Joh 6, 60-71: Auslegung und Andacht
Entscheidung für oder gegen Jesus

Joh 6, 60 Harte Rede

Joh 6,60: Viele nun von seinen Jüngern, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede! Wer kann sie hören?

Diese Rede ist hart

Wer kann sie hören? Es ist schwer zu verstehen und durch die Jahrtausende immer wieder Stein des Anstoßes, auch heute noch, dass Gott wirklich Fleisch geworden ist.

Er ist der allschaffende unendliche Geist. Und der hat das Leben eines Menschen angenommen? Und damit alle Aspekte des Lebens eines Menschen geheiligt?

Auch meines Menschseins: Mein Wachen, mein Schlafen, mein Essen, meine Phasen der Müdigkeit, meine Begeisterung, meine Mühen und Schmerzen? Ist das nicht zu banal für Gott?

Daran scheiden sich bis heute die Geister. Wie entscheide ich mich?

Dorit Wilke-Lopez

Frage: Wo in meinem eigenen Alltag kann ich das Heilige im scheinbar Banalen erkennen?

Heftige Auseinandersetzung nach der Brotrede

Nach der Brotrede kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung. Aus dem Murren wird ein Streiten. Viele, die Jesus gefolgt waren, wandten sich von ihm ab.

Hören zu müssen, dass der Mensch mit allem, was er im Fleisch ist und wirkt, vor Gott nichts ist, hören zu müssen, dass er nur auf dem Boden der Gnade, in Verbindung mit dem Werk Christi – die Botschaft vom Kreuz – Leben haben kann, ist für viele eine demütigende, bittere Wahrheit, worunter sie sich nicht beugen wollen. Damals so wenig wie heute.

Uns aber macht diese Wahrheit frei, und so nehmen wir Christus in Demut in uns auf.

Hartwig Henkel: Demut ist ein Leben in der Wahrheit, dass wir ohne Jesus nichts tun können, aber dass wir mit Ihm alles können, was sein Wille für uns bedeutet.

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die demütigende Wahrheit annehmen, die gleichzeitig Befreiung schenkt?

Joh 6, 61 Ärgert euch das?

Joh 6,61: ‭Da aber Jesus bei sich selbst erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis?‭

Joh 6, 62 Wenn der Menschensohn aufsteigt?

‭Joh 6,62: Wie nun, wenn ihr den Sohn des Menschen dorthin auffahren seht, wo er zuvor war?‭

Dorthin auffahren seht, wo er zuvor war?

In diesem Vers spricht Jesus zu seinen Jüngern, die über seine Worte vom „Brot des Lebens“ erstaunt und teils empört sind.

Er weist darauf hin, dass sie noch mehr überrascht sein werden, wenn sie seine Himmelfahrt erleben. Dies verweist auf seine göttliche Herkunft und zukünftige Erhöhung.

Die Aussage betont Jesu Präexistenz beim Vater und seine Rückkehr dorthin. Für die Jünger soll dies ein Zeichen sein, dass sein Anspruch wahr ist.

Der Vers fordert den Glauben an Jesu himmlische Sendung und stellt eine Verbindung zwischen seinem irdischen Wirken, seiner Auferstehung und seiner Rückkehr zum Vater her.

Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben die Verbindung zwischen irdischem Tun und spirituellem Ziel bewusster wahrnehmen?

Joh 6, 63 Der Geist macht lebendig

Joh 6,63: ‭Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.

Für dein Leben

  • Du kannst nicht nur mit dem Körper leben. Dein Leben besteht nicht nur aus physischen Bedürfnissen, sondern vor allem aus geistiger Nahrung. Der Glaube und das Wort Gottes sind das, was deinem Leben wahre Erfüllung gibt.
  • Die Worte Gottes sind lebendig. Was Gott zu dir spricht, verändert deine Perspektive und bringt wahre Veränderung in dein Herz. Du bist eingeladen, auf diese lebendige Quelle zu hören und dein Leben aus dieser Kraft zu gestalten.

