Joh 17, 20-26:
Auslegung und Andacht
Gebet für zukünftig Glaubende

Joh 17, 20 Gebet für künftige Gläubige

Joh 17,20: Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden.

Jesus Fürsprecher für uns

Er hat für sie gebetet. Er betet für uns. Er wusste, dass seine Fürsprache für sie siegen würde. Er weiß, dass seine Fürsprache für uns siegen wird. Dann lasst uns in Ihm ruhen, mit der Ruhe des liebenden Gehorsams und des sichersten Vertrauens.“ 

Herz Jesus mit uns

Es ist das Herz Jesu, dass in der Intimität mit den Seinigen, diesen die unerschöpflichen Schätze seiner Liebe gibt.

Es ist Jesu unausbleibliches Gebet, das für sie zum Vater aufsteigt. Die Betrachtung dieser Realität, dieses Gebets Jesu für die Seinigen, muss auch unser Leben erreichen: «Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.»

Diese Worte durchlaufen das Jahrhundert und erreichen mit derselben Intensität, wie sie ausgesprochen wurden, das Herz von jedem einzelnen der Gläubigen.

Jesus betete für seine elf Jünger, aber er hatte auch das Herz und die Vision, über sie hinaus zu beten. Er betete für diejenigen, die durch das Zeugnis dieser Jünger zum Glauben kommen würden. Er hat für uns gebetet.

Frage: Wie öffne ich mein Herz, um die Liebe und das Gebet Jesu in meinem eigenen Leben bewusst zu erfahren und weiterzugeben?

Für alle, die durch ihr Wort an mich glauben

Jesus betet hier ganz bewusst für DICH!

Wenn du jemals in deinem Leben das Gefühl hast, das Evangelium ginge dich nichts an und Jesu Worte und Taten seien für seine Jünger damals und nicht für dich jetzt gedacht, dann komm auf diese Stelle zurück. Alles, was Jesus getan und gesagt hat, gilt dir!

Das Gebet, das Jesus hier für uns alle laut vor seinen Jüngern an den Vater richtet, ist sicher nicht das erste dieser Art gewesen. Versuch dir mal vorzustellen, wie häufig Jesus sich in seinem Leben in die Stille zurückgezogen hat, um für dich zu beten.

Wenn du betest, betet er mit dir und für dich. Bitte ihn, mit dir und für dich zum Vater zu beten. Vereine dein Gebet mit seinem.

Maria Boeselager

Frage: Wie könnte es dein Leben verändern, wenn du bewusst spürst, dass Jesus jeden deiner Schritte im Gebet begleitet?

Ich bitte nicht nur für diese hier

Herr, in diesem Gebet hast du nicht nur für deine Apostel gebetet, sondern du hattest auch mich schon in deinem Herzen gegenwärtig.

Ich danke dir, dass die Kette deiner Jünger, deiner Gläubigen nie abgerissen ist, sondern dass du die Worte der Schrift im Leben so vieler Menschen bestätigt und ihnen lebendige Gestalt hast annehmen lassen.

Denn du wolltest auch mir die Fülle des Lebens schenken und wolltest, dass ich dich ganz persönlich kennenlerne.

Und so möchtest du diese Kette des Glaubens auch durch mich weiterknüpfen, damit deine Liebe auch durch meine Worte und durch mein Lebenszeugnis viele andere Menschen berührt.

Doch wie kann ich den Glauben weitergeben?

Johanna von Siemens

Frage: Welche Wege in meinem Leben könnten heute dazu beitragen, dass die Liebe und der Glaube, die ich empfangen habe, auch andere berühren?

Joh 17, 21 Bitte um Einheit

Joh 17,21: Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein.

Alle sollen eins sein

Früher in diesem Gebet betete Jesus ausdrücklich, dass die elf Jünger, die bei seinem Gebet anwesend waren, eins blieben (Joh 17: 11). Hier erweiterte Jesus den Sinn dieses Gebets auf alle Gläubigen, damit sie alle eins seien

Andacht von Papst Franziskus

Im Herzen Christi begegnen einander der menschliche Durst und der göttliche Durst. Und das Verlangen nach der Einheit seiner Jünger gehört zu diesem Durst. Wir finden es ausgedrückt im Gebet, das er vor seinem Leiden zum Vater erhebt: „Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21).

