Lk 11, 29-32 Jesus warnt vor Unglauben

Vers 29 Böse Generation fordert Zeichen

Lk 11,29: Als aber die Volksmenge sich haufenweise herzudrängte, fing er an zu sagen: Dies ist ein böses Geschlecht! Es fordert ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.

Zeichen fordern 

Auch wir fordern von Gott manchmal unbewusst Zeichen, die es uns erleichtern, an seine Gegenwart und manchmal sogar an seine Existenz zu glauben.

Wir fühlen uns dann sicherer, dass Gott mit uns ist, und manchmal brauchen wir auch kleine Zeichen, weil wir schwach sind und uns allzu schnell entmutigen lassen.

Aber das größte und letzte Zeichen Gottes für den Menschen sind der Tod und die Auferstehung Jesu Christi. In diesem Zeichen hat er uns gezeigt, dass er bereit ist, alles aus Liebe für den Menschen und aus Sorge um sein ewiges Heil hinzugeben.

Er möchte, dass auch wir als Christen dieses Zeichen weitertragen und selber zum „Zeichen“ seiner Liebe für andere werden.

Frage: Wo in meinem Leben darf ich neu entdecken, dass Gott mir schon längst ein Zeichen seiner Liebe geschenkt hat?

Jesus bezeichnet seine Generation als böse, weil sie ein Zeichen fordert

Es geht um ein Zeichen, das seine Lehre legitimiert.
Sie hatten in ihrem Kopf gespeichert, dass ein Prophet, ein Meister, ein Zeichen vollbringen muss, damit er glaubwürdig ist.

Jesus möchte aber kein Zeichen geben, er möchte, dass die Menschen den Glauben nicht von Zeichen abhängig machen.
Jesus möchte nach und nach entdeckt werden, er lässt die Abkürzungen nicht zu, weil sie nicht nachhaltig sind.

Ein Zeichen mag für den Moment wirksam sein, aber nach einer gewissen Zeit verliert die Erinnerung daran ihre Kraft.
Der Glaube sollte Schritt für Schritt entdeckt werden und sich als bleibende Kraft erweisen.

Štefan Kavecký

Frage: Wo in meinem Leben wünsche ich mir ein „Zeichen“, anstatt im Vertrauen Schritt für Schritt zu gehen?

Andacht der goldenen Kette

Das Zeichen ist eine deutliche Sache, welche etwas Verborgenes offenbar macht, wie das Zeichen des Jona Christi Hinabsteigen zur Unterwelt und Wiederkehr, so wie die Auferstehung von den Toten darstellt.

Er gibt ihnen ein Zeichen nicht vom Himmel, weil sie eines solchen unwürdig waren, sondern von der Tiefe, nämlich das Zeichen der Menschwerdung, nicht der Gottheit, des Leidens, nicht der Verherrlichung.

Frage: Wo in meinem Leben zeigt sich das Zeichen der Tiefe – dort, wo Leiden und Verwandlung ein verborgenes göttliches Wirken offenbaren?

Vers 30 Jona-Zeichen für diese Zeit

Lk 11,30: ‭Denn gleichwie Jona den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem Geschlecht sein.‭

Jesus selbst ist das Zeichen

Jesus ist dieses Zeichen, sowohl für seine gegenwärtige als auch für unsere Generation. Jesus selbst ist das Zeichen; wir sollen an Ihn glauben, nicht an ein Zeichen.

Die Liebe Christi am Kreuz

Gott kam nicht in diese Welt, um uns mit außergewöhnlichen Handlungen und Zeichen zu befreien.
Er kam, um uns seine Liebe zu uns zu zeigen, damit wir an sie glauben und dadurch verwandelt und geheilt werden.

Manchmal verlieren wir uns in der Suche nach Zeichen und Bestätigung.
Die Liebe Christi am Kreuz ist aber das größte Zeichen, größer als jedes Wunder – und sie genügt allein.

Bettina Duda

Frage: Wo suche ich in meinem Leben noch nach Zeichen, anstatt mich von der Liebe Christi verwandeln zu lassen?

Das Zeichen des Jona

Jesus zieht hier eine Parallele zwischen den drei Tagen des Jonas im Bauch des Wales und seinen drei Tagen im Grab zwischen Tod und Auferstehung.

Im Falle des Jonas wurde die Umkehr der Menschen möglich und genauso sollen der Tod und die Auferstehung Jesu das für alle erkennbare Zeichen der unendlichen Liebe Gottes zu uns sein, der sich erniedrigt, um uns zu erheben.

Lässt mich dieses Zeichen vielleicht kalt? Oder was sagt es mir? Wozu lädt es mich ein?

Wie Jona im Fisch "begraben" war, so wurdest du, Jesus, ins Grab gelegt. Jona war nicht gestorben in seinem Fisch-Grab, sondern hat überlebt. Jesus, du bist so viel größer. Man hat Lügen über dich verbreitet, man hat dich – heute würde man sagen – gemobbt, man hat dich hintergangen, dich bespuckt, und letztlich hat der Hass und die Niedertracht der Menschen dich getötet. Doch selbst der leibliche Tod konnte dir nichts anhaben.

Du hast das Grab wieder lebendig verlassen, so wie der nie gestorbene Jona den Fisch. Das ist kein kleines, sondern ein überwältigendes, noch nie da gewesenes Zeichen. Wie gütig ist Gott, und wie sehr kommt er uns entgegen und will auch uns vor dem ewigen Tode retten.

Jan Burghardt

Frage: Wo erlebe ich in meinem eigenen Leben das Zeichen der Auferstehung – das Leben, das stärker ist als alles Dunkel?

