenem Glauben, jener Hoffnung und Liebe, deren ich dort fähig bin. Aber auch mit seiner Liebe, mit der er mich umfängt.

Ich schaue auf den göttlichen Blick Jesus

Er sieht nicht nur die Gesten, sondern auch auf die Herzen derer, die die Gaben darbringen. Worauf Menschen nicht schauen, das sieht allein Gott.

Ich denke dabei an mich. Jesus schaut auf mich bis in die Tiefe des Herzens. Er schaut auf mein Herz, und nicht auf äußerliche Gesten.

Er weiß darum, dass meine Hingabe an ihn oft kümmerlich und schwach ist. Aber er sieht mein tägliches Bemühen, Hingabe zu leben. Und sind wir untreu, so ist und bleibt er treu.

Unsere Hingabe mag unbeständig sein, Gottes Hingabe niemals. Max Lucado

Frage: Wie kann ich heute bewusst mein Herz vor Gott öffnen, jenseits von äußerlichen Handlungen?

Andacht von Augustinus

Der Herr achtet nicht auf die Größe der Gabe, sondern auf den guten Willen. Was immer wir tun, es soll aus Liebe zu Gott geschehen. Auch wenn wir nur Weniges geben können, weil wir wenig besitzen, wird Gott unser Opfer dennoch annehmen, als wäre es etwas Großes und Wunderbares

Vers 2 Witwe gibt zwei Münzen

Lk 21,2: ‭Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein;

Die zwei kleinen Münzen

Wie schwer ist es manchmal, etwas Gutes zu tun, mit dem Wissen, dass es von der Außenwelt nicht beachtet wird, ja vielleicht sogar verspottet wird.

Wie oft sind gerade die Taten, die im Verborgenen bleiben, die gewaltigsten.

Wie verlockend sind jene Akte der Nächstenliebe, die uns in ein gutes Licht rücken.

Das Evangelium von heute führt uns die eine Frau vor Augen, die wahrscheinlich auch in unserer Zeit noch von vielen verachtet würde. Es zeigt uns jedoch auch ihre innere Haltung der Hingabe, die bei Jesus auf große Liebe stößt.

Carmen Gallinger

Frage: Welche stillen Taten deinerseits tragen vielleicht mehr Bedeutung, als du je erkennen könntest, und wie könntest du ihnen bewusst Raum in deinem Leben geben?

Was Jesus sieht, was seine Aufmerksamkeit erregt. 

Die Apostel schauen auf die schönen Kleider der Priester, die riesigen Steine und den Schmuck des Tempels, wo das Schönste, Auffälligste, Teuerste, und alles, was glitzert, Verwendung findet, und vielleicht steckt dabei auch eine Mischung aus Faszination, Neid und Ehrgeiz in ihnen.

Was lenkt dein Herz ab? Und was sieht Jesus?

Er ist fasziniert von einer Szene, die keinem auffällt, von einer armen Witwe und ihrem totalen Vertrauen auf Gott. Du musst nichts leisten oder mächtig oder reich sein, oder etwas Außergewöhnliches tun, damit Gott auf dich schaut.

Alejandro Espejo

Frage: Woran in deinem Leben hältst du fest, obwohl es unauffällig oder klein erscheint, und wie könnte Gott gerade darin fasziniert sein?

Deine zwei kleinen Münzen für jeden Tag

Du bekommst von Gott jeden Tag, was du brauchst: zwei Münzen. Und du kannst sie für Gott einsetzen oder egoistisch damit umgehen… oder 50/50, eine Münze für Gott, eine für dich verwenden.

Das wäre vielleicht das Wahrscheinlichste. Etwas auf Nummer sicher gehen, wenn auch wenig, und ein bisschen Gott geben.

Und dennoch lädt Jesus dich ein: Vertraue auf mich zu 100%, setz alles auf mich, auch wenn du nur 2 Münzen oder Talente für mich hast.

– Jesus, lass mein ganzes Leben ein Lob und ein Hingabeopfer für dich sein.
Alejandro Espejo

Frage: Wo in meinem Leben halte ich noch fest, obwohl Gott alles haben möchte, und wie würde sich mein Vertrauen verändern, wenn ich alles auf ihn setze?

Andacht von Papst Franziskus

Sie geht nicht in den Tempel, um ihr Gewissen zu beruhigen, sie betet nicht, um gesehen zu werden, sie stellt ihren Glauben nicht zur Schau, sondern sie gibt von Herzen, mit Großzügigkeit und Unentgeltlichkeit.

Ihre Münzen klingen schöner als die großen Opfergaben der Reichen, denn sie drücken ein Leben aus, das aufrichtig Gott gewidmet ist, einen Glauben, der nicht von Äußerlichkeiten lebt, sondern von bedingungslosem Vertrauen.

