Lk 1, 26-38 Verkündigung der Geburt Jesu: Auslegung und Andacht
Lk 1, 26-38 im Überblick: Eine fortlaufende Auslegung zu Lukas 1, 26 bis 38. Entdecke die Kerngedanken zur Verkündigung der Geburt Jesu und wie du die biblische Botschaft praktisch umsetzen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Vers 26 Gabriel in Nazareth
Lk 1,26: Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt,
Als das Himmlische auf das Irdische traf
Der Engel Gabriel wird von Gott zu Maria gesandt. Der Legende nach war Maria im Gebet, als der Engel bei ihr eintrat. Maria war auf Gott ausgerichtet. Ihr Herz und ihr Ohr waren für Gott offen.
Ihr Gebet, ihr Denken, ihr Sprechen, ihr Tun, ja ihr gesamtes Leben war Gott gefällig. Sie hatte bei Gott Gnade gefunden. Genau zu dieser einen Frau wird der Engel Gabriel von Gott gesandt.
Ilka Haiberger
Frage: In welchen Momenten meines Lebens bin ich ebenso ganz für das Göttliche geöffnet wie Maria?
Vers 27 Jungfrau Maria
Lk 1,27: zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Mann namens Joseph, aus dem Haus Davids; und der Name der Jungfrau war Maria.
Andacht von Papst Franziskus
Das ist eine außergewöhnliche Botschaft für uns!
Denn sie sagt uns, dass der Herr, um Wunder zu wirken, keiner großen Mittel noch unserer erhabensten Fähigkeiten bedarf, sondern unserer Demut, unseres offenen Blickes für ihn, der auch offen ist für andere.
Mit dieser Verkündigung hat Gott in den ärmlichen Mauern eines kleinen Hauses die Geschichte verändert.
Auch heute will er in unserem Alltag Großes mit uns tun: in der Familie, am Arbeitsplatz, in unserem täglichen Umfeld.
Franziskus
Frage: Wo in meinem Alltag kann ich Raum für Gottes Wirken schaffen, indem ich mit Demut und offenem Herzen handle?
Andacht von Origenes
Gott hatte längst beschlossen, dass der Heiland aus einer Jungfrau geboren werden sollte. Doch frage ich mich, warum Gott dann nicht ein Mädchen auswählte, das noch nicht verlobt war, sondern er ausgerechnet sie nahm, die schon verlobt war.
Wenn ich mich nicht täusche, dann ist das der Grund: Er musste von einer Jungfrau geboren werden, die nicht nur schon einen Verlobten hatte, sondern die bereits einem Mann übereignet worden war, wie Matthäus schreibt, einem Mann, der sie freilich noch nicht erkannt hatte. So brachte die Schwangerschaft, sobald sie sichtbar wurde, der Jungfrau keine Schande.
Origenes
Frage: Welche Aspekte deines Lebens könntest du vertrauensvoll in Gottes Plan legen, auch wenn sie zunächst ungewöhnlich oder herausfordernd erscheinen?
Der Name der Jungfrau war Maria
Das Erste, was wir in diesem Evangelium entdecken, ist der Name der Person, auf die es sich bezieht. In diesem Fall ist es der Name der Jungfrau: Maria. Ein mächtiger Name. Ein Name, der die Dämonen in der Hölle erzittern lässt, ein Name, der die Engel und Heiligen im Himmel jubeln lässt. Ein Name, der auch das Herz Gottes erfreut.
Als Gott alles schuf, als er den Himmel und die Erde, die Blumen, die Berge und die Pflanzen schuf, dachte er an ein vollkommenes Geschöpf, das dem Vorbild, das er für den Menschen entworfen hatte, entsprechen sollte: Maria, das vollkommenste der Geschöpfe aus Gottes Händen.
Frage: Welche Rolle spielt der Name Maria in deinem eigenen Glaubens- oder Lebensweg, und welche Kraft könntest du daraus für dich selbst schöpfen?
