Joh 1, 1-18 Der Prolog
Auslegung und Andacht

Joh 1, 1 Das Wort am Anfang

Joh 1,1: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Andacht für dein Leben

  • Zum Prolog: Dieser bemerkenswerte, tiefgründige Abschnitt ist nicht nur ein Vorwort oder eine Einführung. Es ist eine Zusammenfassung des gesamten Buches. Der Rest des Johannesevangeliums befasst sich mit den hier eingeführten Themen: der Identität des Wortes, des Lebens, des Lichts, der Wiedergeburt, der Gnade, der Wahrheit und der Offenbarung Gottes des Vaters in Jesus dem Sohn.
  • Erkenne, dass das Wort Gottes Ursprung und Orientierung deines Lebens ist – such täglich nach seiner Weisung.
  • Vertraue, dass durch das Wort Licht und Leben in jede Situation kommt – lass es dein innerer Kompass sein.

Am Anfang

Mit „am Anfang“ ist kein Zeitpunkt in der Vergangenheit gemeint, sondern eine Wirklichkeit, ein Seinszustand. Gott ist seinem Wesen nach ein Sprechender. Der eine Gott in drei Personen, die durch ihr Gespräch Einer sind.

Auch wir Menschen als Ebenbild Gottes sind als Gespräch geschaffen, das heißt, auf die lebendige Beziehung zu unseresgleichen angewiesen. Im Gespräch, im Wort, wird Leben vermittelt.

Im Glauben geht es um die Begegnung mit diesem Wort, das Gott selbst ist. Neben dem Alltagsgebrauch der Worte und der Sprache, um die es diese Woche geht, ist dies für mich der noch tiefer gehende spirituelle Aspekt des „Wortes“.

Frage: Wie lebe und erfahre ich selbst die schöpferische und beziehungsstiftende Kraft des Wortes in meinem Glauben und Alltag?

Im Anfang

Die Geburtsgeschichten von Matthäus und Lukas setzen beim Beginn seiner menschlichen Existenz an. Johannes setzt an bei der Existenz des Christus von Anfang an vor der Erschaffung der Welt.

Er steht am Anfang und am Ende und in ihm hat alles Bestand. So kann unser Fundament allein das Wort sein. Denn dieses Wort hat durch sein Sprechen die Welt erschaffen.

Durch die Zeiten hat es weiter gesprochen, und das Wort wirkt durch sein Sprechen auch heute in dir und mir. Achte mit Staunen und Ehrfurcht darauf, dass das Wort, das die Welt erschuf, auch in deinem Einerlei des Alltags wirkkräftig anwesend ist.

Frage: Wie kannst du in deinem Alltag dem schöpferischen Wort Raum geben, damit es dich verwandelt und durch dich wirken kann?

Andacht von Benedikt Peters

Johannes knüpft an den ersten Satz in 1. Mose an: »Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde« (1Mo 1,1). Dort sagt Mose, was am Anfang der Schöpfung stand: der erschaffende Gott.

Johannes wiederholt aber nicht einfach, was Mose bereits offenbart wurde, denn er will nicht über die erste, sondern über die zweite Schöpfung sprechen, und die geht weiter zurück, nämlich in die zeitlose Ewigkeit.

Johannes will uns damit sagen: So, wie Gott am Anfang der Schöpfung steht (1Mo 1,1), steht Gott am Anfang der Erlösung: Alles ist aus ihm geworden. Und so, wie Gott durch das Wort alles erschaffen hat, ist die Erlösung vollständig durch ihn geschehen. Sie ist sein Werk (Eph 2,10); denn von ihm und durch ihn sind alle Dinge (Röm 11,36). Die Erlösung ist eine neue Schöpfung (2Kor 5,17).

Augustinus: Es ist stets dasselbe, es kann sich nicht ändern, es ist. Diesen seinen Namen hat das Wort seinem Diener Moses genannt: Ich bin, der ich bin. 

Frage: Wo erfahre ich in meinem eigenen Leben die schöpferische und erlösende Kraft Gottes – und wie antworte ich darauf?

Und das Wort war Gott

Alles, was über Gott den Vater gesagt werden kann, kann über Gott den Sohn gesagt werden. In Jesus wohnt alle Weisheit, Herrlichkeit, Macht, Liebe, Heiligkeit, Gerechtigkeit, Güte und Wahrheit des Vaters. In Ihm ist Gott der Vater bekannt.