Der Geist ist es, der lebendig macht

Der Heilige Geist will mich lebendig machen!

„Gottes Geist ist nicht eine Idee oder eine in höheren Regionen schwebende Wirklichkeit. Er ist jemand! Er wohnt in uns, er ist das Leben der Seele, er ist ihr lebendiger Atem, ihr ständiger Gast, er wirkt unablässig in uns. Er ist eine lebendige, kluge, liebevolle Person in unserem Innern. Fassen wir also den Entschluss, mit diesem Geist zu leben, ab und zu bei ihm einzukehren, ja, ihn oft zu besuchen.“

„Wenn wir an ihn glauben, werden Ströme des Lebens aus unserem Innern fließen. […] Er wird sein Leben in uns leben können, er wird Frucht bringen, er wird aus uns hervorquellen, unser ganzes Wesen wird ihn ausstrahlen.“

Antonia Hornstein

Frage: In welchen Momenten meines Lebens kann ich bewusst dem Heiligen Geist Raum geben, damit sein Leben durch mich strömt?

Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben

Das Wort Gottes ist lebendig. Aus ihm zu leben, wird unserem Leben neues Leben geben.

"Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert."
"Alles ist durch das Wort geworden."
"Dem Wort Gottes aber wohnt eine so große Macht und Kraft inne, dass es […] für die Kinder der Kirche Glaubensstärke, Seelenspeise und reiner, unversiegbarer Quell des geistlichen Lebens ist."

Die Worte aus der Bibel können mir wirklich Leben schenken. In ihnen lerne ich Jesus kennen. Ich kann Heilung finden, Hoffnung, Vertrauen, Freude… Was immer mein Herz braucht, der Herr hat dazu eine Antwort in der Schrift für mich hinterlassen. Ich muss mich nur auf diese Begegnung mit ihm in der Schrift einlassen. Er wartet dort bereits auf mich.

Antonia Hornstein

Frage: Wie kann ich dem lebendigen Wort Gottes in meinem Alltag Raum geben, um es wirklich in meinem Herzen wirken zu lassen?

Wie geht es weiter?

Wir sehen Jesus an einem Scheitelpunkt seines Weges. Viele wollen ihm nicht mehr folgen.

Bisher hätte man seinen Weg als den des Erfolgs ansehen können: Wunder, Bekehrungen, geistliche Siege über das damalige religiöse Establishment. Mit so einem „Haudegen” ist man gerne zusammen.

Aber jetzt wird langsam deutlich: Ihm zu folgen wird etwas kosten, wenn nicht Geld oder das Leben, dann doch eine innere Einstellung, die nicht mit dem zusammenpasst, was Gott für uns vorgesehen hat. Da ist ganz viel Vertrauen notwendig. Selbst die, die Jesus kannten, konnten dieses Vertrauen offenbar in vielen Fällen nicht aufbringen.

Kann ich es?
Felix Honekamp

Frage: Wo in meinem Leben erfordert es Mut und Vertrauen, Gottes Weg trotz persönlicher Kosten zu folgen?

Joh 6, 64 Jesus kennt Ungläubige und Verräter

Joh 6,64: Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.‭

Joh 6, 65 Gabe des Vaters

Joh 6,65: ‭Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben!‭

Göttliche Vorsehung und menschliche Verantwortung.

Diese Aussage Jesu unterstreicht die göttliche Gnade und Auserwählung. Der Glaube an Christus ist nicht nur eine menschliche Entscheidung, sondern ein Geschenk Gottes.

Jesus verdeutlicht, dass wahre Nachfolge nicht aus eigener Kraft geschieht, sondern durch das Wirken des Vaters. Im Kontext weist Jesus darauf hin, dass viele ihn nicht annehmen, weil sie nicht vom Vater gezogen sind (Joh 6,44).