Maria aus Nazareth
Nazareth war ein Dorf im Gebiet von Galiläa. Ein Apostel, Nathanael (Bartholomäus), hielt dieses Dorf für völlig unbedeutend. Diejenigen, die sich für mächtig hielten, lebten in Rom, Athen oder Alexandrien.
Doch der Engel Gabriel wurde gerade in dieses scheinbar unbedeutende Dorf gesandt, nach Nazareth, zu einer jungen Frau, die ihr Herz ganz Gott geschenkt hatte. Maria sehnte sich sehr nach dem Messias, denn er sollte ihr Volk nicht vor den Römern, sondern aus der Sünde befreien.
Gott sandte also diesen Engel Gabriel zu einer jungen Frau mit einem großen und weiten Herzen. Durch Menschen mit einem großen Herzen kann Gott wirken.
Frage: Welche Möglichkeiten eröffnet ein offenes und weites Herz in meinem eigenen Leben, um das Wirken Gottes zuzulassen?
Vers 28 Gruß des Engels
Lk 1,28: Der Engel trat bei ihr ein und sprach: Sei gegrüßt, du Gnadenvolle, der Herr ist mit dir.
Andacht für dein Leben
- Gottes Nähe erfahren: Gott grüßt dich immer wieder, auch in den unscheinbaren Momenten. Achte darauf, wie er dir begegnet.
- Vertrauen in den Plan Gottes: Maria nahm Gottes Plan an, ohne alles zu verstehen. Sei offen, auch wenn du den Weg nicht siehst, und vertraue, dass er dich führt.
Der Engel trat bei ihr ein
Diese Stelle des Evangeliums kann nicht genug betrachtet werden. Sie führt uns immer tiefer ein in Mariens Einfachheit und totale Offenheit, die auf Gott – wie ich glaube – wie einen Magnet wirkte.
Der Engel konnte nur bei Maria eintreten, da ihr Herz schon vorbereitet war. Ein junges Mädchen, das Gott allen Raum geben wollte, den Blanko-Check unterschreiben würde und zur gleichen Zeit eine tiefe Demut in sich trägt.
Die Demut, dass alles, was sie ist und hat, von Gott kommt. Es ist sein Verdienst, und sie ist die Beschenkte. Ohne ihn ist sie nichts, mit Gott kann sie alles.
Was ist in meinem Herzen? Habe ich diese Offenheit für Gott? Was kann ich von Maria lernen?
Frage: Welche Bereiche meines Lebens könnte ich Gott heute ganz öffnen, so wie Maria es tat?
Maria wird die Gnadenvolle genannt
Im Griechischen hat der Begriff Gnade dieselbe sprachliche Wurzel wie das Wort Freude. Die Freude kommt aus der Gnade, und dieses "Freue dich" ist das erste Wort Gottes im Evangelium – ein Aufruf an uns alle, der durch die ganze Zeit weiterklingt.
Freude über die Gnade zeigt sich in dem Gedanken: "Gott wird ein Mensch, damit die Menschen Gotteskinder werden können" (Edith Stein). Durch die Gnade Gottes sind wir angenommen als seine Kinder.
Trage den Grund dieser tiefen Freude stets in deinem Herzen und lass diesen Glauben deinen Alltag beseelen.
Frage: Wie spürst du die Gnade in deinem täglichen Leben, und wie lässt sie dein Herz leuchten?
Freude und Gnade
Freude und Gnade haben den gleichen Wortstamm (Chara-charis) und gehören somit untrennbar zusammen.
Das im griechischen Urtext des Lukasevangeliums an dieser Stelle verwendete Wort χαιρε (chaire) bedeutet wörtlich: Freue dich!
Dieses „Freue dich!“ ist das erste Wort (!!) Gottes im Evangelium. Es ist ein Klang, der durch alle Zeiten hindurch weiterklingt und in der Auferstehung des Herrn seinen Höhepunkt findet.
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag das göttliche „Freue dich!“ wahrnehmen und leben?
Andacht von Papst Franziskus
Nachdem sie das allergrößte Kompliment erhalten hat, ist sie verstört, weil sie etwas an sich gerichtet hört, das sie sich selbst nicht zuschreibt.