Sakramentalität des Wortes

Das Wort Gottes ist aufgeschrieben in der Bibel. Im Wort Gottes ist Christus unter uns. Christus, der unter den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig ist, ist in analoger Weise auch in dem Wort gegenwärtig, das in der Liturgie verkündigt wird.

Das Wort Gottes ist also mehr als Buchstaben und Worte, im Wort Gottes ist der Herr sakramental gegenwärtig.

"Wenn du die Heilige Schrift liest, spricht Gott zu dir." (Augustinus)

Achte mit Staunen und Ehrfurcht darauf, dass durch die Bibel, dem Wort Gottes, dir der Herr selbst begegnet.

Die Heilige Schrift lesen, heißt von Christus Rat holen. Franz von Assisi

Frage: Wie erfahre ich persönlich die Gegenwart Christi, wenn ich in der Heiligen Schrift lese?

Joh 1, 2 Gemeinschaft mit Gott

Joh 1,2: ‭Dieses war im Anfang bei Gott.‭

Dieses Wort war im Anfang

Damit ist die erste wichtige Wahrheit über die Erlösung ausgesagt: Alles Heil beginnt mit dem, der im Anfang war; alles Heil nimmt seinen Ausgang von Gott.

Das Wort war im Anfang; das heißt, es hatte keinen Anfang; es ist ohne Anfang. Außer ihm hat alles einen Anfang; er aber ist im Anfang, ja, er ist »der Anfang der Schöpfung Gottes« (Offb 3,14), und damit ist er Gott.

Frage: Wo erfahre ich in meinem eigenen Leben den Ursprung und die Gegenwart dieses göttlichen Anfangs?

​Joh 1, 3 Schöpfung durch das Wort

Joh 1,3: Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.

Joh 1,3: Alles ist durch ihn geworden, und ohne ihn ist auch nicht eines geworden, das geworden ist.

Andacht für dein Leben

  • Erkenne, dass alles, was dich umgibt – deine Talente, Chancen, Beziehungen – von Gott geschaffen ist. Nutze sie bewusst und mit Dankbarkeit.
  • Vertraue, dass Gott auch in schweren Zeiten am Werk ist, selbst wenn du es nicht siehst. Lass dich von seinem Wirken tragen.

Nur Gott allein

Am Anfang dieser Welt und auch am Anfang jeden menschlichen Lebens steht immer Gott. Nur Er ist Fundament aller Dinge, nur auf Ihn baut alles auf.

Gott ist die Ursache für all das Schöne, Erstaunliche und Wunderbare in der Welt. Unsere Erde bietet so viele kleine und große Wunder, die uns zurufen: "Er ist mein Schöpfer. Er hat mich gemacht. Schau auf Ihn."

Dieser Stimme zu folgen, heißt, zum Fundament des eigenen Lebens zurückzukehren, zu Ihm, der alles gemacht hat.

Peter Hemm

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich das Fundament Gottes – und wie kann ich mich ihm heute neu anvertrauen?

Du wurdest im Wort erschaffen

Du kannst dich selbst nicht verstehen, wenn du dich diesem Dialog nicht öffnest. Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.

Gott, der durch das Wort alles erschafft und erhält, gibt dir jederzeit in den geschaffenen Dingen Zeugnis von sich.

Die Schöpfung ist der Ort, an dem sich die ganze Geschichte der Liebe zwischen Gott und seinem Geschöpf entfaltet.

Frage: Wie öffnest du dich dem leisen Dialog zwischen dir, der Schöpfung und Gott, um dich selbst tiefer zu erkennen?

Augustinus

Betrachte dieses Weltgebäude; schaue an, was durch das Wort geworden ist. Wer erklärt mit Worten den Schmuck des Himmels? Wer erklärt mit Worten die Fruchtbarkeit der Erde? Dann wirst du erkennen, was für ein Wort es ist.

Andacht von Benedikt Peters

Christus ist das Wort, durch das Gott die Welten schuf, und dieses Wort kam in diese Welt, wurde Mensch, um Erlösung zu wirken.

Wir müssen das ganze von Johannes verfasste Evangelium in diesem Licht lesen: So, wie Gott durch sein Wort Himmel und Erde schuf, so schafft er durch sein Wort Heil.

Die Erlösung ist ebenso wie die Schöpfung ganz und ausschließlich Gottes Werk.