Das ist es, was Jesus wollte: die Einheit aller! Der Teufel – wir wissen es – ist der Vater der Spaltungen, er ist einer, der immer spaltet, der immer zum Krieg anstiftet, der so viel Übles herbeiführt.

Dieser Durst Jesu möge immer mehr auch unser Durst werden.

Frage: Wo in meinem Leben sehne ich mich nach tiefer Einheit, und wie kann ich diesem inneren Durst Raum geben?

Den Nächsten annehmen

​Im Laufe dieses Tages wird es sicherlich Momente geben, in denen unsere Geduld, unsere Freundlichkeit oder unsere Gesundheit auf die Probe gestellt werden – sei es durch etwas Unvorhergesehenes, eine Demütigung, ein Missverständnis oder Undankbarkeit. ​Jesus lädt uns ein, dann bei ihm zu bleiben. Er lädt uns ein, eins mit ihm zu sein und so eins zu sein mit dem Nächsten. Das ist Aufgabe! Ich kann nicht verlangen, meinen Nächsten zu ändern. Ich kann nicht erwarten, dass sie besser sind. Ich muss sie annehmen, ich muss sie lieben und ich muss ihnen vergeben, so wie sie sind.

Man muss die Illusionen beiseite lassen und den anderen Menschen so annehmen wie er ist: unvollendet, berufen zu wachsen, in der Entwicklung. 

Joh 17, 22 Gegebene Herrlichkeit

Joh 17,22: ‭Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind.

Herrlichkeit

Gegebene Herrlichkeit: Es gibt viele Wege, wie Jesus seinem Volk seine Herrlichkeit gibt. Die Herrlichkeit Seiner Gegenwart. Die Herrlichkeit Seines Wortes. Die Herrlichkeit Seines Geistes. Die Herrlichkeit seiner Macht. Die Herrlichkeit Seiner Führung. Die Herrlichkeit Seiner Bewahrung.

Zur Herrlichkeit

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Herrlichkeit, die Gott der Vater dem Sohn gab, eine Herrlichkeit war, die oft demütig, schwach und leidend erschien. Es war eine Herrlichkeit, die sich letztendlich in radikalen Opfern zeigte.

Die Herrlichkeit Jesu ist fast das Gegenteil der Selbstherrlichkeit und Prahlerei des Menschen. Sie wurde schließlich in Seinem Werk am Kreuz offenbart. Jesus bezeichnete dies oft als seine Verherrlichung (Johannes 7:39, 12:16, 12:23).

So wie seine wahre Herrlichkeit darin bestand, dem Weg des bescheidenen Dienens zu folgen, der im Kreuz gipfelte, so liegt auch für uns die wahre Herrlichkeit im Pfad des bescheidenen Dienstes, wohin er uns auch führen mag.

Frage: In welchen Momenten deines Lebens kannst du die Schönheit von stillem, demütigem Dienst erkennen und zulassen, dass er dich verändert?

Auf dass sie eins seien

Das scheint für Jesus besonders wichtig zu sein, denn er wiederholt es. Alle sollen eins sein, so wie er und sein Vater auch eins sind. Wir sollen in ihnen sein.

Eine schöne Vorstellung ist das. Jesus ist in Gott, Gott in Jesus und wir in beiden. Wir werden nie alleine sein. Sie sind immer in uns und mit uns und darauf dürfen wir vertrauen.

Svenja Nonnenmacher

Frage: Wie könntest du diese Verbundenheit im Alltag bewusst spüren und leben?

Joh 17, 23 Vollkommene Einheit

Joh 17,23: ‭Ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.‭

Siehe seine Nähe!

Wenn die Verbindung so innig ist, die zwischen unseren Seelen und der Person unseres Herrn und Heilandes besteht, wie tief und breit muss da der Kanal unserer Gemeinschaft sein!

Es ist kein dünnes Rohr, durch das sich die fadendünne Strömung hindurchschlängelt, sondern ein Kanal von erstaunlicher Breite und Tiefe, in dessen mächtiger Länge eine riesige Flut lebendigen Wassers hinabwälzt.

Siehe, Er hat uns eine offene Tür gegeben, so wollen wir nicht verpassen, durch sie einzugehen.

Diese Stadt der Gemeinschaft hat viele Perlentore und jedes Tor ist weit aufgetan, damit wir sicher sein sollen, willkommen zu sein.

