Lk 1, 67-80 Benedictus - Zacharias weissagt: Auslegung und Andacht

Lk 1, 67-80 im Überblick: Dieser Text bietet eine Vers-für-Vers-Auslegung zum Benedictus und der Weissagung des Zacharias in Lukas 1, 67 bis 80. Erfahre, was die Passage bedeutet und wie sie deinen Glauben stärken kann.

Vers 67 Zacharias weissagt

Lk 1,67: Und sein Vater Zacharias wurde mit Heiligem Geist erfüllt, weissagte und sprach:

Das Benedictus als Ganzes

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen, er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.

Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Vers 68 Gelobt sei der Herr

Lk 1,68: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet.

Gott besucht mich

Advent bedeutet übersetzt Ankunft. Gott tritt in mein Leben ein und will sich an mich wenden.

Im täglichen Leben machen wir alle die Erfahrung, wenig Zeit für den Herrn und wenig Zeit auch für uns zu haben. Am Ende ist man vom Machen völlig in Anspruch genommen. Ist es etwa nicht wahr, dass die Aktivität oft von uns Besitz ergreift, dass uns die Gesellschaft mit ihren vielfältigen Interessen oft völlig vereinnahmt? Widmet man Vergnügen und vielerlei Zerstreuungen etwa nicht viel Zeit? Manchmal überwältigen uns die Dinge.

Der Advent ist als eine Einladung zu verstehen, dass die einzelnen Ereignisse des Tages Hinweise sind, die Gott an uns richtet, Zeichen der Aufmerksamkeit, die er einem jeden von uns entgegenbringt. Wie oft lässt Gott uns etwas von seiner Liebe spüren! Sozusagen ein inneres Tagebuch über diese Liebe zu führen, wäre eine schöne und heilende Aufgabe für unser Leben.

Der Advent lädt uns ein und spornt uns an, über die Gegenwart des Herrn nachzudenken. Sollte die Gewissheit seiner Gegenwart uns nicht helfen, die Welt mit anderen Augen zu sehen? Sollte sie uns nicht helfen, unser ganzes Leben als Besuch zu betrachten, als eine Weise, wie er in jeder Situation zu uns kommen und uns nahe sein kann?

Frage: Welche kleinen Zeichen der Liebe Gottes nehme ich heute bewusst wahr, und wie öffnen sie mein Herz für seine Gegenwart?

Gott besucht sein Volk

Und wie er uns besucht hat, liebe Gemeinde! Nicht wie ein Großinquisitor, der alles durchleuchtet und das Unterste zuoberst kehrt, um dann sein vernichtendes Urteil zu fällen. Nein, er ist gekommen, um zu helfen, um aus Schuld und Not zu befreien, um uns nahe zu sein und sich um uns zu kümmern.

Das geschah schon vor unserer Zeit, als er in seinem Sohn Jesus Christus zur Welt kam und Mensch wurde. Da hat sich der allmächtige Gott von seinem himmlischen Thron her aufgemacht und hat uns besucht. Er ist gekommen, um uns zu trösten, zu stärken und Orientierung zu geben.

Denken wir einfach nur einmal daran, wie Jesus in die verschiedenen Häuser eingekehrt ist. Bei Zachäus, um ihn von seiner Habgier zu befreien. Bei der Schwiegermutter des Petrus, um sie gesund zu machen. Bei Jaïrus, um dessen Tochter von den Toten wieder aufzuerwecken. Und auch bei den Pharisäern, um sie für sich und sein Heil zu gewinnen, obwohl sie ihm ablehnend gegenüberstanden.

So kommt Gott auch zu uns und will auch uns erlösen, will uns heilen und wieder zurechtbringen.

Zacharias kannte Jesus noch nicht einmal, aber er lobte Ihn, er liebte Ihn und er war leidenschaftlich für Jesus. Wir wissen so viel mehr über Jesus als Zacharias, was kann also die Kälte unserer Herzen entschuldigen?

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich den Ruf Gottes, mich zu erlösen und zu heilen?

Vers 69-70 Horn des Heils

Lk 1,69: Er hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Haus seines Knechtes David

Lk 1,69: Er hat uns einen starken Retter geschickt.