Frage: Wie kann ich in meinem Leben Raum schaffen, damit Gottes schöpferisches Wort in mir Neues hervorbringt?

Andacht zu Johannes 1,3 – Alles ist durch ihn geworden

Wenn wir morgens aus dem Haus gehen, begegnen wir seiner Schöpfung: dem Sonnenlicht, dem Wind, den Menschen um uns herum.

Johannes 1,3 erinnert uns daran: „Alles ist durch ihn geworden.“ Nichts in dieser Welt ist zufällig da – Gott hat alles ins Leben gerufen, durch Jesus Christus. Auch wir.

Unser Leben ist kein Zufallsprodukt, sondern gewollt und geliebt. Das gibt unserem Alltag Tiefe: Jeder Moment, jede Begegnung, jeder Atemzug ist ein Geschenk des Schöpfers.

Wenn wir das begreifen, verändert sich unser Blick. Dann danken wir nicht nur für das Große, sondern auch für das Kleine – denn alles, was ist, trägt seinen Ursprung in Ihm. Und darin liegt Hoffnung, Sinn und Trost.

Frage: Wie kann ich heute bewusster in Gottes Schöpfung leben und Seine Gegenwart in den kleinen Momenten meines Alltags wahrnehmen?

Joh 1, 4 Leben und Licht

Joh 1,4: In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Andacht für dein Leben

  • Erkenne das Licht: In deinem Alltag strahlt Jesus als Quelle des Lebens und der Hoffnung. Lasse dieses Licht deine Entscheidungen leiten.
  • Sei ein Lichtträger: Du bist berufen, durch Liebe und Wahrheit das Leben anderer zu erhellen. Lebe so, dass Menschen durch dich Gott erkennen.

In Ihm war Leben

Das Wort ist die Quelle allen Lebens – nicht nur des biologischen Lebens, sondern das eigentliche Prinzip des Lebens. Das altgriechische Wort , das mit Leben übersetzt wird, ist zoe , was „das Lebensprinzip“ bedeutet, nicht bios , was lediglich biologisches Leben ist.

In seiner Gegenwart in seinem Wort ist er das Licht unseres Lebens

Im Hören von Gottes Wort sagt Jesus heute, hier und jetzt, zu jedem: Ich bin dein Licht, ich schenke mich dir hin, damit der Mensch ihn aufnehmen und antworten und seinerseits sagen kann: Ich bin dein.

Gott hört den Menschen und antwortet auf seine Fragen und Probleme. Und durch dieses Gespräch mit Gott verstehen wir uns selbst und finden eine Antwort auf die tiefsten Fragen, die wir in unserem Herzen tragen, werden erleuchtet.

Wie wichtig ist es, zu entdecken, daß nur Gott auf das Verlangen antwortet, das im Herzen eines jeden Menschen wohnt.

Ohne die Heilige Schrift, die Jesus Christus allein zum Gegenstand hat, erkennen wir nichts, und wir sehen nur Dunkles und Verworrenes in Gottes Sein und in seinem eigenen Wesen. Blaise Pascal

Frage: Wo erfahre ich in meinem Leben das Licht Gottes, das mich verstehen und antworten lässt?

Joh 1, 5 Licht in der Finsternis

Joh 1,5: Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.

Andacht für dein Leben

  • Erkenne, dass Christus das Licht ist, das in deiner Dunkelheit leuchtet – er gibt dir Orientierung und Hoffnung, selbst wenn alles um dich herum unklar scheint.
  • Vertraue, dass die Dunkelheit in deinem Leben dieses Licht niemals überwältigen kann – Gottes Kraft ist größer als jede Herausforderung, die dir begegnet.

Das Wort kann falsch verstanden werden, nicht begriffen werden

Darum muss Gebet das Lesen in Gottes Wort begleiten. Dein Gebet ist dein an Gott gerichtetes Wort.

Und in alledem: vertraue! Wenn wir auch bisweilen das Gefühl seiner Nähe nicht haben: vertraue! Zwischen Gott und dem Gefühl von Gott gibt es einen gewichtigen Unterschied.

Darum: vertraue! Du sollst dich nicht entfernen von dem, der sich nie entfernt; du sollst ihn nicht verlassen, und du wirst nicht verlassen werden.

Wenn du die Bibel liest, spricht Gott zu dir; wenn du betest, sprichst du zu Gott. Augustinus

Frage: Wo in deinem Leben könntest du heute dein Vertrauen auf Gottes Nähe erneuern, auch wenn du sie gerade nicht spürst?

