Lk 10, 13-16 Wehe über die Städte Galiläas

Vers 13-14 Wehe Chorazin und Betsaida

Lk 10,13: Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Zidon die Wundertaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sack und Asche sitzend Buße getan.

Immer wieder Umkehr

Jesus macht uns in diesem Evangelium eine Sache ganz klar: Ohne Umkehr und Buße können wir im geistlichen Leben nicht wachsen.

Im Buch der Sprüche heißt es: Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht wieder auf, doch die Frevler stürzen ins Unglück (Spr 24,16).

Den Gerechten, also den Heiligen, zeichnet nicht etwa aus, dass er nicht sündigt und keine Fehler begeht, sondern dass er sich immer wieder neu auf sein Ziel ausrichtet. Alle Menschen begehen Sünden. Das lässt sich nicht vermeiden. Doch Umkehren und das Herz durch Buße reinigen, darin besteht der Schlüssel zu einem Gott wohlgefälligen Herzen.

Peter Hemm

Frage: Wo spüre ich in meinem Leben die Einladung, nach einem Fall wieder aufzustehen und mich neu auf Gott auszurichten?

Das Königreich ist nahe

Jesus tadelt die Menschen, die seine Wunder gesehen haben, aber nicht glauben konnten. Er weist wiederholt auf den Glauben an ihn hin als den Schlüssel für unser Glück und ewiges Leben.

Wie einfach ist es, auf diese Menschen von damals herabzuschauen und zu glauben, wir hätten Christus bestimmt erkannt, wären wir dort gewesen.

Aber er ist auch heute wahrhaft unter uns gegenwärtig in der heiligen Eucharistie. Glaube ich wirklich daran? Ändert die Gegenwart Christi in den Sakramenten und in der Kirche wirklich mein Leben?

David Daly

Frage: Wie lade ich Christus in meinem Alltag so ein, dass seine Gegenwart mich innerlich verwandeln kann?

Machtvolle Taten

Einige der machtvollen Taten, die Jesus in seinem Erdenleben bewirkt hat, waren Kranke zu heilen, Blinden sehend zu machen, Lahme gehen zu lassen und Leprakranke von ihrem Aussatz zu befreien.

Jedoch in jedem seiner Wunder zeigte sich die Bekehrung der Herzen als die größte Tat. Er kam, um unsere Herzen zu verändern.

Erkennen wir seine machtvollen Taten in der Kirche und in der heutigen Welt? Wir sind Zeitzeugen vieler heiliger Menschen, wie zum Beispiel Papst Johannes Paul II. und der seligen Mutter Theresa von Kalkutta.

Erkenne ich Christi Wunder in meinem Leben? Wenn es Christus nicht gäbe, wo stände ich dann heute?

David Daly

Frage: Wo spüre ich heute in meinem Herzen die heilende und verwandelnde Kraft Christi?

Lk 10, 14: ‭Doch es wird Tyrus und Zidon erträglicher gehen im Gericht als euch.‭

Vers 15 Kapernaum stürzt ins Totenreich

‭Lk 10,15: Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, du wirst bis zum Totenreich hinabgeworfen werden!‭

Kafarnaum

So oft haben mich mein Stolz und meine Vorurteile über die anderen dazu gebracht, mir von mir selbst und der Wahrheit ein falsches Bild zu machen.

Die Verzerrung der Wahrheit fängt oft mit „Das ist keine Kritik, aber...“ oder „Zu meiner Zeit...“ oder „An seiner/ihrer Stelle...“ an. Das alles zeigt, dass ich mich für gerecht und mein Verhalten für tadellos halte, während alle anderen sich von ihren bösen Wegen bekehren sollten.

Man braucht viel Demut, um vor der eigenen Türe zu kehren, um zuzugeben, dass man selbst gefallen ist, dass man untreu und schwach gewesen ist. Das ist aber der einzige Weg, um Barmherzigkeit zu erlangen.

Daniel Flores Mondragon

Frage: Wo lade ich in meinem Leben bewusst die Demut ein, damit Wahrheit und Barmherzigkeit Raum gewinnen können?

Vers 16 Wer euch hört, hört mich

Lk 10,16: ‭Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.‭

Werkzeuge Gottes

Jesus beendet diese Evangeliumsstelle, indem er bekräftigt, dass wir Werkzeuge seiner Gnade sind und er tatsächlich durch uns spricht. „Wer euch hört, der hört mich.”

Dabei fordert er uns in zweierlei Hinsicht heraus: erstens, auf seine Stimme in der Kirche zu hören. Er spricht zu uns durch das Evangelium, unseren Pfarrer und durch die Amtskirche. Glaube ich wirklich, dass es Jesus ist, der da spricht?

Die zweite, größere Herausforderung ist: wir müssen überzeugt sein, dass er jeden von uns als Werkzeug nutzen möchte, um andere zu ihm zu bringen. Verstehe ich mich wirklich selbst als Werkzeug Gottes?

David Daly

Frage: Wo spüre ich in meinem Leben, dass Gott durch mich andere Menschen berühren möchte?

Wer euch ablehnt, der lehnt mich ab

Jesus liebt uns so sehr, dass er sich mit uns identifiziert. Er knüpft sein Schicksal an unser Schicksal.

Wer uns Christen ablehnt, der lehnt ihn ab. Deutliche Worte. Wer die Kirche ablehnt, lehnt Jesus und Gott ab.

Wir hören diese Worte mit Demut, denn wir wissen, dass unser Zeugnis vor der Welt nicht immer diesem hohen Anspruch genügt.

Dorit Wilke-Lopez

Frage: Wo erlebe ich in meinem eigenen Leben, dass Jesus sich mit mir identifiziert und mein Schicksal teilt?