Andacht für dein Leben

  • Gott hilft dir: In schwierigen Zeiten kannst du darauf vertrauen, dass Gott dir eine Rettung anbietet, auch wenn du es nicht immer sofort siehst. Er wird dir den Weg zeigen.
  • Du bist geborgen: Gott kommt dir nah, um dir Schutz und Sicherheit zu geben. Er ist wie ein starker Retter, der dir Kraft schenkt, um in allen Situationen standzuhalten.

Weihnachten ist das Geheimnis der göttlichen Liebe

Die Geburt Jesu zeigt uns die unendliche Güte Gottes. Großes hat der Herr an uns getan. Darum sind wir voll Freude.

Er hat es auf sich genommen, unter uns zu wohnen und unsere täglichen Schwierigkeiten zu teilen. Er hat nicht gezögert, mit uns die Last des Daseins mit seinen Mühen und Sorgen zu tragen.

Er wurde für uns geboren, um bei uns zu bleiben und jedem, der ihm die Türe des eigenen Herzens öffnet, das Geschenk seiner Freude, seines Friedens, seiner Liebe anzubieten.

Verinnerliche in dieser Adventszeit, dass Gott dich nie verlässt, dir immer entgegenkommt und dich beschützt.

Frage: Wie kannst du in deinem Alltag bewusst die Gegenwart Gottes spüren und sein Geschenk von Freude, Frieden und Liebe annehmen?

Lk 1,70: So hatte er es durch seine heiligen Propheten schon vor langer Zeit verkündet:

Vers 71 Rettung vor Feinden

Lk 1,71: Er wird uns vor unseren Feinden retten und aus der Hand aller Menschen, die uns hassen.

Haben wir denn überhaupt richtige Feinde, die uns hassen?

Für die Israeliten damals zur Zeit Jesu war das gar keine Frage. Feinde, das waren für sie die verhassten Römer. Aber schon wenige Jahre später machte Jesus deutlich: Das sind nicht die eigentlichen Feinde.

Indem er etwa den Knecht des römischen Hauptmanns von Kapernaum heilte und sich mit Zöllnern und andern Sündern an einen Tisch setzte und in der Bergpredigt lehrte: Ihr sollt auch eure Feinde lieben!, machte er deutlich, dass wir unsere Feinde ganz woanders zu suchen haben.

Der Apostel Paulus hat diese Feinde später einmal so umschrieben: Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Ja, der Teufel und sein Hofstaat, das sind unsere wirklichen Feinde. Das sind die, die Gott hassen und die darum auch uns hassen. Sie agieren im Finstern mit undurchsichtigen Kräften: Mit der Angst, mit dem Zweifel, mit der Habgier und mit der Todesfurcht. Damit treiben sie uns wie eine Herde aufgescheuchter Tiere vor sich her.

Und würde Gott nicht eingegriffen haben, würde er durch Jesus Christus den Spieß nicht umgedreht haben und nun seinerseits die bösen Mächte vor sich hertreiben, wir wären längst verloren und in den dunklen Abgrund des Todes und der Vergessenheit gestürzt. So aber, mit dem, der uns da besucht hat, um uns zu erlösen, sind wir vor den bösen Mächten in Obhut.

Zwar verfolgen sie uns immer noch, aber mit Jesus Christus an der Seite können wir ihnen widerstehen und sie überwinden.

Pius Kirchgessner

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich erkennen, dass meine wahren Gegner nicht Menschen, sondern innere und geistige Kräfte sind, die mich von Liebe und Frieden abhalten?

Vers 72 Barmherzigkeit an den Vätern

Lk 1,72: ‭um Barmherzigkeit zu erweisen an unseren Vätern und zu gedenken an seinen heiligen Bund,

Andacht für dein Leben

  • Gottes Erbarmen ist für dich: Du kannst immer auf Gottes Liebe und Vergebung zählen, egal wie schwer dein Weg ist. Er sieht dich und bleibt dir treu.
  • Gottes Hilfe in der Not: Auch in schwierigen Momenten ist er da, um dich zu stärken und zu führen. Du bist nicht allein in deinem Leben, sondern von seiner Gnade begleitet.

Vers 73 Der Eid an Abraham

Lk 1,73: ‭an den Eid, den er unserem Vater Abraham geschworen hat, uns zu geben,

Treue Gottes

Diese Stelle betont die Treue Gottes zu seinen Verheißungen. Gott hatte Abraham zugesagt, seine Nachkommen zu segnen und ihnen ein Leben in Freiheit und Gerechtigkeit zu ermöglichen (vgl. 1. Mose 22,16–18).

