Joh 16, 25-33:
Auslegung und Andacht
Überwindung der Welt und Frieden

Joh 16, 25 Offene Rede vom Vater

Joh 16,25: ‭Dies habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde.‭

Offen von meinem Vater verkünden

Jesus bereitet seine Jünger auf eine neue Zeit vor, eine Zeit der Klarheit und Offenbarung. Bis jetzt hat er oft in Bildern gesprochen, damit sie nach und nach verstehen können. Bald wird er alles deutlich machen, wenn er wieder bei Gott ist.

Auch wir dürfen gespannt sein auf die Zeit, in der Gottes Wahrheit ganz offen vor uns stehen wird. Bis dahin sind wir eingeladen, geduldig im Glauben zu wachsen und das Vertrauen in seine Führung zu vertiefen.

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben geduldig auf Gottes Offenbarung warten und dabei innerlich wachsen?

Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt

Es gibt so viele Dinge, die wir jetzt noch nicht durchschauen können, so viele Zusammenhänge, die uns noch unbekannt sind. Nicht immer verstehen wir, was Jesus uns sagt – vor allem dann, wenn er anscheinend nichts sagt oder wenn er über Dinge spricht, die uns schleierhaft vorkommen.

Er erklärt hier auch nicht genau, warum das so ist. Vorher hatte er gesagt: „Ihr könnt es jetzt nicht tragen.“ Aber hier ist vor allem die Verheißung wichtig, dass er uns eines Tages den Vater offen verkünden wird. Eines Tages wird uns alles klar vor Augen liegen, und wir werden Gott von Angesicht zu Angesicht sehen und erkennen.

Lorli Pregel

Frage: Welche Dinge in meinem Leben verstehe ich noch nicht, und wie kann ich darauf vertrauen, dass sie sich eines Tages in einem größeren Licht erschließen werden?

Joh 16, 26 Gebet im Namen Jesu

Joh 16,26: ‭An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will.

An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten

Jesus bereitet seine Jünger darauf vor, dass sie nach seiner Auferstehung direkten Zugang zum Vater haben werden. Ihr Gebet wird nicht mehr durch Vermittler erfolgen, sondern in Jesu Namen, was eine tiefe Verbindung zu ihm bedeutet.

Dies zeigt, dass Gläubige durch den Glauben an Christus eine persönliche Beziehung zu Gott haben. Jesus sagt nicht, dass er aufhören wird, für sie einzutreten, sondern betont, dass der Vater sie selbst liebt.

Diese Aussage stärkt das Vertrauen in Gottes Nähe und Erhörung von Gebeten. Sie ermutigt Gläubige, sich direkt an Gott zu wenden, voller Vertrauen in seine Liebe.

Frage: Wie bewusst erlebe ich die Möglichkeit, direkt mit Gott zu sprechen, und wie verändert das mein Vertrauen und meine Beziehung zu ihm?

Joh 16, 27 Liebe des Vaters

Joh 16,27: ‭Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin.‭

Der Vater selbst liebt euch

Gott liebt uns nicht nur allgemein, sondern persönlich und tief, gerade weil wir an Jesus glauben. Diese Liebe bildet das Fundament unserer Beziehung zu Gott. Sie schenkt uns Sicherheit und Geborgenheit, selbst in den schwierigsten Momenten unseres Lebens.

Wir dürfen uns darauf verlassen, dass Gottes Liebe zu uns unerschütterlich und bedingungslos ist. Sie wird so zu einer beständigen Kraftquelle, die uns jeden Tag trägt.

Frage: Wie kann ich Gottes bedingungslose Liebe in meinem Alltag bewusst wahrnehmen und daraus Kraft schöpfen?

Der Vater liebt euch

Besser hätte es uns nicht erwischen können. Der Vater selbst meint es nur gut mit uns. Und zwar besser als wir es mit unseren Kindern, dem Mann, der Frau oder der Freundin meinen! Eigentlich verrückt, aber dennoch wahr. Sonst hätte er uns nie so weit geführt und wäre mit uns den Weg gegangen, den er mit uns schon gegangen ist.