Dies offenbart die Spannung zwischen göttlicher Vorsehung und menschlicher Verantwortung. Der Vers fordert zur Demut auf: Der Glaube ist kein Verdienst, sondern ein Gnadengeschenk, das den Menschen zur Umkehr und zum Vertrauen auf Christus führt.

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die göttliche Führung wahrnehmen und auf das Geschenk des Glaubens vertrauen?

Joh 6, 66 Viele Jünger gehen

Joh 6,66: Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm.‭

Viele wenden sich ab

Viele der Menschen, die Jesus bis zu diesem Punkt gefolgt waren, machten auf diese radikale Botschaft hin kehrt.

Die Eucharistie war und ist immer noch ein Scheidepunkt im Glaubensleben vieler Menschen.

Und doch ist sie das Leben, das Himmelsbrot, Christus selbst.

Jesus zeigt hier auf, dass eine Entscheidung für die Eucharistie eine Entscheidung für ihn ist.

Versuche ich, die Eucharistie regelmäßig zu empfangen und Jesus so nahe zu kommen?

Michael Roidl

Frage: Wie bewusst wähle ich in meinem Alltag den Weg zu Christus und spüre seine Gegenwart in den kleinen Momenten?

Hier gibt es einen traurigen Augenblick im öffentlichen Leben Jesu

Wir sehen, dass ihn viele seiner Anhänger verlassen. Wir wissen nicht, wer sie alle waren. Vielleicht waren darunter viele, die ihm von seinen ersten Tagen an den Ufern des Sees von Galiläa gefolgt waren.

Wie viele Wunder hatten sie miterlebt? Wie oft hatten sie sich zu ihm gesetzt, um ihn sprechen zu hören? Sie waren überzeugt genug, um ihm nachzufolgen, Familie, Freunde und Arbeit zurückzulassen.

Aber dann hatten sie genug gehört. Sie konnten nicht glauben, dass Jesus ihnen sein Fleisch zu essen geben könnte. Sie feierten das Paschafest, aber das Lamm Gottes, das die Sünden hinweg nimmt, konnten sie nicht akzeptieren.

Paul Campbell

Frage: Worin erkenne ich in meinem Leben die Momente, in denen rich überzeugt folge – und wann fällt es mir schwer, das Vertrauen zu halten?

Joh 6, 67 Wollt ihr auch gehen?

Joh 6,67: ‭Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen?‭

Jesus fragt seine zwölf Jünger: Wollt ihr mich auch verlassen?

Petrus spricht für die Jünger, indem er dies verneint dies: "Du hast Worte ewigen Lebens." (Joh 6:68). Auch wenn der Glaube der Jünger noch schwach ist, so suchen sie mit aufrichtigem Herzen. Wann werden auch wir endlich nur Gott suchen? O wie glücklich werden wir sein, wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, denn dann werden wir überall haben, was wir suchen, und überall suchen, was wir haben. Denn das ewige Leben besteht in einer vollkommenen Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott. Es ist das Bleiben in seinen Händen, in seiner Liebe.

Wollt auch ihr weggehen?

Betrachte Jesu Herz: Die ganze Rede über das Brot des Himmels ist eine Offenbarung der Liebe Gottes zu uns. Jesus hat uns tief in sein Herz schauen lassen – doch was geschieht? Man lehnt seine Worte ab und damit ihn selbst. Wie sehr muss ihn das geschmerzt haben! Als er sich dann aber an seine Apostel wendet, lässt er ihnen die totale Freiheit, ihn genauso wie die anderen zu verlassen. Zum Glück wird seine Hoffnung auf ihre Treue in Petri Antwort erfüllt – was für ein Trost für ihn! Genau dieses Herz ist es, das auch heute nach meiner Freundschaft verlangt – es will nichts als mein Wohl. Valentin Schmidts

Weggehen

Wir kennen Menschen in unserem Umfeld, die aus der Kirche ausgetreten sind oder für die der Glaube keine Bedeutung mehr hat. Inmitten dieser Realität richtet Jesus seine Frage nicht nur an die Zwölf damals, sondern ganz persönlich an mich: Willst du auch gehen? Jesus hält niemanden fest. Er zwingt nicht, er überredet nicht, er lässt Freiheit.