In Jesus Christus findet diese Verheißung ihre Erfüllung: Er schenkt Erlösung und eröffnet den Menschen die Möglichkeit, Gott ohne Angst und in Heiligkeit zu dienen.

Zacharias erkennt in der Geburt seines Sohnes Johannes des Täufers das bevorstehende Heil durch den Messias. Der Vers erinnert Gläubige daran, dass Gottes Zusagen verlässlich sind und sich in Christus erfüllen.

Frage: Wie erlebe ich persönlich Gottes Treue in meinem Leben, und wie öffnet sie mein Herz für das, was noch kommt?

Vers 74 Furchtloser Dienst

Lk 1,74: Darin sagt er ihm zu, dass er uns, seine Nachkommen, aus der Hand unserer Feinde befreit.

Aus der Hand unserer Feinde befreit.

Theologisch weist der Vers darauf hin, dass Gottes Erlösung nicht nur äußere Feinde betrifft, sondern auch geistliche Mächte, die den Menschen von Gott trennen. Durch Christus erfahren Gläubige Befreiung von Sünde und Furcht.

Vers 75 Heiligkeit und Gerechtigkeit

Lk 1,75: Dann können wir ohne Furcht in seiner Gegenwart leben und ihm unser Leben lang dienen als Menschen, die ihm gehören und seinen Willen tun.

Das ist die logische Folge dessen, dass wir von Gott gerettet wurden

Dass wir ihm nun auch dienen. Und zwar aus Dankbarkeit und nicht mehr aus Furcht. Denn fürchten brauchen wir uns nun nicht mehr, weder vor den bösen Mächten noch vor Gott. Weil Christus die bösen Mächte in die Schranken gewiesen hat und uns damit seine Liebe und Verbundenheit gezeigt hat, brauchen wir weder vor Gott noch vor dem Teufel zu zittern.

Wir können wirklich in aller Gelassenheit und Freiheit Gott unsern Dienst erweisen

Wir können seine Liebe weitertragen und seine Gebote befolgen. Wir können helfen und trösten, verzeihen und Mut zusprechen und vieles andere mehr, was innerhalb und außerhalb der Kirche dem Bau des Reiches Gottes dient.

Und wir brauchen dabei nicht mehr zu fürchten, es könnte vielleicht nicht genug sein, um damit vor Gott zu bestehen. Darum geht es gar nicht mehr, seit Jesus hier auf der Erde war und ohne Vorbedingungen zu den Menschen hingegangen ist.

Wir sind mit Gott versöhnt. Die Gemeinschaft mit ihm hat Jesus wieder hergestellt und in Ordnung gebracht. Was wir Gott schuldig bleiben, das tilgt sein Opfer am Kreuz.

Deshalb können wir ihm wirklich aus reiner Dankbarkeit dienen.

Pius Kirchgessner

Frage: Wie kannst du heute bewusst Momente schaffen, in denen du aus Dankbarkeit handelst und Liebe weitergibst?

In der Gegenwart des Herrn leben

Die wirklichen Feinde in unserem Leben sind die vielen „Du hättest sollen“ und „Was wäre, wenn …?“ Sie zerren uns zurück in die nicht mehr zu ändernde Vergangenheit und drängen uns nach vorn in die nicht voraussagbare Zukunft.

Doch das eigentliche Leben findet hier und jetzt statt. Gott ist ein Gott der Gegenwart. Gott ist stets im jetzigen Augenblick, mag dieser Augenblick schwer oder leicht, froh oder qualvoll sein. Gott ist keiner, der schon war oder erst sein wird, sondern der ist, und der für mich im gegenwärtigen Augenblick ist.

Darum wischt Jesus die Last der Vergangenheit und die Sorgen um die Zukunft beiseite. Er will, dass wir Gott genau dort entdecken, wo wir sind, hier und jetzt.

Frage: Wie kannst du heute im gegenwärtigen Moment Gottes Gegenwart bewusst wahrnehmen, ohne dich von Vergangenheit oder Zukunft ablenken zu lassen?