Ich will auch endlich eine richtige Beziehung zu Dir, Papa, haben! Mir fällt es vielleicht manchmal schwer, aber eigentlich feiere ich dich für all die großen Taten, die du durch deinen Sohn hier auf der Erde vollbracht hast.

Wie und wann preise ich wirklich vor allem den Vater für sein Sein und dafür, dass er meine zahlreichen Gebete erhört; auch dann, wenn er sie nicht erhört?

Dominik Jambresic

Frage: In welchen Momenten spüre ich die Gegenwart des Vaters am stärksten, und wie kann ich diese Verbindung bewusst in meinem Alltag vertiefen?

Er liebt mich

Die Worte, die Jesus spricht, sind nicht gerade einfach zu verstehen. Umso wichtiger müssen sie ihm gewesen sein, sonst hätte er nicht so gesprochen.

Aber was ist der Kern dieser Worte? Es ist die Botschaft, für die Jesus Mensch geworden ist: "Der Vater selbst liebt euch!"

Wenn Worte eine Frohe Botschaft darstellen, dann diese, denn sie sind die Grundlage aller anderen Zusagen Gottes: Er liebt jeden einzelnen von uns, er liebt mich ganz persönlich und will meine vollkommene Freude.

Kann ich mit dieser Zusage nicht viel gelassener durchs Leben gehen?

Felix Honekamp

Frage: Wie spürst du die Liebe Gottes in deinem eigenen Leben, und wie könnte sie deinen Alltag verändern, wenn du sie bewusst annimmst?

Joh 16, 28 Rückkehr zum Vater

Joh 16,28: ‭Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.‭

Ausgang und Rückkehr

In diesen Sätzen haben wir eine Erklärung des gesamten Erlösungsfortschritts des Sohnes Gottes. Vom Vater in die Welt; von der Welt zum Vater.

Jesus ist Gott, der in der Herrlichkeit und Güte des Himmels existierte, bevor Er jemals auf die Erde kam.

Jesus wurde als Mensch geboren, nachdem er der Gottheit die Menschheit hinzugefügt hatte.

Jesus würde sterben. Jesus würde von den Toten auferstehen und in den Himmel auffahren.

Frage: Wie offen bin ich dafür, Gottes Wirken in meinem eigenen Leben zu erkennen und daran teilzuhaben?

Vom Vater ausgegangen

Jesus ist vom Vater ausgegangen, um mich zum Vater heimzubringen. Jetzt kann ich mit ihm zusammen „Abba – Vater“ rufen und ihm in vollem Vertrauen mein Herz öffnen.

Ich darf meinen Vater um alles bitten, ihm alle meine Sorgen anvertrauen und ohne Angst auch alle Zweifel eröffnen – nicht mehr nur, weil Jesus für mich einsteht, sondern auch, weil ich Gottes Sohn/Tochter bin. Ohne Angst. In eine Beziehung größter Liebe und Nähe gerückt.

Weil ich an Jesus geglaubt und durch seinen Tod und seine Auferstehung die Sohnschaft empfangen habe, liebt mich der Vater selbst und will immer mein Bestes. Somit darf ich, trotz meiner Angst und Ungewissheit, auf seinen Plan für mich vertrauen und ihm sogar ins Leiden folgen, weil er mich liebt und immer mein Bestes will, auch wenn ich es nicht immer gleich verstehe.

Aber ich darf ihn um alles fragen und bitten, denn er ist mein Vater.

Frage: Wie offen bin ich bereit, mein Herz in allen Facetten – Freude, Angst, Zweifel und Sehnsucht – vor meinem Vater zu entfalten?

Joh 16, 29 Jünger glauben zu verstehen

Joh 16,29: ‭Da sagen seine Jünger zu ihm: Siehe, jetzt redest du offen und gebrauchst kein Gleichnis!‭

Nun sprichst du offen

Endlich verstehen die Jünger besser, was Jesus meint. Auch für uns gibt es Momente, in denen Dinge klar werden – nach Zeiten des Zweifelns oder Suchens.