Und gerade darin liegt die Tiefe dieser Frage: Sie fordert eine Entscheidung. Nicht einmal, sondern immer wieder neu. So dürfen wir uns selbst prüfen: Wie sehr ist Jesus in meinem Leben präsent? Ist er nur ein Teil meines Lebens oder wirklich dessen Mitte? Höre ich seine Worte nur gelegentlich, oder lasse ich sie in mein Herz eindringen? Lasse ich mich von ihm trösten, aber auch korrigieren und herausfordern? Kann ich mit Petrus Worten bekennen: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. (Joh 6,68)

Joh 6, 68 Worte des ewigen Lebens

Joh 6,68: Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.

Für dein Leben

  • Vertrauen auf Jesus: Du hast die Wahl, ob du weiterhin auf die Worte von Jesus vertraust, auch wenn sie herausfordernd sind. In Zeiten der Unsicherheit kannst du dich an ihm festhalten, weil er der Weg ist.
  • Entscheidung für den Glauben: Auch wenn andere um dich herum Zweifel haben oder sich abwenden, kannst du dich bewusst für den Glauben entscheiden. Jesus ruft dich, ihm zu folgen, egal wie schwer es fällt.

Zu wem sollten wir gehen? 

Versuchen wir uns diesen Blick Jesu vorzustellen, wenn er sich an seine zwölf engsten Begleiter richtet und diese Frage stellt: Willst auch du weggehen? Es ist ein Blick ohne jeglichen emotionalen Druck, ein Blick voll Liebe. Und Petrus hat erkannt, dass es keinen anderen Ort gibt, als bei Jesus zu sein. Wohin sollten wir gehen? Ich möchte mich jetzt unter den liebenden Blick Jesu stellen und ehrlich sein: Zu wem gehe ich in meinen Ängsten, Momenten der Verwirrung, Zweifeln? Wo suche ich Trost? Ich möchte Jesus meine persönliche Antwort geben und wissen, dass er allein der Herr ist. Raphaela Kloiber

Du hast Worte des ewigen Lebens

Das ewige Leben beginnt, sobald ich die Worte Jesu annehme und glaube. Es beginnt schon hier und jetzt. Es beginnt schon durch die Sakramente, in denen Gott im Hier und Jetzt, im Diesseits, gnadenvoll wirksam gegenwärtig ist. Die Lebendigkeit, die wir durch Jesus erfahren, der das Leben selbst ist, beginnt schon jetzt! Heute! Und weil Gott unendlich ist und Jesus Gott ist und wir mit Jesus eins sind, werden wir in Ewigkeit immer lebendiger werden. Es wird immer mehr zu er-leben sein! Der Tod ist nur noch ein Tor zu einem weiteren Abschnitt dieses stets wachsenden Lebens. Dorit Wilke-Lopez

Gespräch mit Christus

Herr Jesus, wohin sonst sollte ich gehen? Nur du hast Worte ewigen Lebens.

Ich habe schon so viel Zeit mit dir verbracht, du hast mir schon so viel gezeigt und ich habe schon so sehr erkannt, dass du der einzige bist, dem ich folgen will!

Trotzdem verlasse ich dich so oft und glaube deinen Worten nicht, den Eingebungen, die du mir im Gewissen, durch meine Mitmenschen und den Heiligen Geist gibst.

Ich will dich nicht verlassen, sondern bei dir bleiben. Du bist der Heilige Gottes, du bist mein Gott, du bist mein bester Freund, der mich nie alleine lässt.

Hilf mir, mit all meinen Kräften nach dieser Identifizierung mit dir zu streben. Lass mich heilig werden, wie der Vater heilig ist.