Vers 76 Prophet des Höchsten

Lk 1,76: Und dich, mein Sohn, wird man einen Propheten des Höchsten nennen. Du wirst vor dem Herrn hergehen und ihm den Weg bahnen.

Andacht für dein Leben

  • Du bist berufen, wie Johannes der Täufer, den Weg für Jesus zu bereiten. Du kannst in deinem Alltag Zeugnis von deinem Glauben geben und andere zu Gott führen.
  • Du bist ein Licht in der Dunkelheit. Dein Leben soll anderen Hoffnung und Orientierung bringen, indem du in Liebe und Wahrheit lebst.

Vers 77 Erkenntnis des Heils

Lk 1,77: Seinem Volk wirst du zeigen, dass es durch die Vergebung seiner Sünden gerettet wird.

Lk 1,77: Du wirst sein Volk zur Einsicht bringen, dass die Vergebung der Schuld ihre Rettung ist.

Andacht von Irenäus

Die Erkenntnis des Heiles ist die Erkenntnis des Sohnes Gottes; er heißt und ist wahrhaftig Rettung, Retter und rettende Kraft. Und zwar ist er Retter, weil er Sohn und Wort Gottes ist; rettende Kraft ist er, weil er Geist ist, Rettung ist er, weil er Fleisch ist.

Vers 78 Aufgang aus der Höhe

Lk 1,78: Gott vergibt uns, weil seine Barmherzigkeit so groß ist. Aus der Höhe kommt das helle Morgenlicht zu uns, der verheißene Retter.

Gottes Barmherzigkeit

Weil Gott uns die Sünden nachließ, nicht wegen unserer Werke, sondern wegen seiner Barmherzigkeit, darum setzte er entsprechend hinzu: Durch das herzliche Erbarmen unseres Gottes.

Diese Barmherzigkeit fanden wir nicht selbst durch unser Suchen, sondern Gott erschien uns von Oben.

Daher folgt: in dem (nämlich dem herzlichen Erbarmen) uns besuchte (durch die Menschwerdung) der Aufgang von der Höhe (d.h. Christus).

Er blieb nämlich in der Höhe und war doch auf der Erde gegenwärtig; er ist ohne Teilung und Beschränkung, was der Verstand weder begreifen noch mit Worten aussprechen kann.

Pius Kirchgessner

Frage: Wie erlebst du persönlich die Barmherzigkeit Gottes in deinem Leben, und wie öffnet sie dein Herz für die Gegenwart des Göttlichen?

Vers 79 Licht in der Finsternis

Lk 1,79: Dieses Licht wird allen Menschen leuchten.

Leuchtendes Licht

Licht lässt uns leben, zeigt uns den Weg, schenkt Wärme, alles Ausdrucksformen der Liebe. Wo Liebe ist, geht Licht auf in der Welt.

Im Stall von Bethlehem ist das große Liebes-Licht erschienen. Im Jesuskind erscheint uns die Liebe, die sich selbst verschenkt. Und dieses Licht Christus wandelt weiterhin unter uns.

Das ist der größte Ernst und die größte Seligkeit der Adventsbotschaft. Der größte Ernst, weil uns das Licht Christi zur Nachfolge ruft, nicht sentimental, sondern radikal, weil es unser Leben von der Wurzel her eine komplett neue Ausrichtung gibt.

Die größte Seligkeit, weil wir nur in ihm das wahre Leben finden werden, das er selbst ist.

Frage: Wie kann ich das Licht und die Liebe Christi heute bewusst in meinem eigenen Leben erstrahlen lassen?

Lk 1,79: Es wird uns auf den Weg des Friedens führen.

Weg des Friedens

Er hat unsere Füße auf den Weg des Friedens gerichtet, wie es im letzten Vers des Lobgesangs heißt, auf den Weg des Friedens mit Gott. Auf diesem Weg werden wir gehalten und weitergeführt, wenn wir die Nähe Jesu Christi immer wieder suchen.

Das geschieht natürlich in erster Linie in unseren Gottesdiensten. Dort hören wir von der Liebe, die Gott zu uns Menschen hat. Dort besucht Gott uns auch heute noch.

Also nicht nur wir besuchen Gott, wenn wir zur Kirche gehen und von unserem Gottesdienstbesuch sprechen, sondern vor allem besucht Gott uns, steigt vom Himmel herab und begegnet uns in seinem Wort und Sakrament.