Diese Offenheit ist Geschenk und Herausforderung zugleich. Lasst uns wachsam sein für diese Augenblicke, in denen Gott uns durchschauen lässt und unsere Fragen beantwortet.

Frage: In welchen Momenten habe ich bereits gespürt, dass sich Fragen oder Zweifel in Klarheit verwandeln, und wie kann ich solche Augenblicke bewusster wahrnehmen?

Joh 16, 30 Bekenntnis zum Allwissen

Joh 16,30: ‭Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und es nicht nötig hast, dass dich jemand fragt; darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist!‭

Jetzt wissen wir

Oft war es für die Jünger nicht leicht zu verstehen, was Jesus ihnen sagen wollte. Er redete manchmal so geheimnisvoll, in Gleichnissen. Und erst langsam, indem sie mit ihm lebten, ihn besser kennenlernten und immer mehr Erfahrungen mit ihm machten, begannen sie, manche Dinge zu verstehen.

Vor allem nach der Auferstehung machte alles, was Jesus gesagt hatte, viel mehr Sinn. Auch in unserem Leben begreifen wir oft nicht, was Gott uns sagen möchte. Um ihn besser kennenzulernen und seine Stimme immer klarer in unseren Lebensumständen verstehen zu können, bedarf es einer langen Zeit des vertrauten Umgangs mit ihm, im Gebet und in wahrer Freundschaft.

Manchmal schenkt uns der Herr einen besonderen Augenblick der Gnade und des inneren Lichts, in dem plötzlich alles vollkommen klar erscheint und uns Glaube, Hoffnung und Liebe eine unglaubliche Sicherheit geben. Dann können wir auch ausrufen: "Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist."

Johanna von Siemens

Frage: Wann habe ich zuletzt einen Moment erlebt, in dem Gottes Gegenwart mich tief berührt und mir Klarheit geschenkt hat, und wie kann ich solche Momente in meinem Alltag bewusst wahrnehmen?

Joh 16, 31 Jesu Frage nach dem Glauben

Joh 16,31: ‭Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr?‭

Glaubt ihr jetzt?

Nach all dem, was sie gehört haben, fragt Jesus direkt nach ihrem Glauben.

Das ist auch für uns eine wichtige Frage: Glauben wir wirklich an ihn, auch wenn wir noch Zweifel haben?

Glaube ist nicht nur Wissen, sondern Vertrauen.

Jesus lädt uns ein, immer wieder neu „Ja“ zu sagen zu ihm, auch wenn unser Glaube schwankt.

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich den Ruf, mein Vertrauen trotz Zweifel immer wieder neu zu bejahen?

Wie schwer ist es zu glauben?

Die Jünger dachten, sie wüssten alles: „Endlich verstehen wir dich, Jesus. Jetzt glauben wir.“

Wie interessant ist die Antwort Jesu: „Glaubt ihr jetzt?“ – das heißt, erst jetzt, nach all dieser Zeit?

Glaube bedeutet nicht, alle Antworten zu haben. Glaube bedeutet, sich von der Hand Gottes führen zu lassen, so wie ein kleines Kind sich von der Hand eines liebenden Vaters führen lässt.

Das Kind weiß nicht, wohin sein Vater es führt, es vertraut nur auf die Gegenwart dessen, der den Weg kennt.

Tiberio Graco Transfeld

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich lernen, dem unbekannten Weg Gottes mit kindlichem Vertrauen zu folgen?

Joh 16, 32 Zerstreuung der Jünger

Joh 16,32: ‭Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist jetzt schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, jeder in das Seine, und mich allein lasst; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.‭

Die Stunde

Schon wieder spricht Jesus von der Stunde, die da ist. Dieses Mal spricht er nicht über sich, sondern von seinen Jüngern. Sie werden ihn alleine lassen.

