Lk 18, 18-30 Gespräch mit reichen Mann
Inhaltsverzeichnis
Vers 18-20 Frage nach ewigem Leben
Lk 18,18: Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?
Lk 18,19: Da sprach Jesus zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein!
Damit leugnete Jesus seine eigene Güte nicht
Stattdessen fragte er den Mann: Verstehst du, was du sagst, wenn du mich gut nennst? Denn niemand ist gut als Einer, das heißt Gott.
Niemand ist gut als Gott allein
Jesus hinterfragt diese Anrede, nicht um seine eigene Güte zu leugnen, sondern um die wahre Quelle aller Güte – Gott – hervorzuheben.
Er fordert den Mann auf, über seine Gottesvorstellung nachzudenken und erkenntnisreich zu handeln. Die Aussage unterstreicht Gottes absolute Heiligkeit und stellt menschliche Maßstäbe infrage.
Gleichzeitig fordert sie dazu auf, Jesus tiefer zu erkennen – nicht nur als Lehrer, sondern als Offenbarung Gottes selbst. Damit lenkt Jesus den Fokus von moralischer Leistung auf die Beziehung zu Gott als Quelle des ewigen Lebens.
Frage: In welchem Bereich deines Lebens könntest du heute bewusster die Quelle der Güte, Gott, in den Mittelpunkt stellen?
Lk 18,20: Du kennst die Gebote: Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!
Vers 21 Mann: Tue ich von Jugend an
Lk 18,21: Er aber sprach: Das alles habe ich gehalten von meiner Jugend an.
Der Jüngling lügt
Denn wenn er, was im Gesetze steht: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, im Werke erfüllt hätte, wie hätte er nach den Worten: Gehe hin und verkaufe Alles, was du hast, und gib es den Armen, traurig sich entfernen können? Oder man hat zu glauben, er habe nicht gelogen, sondern einfältig bekannt, wie er lebte, nämlich äußerlich.
Vers 22 Jesus: Verkaufe alles für Arme
Lk 18,22: Etwas fehlt dir noch. Verkaufe alles, was du hast, und verteil das Geld an die Armen. Damit wirst du im Himmel einen Reichtum gewinnen, der niemals verloren geht. Und dann komm und folge mir nach!
Es fehlt dir noch eines
In einer Welt, die uns oft suggeriert, dass mehr Besitz auch mehr Glück bedeutet, trifft uns das Wort Jesu an den reichen Jüngling mitten ins Herz. Eines fehlt dir noch, sagt er. Es geht dabei nicht um eine Verurteilung von Wohlstand, sondern um die Frage nach der inneren Freiheit. Was hält mich eigentlich fest?
Oft sind es gar nicht die großen Reichtümer, sondern die Sorgen um den Status oder die Angst, zu kurz zu kommen. Jesus lädt uns ein, den Ballast abzuwerfen, der unser Herz schwer macht und den Blick auf den Nächsten verstellt. Wahre Fülle finden wir nicht im Ansammeln, sondern im Loslassen und im Vertrauen auf seine Führung. Wenn wir die Hände öffnen, werden sie frei, um Gott und die Menschen neu zu umarmen.
Frage: Welches materielle oder gedankliche Festhalten hindert mich aktuell am meisten daran, Jesus mit leichtem Herzen und ungeteilter Aufmerksamkeit nachzufolgen?
Gering ist, was du gibst; groß, was du empfängst
Denn wir sollen nicht glauben, durch die Verachtung der Welt etwas Großes getan zu haben, weil die ganze Erde im Vergleich zum Himmel sehr kurz ist. Gott könnte zwar die Armen ohne uns nähren, ohne daß wir uns ihrer erbarmten; aber er will, daß die Gebenden durch Liebe an die Empfangenden geknüpft werden.
Vers 23 Mann wurde sehr traurig
Lk 18,23: Als der Mann das hörte, wurde er sehr traurig, denn er war überaus reich.
Loslassen
Der heilige Paulus sagt, dass nichts über Christus gehen sollte. Im Fall des jungen Mannes hatte dieser aber etwas anderes Christus vorgezogen. Der Komfort, die Sicherheit und die materiellen Dinge waren ihm wichtiger als die persönliche Einladung Christi zur Vollkommenheit.