Maria schreibt sich in der Tat keine Vorrechte zu, sie erhebt keinen Anspruch, sie schreibt nichts ihrem eigenen Verdienst zu. Sie ist nicht selbstgefällig, sie überhöht sich nicht selbst.
Denn in ihrer Demut weiß sie, dass sie alles von Gott erhält. Sie ist also frei von sich selbst, ganz Gott und den anderen zugewandt.
Maria, die Unbefleckte Empfängnis, hat keine Augen für sich selbst. Das ist die wahre Demut: nicht auf sich selbst schauen, sondern auf Gott und die anderen.
Franziskus
Frage: In welchen Momenten gelingt es mir, loszulassen und mich ganz auf das Göttliche und andere Menschen zu richten, anstatt auf mein eigenes Verdienst?
Vers 29 Marias Bestürzung
Lk 1,29: Als sie ihn aber sah, erschrak sie über sein Wort und dachte darüber nach, was das für ein Gruß sei.
Engel
Wie mag dieser Moment ausgesehen haben? Wie sieht ein Engel aus, der vor einen hintritt? Oft wurde in Filmen versucht, sich dem zu nähern, aber man kommt nicht an der Tatsache vorbei, dass wir nicht wissen, wie Engel wirklich aussehen.
Was wir hingegen über sie wissen, ist, dass sie mächtig sind, Geistwesen, geschaffen von Gott. Erschreckend könnte es also für Maria gewesen sein, als der Engel ihr gegenüberstand. Doch die Bibel spricht nur darüber, dass Maria über die Anrede erschrak. Vielleicht hat der Engel also eine Gestalt angenommen, vor der sich Maria nicht fürchten musste – schließlich war die Botschaft erschreckend genug.
Wenn ich also glaube, dass auch heute Engel wirken, sollte ich nicht damit rechnen, dass ich sie als geflügelte Wesen erkenne, sondern an ihren Botschaften von Gott. Vielleicht weitet das meinen Blick?
Felix Honekamp (zu Lk 1,29)
Frage: In welchen Momenten habe ich Botschaften oder Hinweise gespürt, die vielleicht von einer höheren Kraft kamen, und wie habe ich darauf reagiert?
Dachte darüber nach
Die Jungfrau besinnt sich, weil schnell antworten ein Zeichenmenschlichen Leichtsinns ist, besinnen aber ein Zeichen hohen Ernstes und reifen Urteils.
Der Himmel bebt, die Engel zittern, die Schöpfung hält nicht stand, die Natur erträgt es nicht, und eine einzige Jungfrau empfängt, nimmt auf, entzückt diesen Gott in der Wohnung ihres Herzens, um hierdurch der Erde den Frieden, dem Himmel die Ehre, den Verlorenen das Heil. den Toten das Leben, den Irdischen den Schutz der Himmlischen, ja den Verkehr Gottes selbst mit den Menschen zu verlangen, gleichsam als Miete für ihre Wohnung selbst, als Lohn für ihre Mutterwürde es zu fordern
Vers 30 Fürchte dich nicht
Lk 1,30: Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.
Fürchte dich nicht, Maria
Wenn wir uns den Moment der Verkündigung vorstellen, dann kann man durchaus verstehen, dass die Erscheinung des Engels etwas Furcht mit sich brachte. Eventuell dadurch entstehende Angst soll Maria durch die Eröffnungsworte des Engels genommen werden.
Manchmal fühlen auch wir Angst, Sorgen und ein Unbehagen aufkommen, wenn uns Gottes Wege ungewöhnlich erscheinen, wenn sie uns herausfordern, unklar sind und uns übersteigen. Lassen wir dann dieses: „Fürchte Dich nicht, N. (mein Name)!“ in unsere Seele als Gottes Botschaft eindringen.
Der Herr möchte uns Frieden schenken.
Michaela Weimann
Frage: In welchen Momenten habe ich die Erfahrung gemacht, dass Gottes Zuspruch meine Angst oder Sorge gelindert hat?