Frage: Wo in meinem Leben lade ich Jesus ein, wirklich zu bleiben – und wo halte ich ihn noch auf Distanz?

Joh 6, 69 Du bist der Heilige Gottes

Joh 6,69: Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Andacht von Benedikt XVI

Auch wir wollen heute mit tiefer Überzeugung ausrufen: Ja, Jesus, du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!

Wir tun dies in dem Bewusstsein, dass Christus der wahre Schatz ist, für den es sich lohnt, alles zu opfern. Er ist der Freund, der uns nie verlässt, da er die tiefsten Sehnsüchte unseres Herzens kennt.

Jesus ist der Sohn des lebendigen Gottes, der verheißene Messias, der in die Welt gekommen ist, um der Menschheit das Heil anzubieten und den Durst nach Leben und Liebe zu stillen, den jeder Mensch in sich trägt. Welch großen Nutzen würde die Menschheit daraus ziehen, nähme sie diese Botschaft auf, die Freude und Frieden mit sich bringt!

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Gegenwart dieses Schatzes erkennen und zulassen, dass sie meine innerste Sehnsucht stillt?

Es ist unmöglich, allein zu glauben

Der Glaube ist nicht bloß eine individuelle Option, die im Innersten des Glaubenden geschieht, er ist keine isolierte Beziehung zwischen dem „Ich“ des Gläubigen und dem göttlichen „Du“, zwischen dem autonomen Subjekt und Gott. Der Glaube öffnet sich von Natur aus auf das „Wir“ hin und vollzieht sich immer innerhalb der Gemeinschaft der Kirche. Deshalb gilt, wer glaubt, ist nie allein, und deshalb breitet der Glaube sich aus, lädt er andere zu dieser Freude ein. Benedikt XVI

Freundschaft zu Jesus

Aber wie komme ich zu einer so konsequenten Haltung? Viele Glaubenswahrheiten lassen sich nicht unmittelbar mit dem Verstand erklären. Schon die reine Existenz Gottes lässt sich nicht im herkömmlichen Sinn beweisen, sondern nur an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrnehmen und erkennen. Und hierfür soll ich vehement eintreten?

Die Apostel taten es, aber nicht so sehr, weil sie logische Beweise hatten, sondern weil sie eine Beziehung zu Jesus hatten. Er ist Beweis genug, er ist „der Heilige Gottes”. Das Vertrauen auf Gott fußt nicht auf bloß weltlichem Beweismaterial, die Mission nicht auf rein logischen Argumenten.

Unser Antrieb muss unsere Freundschaft zu Jesus sein, und die gehört gepflegt – zum Beispiel durch das regelmäßige Gebet.

Felix Honekamp

Frage: Welche kleinen Schritte kann ich heute unternehmen, um meine Beziehung zu Gott bewusster zu pflegen und zu vertiefen?

Du bist der Heilige Gottes

Gott ist im Grunde analogielos und kann durch nichts Menschliches beschrieben werden, nicht einmal, denn das ist auch zuletzt nur eine Krücke durch den Begriff des Vaters. Gott ist Gott und damit ist er der Ewige und der Nicht-Menschliche, sondern nur der Heilige.

Aber Jesus nun selbst kommt aus dieser Heiligkeit Gottes, er, dessen Herz an der Brust des Vaters ruht. Jesus wird Mensch, nimmt Fleisch an und in dieser Gabe, die Gott uns schenkt, wird die Aufgabe Jesu, einen neuen Bund zwischen Gott und dem Menschen zu schließen.

Es geht hier immer um die Gottesfrage. Wie ist dieser unendliche Gott im Verhältnis zu uns? Worin besteht dieser neue Bund? Worin besteht diese Gemeinschaft? Diese Gemeinschaft besteht einzig aus dem Verhältnis zu Jesus Christus selbst. Der ewige Gott ist nicht einfach sichtbar, sondern er wird erst in Jesus sichtbar. Ohne die Person Jesus Christus und den Glauben an ihn ist christlicher Glaube somit nicht denkbar.