Jesus fühlt sich vom Menschen allein gelassen. Gott, der ein ganzes Universum erschaffen hat, der durch sein Wort alles ins Dasein rief, der sich selbst genügt, fühlt sich vom Menschen allein gelassen.

Wie sehr fühlt sich Jesus zum Menschen hingezogen und ihm verbunden? Wie sehr sehnt er sich nach seiner Nähe? Nach deiner Nähe!

Frage: Wo spüre ich in meinem eigenen Leben die Sehnsucht nach Nähe, und wie könnte ich dieser Sehnsucht Raum geben?

Ihr werdet mich allein lassen

Jesus sieht die übergroße Zuversicht seiner Jünger und weiß bereits, dass sie im dunkelsten Moment von Angst überwältigt werden.

Oftmals halten wir uns nicht an die Versprechen, die wir in unserer Taufe gegeben haben. Oftmals fühlen wir uns von Gott verlassen, der unsere Gebete nicht zu erhören scheint.

In solchen Momenten müssen wir uns daran erinnern, dass das Paar Fußabdrücke, das wir hinter uns im Sand sehen, nicht unsere, sondern allein die des Vaters sind, der uns durch diesen Lebensabschnitt trägt.

Frage: Wann habe ich zuletzt gespürt, dass Gottes Gegenwart mich trägt, auch wenn ich selbst kaum Hoffnung sehen konnte?

Schönwetter-Glaube

Der Glaube der Jünger wird bis dahin getriggert durch die Anziehungskraft des Wahren, Guten, Schönen – und emotional Beeindruckenden.

Aber was ist, wenn das Wahre und Gute auf einmal nicht mehr schön und groß ist? Sondern provozierend klein und unansehnlich, so wie Jesus in seiner Passion?

Jesus hört die Beteuerungen seiner Jünger und weiß: Da ist nichts, worauf er sich wirklich verlassen könnte. Nichts außer einem naturhaften Schönwetter-Glauben.

Erst nach Pfingsten, wenn Jesus ihnen seinen Geist geschickt hat (den er aus Ihm bekannten Gründen jetzt noch zurückhalten muss), wird der Glaube seiner Nachfolger auch vor dem Scharfrichter Bestand haben.

Beate Scheilen

Frage: Wann wurde mein eigener Glaube schon einmal herausgefordert, nicht dem Schönen, sondern dem Unscheinbaren zu trauen?

Der Vater ist bei mir

Jesus vertraute auf seine enge Beziehung zu Gott bis zum Kreuz und sogar darauf. In den einsamsten Momenten, die man sich vorstellen kann, verstand er, dass der Vater bei ihm war.

Ich erinnere mich an die Passage über Abraham, der mit Isaak zum Berg Morija ging, wo Isaak geopfert werden sollte. Es steht geschrieben: So gingen sie beide zusammen. So taten es auch der ewige Vater und sein allseits geliebter Sohn, als Gott dabei war, seinen eigenen Sohn dem Tod zu überlassen. Es gab kein geteiltes Ziel; sie gingen beide zusammen.

Frage: Wie lebst du dein Vertrauen in die Nähe Gottes, besonders in Momenten, in denen du dich allein fühlst?

Der Vater ist bei mir

Welch gewaltigen Unterschied macht es doch, ob jemand dieses klare Bewusstsein hat oder nicht: Der Vater ist bei mir.

Kann jemand eine größere Sicherheit haben als die: Der Vater IST bei mir?

An dieser Stelle können wir darüber nachdenken, wie lebendig wir im ganz normalen Alltagsleben tatsächlich damit rechnen, dass Gott präsent ist und in unser Leben eingreift.

Glaubst du, dass der Vater dich sieht? Dass Er bei dir ist und mit der göttlichen Vorsehung für dich sorgt?