Gottes Ruf macht mich stark
Nie mehr Angst haben! Selbstbewusst und zuversichtlich, vor Zuversicht sprühend in die Zukunft blicken!
Ja, du wirst das mächtige Eingreifen Gottes erleben, Maria, aber du hast nichts zu fürchten!
Wie sehr ehrt der Schöpfer sein Meisterwerk, Maria, so dass sie von allen Generationen seliggepriesen werden wird!
Dieses kleine Mädchen wird von Gott zur mächtigsten Frau aller Zeiten gemacht, zur Königin des Himmels.
Maria, alles an dir ist die schönste Geschichte aller Zeiten!
Deinem Vorbild folgend will ich meiner Berufung entsprechen.
Leonhard Maier
Frage: Welche leuchtende Kraft in deinem Leben könnte dir helfen, Ängste loszulassen und deiner eigenen Berufung mutig zu folgen?
Vers 31 Empfängnis Jesu
Lk 1,31: Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen.
Andacht für dein Leben
- Glaube an das Unmögliche: Gott sagt dir, dass nichts unmöglich ist. Er hat große Pläne für dich, auch wenn sie außerhalb deiner Vorstellungskraft liegen. Vertraue darauf, dass er Wege öffnet.
- Sei offen für Gottes Führung: Wie Maria bereit war, Gottes Willen anzunehmen, so kannst auch du deine eigenen Pläne loslassen und auf seine Führung vertrauen, auch wenn sie dich in unerforschte Richtungen führt.
Du wirst schwanger werden
Du wirst im Leib empfangen, um anzuzeigen, daß der Herr im jungfräulichen Leib und von unserer Natur Fleisch annehme.
Denn es kam das göttliche Wort, um die menschliche Natur, die Geburt und die Anfänge unseres Geschlechtes zu heiligen.
Daher wird er ohne Sünde und ohne menschlichen Samen in Allem, wie wir, im Fleisch empfangen und neun Monate lang im Leib getragen.
Goldene Perle
Frage: Welche Aspekte deiner eigenen menschlichen Natur könntest du bewusst als heilig und verbunden mit dem Göttlichen wahrnehmen?
Vers 32 Sohn des Höchsten
Lk 1,32: Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird groß sein
Denn weithin reicht die Macht Gottes, weithin erstreckt sich die Größe der himmlischen Wesenheit. Sie wird nicht vom Ort eingeschlossen, nicht von dem Gedanken begriffen, nicht von der Hochschätzung erreicht, nicht vom Alter verändert.
Betrachte also die Größe des Erlösers, wie sie über dem ganzen Erdkreis ausgebreitet ist. Erhebe dich zum Himmel, wie er das Himmlische erfüllte; steige im Gedanken in die Tiefe hinab, und betrachte, dass er dahin sich herabgelassen.
Wenn du dieses siehst, wirst du zugleich das Wort erfüllt sehen: Dieser wird groß sein. Goldene Kette
Frage: Wo in deinem Leben kannst du die allumfassende Gegenwart des Göttlichen bewusst wahrnehmen und dich von ihr tragen lassen?
Sohn des Höchsten
Die Annahme des Fleisches beeinträchtigt die Erhabenheit der Gottheit nicht, ja, es wird vielmehr die Niedrigkeit der Menschheit erhoben.
Daher folgt: Und er wird der Sohn des Allerhöchsten genannt werden.
Denn auch vor der Welt war er mit dem Vater eines Wesens. Diesen also sollst du empfangen, dessen Mutter werden, diesen wird die jungfräuliche Kammer einschließen, den der Himmelsraum nicht fassen kann.
Goldene Kette
Frage: In welchem Bereich deines eigenen Lebens darfst du die Verbindung von Menschlichkeit und Göttlichkeit bewusster wahrnehmen?
Vers 33 Ewiges Königreich
Lk 1,33: Er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit und seines Königreichs wird kein Ende sein.
