Joh 10, 1-10:
Auslegung und Andacht
Der gute Hirt und die Schafe
Inhaltsverzeichnis
Joh 10, 1 Gleichnis vom Schafstall
Joh 10,1: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer nicht durch die Tür hineingeht
Die „Tür“ symbolisiert Jesus selbst (Joh 10,9), durch den allein der Zugang zu Gott möglich ist.
Wer versucht, auf andere Weise ins „Reich Gottes“ zu gelangen, ist ein Dieb – also jemand, der sich unrechtmäßig Zutritt verschafft. Dieses Bild kritisiert falsche Lehrer und religiöse Führer, die Gottes Volk nicht in Wahrheit und Liebe dienen.
Jesus betont, dass nur er der legitime Weg zu Gott ist. Wer ihm folgt, erfährt Schutz, Leitung und das wahre Leben.
Die Aussage fordert zu Vertrauen in Christus und zur Wachsamkeit gegenüber irreführenden Wegen auf.
Frage: Wo in meinem Leben vertraue ich vielleicht zu sehr auf eigene Wege, statt die Führung Jesu zu suchen?
Joh 10, 2 Der rechte Hirte
Joh 10,2: Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe.
Christus steht uns bei!
Der Gott Israels offenbarte sich den Menschen des Alten Testaments als guter Hirte.
Der gute Hirte kümmert sich um seine Schafe und verhindert, dass sie verstreut werden. Er sucht die beste Weide für sie aus. Er führt sie zur rechten Zeit zur Ruhestelle.
Er wacht besonders über die verlorenen, die kranken oder verletzten Schafe seiner Herde.
Christus ist unser guter Hirte und sucht beständig nach uns. Wir sind ihm nicht gleichgültig. Er sorgt sich um uns. Er hofft auf eine Gelegenheit, uns nahe zu sein und mit uns sprechen zu können.
Michael Sliney
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich, dass ich behütet und geführt werde, auch wenn ich mich verloren oder schwach fühle?
Joh 10, 3 Ruf der Schafe
Joh 10,3: Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.
Der Hirte
Der Hirte ruft die Schafe beim Namen und zeigt damit, dass der Hirte eine persönliche Verbindung zu den Schafen hat. Der Hirte führt sie, gibt Richtung und Führung vor – ohne die Schafe zu treiben .
Was wir hören
Wenn es jemanden gibt, der es wert ist, auf ihn zu hören, dann ist es Christus. Wir wissen, dass es nicht leicht ist, ihm nachzufolgen. Er sagt, dass sein Weg schmal und gerade ist, einer, auf dem man das Kreuz nicht scheut. Wir hören, was für Mühen er uns kosten wird.
Aber bedenken wir je, was wir auf ihm gewinnen werden? Und was andere gewinnen werden?
Todd Belardi
Frage: Wie könnte mein Leben anders aussehen, wenn ich Christus auf diesem schmalen Weg noch mutiger folgen würde?
Jesus ruft dich
Am Anfang unserer Heilsgeschichte stehen nicht wir mit unseren Verdiensten, unseren Fähigkeiten, unseren Strukturen. Am Anfang steht Gottes Ruf, sein Wunsch, uns zu erreichen, seine Sorge um jeden einzelnen von uns, die Fülle seiner Barmherzigkeit, die uns von Sünde und Tod erlösen will, um uns Leben in Fülle und unendliche Freude zu schenken.
Jesus ist als der gute Hirte der Menschheit gekommen, um uns zu rufen und wieder nach Hause zu führen. So können wir uns dankbar an seine Liebe zu uns erinnern, zu uns, die wir fern von ihm waren.
Und auch heute noch ruft er uns in jeder Lebenssituation, bei allem, was wir in unseren Herzen tragen, in unseren Verwirrungen, in unseren Ängsten, im Gefühl der Niederlage, das uns manchmal überkommt, im Gefängnis der Traurigkeit, das uns gefangen zu halten droht.
Er kommt als der Gute Hirte und ruft uns beim Namen, um uns zu sagen, wie wertvoll wir in seinen Augen sind, um unsere Wunden zu heilen und unsere Schwächen auf sich zu nehmen, um uns in Einheit in seinem Schafstall zu sammeln und uns mit dem Vater und miteinander vertraut zu machen.
Papst Franziskus
Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich Gottes Ruf besonders deutlich, und wie kann ich ihm bewusster folgen?
Jesus führt uns hinaus
Nachdem der Hirte die Schafe gerufen hat, führt er sie hinaus. Zuerst hat er sie gerufen und in den Stall gebracht, jetzt treibt er sie hinaus.