Denn es macht tatsächlich einen gewaltigen Unterschied, ob jemand "nur" am Sonntag brav zur Messe geht und vielleicht hie und da ein Gebet spricht, oder Tag für Tag fest damit rechnet, dass Gott ihn hört und sieht und in sein Leben eingreift; und dann entsprechend betet und sein Leben ernsthaft an den fordernden Maßstäben des Evangeliums ausrichtet, wie z.B.:

Sorgt euch nicht um morgen.
Jedes Haar auf eurem Haupt ist gezählt.
Richtet nicht.
Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.
Wer dich bittet, dem gib.
Lade nicht nur deine Freunde ein, wenn du ein Fest feierst.

Joachim Richter

Frage: Wie würde sich dein Alltag verändern, wenn du in jedem Moment tief im Herzen spürst: Der Vater ist bei mir?

Joh 16, 33 Sieg über die Welt

Joh 16,33: ‭Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!‭

Joh 16,33: Ich habe euch das gesagt, damit ihr in meinem Frieden geborgen seid. In der Welt wird man Druck auf euch ausüben. Aber verliert nicht den Mut! Ich habe die Welt besiegt!

Joh 16,33: Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

Joh 16,33: Das habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

In Christus Frieden haben

Gleich würde Jesus für seine Jünger beten.
Bevor er das tat, fasste er den Zweck des langen Gesprächs zusammen, das er mit diesen Jüngern führte: ihnen Frieden zu bringen.

Habt Mut! Obwohl er alle unsere Sünden kennt, sagt uns Jesus, dass wir in Frieden leben sollen.

Der Frieden ist ein Zustand der Seele, der es Gott erlaubt, sein Werk in unserem Leben ungehindert zu tun.

Wenn ich diesen Frieden nicht spüre oder es mir unmöglich erscheint, ihn zu spüren, lädt Jesus mich ein, mich daran zu erinnern, dass er durch sein Kreuz bereits den Sieg errungen hat.

Also, vertraut auf Gott und habt Mut!

Frage: Wo in meinem Leben lade ich Gott heute ein, seinen Frieden neu in mir wirken zu lassen?

Frieden allein durch Jesus

Der Frieden, den Jesus schenkt, ist der wertvollste Schatz, den es gibt: die kostbare Perle. Es ist ein unbeschreiblich wertvolles Geschenk – sowohl für den, der es gibt, als auch für den, der es empfängt.

Jesus hat diesen Frieden mit seinem Blut für uns erkauft. Wir dürfen dieses Geschenk annehmen, wenn wir ihm mitten in den Stürmen des Lebens vertrauen.

Solange wir den Frieden der Welt genießen – wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen –, sehnen wir uns oft nicht nach dem übernatürlichen Frieden, den nur er schenken kann. Deshalb dürfen wir ihm danken, auch wenn Dinge nicht nach unserem Willen laufen, denn geistlicher Segen ist oft mit Prüfungen verbunden.

Schwierige Umstände gehören in einer gefallenen Welt zum Alltag. Doch wir dürfen uns jeden Tag bewusst darauf einstellen und uns freuen, wenn wir Herausforderungen begegnen, denn Jesus hat die Welt überwunden.

Frage: Wie kann ich inmitten meiner eigenen Stürme lernen, dem Frieden Jesu mehr zu vertrauen als meinen eigenen Vorstellungen von Ruhe?

Jesus hat die Welt überwunden

Zu wissen, dass Jesus die Welt überwunden hat, bringt uns gute Laune. Es ist die Grundlage für unseren Frieden in Ihm. Wir sehen, dass Jesus die Kontrolle hat, wir sehen, dass er nicht aufgibt, obwohl er geht, wir sehen, dass er liebt, und wir sehen, dass der Sieg ihm gehört. Wir können wirklich guten Mutes sein.

Jesus hat die Wahrheit seines Sieges verkündet. Dies war eine erstaunliche Aussage eines Mannes, der kurz davor stand, verhaftet, verlassen, zurückgewiesen, verspottet, gefoltert und hingerichtet zu werden. Judas, die religiösen Autoritäten, Pilatus, die Menge, die Soldaten oder sogar der Tod und das Grab konnten Ihn nicht überwinden. Stattdessen konnte Jesus wirklich sagen: „ Ich habe die Welt überwunden .“ Wenn es damals wahr war, ist es jetzt noch wahrer.