Frage: Welche offenen Türen in meinem Leben laden mich heute ein, die tiefe Verbindung zu Gott bewusst zu erfahren?

Siehe seine Freundlichkeit!

Er hat Seine Wohnung direkt vor unserer Tür aufgeschlagen. Ja vielmehr: Er nimmt Wohnung bei uns und richtet ein Heiligtum in unseren armen, demütigen Herzen ein, damit Er in beständiger Verbindung mit uns bleibe.

Ach, wie töricht müssten wir doch sein, wenn wir nicht in unablässiger Gemeinschaft mit Ihm blieben!

Suche deinen Herrn, denn Er ist dir nahe. Umarme Ihn, denn Er ist dein Bruder. Lass Ihn nicht los, denn Er ist dein Bräutigam, und drücke Ihn an dein Herz, denn Er ist dein eigen Fleisch und Blut.
Spurgeon

Frage: Wo in deinem Herzen könntest du heute Raum schaffen, um Ihm noch näher zu sein?

Damit die Welt glaubt

Ich selbst kann niemandem den Glauben aufzwingen, oder ihn allein durch meine Worte überzeugen.

Hier zeigst du uns den Weg: Wenn ich mit dir vereint bin, wenn ich dir immer mehr Platz lasse in meinem Leben, in meinen Gedanken, in meinen Taten, wenn ich den Tag mehr und mehr mit dir lebe, dann bist du es, der die Menschen berühren kann, dann gibst du mir die richtigen Worte ein, wenn ich mit einem Menschen spreche.

Denn nur du kennst die Herzen, die Sehnsüchte und die Wunden jedes Menschen, und nur du kannst diese Wunden heilen und ihre Sehnsüchte stillen.

Die Einheit mit dir schenkt ein Strahlen, das die Herzen öffnet und mehr besagt als tausend Worte.

Johanna von Siemens

Frage: Wie kann ich heute bewusst mehr Raum für das Göttliche in meinem Leben lassen, sodass meine Worte und Taten von echter Liebe getragen werden?

Und sie liebst, gleichwie du mich liebst

Gott Vater liebt dich ebenso, wie er Jesus liebt!

Wenn du jemals daran zweifelst, dass du vor jeder Errungenschaft und nach jedem Fehler geliebt bist, dann betrachte diese Stelle:

Der Vater liebt dich, ganz so, wie du bist, mit allen Stärken und Schwächen, genauso sehr, wie er Jesus liebt, den heiligen Retter der Welt, seinen ewigen Sohn.

Maria Boeselager

Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du diese bedingungslose Liebe am deutlichsten, und wie verändert sie dein Selbstbild und Handeln?

Joh 17, 24 Wille des Herrn für die Seinen

Joh 17,24: ‭Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.‭

Jesus will

Die Worte „ Ich will" bedeuten etwas. Sie bedeuten, dass Jesus sich nach der Vollendung aller Dinge sehnt und sich sehr danach sehnt, dass sein Volk zu ihm im Himmel versammelt wird. Jesus sehnte sich nach der Vollendung aller Dinge durch den Himmel.

Wo ich bin

Jesus war noch nicht im Himmel, aber er sprach, als wäre er schon dort. In gewisser Weise sind wir dazu berufen, dasselbe zu tun und zu verstehen, dass wir mit Jesus in himmlischen Örtern sitzen, auch wenn wir auf der Erde bleiben (Eph 1:3 und 2:6).

Dort sein, wo Jesus ist

Diese unbegreifliche Liebe zu dir geht so weit, dass Jesus will, dass du immer dort bei ihm bist, wo er ist. Überleg mal, ob du ein Ehepaar kennst, wo beide Partner immer zu jedem Zeitpunkt beieinander sein wollen…?

Aber Jesus möchte vollkommen Anteil an deinem Leben nehmen und dir vollkommen Anteil an seinem Leben geben. Er sehnt sich danach, jeden Moment deines Lebens mit dir zu verbringen. Nichts ist ihm zu alltäglich oder unwürdig.

Er lädt dich ein, jeden Moment durch seine Augen zu sehen. Seine Einladung steht, er wartet nur auf deine.

Maria Boeselager

Frage: Wo in deinem Alltag könntest du heute bewusst auf Jesus‘ Einladung eingehen und jeden Moment durch seine Augen betrachten?