Abhängigkeit führt zur Traurigkeit; in einem Herzen, das mit den Dingen dieser Welt ganz erfüllt ist, gibt es keinen Platz für Gott. Nur das Loslassen führt zu wahrer Freude.
Gott gibt sich dem, der ihn ohne Bedingungen sucht.
Todd Belardi
Frage: Welche Dinge in meinem Leben halten mich davon ab, Christus bedingungslos zu folgen, und bin ich bereit, sie loszulassen?
Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz
Der Schatz des jungen Mannes ist sein Reichtum. Dort hat er sein Herz verankert, und diesen Anker kann er nicht lösen. Er ist gebunden.
Wie ist das bei mir? Wo habe ich Anker geworfen? In meinen liebsten Menschen, im Besitz, in der Arbeit, im Sport, in meiner Leistung? Welche Bindungen habe ich? Kommt Gott dabei vor?
Ich bespreche das mit dem guten Meister.
Dorit Wilke-Lopez
Frage: Welche Anker in meinem Leben hindern mich daran, mein Herz wirklich frei zu öffnen?
Vers 24 Reiche in Gottes Reich
Lk 18,24: Als aber Jesus ihn so sah, dass er ganz traurig geworden war, sprach er: Wie schwer werden die Reichen ins Reich Gottes hineinkommen!
Wie schwer werden die Reichen ins Reich Gottes hineinkommen!
Jesus macht deutlich, dass materieller Reichtum eine große Herausforderung für den Glauben sein kann. Wer stark an Besitz gebunden ist, läuft Gefahr, Gott nicht an die erste Stelle zu setzen.
Es geht jedoch nicht nur um Reichtum, sondern um das Herz: Wer sein Vertrauen auf irdische Sicherheiten setzt, wird es schwer haben, Gottes Reich anzunehmen.
Doch Jesus sagt später (Vers 27), dass bei Gott alle Dinge möglich sind – auch die Umkehr eines reichen Menschen. Der Vers ruft zu Demut und Vertrauen in Gottes Kraft auf.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens halte ich vielleicht noch zu sehr an Sicherheit oder Besitz fest, statt auf Gottes Führung zu vertrauen?
Vers 25 Kamel durch Nadelöhr
Lk 18,25: Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.
Bild vom Kamel
Weil er mich liebt, will er mir – sozusagen dem „Kamel“ in dem Bild, das er benutzt – auch durch das Nadelöhr (ein Bild für eines der kleinsten Stadttore in Jerusalem) ins ewige Leben helfen.
Wenn das Kamel aber misstrauisch und bissig ist, wird das nicht gelingen. Nur wenn es seinem Führer vertraut, wird es die Enge und die Schmerzen in Kauf nehmen, die die Passage durch das Nadelöhr verursachen wird.
Ich spreche mit Jesus über mein Vertrauen.
Dorit Wilke-Lopez
Frage: Wo in meinem Leben fällt es mir schwer, Jesus zu vertrauen, und wie könnte ich ihm Schritt für Schritt mein Misstrauen überlassen?
Vers 26-27 Bei Gott ist alles möglich
Lk 18,26: Wer kann dann überhaupt gerettet werden?, fragten ihn seine Zuhörer.
Lk 18,27: Er antwortete: Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich.
Für Gott ist alles möglich
Wir haben alle schon die Erfahrung gemacht, dass es nicht einfach ist, die Botschaft Jesu umzusetzen, sich ganz zurückzunehmen, Gott in den Mittelpunkt zu stellen und den Nächsten zu lieben wie sich selbst.
Haben wir überhaupt eine Chance? Ja, denn für Gott ist nichts unmöglich. Er schenkt uns seine Gnaden, er befreit uns von unserer Schuld, er tritt für uns ein. Wir haben alle Chancen. Denn er hat uns erlöst!
Er hat uns zuerst geliebt und seine Liebe mit seinem Blut bezeugt. Unsere Rettung wirken wir nicht aus eigener Kraft, Gott ist unser Retter.
Marita Grötsch
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag immer wieder spüren, dass Gottes Liebe mich trägt und meine Handlungen leitet?