Frage: Wie wirkt sich das Bewusstsein von Jesu Sieg heute auf deinen inneren Frieden und dein Vertrauen im Alltag aus?

Wie hat Jesus seine Angst überwunden, was hat ihm geholfen?

Jesus schöpfte Kraft aus der Beziehung zum Vater, er gab sich ganz in seine Hände und vertraute seinem Plan. Er nahm seine Angst an und versuchte nicht aus seiner Situation zu flüchten, er war bereit den Weg zu gehen, den Gott Vater für ihn vorbereitet hatte.

Er ging vorwärts trotz seiner Angst, weil er sich beim Vater geborgen wusste. Er war gehorsam und verbunden mit dem Vater im Gebet. Er wollte tun, was Gott wollte.

Ich darf darauf vertrauen, dass Jesus meine Ängste kennt, weil er sie selbst durchlitten hat. Er sagt nicht, dass ich keine Ängste mehr haben werde, aber er sagt, da ist jemand, der geht mit mir da durch. Ich bin nicht alleine mit meiner Angst.

Ich darf meine Angst bei Gott abgeben. Ich darf wissen, dass Gott einen guten Plan hat und mich ganz in seine Hände fallen lassen. Ich darf mich bei Gott geborgen wissen und kann zuversichtlich und mutig vorwärts gehen.

Ulrike Puintner

Frage: Wo spüre ich heute die Einladung, meine Angst loszulassen und Gott neu zu vertrauen?

In der Welt leben

Ein Bild aus der Natur:

Um unter Wasser leben zu können, nimmt die Wasserspinne eine Luftblase mit hinunter, aus der sie Sauerstoff bezieht.

Um in der Welt leben zu können, nehmen wir eine lebensnotwendige Luftblase mit geistlichem Sauerstoff mit, die uns schützt und Leben spendet.

Die Luftblase hilft uns, Dinge immer wieder neu in uns zu korrigieren und ihnen nicht die übergroße Wichtigkeit zukommen zu lassen.

Frage: Wie pflege und erneuere ich meine eigene „geistliche Luftblase“, damit sie mich im Alltag trägt und lebendig hält?

Andacht von Papst Franziskus

Ertragen

Es ist mehr als nur Geduld zu haben, es bedeutet, die Drangsale auf den Schultern zu tragen, ihre Last zu tragen. Auch das Leben des Christen ist von derartigen Augenblicken durchzogen. Aber Jesus sagt uns: Habt Mut in jenem Augenblick. Ich habe gesiegt, auch ihr werdet Sieger sein. So erleuchtet uns dieses erste Wort, um uns den schwierigsten Augenblicken des Lebens stellen zu können, diesen Augenblicken, die uns auch leiden lassen.

Anvertrauen

Dem Herrn diesen schweren Augenblick anempfehlen, dem Herrn mich selbst anvertrauen, dem Herrn unsere Gläubigen, unsere Priester, Bischöfe anvertrauen, dem Herrn unsere Familien, unsere Freunde anvertrauen; zum Herrn zu sagen: Nimm dich ihrer an, sie sind Dein.

Es ist ein Gebet, das wir nicht immer sprechen, das Gebet des Anvertrauens: Herr, ich vertraue dir dies an, bringe du es voran. Es ist ein schönes christliches Gebet. Es ist die innere Haltung des Vertrauens auf die Macht des Herrn und auch auf die Zärtlichkeit des Herrn, der ein Vater ist.

Drei Worte: Drangsale, Anvertrauen, Frieden. Im Leben müssen wir auch Wege des Drangsals gehen, denn dies ist das Gesetz des Lebens. Aber in jenen Augenblicken muss man sich dem Herrn anvertrauen und ihn bitten, er möge unseren Glauben und unsere Hoffnung stärken und uns das Vertrauen schenken, die Drangsale zu überwinden, weil er die Welt besiegt hat, und allen Menschen seinen Frieden schenken.