Bei Jesus sein
Andacht zu Joh 17,24

Jesus betet: Ich will, dass sie dort sind, wo ich bin. Dieser Satz aus Joh 17,24 berührt eine tiefe Sehnsucht. Nicht Leistung, nicht Bewährung steht im Mittelpunkt, sondern Beziehung. Jesus wünscht sich Nähe. Er will teilen, was ihn erfüllt: die Liebe des Vaters, die schon vor aller Zeit da war.

Im Alltag verlieren wir diese Perspektive leicht. Termine, Sorgen und Erwartungen ziehen uns weg von dem Gedanken, dass wir gewollt sind. Doch Jesus sieht uns anders. Er lädt uns ein, bei ihm zu sein, jetzt schon im Vertrauen und eines Tages in vollendeter Gemeinschaft. Seine Herrlichkeit ist kein fernes Ziel, sondern eine Hoffnung, die trägt und den Blick weitet.

Frage: Wo sehne ich mich heute nach Nähe zu Gott, und was hindert mich daran, ihr Raum zu geben?

Joh 17, 25 Erkenntnis des Vaters

Joh 17,25: Gerechter Vater, die Welt erkennt dich nicht; ich aber erkenne dich, und diese erkennen, dass du mich gesandt hast.‭

Gerechter Vater

Jesus stand kurz davor, ans Kreuz zu gehen und sich der ganzen Prüfung seiner Passion zu unterziehen – alles geplant und gesandt von Gott dem Vater. Doch Jesus, voller Liebe und Ehrerbietung gegenüber Gott dem Vater, rief am Ende dieses Gebets aus: „ O gerechter Vater! 

Die Welt hat dich nicht erkannt

Als Jünger Jesu ist es nicht einfach, inmitten einer Welt zu leben, die Gott nicht erkennt. Es ist relativ einfach, Zeugnis zu geben und zu lieben, wenn die Menschen in der Umgebung den Glauben teilen und man gemeinsam auf dem Weg ist.

Doch wie schwer und herausfordernd ist es, für den Glauben einzustehen und die Nächstenliebe zu leben, wenn man das Risiko eingeht, nicht verstanden, belächelt oder gemieden zu werden.

Jesus weiß davon, er kennt die Schwierigkeit. Deshalb hat er beim Letzten Abendmahl für uns gebetet: "Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben."

Jesus tritt ständig für uns ein. Er schenkt uns die Kraft zur Liebe!

Lorli Pregel

Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich, dass ich die Kraft zur Liebe aus meinem Glauben schöpfen darf, auch wenn es herausfordernd ist?

Andacht zu Johannes 17,25

In einer Welt voller Stimmen und Meinungen scheint Gottes Stimme oft leise. Viele erkennen ihn nicht – zu laut ist der Alltag, zu schnell die Zeit.

Doch Jesus sieht tiefer. Er kennt den Vater, und durch ihn dürfen auch wir erkennen, wer Gott ist: ein gerechter, liebevoller Vater.

Wenn wir auf Jesus schauen – sein Handeln, sein Mitfühlen, sein Gebet – sehen wir Gottes Herz. Auch wenn die Welt ihn nicht sieht, dürfen wir erkennen: Wir sind gesandt, geliebt, gehalten.

Frage: Wie kannst du heute bewusst innehalten, um Gottes leise Stimme in deinem Alltag wahrzunehmen?

Gebet: Herr, öffne unsere Augen, dass wir dich erkennen – mitten im Lärm der Welt. Amen

Joh 17, 26 Liebe in ihnen

Joh 17,26: ‭Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet und werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.‭

Ich habe deinen Namen bekannt gemacht

Jesus bestätigt hier noch einmal, dass er seinen Auftrag auf Erden erfüllt hat. Er hat den Menschen gezeigt, wie sein Vater, nämlich, wie Gott ist.

Er weiß, dass die Menschen Gott vorher nicht erkannt hatten und ihn, Jesus, brauchten, um zu verstehen, zu glauben und zu lieben.

Er hat durch Worte und Taten gezeigt, wie Gott wirklich ist, denn er als Sohn kennt ihn durch und durch schon vor der Erschaffung der Welt.

Svenja Nonnenmacher

Frage: Wie könntest du heute in deinem eigenen Leben Gottes Wesen durch deine Worte und Taten sichtbar machen?