Zuerst werden wir in Gottes Familie zusammengerufen, so dass wir zu seinem Volk werden, dann jedoch werden wir in die Welt gesandt, damit wir mutig und ohne Angst zu Verkündigern der Guten Nachricht werden, zu Zeugen der Liebe, die uns erneuert hat.
Frage: Wie spüre ich in meinem Leben den Ruf, hinauszugehen und die Liebe, die mich trägt, mit anderen zu teilen?
Der gute Hirt ruft seine Schafe beim Namen
Ein spiritueller Autor sagt, dass wir erst dann wirklich wissen, wer wir sind, wie schön, gut und liebenswert, wenn Gott uns beim Namen ruft.
Für Jesus bist du nicht nur einer mehr, nicht nur ein weiterer Bürger, nicht nur ein weiterer Facebook-Nutzer… Für Gott bist du einzigartig, wertvoll wie niemand sonst auf der Welt.
Er nennt dich beim Namen, weil er dich kennt und dich liebt, so wie du bist.
Wenn du in deinem Leben das Gefühl hast, dass niemand sich um dich kümmert, dass niemand dich liebt oder versteht – nicht einmal Gott –, dann denk daran, dass das eine Lüge ist: Du bist immer geliebt und wirst immer beim Namen genannt.
Diego López
Frage: Wann hast du zuletzt gespürt, dass du wirklich beim Namen gerufen und geliebt bist – und wie kannst du diese Verbindung in deinem Alltag bewusst wahrnehmen?
Christus kennt mich
„Er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus” (Joh 10,3).
Jemanden bei seinem Namen zu nennen, bedeutete für das jüdische Volk, seine tiefste Identität, seinen inneren Kern, anzurühren. Der Name spiegelt, wer du warst, und wer du bist, deine Bedeutung als Person.
Obwohl wir als Menschen die Frucht der Liebe unserer Eltern sind, wurde unsere Seele direkt von Gott geschaffen und geformt. Christus hat unsere Seelen erschaffen!
Christus kennt unser Innerstes. Er kennt nicht nur unseren Namen, sondern auch unsere Gedanken, Gefühle, Träume und Ängste, und sogar unsere tiefsten Sehnsüchte. Diese Tatsache sollte eine Quelle großen Friedens und Vertrauens in meinem Gebet sein – Christus weiß wirklich, was in meinem Herzen vorgeht.
Aber dieses Wissen ist nicht alles. Christus liebt mich auch.
Michael Sliney
Frage: Welche tiefen Sehnsüchte in meinem Herzen möchte ich Christus heute anvertrauen und ihm öffnen?
Joh 10, 4 Folgen der Stimme
Joh 10,4: Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.
Gebet
Jesus, du kennst mich bereits, du nennst mich beim Namen, du liebst mich und du hörst mir zu.
Ich möchte wirklich glauben, dass du der gute Hirt meines Lebens bist. Ich möchte glauben, dass du gut bist, und ich möchte dir die Führung meines Lebens übergeben.
Sag mir, wohin ich gehen soll, was ich tun soll, wie ich es tun soll, denn das ist mein größter Wunsch: deinen Willen zu tun. Nur so kann ich hier auf Erden ein wenig von dem Glück kosten, das du mir im Himmel voll und ganz versprochen hast.
Erbarme dich meiner, da ich dein schwaches Schaf bin, das du vor dem Wolf und vor sich selbst, meiner Selbstsucht, schützen musst.
Diego López
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich, dass ich bereit bin, die Führung Gottes wirklich anzunehmen und loszulassen?
Joh 10, 5 Fremde werden gemieden
Joh 10,5: Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.
Joh 10, 6 Rätselhafte Rede
Joh 10,6: Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus. Sie verstanden aber nicht, wovon er zu ihnen redete.
Die Jünger verstanden das Gleichnis nicht
Die Jünger aber verstanden den Sinn dessen nicht, was er ihnen gesagt hatte.
Zuerst einmal sollte man hier würdigen, dass die Jünger zugeben, dass sie die Worte Jesu nicht verstehen. Ehrlichkeit ist der erste Schritt. Wenn wir nicht vor uns selber ehrlich sind, werden wir weder menschlich noch geistig wachsen können.
Was verstehe ich bei diesem Gleichnis nicht? Legen wir es offen vor Jesus hin. Dann und nur dann, hat er die Möglichkeit, uns zu helfen.