Papst Franziskus

Frage: Wo in meinem eigenen Leben bin ich heute eingeladen, mich im Vertrauen neu in die Hände des Herrn zu legen und Frieden zu empfangen?

Andacht von Maria Boeselager

In der Welt seid ihr in Bedrängnis

Jesus beschönigt hier gar nichts. Wer in der Welt lebt, wird in Bedrängnis geraten, wird Angst haben. Angst vor Einsamkeit, vor dem Blick anderer, vor Schmerzen, vor dem Tod, Angst um geliebte Menschen…

Jesus sagt nicht, dass die, die glauben, keine Angst haben werden oder haben dürfen. In der Bibel ist oft von Angst die Rede. Der Psalmist schreibt in Psalm 31: „Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst;“.

Die Jünger Jesu haben ständig Angst: Zum Beispiel haben sie Angst vor dem Sturm auf dem See Gennesaret. Oder sie haben Angst und laufen davon, als Jesus verhaftet wird. Gott kennt unsere Ängste. Er weiß, dass sie zum Menschsein dazugehören. Als Mensch hat er sie selber erlebt.

Klag ihm deine Ängste, er hört zu!

Frage: Was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du deine Angst wirklich vor Gott bringen würdest – im Vertrauen, dass er sie kennt und mitträgt?

Aber habt Mut! 

Wir dürfen Angst haben, aber mit Christus hat die Angst nie das letzte Wort. Er spricht uns Mut zu und weist die Angst in ihre Schranken.

Wie gehst du normalerweise mit Angst um? Sprichst du im Gebet mit Gott darüber und in Gesprächen mit ausgewählten Mitmenschen? Lässt du dir Mut zusprechen, oder lässt du deine Angst lieber still und heimlich in deinem Inneren brodeln und versuchst dich irgendwie abzulenken?

Angst ist ein Schattenhund, der im Dunkeln bedrohlich bellt und die Zähne fletscht, der aber klein und lächerlich jaulend verschwindet, wenn man ihn ans Licht zwingt.

Frage: Welche inneren Schatten dürftest du heute ans Licht führen, um Freiheit und Frieden zu erfahren?

Ich habe die Welt besiegt

Und warum können wir Mut schöpfen?

"Ich habe die Welt besiegt." sagt Christus. Er sagt nicht, er habe die Angst oder die Bedrängnis besiegt, die die Welt mit sich bringt, sondern er hat die Welt besiegt.

Er ist in die Welt gekommen, die uns so oft bedrängt und mitnimmt, um uns aus ihr zu retten. Wie ein Vater, der in das brennende Haus rennt, um seine Kinder zu retten.

Auch er hat den stechenden, brennenden Schmerz gespürt, den die Angst vor der Welt mit sich bringt, um dich zu retten, um für dich die Welt zu besiegen.

Nimmst du diese Rettung an? Oder willst du lieber selbst die Kontrolle haben? ER hat die Welt besiegt, nicht du. Vertrau dich ihm an und übergib ihm das Ruder, dann besiegt er für dich die Welt und deine Angst muss jaulend das Weite suchen.

Frage: Welche Ängste könntest du loslassen, wenn du Christus wirklich die Führung über dein Leben übergibst?

Gebet

Christus Sieger, komm in mein ängstliches Herz und hab Erbarmen mit mir. Du siehst meine Ängste, du verstehst sie und du hast die Welt für mich besiegt.

Geliebter Jesus, du lässt mich nie allein, so wie dein Vater dich nie verlässt. Nur ich bin es, der manchmal davonläuft, weil ich nicht auf dich blicke, sondern mich von meiner Angst, Langeweile, Hochmut oder sonst einer Leidenschaft besiegen lasse.

Hilf mir, immer wieder in deine Gegenwart zurückzukehren, um deinem liebenden Blick zu begegnen, der mir erneut Kraft und Mut schenkt und mich die Welt mit dir besiegen lässt.