Lk 1:33: Seine Herrschaft wird niemals enden.
Andacht für dein Leben
- Christus herrscht über dein Leben: Du darfst wissen, dass Jesus als König über dein Herz regiert, und er führt dich in jeder Entscheidung, wenn du ihm vertraust.
- Christus gibt dir Hoffnung und Beständigkeit: In jeder Herausforderung kannst du dich auf seine ewige Herrschaft stützen, die dir Sicherheit und Frieden schenkt.
In Ewigkeit
Und seines Reiches wird kein Ende sein, nicht nur insofern er Gott, sondern auch insofern er Mensch ist. Und für jetzt hat er die Herrschaft über Viele, am Ende aber über Alle, wenn ihm Alles unterworfen werden wird. Goldene Kette
Seine Herrschaft wird kein Ende haben
Was für eine Aussage vor dem Hintergrund der vielen "schlechten Nachrichten", die uns tagtäglich ereilen. Seine Herrschaft währt ewig, auch heute und auch morgen! Und es heißt "Herrschaft" und nicht "Wohlfühloase" oder "zeitgemäße Anpassung". Franz Schmeink
Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, du bist allmächtig, deine Herrschaft wird kein Ende haben, für dich ist nichts unmöglich. Maria hat der Botschaft des Engels geglaubt und ihr Leben danach ausgerichtet, wurde zur Magd des Herrn. Dadurch wurde sie deine und unsere Mutter, unsere Trösterin, unsere Hilfe. Nimm Platz in meinem Herzen und hilf meinem Glauben, meiner Hoffnung und Liebe.
Vers 34 Wie soll das geschehen?
Lk 1,34: Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann das sein, da ich von keinem Mann weiß?
Wie soll das geschehen?
Der Unterschied zwischen einem Zweifel und der Neugier in Bezug auf den Plan Gottes ist nicht groß. Dennoch liegen dazwischen Welten.
Maria fragt, nicht weil sie zweifelt, sondern weil sie wissen will, was Gott tun will und womit sie kooperieren muss.
Ja, Gott kommt, aber das ist nicht etwas, was wir zuwege bringen oder verdienen können. Nein, Gott kommt ganz freiwillig. Er wirkt, wir müssen nur wie Maria sagen: Siehe, hier bin ich, tu mit mir, was du willst.
Dann wird der Heilige Geist zu dir kommen. Ja, du musst nicht alles tun, Gott tritt in dein Leben ein und verändert es.
Alejandro Espejo
Frage: Wo in meinem Leben kann ich heute wie Maria sagen: "Siehe, hier bin ich"?
Vers 35 Heiliger Geist wirkt
Lk 1,35: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich Maria überschatten.
Überschattung
Denn das Wort Überschattung bezeichnet die beiden Naturen des menschwerdenden Gottes. Denn der Schatten wird von dem Lichte und dem Körper gebildet; der Herr ist aber seiner Gottheit nach das Licht.
Weil also das unkörperliche Licht in dem Körper Leib werden musste, so heißt es bezeichnend: Die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten, d.h. der Leib der Menschheit wird in dir das unkörperliche Licht der Gottheit aufnehmen.
Goldene Kette
Frage: Wie spürst du das Licht des Göttlichen in deinem eigenen Leben und in deinem täglichen Handeln?
Andacht von Ephräm der Syrer
Der Herr ist in sie gekommen, um sich zum Diener zu machen.
Das Wort ist in sie gekommen, um in ihrem Schoß zu schweigen.
Der Blitz ist in sie gefahren, ohne jedes Geräusch.
Der Hirte ist in sie gekommen, und hier nun ist geboren das Lamm, das leise weint.
Denn durch den Schoß Marias wurden die Rollen verkehrt: Er, der alles geschaffen hat, hat sich der Schöpfung bemächtigt, jedoch in Armut.
Der Allerhöchste ist in sie gekommen, doch er kam in Demut.
Der Glanz ist in sie gekommen, doch er war in bescheidene Tücher gehüllt.
Er, der alles schenkt, ist dem Hunger begegnet.