Frage: Wie öffnet sich dein Herz für die Begegnung mit dem Heiligen in deinem eigenen Leben, und wo spürst du den Ruf zu einer tieferen Gemeinschaft mit dem Göttlichen?

Joh 6, 70-71 Hinweis auf Judas Iskariot

Joh 6,70: ‭Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel!‭

Joh 6,71: Judas war es dann auch, der Jesus später verriet.

Die eigenen Abgründe erkennen

Beobachte dich selbst, und zwar ruhig und nicht urteilend. Erkenne deine eigenen Abgründe, wo du dich letztlich von Jesus abwendest, weltliche Dinge wichtiger sind, du ihn – benutzen wir dieses harte Wort – verrätst.

Durch das Beobachten deiner eigenen Abgründe erkennst du umso besser Gottes Geduld und Erbarmen mit deiner Seele.

Der größte Abgrund sind häufig unsere springenden Gedanken, die ununterbrochen alles kommentieren und bewerten. Bedenke: Situationen, die uns in der einen Stunde negativ erregen, werden häufig schon in wenigen Stunden oder Tagen dies nicht mehr tun.

Wenn wir das begreifen, können wir uns entschließen, diesen Gedanken von Anfang an nicht so viel Macht und Kontrolle über uns einzuräumen. Sei dir sicher: Deine Seele ist viel beständiger und ruhiger als es deine Gedanken und Gefühle je sein könnten.

Frage: Wo in meinem Leben kann ich heute innehalten und erkennen, dass Gottes Geduld größer ist als meine inneren Unruhe?

Häufige Fragen zu Joh 6, 60-71

Was bedeutet Joh 6, 60-71?

Dieser Abschnitt schildert die Spaltung unter den Jüngern im Anschluss an die Brotrede sowie das Festhalten des Zwölferkreises an Jesus. Das Geschehen offenbart, dass Jesu Wort nur durch das Wirken des Geistes verstanden werden kann, führt zum Abfall vieler Nachfolger und bringt im Bekenntnis des Petrus die fundamentale Erkenntnis zum Ausdruck, dass allein Jesus die Worte des ewigen Lebens hat.

Warum empfinden viele der Jünger die Lehre Jesu als Anstoß und wie reagieren sie darauf?

Viele Jünger sagen nach dem Hören der Brotrede, dass dies ein hartes Wort sei und man es nicht hören könne. Da Jesus weiß, dass sie darüber murren, fragt er sie, ob sie dies ärgere, und kündigt an, wie es erst sein werde, wenn sie den Menschensohn dahin auffahren sehen, wo er zuvor war; in der Folge ziehen sich viele seiner Jünger zurück und wandeln nicht mehr mit ihm.

Wie erklärt Jesus den Unterschied zwischen rein menschlichem Verständnis und dem Leben aus Gott?

Jesus betont, dass es der Geist ist, der lebendig macht, während das Fleisch keinen Nutzen bringt. Er stellt klar, dass die Worte, die er zu ihnen gesprochen hat, Geist und Leben sind, und wiederholt, dass niemand zu ihm kommen kann, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.

Wie antwortet Petrus im Namen der Zwölf auf Jesu Frage, ob auch sie weggehen wollen?

Als Jesus die Zwölf fragt, ob sie etwa auch weggehen wollen, antwortet Simon Petrus mit dem Bekenntnis: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“

Welchen düsteren Ausblick gibt Jesus am Ende des Gesprächs über seinen eigenen Jüngerkreis?

Jesus erinnert daran, dass er selbst die Zwölf erwählt hat, fügt jedoch hinzu, dass einer von ihnen ein Teufel ist. Er spricht dabei von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, der ihn später überliefern sollte, obwohl er einer der Zwölf war.

Joh 6, 52-59 Jesu Fleisch und Blut als Speise
Joh 7, 1-9 Die ungläubigen Brüder Jesus