Frage: Wie kann ich heute bewusst auf den liebenden Blick Jesu achten und ihm erlauben, meine Ängste zu verwandeln?

Andacht von Nouwen

Es ist unschwer zu erkennen, dass echte Hoffnung etwas anderes ist als Optimismus. Hoffnung bedeutet nicht einfach eine positive Einstellung, dass morgen alles besser wird.

Ein Optimist sagt: Der Krieg wird vorbeigehen; deine Wunden werden heilen; die Depression wird verschwinden; alles wird gut. Der Optimist mag damit zwar Recht haben, aber er kann sich eben leider auch irren.

Nein, Hoffnung hat genauso wenig wie der Glaube ihre Wurzel in wohlgemuten Voraussagen über den Zustand der Welt. Und die Hoffnung hängt auch nicht vom Auf und Ab unserer Lebensumstände ab.

Hoffnung hat vielmehr mit Gott zu tun. Wir finden Hoffnung und Freude in unserem Glauben, weil wir glauben, dass zwar die Welt, in der wir leben, in Finsternis gehüllt ist, dass aber Gott diese Welt überwunden hat.

Hoffnung lässt Menschen die leitende Hand Gottes erkennen, und zwar nicht nur in den sanften und angenehmen Augenblicken, sondern auch im finsteren Tal von Enttäuschung und Dunkelheit.

Frage: Wie spürst du in deinem eigenen Leben die Hoffnung, die über äußere Umstände hinausgeht, und wie verbindet sie dich mit deinem Glauben?

Häufige Fragen zu Joh 16, 25-33

Was bedeutet Joh 16, 25-33?

Dieser Abschnitt schließt die Abschiedsreden Jesu im Obergemach ab und mündet in das Bekenntnis der Jünger sowie die Zusage des göttlichen Friedens. Das Geschehen kündigt den Übergang von verhüllter Rede zur offenen Vateroffenbarung an, nimmt das bevorstehende Verlassenwerden Jesu in der Passionsnacht vorweg und schenkt den Jüngern die Siegesgewissheit über die Welt.

Was kündigt Jesus bezüglich seiner künftigen Sprache und der Offenbarung des Vaters an?

Jesus erklärt, dass er bisher in Bildreden zu den Jüngern gesprochen hat, aber die Stunde kommt, in der er nicht mehr in Vergleichen mit ihnen redet, sondern ihnen offen vom Vater verkünden wird. Diese offene Rede wird durch die spätere Erleuchtung des Heiligen Geistes nach Ostern verwirklicht.

Auf welcher Grundlage wird der Vater die Jünger direkt lieben und ihre Gebete hören?

Jesus stellt klar, dass er den Vater nicht erst für die Jünger bitten muss, weil der Vater selbst sie liebt. Die Ursache für diese Vaterliebe liegt darin, dass die Jünger Jesus geliebt und geglaubt haben, dass er von Gott ausgegangen ist.

Welches fundamentale Bekenntnis legen die Jünger ab und wie reagiert Jesus darauf?

Nachdem Jesus noch einmal kurz seine Sendung zusammenfasst („Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater“), erklären die Jünger erfreut, dass er nun offen redet und sie glauben, dass er von Gott ausgegangen ist. Jesus entgegnet prüfend: „Jetzt glaubt ihr?“, um auf die Unvollständigkeit ihres gegenwärtigen Glaubens hinzuweisen.

Welche Vorhersage trifft Jesus über das Verhalten der Jünger in der bevorstehenden Passionsnacht und welche Trostzusage gibt er ihnen?

Jesus kündigt an, dass die Stunde kommt und schon da ist, in der die Jünger versprengt werden, jeder in das Seine, und ihn allein lassen werden; doch er ist nicht allein, weil der Vater bei ihm ist. Er schließt die Abschiedsreden mit dem verheißungsvollen Zuspruch ab, dass sie in ihm Frieden haben sollen, und ermutigt sie: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Joh 16,16-24 Das Wiedersehen
Joh 17, 1-5 Jesus betet zum Vater