Er, der alle erquickt, ist dem Durst begegnet.
Nackt und bloß ist er aus ihr hervorgegangen,
Er, der alles mit Schönheit umhüllt.
Frage: Wie kannst du im Alltag den Geist der Demut und Stille in deinem eigenen Leben spüren und leben?
Gott allein wirkte es
Die Unbefleckte Empfängnis ist ein tiefes Heilsgeheimnis, und wer dieses Geheimnis erforschen will, muss so etwas tun wie in die Tiefen des Meeres der Heilsgeschichte hinabsteigen.
Er muss kilometerweit abtauchen, hinein in die ewige Nacht, in die Vorzeit, auf den Grund des Meeresbodens, bis zur Genesis, wo direkt nach dem Sündenfall in einer ersten Vorwegnahme der "Frohen Botschaft" das "Proto-Evangelium" zu hören ist. Es erklingt dort wie ein fernes Raunen auf dem Meeresgrund der Geschichte – dieses Wort Gottes an die Schlange: "Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau…".
Ja, Maria ist diese Frau, die der Schlange den Kopf zertritt. Und hier, in der Genesis, tausende von Jahren vor ihrer Geburt, wird ihr Kommen und Auftreten gegen die Schlange angekündigt – ein Geschehen, dessen Auswirkungen die gesamte Heilsgeschichte und mithin alle Menschen betrifft.
Nur Gott allein konnte bewirken, dass ein Mensch von den Folgen der Erbsünde ausgespart blieb. Hier kündigte er es an. Und in Maria verwirklichte er es.
Thomas Fox
Frage: Welche persönlichen Wege könntest du einschlagen, um das Wirken des Göttlichen in deinem eigenen Leben tiefer wahrzunehmen?
Vers 36 Elisabeths Schwangerschaft
Lk 1,36: Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar genannt wurde.
Zacharias und Maria
Hier Zacharias, dort Maria. Hier ein Priester, dort eine unbekannte Frau. Hier die Erscheinung im Tempel, dort im Dorf. Hier in der Liturgie, dort zur unbekannten Stunde. Hier der Zweifel, dort das Ja Mariens.
Die Botschaft: Zeichen des neuen Bundes in Jesus Christus ist Demut, Verborgenheit, das Zeichen des Senfkorns. Gott handelt häufig anders, als wir es wünschen und erwarten. Glauben wir in allem an Gottes Allmacht und Barmherzigkeit.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens darf ich loslassen und auf Gottes unerwartete Wege vertrauen?
Vers 37 Kein Ding unmöglich
Lk 1,37: Für Gott ist nichts unmöglich.
Andacht für dein Leben
- Vertraue auf Gottes Macht: Nichts ist unmöglich für Gott. Auch wenn du vor Herausforderungen stehst, kann er Wege öffnen, die du dir nicht vorstellen kannst.
- Glaube an das Unmögliche: Auch wenn es schwer ist, vertraue darauf, dass Gottes Plan für dich größer ist als alles, was du dir selbst ausmalen kannst.
Für Gott ist nichts unmöglich
Gottes Pläne sind viel größer, als wir es uns je vorstellen könnten. Wie gut, dass er uns immer nur den nächsten Schritt in unserem Leben zeigt und nicht alle Herausforderungen und Konsequenzen auf einmal. Denn das würde uns vollkommen überwältigen und regelrecht benommen machen.
Deshalb war Marias Antwort auch die allerbeste: "Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast." "Denn für Gott ist nichts unmöglich."
Und wenn wir uns ihm täglich anvertrauen, dann kann er auch in unserem Leben Wunder vollbringen.
Johanna von Siemens
Frage: In welchen Momenten könntest du heute bewusst loslassen und dich darauf vertrauen, dass sich alles in deinem Leben zur richtigen Zeit entfaltet?
Vers 38 Magd des Herrn
Lk 1,38: Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel schied von ihr.
Lk 1:38: Da sagte Maria: Ich bin die Dienerin des Herrn. Was du gesagt hast, soll mit mir geschehen. Hierauf verließ sie der Engel.