Die Liebe

Dies spricht für den wesentlichen Platz der Liebe im christlichen Leben und in der christlichen Gemeinschaft.

Jesus hielt es für so wichtig, dass er ausdrücklich um Liebe betete, wo er doch um viele andere Dinge hätte beten können.

Jesus betete, dass seine Jünger nicht nur von der Liebe Gottes des Vaters erfüllt würden, sondern dass sie auch die innewohnende Gegenwart von Jesus selbst kennen würden.

Dies setzt die Betonung auf das Verweilen und das Innewohnen Jesu aus den Worten Jesu früher an diesem Abend fort (Joh 15:1-8).

Frage: Wie kann ich die Gegenwart Jesu in meinem eigenen Alltag bewusster wahrnehmen und spüren?

Christus lebt in mir

Jesus möchte seine Jünger dauerhaft bei sich haben. Dies ist meines Wissens die einzige Stelle in den Evangelien, wo Jesus dem Vater gegenüber sagt „Ich will“. Denn er kann sicher sein, dass die Gemeinschaft mit den Seinigen auch der Wille des Vaters ist.

Es geht hier aber nicht nur um irgendeine Form von Freundschaft. Die Jesus anvertrauten Menschen sollen seine Herrlichkeit sehen – die Herrlichkeit, die aus der Liebe Gottes kommt! Leben, Freude, Glück: Alles, was der Mensch sich selbst nicht geben kann, wird ihm geschenkt, wenn er bei Jesus ist!

Und noch mehr: Wenn ich den „Namen“ des Vaters, also sein wahres Wesen, die Liebe, erkenne, dann strömt diese Liebe in mich, zusammen mit der Liebe Jesu. Er ist dann nicht nur von außen bei mir, er lebt in mir, so wie Paulus sagt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“. Mehr geht nicht.

Beate Scheilen

Frage: Wie spürst du die Gegenwart der göttlichen Liebe in deinem eigenen Leben und in deinen Beziehungen?

Häufige Fragen zu Joh 17, 20-26

Was bedeutet Joh 17, 20-26?

Dieser Abschnitt bildet den feierlichen Abschluss des Hohepriesterlichen Gebets, in dem Jesus den Blick über die Urgemeinde hinaus auf alle zukünftigen Glaubenden richtet. Das Geschehen gipfelt in der Bitte um die vollkommene Einheit der Kirche, der Teilhabe an der göttlichen Herrlichkeit und dem Erbe der ewigen Liebe zwischen Vater und Sohn.

Für wen bittet Jesus in diesem Abschnitt ausdrücklich und welches ist das zentrale Ziel seiner Fürbitte?

Jesus bittet nicht nur für die anwesenden Jünger, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an ihn glauben werden. Das zentrale Ziel seiner Bitte ist, dass sie alle eins seien, so wie der Vater im Sohn ist und der Sohn im Vater, damit die Welt glaubt, dass der Vater ihn gesandt hat.

Welche Bedeutung misst Jesus der Einheit der Glaubenden im Blick auf das Zeugnis vor der Welt zu?

Jesus verbindet die sichtbare und geistliche Einheit der Gemeinde direkt mit der Überzeugungskraft ihres Zeugnisses. Wenn die Glaubenden in der göttlichen Einheit vollendet sind, soll die Welt erkennen, dass der Vater den Sohn gesandt hat und die Seinen so geliebt hat, wie er den Sohn liebt.

Welchen Wunsch äußert Jesus bezüglich der zukünftigen Vollendung der Glaubenden bei ihm?

Jesus drückt seinen Willen aus, dass diejenigen, die der Vater ihm gegeben hat, dort sein sollen, wo er ist. Sie sollen seine Herrlichkeit schauen, die der Vater ihm gegeben hat, weil er ihn geliebt hat vor Grundlegung der Welt.

Wie schließt Jesus sein Hohepriesterliches Gebet im Blick auf die Gotteserkenntnis und die Liebe ab?

Jesus stellt dem Unwissen der Welt die Erkenntnis des Sohnes und der Jünger gegenüber. Er kündigt an, den Namen des Vaters auch weiterhin kundzutun, damit die Liebe, mit der der Vater den Sohn geliebt hat, in den Glaubenden sei und Jesus selbst in ihnen wohne.

Joh 17, 6-19 Jesus betet für seine Jünger
Joh 18, 1-11 Gefangennahme Jesu