Karl Maurer
Frage: Welche Worte oder Situationen in meinem Leben lade ich noch nicht ehrlich vor Jesus oder meinem inneren Selbst ein, und wie würde sich mein Leben verändern, wenn ich es täte?
Joh 10, 7 Jesus, die Tür
Joh 10,7: Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe.
Für dein Leben
- Jesus ist die Tür: Er lädt dich ein, zu ihm zu kommen. Öffne dein Herz für seine Führung, statt selbst nach Lösungen zu suchen. Bei ihm findest du Klarheit und Ruhe.
- Du findest Sicherheit: Durch Jesus bist du geborgen. Wenn du Angst hast oder unsicher bist, erinnere dich daran, dass er dich beschützt und den richtigen Weg für dich kennt.
Geistliche Übung
Wir sind in unserem Leben schon durch Millionen von Türen gegangen. Und doch sagt uns Jesus heute im Evangelium, dass er die wahre Tür ist.
Wer durch mich hineingeht, wer durch mich hinausgeht – durch die Tür, die ich bin, sagt Jesus –, der wird immer alles finden, was er braucht.
Versuchen wir also heute einmal diese Übung: Jedes Mal, wenn wir eine Tür öffnen, jedes Mal, wenn wir heute durch eine Tür gehen, fragen wir uns, was wir wirklich in unserem Leben wollen.
Ob wir eintreten oder hinausgehen, um Gutes oder Schlechtes zu tun… Das wird uns helfen, besser zu verstehen, wie wir diesen Tag leben wollen.
Und Gott segne uns alle, während wir durch Jesus gehen, der unsere Tür zum wahren Frieden, zur wahren Freude und zur Vorsehung an diesem Tag ist – für uns und für unsere Familien. Bruder Corradino
Historischer Hintergrund
Die einfachen Hürden von damals, in welchen die Schafe nachts Schutz fanden, bestanden aus vier Mauern aus aufgeschichteten Steinen, die nur an einer schmalen Stelle unterbrochen waren, durch die die Schafe ein- und ausgehen konnten. Vor diese Mauerlücke legte sich der gute Hirte, nachdem er die Herde in ihr Gehege geführt hatte, und wurde dadurch selbst zur Tür. Wer aber nicht durch die Tür, sondern über die Mauer zu den Schafen zu gelangen sucht – so warnt Jesus –, ist nicht der gute Hirte.
Joh 10, 8 Falsche Anführer
Joh 10,8: Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.
Diebe und Räuber
Andacht von Papst Leo XIV
Die „Diebe“ können viele Gesichter haben: Es sind jene, die ungeachtet des äußeren Anscheins unsere Freiheit ersticken oder unsere Würde nicht achten; es sind Überzeugungen und Vorurteile, die uns daran hindern, einen heiteren Blick auf andere und auf das Leben zu werfen; es sind falsche Vorstellungen, die uns dazu verleiten können, schlechte Entscheidungen zu treffen; es sind oberflächliche oder von Konsumdenken geprägte Lebensweisen, die uns innerlich aushöhlen und uns dazu treiben, nur noch außerhalb unserer selbst zu leben. Und vergessen wir auch jene „Diebe“ nicht, die durch die Plünderung der Ressourcen der Erde, durch das Führen blutiger Kriege oder durch das Nähren des Bösen in jeglicher Form nichts anderes tun, als uns allen die Möglichkeit einer Zukunft in Frieden und Unbeschwertheit zu rauben.
Wir können uns fragen: Von wem wollen wir uns in unserem Leben leiten lassen? Welches sind die „Diebe“, die versucht haben, in unsere Umfriedung einzudringen? Ist es ihnen gelungen, oder konnten wir sie zurückdrängen? Papst Leo
Alle, die vor mir kamen sind Diebe und Räuber
Die Welt ist voll von Philosophien, Wellness-Praktiken, Leidenschaften und vielem mehr, die mir das Heil versprechen, es mir aber letzten Endes nicht geben können.
Jesus stellt hier im Evangelium ganz klar, dass er allein das wahre Glück schenken kann, nicht die „Diebe und Räuber“, die in dieser Welt ein- und ausgehen.
Solange ich auf deren Stimmen höre, bleibt mir dieses Glück verwehrt.
Frage: Woran erkenne ich, ob ich eher den Stimmen der Welt folge oder der inneren Führung, die mir echtes Glück schenkt?
Joh 10, 9 Rettung und Weide
Joh 10,9: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Ich bin die Tür
Die enge Tür ist Jesus selbst, eng, weil ich ein persönliches Verhältnis zu ihm brauche, eine Eins-zu-Eins-Beziehung.