Andacht für dein Leben
- Glaube an Gottes Plan: Du darfst darauf vertrauen, dass Gott in deinem Leben einen Plan hat, auch wenn du ihn nicht immer verstehst. Dein Vertrauen in ihn öffnet Türen zu neuen Möglichkeiten.
- Sei bereit, zu antworten: Wie Maria kannst du dich öffnen und sagen: „Ich bin bereit.“ Dein „Ja“ zu Gottes Führung kann dein Leben verändern und dir Kraft geben, Herausforderungen zu meistern.
Das ist das berühmte "Fiat", das "Ja" Mariens
Gott zwingt sich nicht auf. Er will einen Menschen in Freiheit. Die Freiheit eines Christenmenschen besteht in der freiwilligen Beugung unter Gott und Gottes Wort. (Friedrich von Bodelschwingh)
Auch wir dürfen und müssen uns immer wieder entscheiden. Bitten wir den Herrn täglich, dass er unser Herz und unseren Verstand erleuchte, damit wir die richtigen Entscheidungen treffen und uns nicht mitreißen lassen von dem, was man denkt und tut, sondern uns einzig und allein an ihm ausrichten.
Gott segne dich, diesen Tag und die Menschen, denen du begegnest.
Frage: Wie kann ich heute bewusst meine Entscheidungen im Einklang mit Gottes Führung treffen?
Kein einmaliges Ereignis
Das „Mir geschehe nach seinem Wort“ ist kein einmaliges Ereignis damals vor rund 2000 Jahren
Das alles kannst du auch auf dein Leben beziehen. Gottes Anfrage ereignet sich Tag für Tag in deinem Leben, im banalen Kleinen und Kleinsten deines Alltags ebenso wie in Ereignissen, die dein Leben auf den Kopf stellen.
Sein Wort ergeht auch heute an dich: im Herzen, im Gebet und in der Schrift. Versuche täglich nach diesem Wort zu leben, es zu bedenken und zu bewahren und innerlich zu sprechen: "Mir geschehe nach deinem Wort."
Das ist konkreter Glaube, das ist ganz konkrete, intime Gottesbeziehung.
Frage: Wie kannst du heute Gottes Wort in deinem Alltag spüren und bewusst leben?
Andacht von Benedikt XVI
Der Mensch, der sich vollkommen in die Hände Gottes übergibt, wird keine Marionette Gottes, keine langweilige, angepasste Person. Er verliert seine Freiheit nicht.
Nur der Mensch, der sich ganz Gott anvertraut, findet die wahre Freiheit, die große und schöpferische Weite der Freiheit des Guten.
Der Mensch, der sich zu Gott hinwendet, wird nicht kleiner, sondern größer, denn durch Gott und zusammen mit Ihm wird er groß, wird er göttlich, wird er wirklich er selbst.
Der Mensch, der sich in die Hände Gottes übergibt, entfernt sich nicht von den anderen, indem er sich in sein privates Heil zurückzieht. Im Gegenteil, nur dann erwacht sein Herz wirklich und er wird zu einer einfühlsamen und daher wohlwollenden und offenen Person.
Je näher der Mensch Gott ist, desto näher ist er den Menschen. Das sehen wir an Maria.
Benedikt XVI
Frage: Wie kann ich mein Vertrauen in Gott so vertiefen, dass es meine Beziehungen und mein Herz für andere erweitert?
Hier bin ich
Das heißt, dem Herrn zur Verfügung zu stehen. Es ist das Mittel gegen Selbstsucht, das Gegenmittel gegen ein unbefriedigtes Leben, dem immer etwas fehlt. „Hier bin ich“ ist das Mittel gegen das Altern durch die Sünde, es ist die Therapie, um jung zu bleiben.
„Hier bin ich“ bedeutet zu glauben, dass Gott mehr zählt als mein Ich. Es heißt, zu wählen, auf den Herrn zu setzen und fügsam gegenüber seinen Überraschungen zu sein.