Andacht von Ulrike Puintner
Egal welche Herausforderungen vor mir liegen, Gottes Allmacht und Gnade ist immer größer, als ich es mit meinem menschlichen Verstand begreifen kann. Seine Möglichkeiten sind unbegrenzt. Er möchte auch in meiner persönlichen Situation helfen, da wo ich gerade stehe.
Er möchte, dass ich ihm ganz vertraue. Ich möchte Großes von Gott erwarten, hoffnungsvoll, glaubend und zuversichtlich sein, was auch vor mir liegt. In Gott habe ich einen liebenden Vater, der es gut mit mir meint.
Ulrike Puintner
Frage: In welchen Momenten meines Lebens kann ich Gottes Führung und Liebe besonders deutlich spüren, wenn ich ihm voll vertraue?
Vers 28-29 Petrus: Wir verließen alles
Lk 18,28: Da sprach Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt!
Sich an Gott binden
Wir sind Bindungswesen, wir brauchen die Bindung an andere Menschen, aber letztendlich brauchen wir die Bindung an Gott. Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, Herr, hat Augustinus gesagt.
Jesus will uns beibringen, wie erfüllend und lohnend es ist, wenn wir uns an ihn binden statt an die Menschen. Wenn wir uns nämlich an die Menschen binden, plagen wir uns herum mit Menschenfurcht, Eifersucht, Ehrgeiz, Eitelkeit und Abhängigkeit.
Nur, wenn wir uns an Gott binden, aus ihm unsere Sicherheit schöpfen und von ihm unser Liebesbedürfnis befriedigen lassen, können wir die anderen in Freiheit lieben und nicht, weil wir zurückgeliebt werden wollen.
Frage: Wo spüre ich in meinem Leben noch die Unruhe meines Herzens, und wie könnte die Bindung an Gott mir Ruhe schenken?
Lk 18,29: Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Eltern oder Brüder oder Frau oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen,
Vers 30 Vielfacher Ersatz und ewiges Leben
Lk 18,30: der es nicht vielfältig wieder empfinge in dieser Zeit und in der zukünftigen Weltzeit das ewige Leben!
Das Versprechen von Jesus
Jesus verspricht den Jüngern für ihre Nachfolge das Hundertfache von dem, was sie verlassen haben. Und tatsächlich, am Ende ihres Lebens hatten die Jünger durch die Ausbreitung des Leibes Christi, der Kirche, „hunderte“ von Häusern, „hunderte“ von Äckern und „hunderte“ von geistlichen Kindern.
Aber war das alles? Der junge Mann im Evangelium wollte das ewige Leben gewinnen. Darum geht es letztendlich, und das verspricht Jesus seinen Jüngern obendrein („und in der kommenden Welt das ewige Leben“).
Gott will seine Herrlichkeit und seine Gottheit mit uns teilen! Aber Voraussetzung für das Hundertfache und das ewige Leben ist unsere Entscheidung für die Nachfolge und unser Vertrauen in Gott und seine Verheißung.
Die Jünger haben eine Entscheidung getroffen, sie sind Jesus nachgefolgt. Der junge Mann konnte das nicht, er ging traurig weg.
Was wollte der Mann wirklich? Was will ich wirklich?
Frage: Bin ich bereit, das loszulassen, was mich zurückhält, um dem Leben in seiner Fülle zu folgen?
Wir werden ihnen also ähnlich sein
Wenn Jemand das Haus verläßt, erlangt er die ewigen Wohnungen.
Wenn er den Vater verläßt, wird er den himmlischen Vater erlangen.
Wenn er die Brüder verläßt, wird Christus sein Bruder.
Wenn er die Gattin verläßt, wird er die himmlische Weisheit finden, von der er geistige Früchte erzeugen wird.
Wenn er die Mutter verläßt, findet er das himmlische Jerusalem, welches unsere Mutter ist.
Auch erhält er von den Brüdern und Schwestern, welche mit dem geistigen Leib seines Glaubens verbunden sind, in diesem Leben eine viel herrlichere Liebe.
Goldene Perle
Frage: Welche Bindungen in deinem Leben laden dich ein, loszulassen, um etwas Höheres oder Tiefgründigeres zu entdecken?