Lasst uns von ihr lernen: ein Glaube ohne äußerlichen Flitterkram, ohne Blendwerk, sondern mit innerer Aufrichtigkeit; ein Glaube, der aus demütiger Liebe zu Gott und zu unseren Brüdern und Schwestern besteht.

Papst Franziskus

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben einen Glauben entwickeln, der nicht auf äußere Anerkennung, sondern auf echte Herzenshingabe basiert?

Vers 3 Sie gab am meisten

Lk 21,3: ‭und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle!

Für dein Leben

  • Glaube über Materielles: Du musst nicht viel haben, um Gott zu ehren. Oft zählt deine innere Haltung mehr als das, was du äußerlich zeigst. Es geht darum, wie du dein Herz einsetzt.
  • Kleine Taten wirken groß: Auch deine scheinbar kleinsten Beiträge können große Auswirkungen haben. Gib von deinem Besten, auch wenn du denkst, es sei nicht genug.

Die Gabe der Witwe

Die Witwe wirft die letzten Münzen, die ihr verblieben sind, in den Opferkasten des Tempels. Aus materieller Hinsicht ist dieses Opfer wertlos, einen Cent gibt sie nach heutiger Rechnung. Aber ihre Tat enthält eine große Lehre.

Die Tatsache, dass Jesus seine Jünger zusammenruft und das betonte „Wahrlich ich sage euch“ erleiht der Handlung der Witwe eine besondere Bedeutung. Hatte Jesus kurz zuvor die Scheinheiligkeit der Schriftgelehrten geradelt, so wird er nun die Hingabe der Witwe als ein Vorbild tiefer Frömmigkeit herausstellen.

Alle christliche Frömmigkeit ist nur so viel wert, als sie die Hingabe unseres Willens an den Seinen enthält. Albert Schweitzer

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich wie die Witwe mit vollem Vertrauen und Hingabe handeln, auch wenn es scheinbar wenig ist?

Das ist die Mathematik des Himmels

Die Reichen gaben von dem, was sie zu viel hatten und behielten genug für sich zurück.
Die arme Witwe gab von dem, was sie zu wenig hatte, und behielt nichts für sich zurück.

Das zeugt von einer großen Liebe und einer tiefen Hingabe an Gott. Das machte ihr Opfer so großartig.

Auch heute gilt für uns: Wahres Christentum ist völlige Hingabe und zwar an den Herrn Jesus Christus.

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich lernen, mit voller Hingabe zu geben, ohne auf das zu achten, was mir fehlt?

Jesus sieht uns, wenn wir geben

Er bemerkt, wie viel wir geben, interessiert sich aber viel mehr für den Glauben und das Motiv und das Herz beim Geben als nur für den Betrag. Jesu Grundsatz hier zeigt uns, dass vor Gott der Geist des Gebens den Wert des Geschenks mehr bestimmt als die Menge. Gott will kein widerwillig gegebenes Geld oder Schuldgeld. Gott liebt den fröhlichen Geber.

Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe. Edith Stein

Sie hat alles hineingeworfen, was sie besaß. Und sie besaß viel, denn sie hatte Gott in ihrem Herzen. Es ist wertvoller, Gott in der Seele als Geld im Opferkasten zu haben. Augustinus

Andacht von Chrysostomus

Der Herr achtet nicht auf die Größe der Gabe, sondern auf den guten Willen. Was immer wir tun, es soll aus Liebe zu Gott geschehen. Auch wenn wir nur Weniges geben können, weil wir wenig besitzen, wird Gott unser Opfer dennoch annehmen, als wäre es etwas Großes und Wunderbares.  Chrysostomus

Vers 4 Witwe gab ihr Leben

Lk 21,4: Denn diese alle haben von ihrem Überfluss zu den Opfergaben für Gott beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß.

Die Witwe hat von ihrer Armut gegeben, ein schönes Paradox

Meine Hingabe wird dann fruchtbar werden, wenn sie mit Herzen und in ihrer Ganzheit vollzogen wird.

Die Witwe aus dem Evangelium gibt alles, sie schenkt sich selbst hin und legt sich in die Hände Gottes für die anderen.

Sie allein hat Gott die Ehre gegeben, indem sie nichts für sich zurückbehielt.

Sie zeigt, dass es Gott nicht einfach um Gaben geht, sondern darum, dass der Mensch ihm sein ganzes Leben hingibt, sich selbst als Opfer darbringt.

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich lernen, mich ganz hinzugeben und Vertrauen loszulassen, so wie die Witwe es tat?

Hinter dem Schleier

Wenn wir über die Witwe ein wenig nachdenken, wird uns bewusst, wie groß ihre Liebe zu Gott sein muss. Sie spendet ihren ganzen Lebensunterhalt, obwohl ihr bewusst ist, dass sie in den kommenden Tagen keine Reserven mehr hat.