Es wäre schön, jeden Morgen zu sagen: „Hier bin ich, Herr, heute geschehe dein Wille in mir.“ Maria antwortete darauf mit einem Glaubensbekenntnis: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Das ist die richtige Antwort eines jeden Gläubigen auf jede Verheißung Gottes.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens kannst du heute bewusst „Hier bin ich“ zu Gott sagen und dich ganz seinen Wegen anvertrauen?
Unser „Ja“ ist erforderlich
Maria sagte: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“
Maria musste sich entscheiden. Ohne unser „Ja“ kann die Gnade Gottes sich nicht entfalten. Das „Ja“ bedeutet aber auch, mit Maria hinauf nach Golgota zu gehen. Das Kreuz gehört auch zur Gnade.
Jesus, ich sage „Ja“ zu deiner für mich bestimmten Gnade. Du willst durch mich die Welt zum Guten verändern. Hilf mir, die Gnade, die du mir geschenkt hast, besser zu erkennen und anzunehmen.
Ich denke über die Gnade nach, die ich erhalten habe, und erneuere heute mein „Ja“.
Anton Stehmer
Frage: Wo in meinem Leben kann ich heute mein „Ja“ zur Gnade Gottes sprechen und sie bewusst annehmen?
Ich bin die Magd des Herrn
Sünde und Tod kamen durch eine Frau in die Welt. Durch eine andere Frau kamen das Heil und das Leben, die Erlösung, in die Welt.
Der ganze Himmel wartete auf die Antwort dieser Jungfrau namens Maria von Nazaret. Es herrschte eine große Stille im Himmel und auf der Erde. Alle warteten auf die Antwort der Jungfrau von Nazaret.
Die Dämonen in der Hölle hatten Angst. Auch sie warteten auf eine Antwort. Die Erwartung war groß.
Der Engel näherte sich. Der Engel erklärte Maria, wozu er gesandt worden war. Und Maria antwortete. Sie hat nicht nur ja gesagt. Sie sagte etwas viel Größeres: Hier ist die Magd des Herrn.
Maria akzeptiert es, Mutter und Jungfrau zu sein. Sie erklärt sich bereit, mit Jesus an der Rettung der Menschheit mitzuwirken.
João Paulo Jäger
Frage: Wie offen bist du, in deinem eigenen Leben Aufgaben anzunehmen, die größer sind als du selbst, und ihnen mit Vertrauen zu begegnen?
Dienerin und Magd
Mit dem Wort "Magd" oder "Dienerin" verbinden wir moderne Menschen wenig Alltagserfahrung.
Was bedeutet es, Magd zu sein? Ist das Diener-Sein nicht ein Widerspruch zum Kind-Gottes-Sein, ein Widerspruch wie zwischen Einschränkung und Freiheit?
Das Dienen muss aber kein stumpfes Ausführen von Befehlen sein, sondern kann sich auch aus Liebe zum Herrn mit dem Einbringen aller Fähigkeiten – Stärken, Kreativität, Zeit – verbinden.
Eric Briemle
Frage: Wie könntest du in deinem eigenen Leben Dienen und Freiheit zugleich erleben und gestalten?
Danach verließ sie der Engel
Nach solch sagenhafter Ankündigung, die ihre Klimax in dem Wort des Engels "für Gott ist nichts unmöglich" findet, tritt nach ihrem Jawort scheinbar wieder Ruhe in Marias Leben ein. Der Engel verlässt sie und vielleicht wäre unsereins versucht, sich in den Arm zu kneifen und zu fragen: Ist das gerade wirklich geschehen oder habe ich es nur geträumt?
Die äußeren Umstände ändern sich erst einmal gar nicht, obwohl die Welt sich verändert hat. Maria vertraut so auf den Herrn, dass sie diese Spannung aushalten kann.
Mariano Ballestrem
Frage: Wo in meinem eigenen Leben spüre ich eine stille Veränderung, obwohl äußerlich alles unverändert bleibt, und wie kann ich darauf vertrauen?