Vers 31 Königin des Südens verurteilt

Lk 11,31: ‭Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten gegen die Männer dieses Geschlechts und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Salomo!‭

Bei der Glaubenssuche scheut man keine Mühe 

Heutzutage werden wir schnell müde, wenn wir die Lösung nicht sofort finden. Ein Zeichen von oben hätte uns die Mühe des Suchens und des Zweifelns ersparen können.

Jesus nimmt die Königin vom Süden als Beispiel, denn sie hatte eine mühsame Reise auf sich genommen, um Salomo kennenzulernen, weil sie viel Gutes über ihm gehört hatte. Sie wollte seine Weisheit selbst erfahren und am Ende konnte sie sich selbst davon überzeugen. (vgl. 1 Kön 10).

Sie hatte den Weg zurückgelegt und sich selbst ein Urteil gebildet. Sie steht damit für die Zeitgenossen Jesu und für uns alle als Beispiel da.

Štefan Kavecký

Frage: Wann habe ich mich zuletzt selbst auf den Weg gemacht, um der Wahrheit und der Weisheit Gottes näherzukommen?

Vers 32 Niniviten verurteilen Generation

‭Lk 11,32: Die Männer von Ninive werden im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Verkündigung des Jona hin; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Jona!‭

Es bedarf der Fähigkeit zuzuhören

Die Männer von Ninive haben auf die Predigt von Jonas gehört. Sie haben sich auf ihn eingelassen, er kam in ihre Stadt und hat schlicht gesagt, dass Ninive in drei Tagen zerstört wird. Das hat sie derart getroffen, dass sie sich bekehrt haben.

Sie waren fähig zuzuhören. Die Botschaft war nicht angenehm, aber sie ließen sich stören und hörten zu. In solchen Fällen ist es doch einfacher wegzuschauen, an etwas anderes zu denken, nicht zuzuhören.

Der Glaube kommt vom Zuhören, es bedarf der Fähigkeit, den Menschen, den Situationen, den Umständen, der Heiligen Schrift zuzuhören. Das Gehörte erweckt in uns eine Reaktion, die von Gott ausgeht.

Štefan Kavecký

Frage: Wie offen bin ich, mich von Gottes Wort oder einer unbequemen Wahrheit wirklich stören zu lassen – und im Hören verwandelt zu werden?

Der Prophet Jona

Der Prophet Jona war für die Stadt Ninive ein Mahnzeichen. Er sollte die Menschen zur Umkehr rufen. Gott stärkte seinen Auftritt durch das Wunder, dass er drei Tage im Walfisch war und trotzdem weiter lebte.

Jesus bezog dieses Wunder auf sich. Er war drei Tage tot und ist von den Toten auferstanden. Somit gibt er uns das große Zeichen Seiner Auferstehung von den Toten, damit wir Seinen Worten glauben und umkehren.

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich auf Gottes Zeichen achten und bereit sein, umzudenken?

Dem ungläubigen Israel stellt er zwei Beispiele aus der Heidenwelt gegenüber

Die Königin des Südens und die Männer von Ninive – die Heiden, die im jüdischen Bewusstsein oft als unwissend und unrein galten – erweisen sich in Wirklichkeit als empfänglicher für den Anruf Gottes als das satte und selbstgerechte Israel. Sie sind bereit, zu hören und sich zu bekehren.

Der Punkt ist deutlich: Die Königin des Südens und die Männer von Ninive waren beide Heiden, doch sie besaßen ein offeneres Herz für die Dinge Gottes als die religiösen Menschen zur Zeit Jesu, die das Werk Gottes direkt vor ihren Augen nicht glauben und annehmen wollten.

Frage: Welche Haltung in meinem Herzen öffnet mich mehr für das Wirken Gottes in meinem Leben?

Zwei Beispiele

Zwei Beispiele, die Ihnen zu denken geben müssten: eine heidnische Königin, die den weiten Weg nach Jerusalem machte, um Salomo reden zu hören – und die Einwohner einer ebenfalls heidnischen Stadt, die ihr Leben völlig änderten, nachdem Jona ihnen gepredigt hatte.

Jesus stellt unmissverständlich klar, dass er mehr ist als irgendein König oder Prophet. Er hat nicht nur Lebensweisheiten zu bieten, oder Gottes Gericht anzukündigen. Er ist Gott selbst – und er erwartet eine Entscheidung von seinem Volk.

Dieses jedoch ist bis auf wenige Ausnahmen nicht aufnahmebereit für ihn. Es ist schon so weit von seinem Gott abgedriftet, dass es ihn nun nicht mehr erkennt. Es kann nicht, weil es nicht will. Das ist das Drama der Verstockung.

Beate Scheilen

Frage: Wie bereit bin ich, in meinem eigenen Leben auf die Gegenwart Gottes zu achten und Entscheidungen bewusst zu treffen?

Hier aber ist einer, der mehr ist

Viele Personen, die uns im Alten Testament begegnen, haben das Kommen Jesu vorbereitet. Aber Jesus ist nicht nur ein weiser König oder ein geschulter Prediger. Er ist mehr. Er ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Wer ihm begegnet, begegnet Gott selber, dem Schöpfer des ganzen Universums.

Das Alte Testament berichtet davon, dass niemand Gott schauen kann, ohne zu sterben. Wir dürfen uns nie an die Begegnungen mit Gott gewöhnen. Jede Begegnung mit ihm ist etwas ganz Besonderes – die Begegnungen in der Eucharistie, im Gebet, im Nächsten.

Was beeindruckt dich an Gott am meisten?
Raphael Ballestrem

Frage: In welchen Momenten spürst du Gottes Gegenwart am stärksten und wie verändert das dein Leben?