Daraus können wir schließen, wie lebendig und stark ihr Vertrauen in Gottes Vorsehung sein muss. Wir erahnen, wie tief ihre Liebe zu Gott reicht, da sie bereit ist, materielle Sicherheit aufzugeben, um ihm treu zu dienen.

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens vertraue ich so vollständig auf das, was mir wirklich wichtig ist, dass ich bereit bin, Komfort oder Sicherheit loszulassen?

Die Witwe gibt nicht nur Geld, sie gibt ihr ganzes Leben

Sie gibt sich selbst. Sie gibt sich hin. Sie ist ein Sinnbild für Proexistenz, d.h. des Daseins für andere, die bis zur äußersten Konsequenz geht. So hat Jesus seinen eigenen Tod verstanden und gedeutet. Am Wendepunkt des öffentlichen Wirkens Jesu hin zu seiner Passion steht diese Erzählung über die Witwe, die ihr Leben hingibt. Auf diese Weise wird sie zum Sinnbild für Christus, der sich nun aufmacht sein Leben hinzugeben.

Hingabe: Im Kern geht es um eine bedingungslose Hingabe an Gott. Hier ist uns die Witwe Vorbild. Für uns ist sie täglich neu zu leben im Glauben und im Gehorsam und mit dem Herzen.

Der Herr verlangt von uns keine großen Taten, sondern nur Hingabe und Dankbarkeit. Er braucht unsere Werke nicht, sondern allein unsere Liebe. Therese von Lisieux

Was mich kümmert und was mich fordert ist das Heute. Das Heute gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines Herzens. Franz von Sales

Hingabe ist: Dem Herrn geben, was ihm gehört. Corrie ten Boom

Was ist für Jesus wichtig? 

Dieser Blick Jesu, der auf mir persönlich ruht, ist besonders im Gebet spürbar. Ist es mir aber wirklich bewusst, dass Jesus mich dabei anschaut? Oft ist mein Gebet reine Pflichterfüllung.

Die Reichen im heutigen Evangelium haben ihre Pflicht erfüllt. Sie gaben von ihrem Überfluss. Jesus geht es jedoch nicht um die Menge. Zum Beispiel interessiert ihn nicht die bloße "Anzahl" meiner Gebete. Natürlich sucht er meine Nähe und meine Hingabe in den Dingen, die ich ihm weihe.

Er sucht noch eine tiefere Beziehung der Hingabe. Er sucht mich als Person; den, der ich bin; die, die ich bin. Er sucht diese Begegnung. Alles zu geben wie die Witwe heißt, mich Jesus ganz zu öffnen und hinzugeben, als der, der ich bin; als die, die ich bin.

Die Witwe hatte ihren ganzen Lebensunterhalt gegeben, nichts war mehr übriggeblieben. Nur noch sie selbst stand vor Gott.

Gott hat sich ganz hingegeben. Warum nun sollen wir Gott alles geben? – Weil er uns alles gegeben hat. Wir sind von ihm erschaffen worden, entsprungen aus seiner liebenden Schöpferhand. Seine Beziehung zu uns ist noch inniger als die unserer Mütter. Wir gehören ihm schon ganz.

Ilona Kies

Frage: Wie kann ich heute in meinem Gebet mehr meine ganze Person und mein Herz Jesus schenken, anstatt nur Pflichten zu erfüllen?

Mein ganzes Leben hingeben

Für Jesus hat es große Bedeutung, wie wir geben, nicht nur, was wir geben. Was wir haben – unsere Besitztümer und das, was wir in gewisser Weise unser Eigen nennen – sind nicht für uns. Wir haben alles, damit wir geben können.

Und wir sollten sie Gott zurückgeben, denn sie gehören ihm. Wir geben sie als einen Ausdruck unserer Liebe für Gott. Ich gebe mein Leben hin, wenn ich sorgfältig arbeite, Nächstenliebe übe, bete oder aus Liebe für Christus aufopfere.

All diese Taten kann ich, wenn sie nicht schon ursprünglich als Geschenk an Christus gedacht waren, gedanklich in der Messe auf die Patene legen, damit sie zusammen mit den Hostien geweiht werden und damit zum Geschenk an den Herrn werden. Schenke ich ihm mein ganzes Leben?

Edward Hopkins

Frage: Welche Teile meines Lebens könnte ich heute bewusst als Geschenk für Gott und die Welt darbringen?

Gespräch mit Christus

Herr, ich liebe dich, weil du mich zuerst geliebt hast. Ich liebe dich, weil ich ganz aus dir entsprungen bin. Ich liebe dich, weil ich ganz für dich geschaffen bin. Wie diese arme Witwe möchte ich sein, die dir ihr ganzes Leben hingibt, – obwohl sie weiß, dass es schon in deiner liebenden Hand liegt.