Pius Kirchgessner

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Nähe Jesu Christi bewusst suchen und spüren?

Andacht von Joyce Meyer

Ich glaube, Friede ist eines der größten Geschenke, die wir von Gott erhalten haben. In der Hektik unseres täglichen Lebens und dem damit einhergehenden Stress fühlen wir uns oft alles andere als ruhig. Das muss aber nicht so sein.

In Lukas 1,79 heißt es, dass Gott Jesus unter anderem damit beauftragt hat, uns „auf den Weg des Friedens“ zu führen. Als Christen haben wir ein wunderbares Vorrecht: Wir können in Gottes übernatürlichem Frieden leben, egal wie viel wir zu tun haben oder was um uns herum geschieht.

Ist es dein oberstes Ziel, Frieden zu finden? Gott möchte das von dir. Lass dich vom Heiligen Geist zu dem Frieden leiten, der dir in Christus zusteht.

Frage: Wo in deinem Leben spürst du den größten Widerstand gegen den Frieden Gottes, und wie könntest du dich bewusst öffnen, um ihn hereinzulassen?

Gebet: Gott, danke, dass du Jesus gesandt hast, damit er meine Füße auf den Weg deines Friedens lenkt. Ich nehme den Segen deines Friedens für mein Leben an

Vers 80 Wachstum in der Wüste

Lk 1,80: Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist; und er war in der Wüste bis zum Tag seines Auftretens vor Israel.

Lk 1,80: Das Kind wuchs heran und wurde stark im Geist. Und es lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem es seinen Auftrag für Israel erhielt.

Der Auftrag für Israel … und die Welt

Johannes Auftrag war, Israel auf die Ankunft des Messias vorzubereiten, damit die Israeliten umkehren von ihren falschen Wegen.

Seit Adam „arbeitete“ Gott an der Erlösung der Menschen. Und seit den Tagen Abrahams war Israel verkündet worden, auch ein Segen für die Welt zu werden.

Mit Jesus ist dieser Augenblick gekommen, aber war Israel vorbereitet? Und ist die Welt heute vorbereitet? Ist der Segen Gottes in der Welt sichtbar? Und was könnte mein Auftrag sein, diesen Segen in der Welt sichtbarer und wirksamer zu machen? Wo möchte mich Gott einsetzen?

Frage: Wie kann ich heute bewusst zu einem sichtbaren Segen in der Welt werden und auf welche Weise spüre ich, dass Gott mich dafür einsetzen möchte?

Gebet: Mein Jesus, du hast deinen Cousin Johannes eingesetzt, um deinen Weg vorzubereiten. Und auch mir hast du Aufgaben geschenkt, die Menschen zu dir zu führen. Oft weiß ich nicht, welcher Auftrag das ist, und wenn ich es weiß, fühle ich mich oft überfordert. Aber an deiner Seite kann ich alles – du überforderst mich nicht, sondern schenkst mir eine Aufgabe, die mich wirklich erfüllt. Ich danke dir, Jesus, und ich liebe dich!

Die Erfahrung der Wüste

Johannes der Täufer lebte und wirkte in der Wüste. Dort traf er Gott und konnte allen Ablenkungen entfliehen.

Die Wüste ist hier aber nicht nur als ein physischer Ort anzusehen, sondern vor allem als ein innerer Raum. Wir begeben uns in die Wüste, wenn wir unser Herz von den Dingen und dem Lärm dieser Welt abwenden, um offen für Gott zu werden.

Dort erfahren wir, wie wohltuend Gottes Blick ist. Wir erkennen, dass er das einzig wahre Gut und alles andere zweitrangig ist. Die Kraft, um unter Gottes Blick und nicht unter dem Blick der Menschen zu leben, wird in der Stille der Wüste geboren.

Oft haben wir Angst vor dieser „Leere“, weil sie uns zeigt, was es wirklich in uns gibt, und insbesondere, wer wir sind. Ganz ohne Masken und ungeschminkt. Doch in der Wüste berührt Gott mein Inneres und offenbart sich mir.

Das ist eine der Kernbotschaften, die uns das Leben Johannes des Täufers lehrt, dessen Geburt wir heute feiern.

Nils Schäfer

Frage: Welche „Wüste“ in deinem eigenen Leben könnte dir heute helfen, Gottes Blick ungestört zu erfahren?