Theresa von Avila sagt: wir können mit Jesus reden wie mit einem Freund, obwohl er der Herr ist.
Sie ist eng: persönliches Gepäck muss ich zurücklassen – eigenes Ego, Stolz, Besitz und Ähnliches – um eintreten zu können. Das ist nicht immer leicht. Doch wir können uns darauf verlassen, dass Gott uns hilft, jeden Tag neu.
Darum: Gewöhnt Euch daran, Jesus immer bei Euch zu haben.
Theresa von Avila
Frage: Welche Dinge in meinem Leben halten mich vielleicht noch davon ab, diese enge, persönliche Beziehung zu Jesus wirklich zu leben?
Ein- und ausgehen
Einerseits ist Jesus die Tür, die sich weit aufgetan hat, um uns in die Gemeinschaft des Vaters eintreten und seine Barmherzigkeit erfahren zu lassen; aber wie jeder weiß, ist eine offene Tür nicht nur zum Eintreten da, sondern auch dazu, den Ort zu verlassen, an dem man sich befindet.
Und so ist Jesus, der uns in die Umarmung Gottes und in den Schafstall der Kirche zurückgeführt hat, die Tür, die uns in die Welt hinausgehen lässt. Er drängt uns, unseren Brüdern und Schwestern entgegenzugehen.
Und denken wir immer daran: Wir alle, keiner ausgeschlossen, sind dazu aufgerufen, unsere Komfortzone zu verlassen und den Mut zu haben, uns zu allen Randgebieten zu begeben, die das Licht des Evangeliums brauchen.
Papst Franziskus
Frage: Welche „Randgebiete“ meines Lebens oder meines Herzens könnte ich mutig betreten, um Licht und Barmherzigkeit weiterzugeben?
Übergänge achten
Wenn wir aus dem Haus gegangen sind, haben wir uns mit Weihwasser bekreuzigt. Und wenn wir nach Hause kamen, haben wir das Gleiche gemacht. Dieses Ritual hatte durchaus seine Bedeutung.
Wenn ich nach außen gehe, nehme ich Weihwasser, um mich zu schützen. Die Liebe, die ich im Kreuzzeichen in meinen Leib strömen lasse, soll mich auch draußen in der Stadt oder bei der Arbeit begleiten und schützen.
Und wenn ich nach Hause komme, reinige ich mich durch das Weihwasser von allen Trübungen, von allen negativen Gedanken und Emotionen, die mir draußen begegnet sind und die in mich eingedrungen sind.
Anselm Grün
Frage: Welche kleinen Rituale könnten mir helfen, im Alltag meine innere Balance zu bewahren und mich mit positiver Energie zu füllen?
Er wird Weide finden
Wer Jesus kennt, wird nie Mangel leiden. Beides, sein Eingang und sein Ausgang, werden gesegnet sein.
Er wird in der Gemeinschaft mit Gott zunehmen und so wie er andere belebt, wird er selbst belebt werden.
Wenn er Jesus zu seinem Ein und Alles gemacht hat, dann wird ihm in Jesus alles zufallen. Seine Seele wird wie ein gewässerter Garten, wie eine Wasserquelle sein.
Spurgeon
Frage: Wie könnte es dein Leben verändern, wenn du Jesus als Quelle deiner täglichen Kraft und Freude erlebst?
Joh 10, 10 Leben in Fülle
Joh 10,10: Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.
Joh 10:10: Ein Dieb will rauben, morden und zerstören. Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.
Überfluss
Das griechische Wort für Überfluss, perissos, hat eine mathematische Bedeutung und bezeichnet allgemein einen Überschuss.
Das Leben im Überfluss ist vor allem das zufriedene Leben, bei dem unsere Zufriedenheit darauf beruht, dass Gott jeder Not gewachsen und fähig ist, alle unsere Bedürfnisse zu befriedigen gemäß seinem Reichtum und seiner Herrlichkeit in Christus Jesus.
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens könntest du dich mehr auf Gottes Überfluss und Fürsorge verlassen, statt selbst nach Kontrolle oder Sicherheit zu suchen?
Leben in Fülle
Leben in Fülle ist kein besonders langes Leben. Ein Leben in Fülle ist kein einfaches, bequemes Leben. Leben in Fülle ist ein Leben der Befriedigung und Zufriedenheit in Jesus.
Gedicht von Teresa von Kalkutta
Das Leben ist eine Chance, nutze sie.
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
Das Leben ist Herausforderung, stelle dich ihr.
Das Leben ist kostbar, gehe sorgfältig damit um.
Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr.
Das Leben ist Traurigkeit, überwinde sie.
Das Leben ist eine Hymne, singe sie.
Das Leben ist dein Kampf, akzeptiere ihn.
Das Leben ist ein Abenteuer, wage es.
Leben in Fülle
Jesus verspricht denen, die ihn annehmen, ein Leben in Fülle. Offensichtlich meint dieses „Leben in Fülle“ nicht materiellen Reichtum oder äußeren Erfolg.
Die Nahrung, Sicherheit und der Frieden, den er schenkt, sind spirituell, doch nicht weniger real. Schätze ich, was er schätzt? Hungere ich wirklich nach geistlicher Nahrung? Oder sehne ich mich nach oberflächlichen Dingen, die den Hunger meiner Seele niemals stillen könnten?
Die Freude, die unser Herr in mein Herz gießen möchte, kann ich nur empfangen, wenn ich zulasse, dass mein Herz sich von allem löst und entleert, was mich von ihm trennt. Jesus warnt uns, dass wir nicht zwei Herren dienen können.
Frage: Welche inneren Hindernisse blockieren gerade den Fluss seiner Fülle in meinem Leben?
Zur Quelle seines Seins zurück kehren
Andacht von Papst Leo
Darin liegt das Geheimnis der Bewegung des menschlichen Herzens: zur Quelle seines Seins zurückzukehren und sich an einer Freude zu ergötzen, die nicht vergeht und nicht enttäuscht.
Niemand kann leben ohne einen Sinn, der über das bloß Vorläufige, das Vergängliche hinausgeht. Das menschliche Herz kann nicht leben ohne Hoffnung, ohne zu wissen, dass es für die Fülle geschaffen ist, und nicht für den Mangel.
Jesus Christus hat mit seiner Menschwerdung, seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung dieser Hoffnung ein solides Fundament gegeben. Das unruhige Herz wird nicht enttäuscht werden, wenn es in die Dynamik der Liebe eintritt, für die es geschaffen ist.
Das Ziel ist gewiss: Das Leben hat gesiegt und wird in Christus auch weiter in jedem Tod des Alltags siegen. Das ist die christliche Hoffnung: Preisen und danken wir dem Herrn, der sie uns geschenkt hat!
Frage: In welchen Momenten spüre ich in meinem eigenen Leben die tiefe Sehnsucht nach einer Freude, die nicht vergeht, und wie könnte der Glaube daran meine Hoffnung und innere Ruhe stärken?
Häufige Fragen zu Joh 10, 1-10
Was bedeutet Joh 10, 1-10?
Dieser Abschnitt schildert die bildhafte Rede Jesu vom Guten Hirten und der Tür zum Schafstall im Anschluss an die Auseinandersetzung mit den Pharisäern. Das Geschehen stellt die legitime, lebensspendende Leitung Jesu dem zerstörerischen Handeln falscher Führer gegenüber und offenbart Jesus als den einzigen Zugang zum Heil und zum erfüllten Leben.
Welchen Unterschied macht Jesus zwischen dem wahren Hirten und Dieben oder Räubern?
Jesus erklärt, dass wer nicht durch die Tür in den Schafstall hineingeht, sondern woanders einsteigt, ein Dieb und ein Räuber ist. Derjenige aber, der durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe, dem der Türhüter aufmacht.
Wie reagieren die Schafe auf die Stimme ihres Hirten und wie verhalten sie sich gegenüber Fremden?
Die Schafe hören auf die Stimme des wahren Hirten, der seine eigenen Schafe mit Namen ruft und sie hinausführt. Wenn er seine Schafe herausgebracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen; einem Fremden folgen sie nicht, sondern fliehen vor ihm, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
Was offenbart Jesus, als die Zuhörer das Gleichnis nicht verstehen?
Da die Zuhörer die Bildrede nicht begreifen, erklärt Jesus ihnen explizit: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.“ Alle, die vor ihm gekommen sind und sich als Heilbringer ausgaben, ohne von Gott gesandt zu sein, sind Diebe und Räuber, auf die die Schafe nicht gehört haben.
Welche Verheißung verknüpft Jesus mit sich selbst als der wahren Tür?
Jesus bezeugt, dass wer durch ihn hineingeht, gerettet werden wird und ein- und ausgehen und Weide finden wird. Während der Dieb nur kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben, verkündet Jesus sein Kommen mit den Worten: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Fülle haben.“
Joh 9, 1-41 Heilung des Blindgeborenen
Joh 10, 11-18 Der gute Hirt gibt sein Leben