Joh 1, 6 Johannes als Gesandter

Joh 1,6: Es war ein Mensch, von Gott gesandt; sein Name war Johannes.‭

Andacht von Benedikt XVI

Er ist eine Stimme in der Wüste, und er ist ein Zeuge des Lichts. Und das berührt uns tief, weil wir in dieser Welt, die so voller Finsternis und großer Dunkelheit ist, alle dazu berufen sind, Zeugen des Lichts zu sein.

Das ist der Auftrag der Adventszeit: Zeugen des Lichts zu sein. Und das können wir nur dann sein, wenn wir in uns das Licht tragen, wenn wir nicht nur sicher sind, dass es das Licht gibt, sondern dass wir etwas davon gesehen haben.

Frage: Welches Licht trägst du in dir, das andere in dunklen Zeiten sehen dürfen?

Joh 1, 7 Zeugnis für das Licht

Joh 1,7: ‭Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben, damit alle durch ihn glaubten.‭

Andacht für dein Leben

  • Erkenne: Dein Leben soll ein Zeugnis für Christus sein. Sei ein Licht, das anderen den Weg zu ihm zeigt, damit sie durch dich glauben können.
  • Lebe: Deine Worte und Taten sollten darauf hinweisen, dass Jesus das wahre Licht ist. Lass dein Leben seine Wahrheit widerspiegeln, damit andere ihn durch dich erkennen.

Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen

Johannes war von Gott gesandt. Im Evangelium nach Lukas lesen wir, dass Gott schon von Anfang an mit Johannes einen besonderen Plan hatte. Schon als ungeborenes Kind, im Schoß seiner Mutter Elisabet, wurde er erfüllt vom Heiligen Geist.

Er selbst bezeichnet sich als "die Stimme eines Rufers in der Wüste". Johannes ist keine einfache, eine unkomfortable Person. Für die einen ist sein radikales Wesen ein Störfaktor, für die anderen ein Segen und ein Hoffnungszeichen.

Gibt es heute auch noch "Stimmen", die Gott bezeugen? Wem gebe ich meine Stimme?

Frage: Welche innere Stimme in mir fordert mich heraus, mutig und ehrlich zu leben?

Joh 1, 8 Johannes ist nicht das Licht

Joh 1,8: ‭Nicht er war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht.‭

Andacht von Benedikt Peters

Der Sinn des Zeugnisses ist es einzig und allein, Glauben zu wecken. Glauben kann der Mensch nur, nachdem er ein Zeugnis vom Licht gehört hat, denn er kann nicht aus sich heraus glauben. Er kann nur einer Person oder einem Wort glauben, das von außen zu ihm gelangt.

Alle von Gott gesandten Zeugen verkünden, was Gott ihnen aufgetragen hat. Damit tritt Gott selbst mit seinem Licht und seiner Wahrheit vor den Menschen.

Frage: Welche inneren Blockaden hindern mich vielleicht daran, das Licht und die Wahrheit in meinem Leben wirklich zu erkennen?

Joh 1, 9 Das wahre Licht kommt

Joh 1,9: Der das wahre Licht ist, kam in die Welt, um für alle Menschen das Licht zu bringen.

Joh 1,9: Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.

Licht der Welt

Weihnachten wurde im 4. Jahrhundert als Fest eingeführt. Es wurde auf den römischen Feiertag der Geburt des Sonnengottes gelegt. Warum?

Jesus selbst ist das Licht der Welt. Als Christen tragen wir dieses Licht, dieses Weihnachten, in die Welt – nicht abstrakt, sondern konkret, dort, wo wir durch unser Handeln dem Nächsten helfen, in und mit Jesus.

Das sind meist kleine, aber wichtige Dinge: Zeit zum Reden, Beten für den anderen und vieles mehr. Hier kommt Weihnachten in unsere Welt, das Licht in das Dunkel.

Frage: Wo kann ich in meinem Alltag bewusst das Licht, das Weihnachten in mir trägt, in die Welt tragen?

Die Erleuchtung des Menschen

Die Eingebung ist ein himmlischer Strahl, der ein warmes Licht in unserem Herzen leuchten läßt, durch das wir das Gute sehen und zu einem eifrigen Streben danach erwärmt werden. Ohne Eingebungen würden unsere Seelen träge und lahm. Dadurch erhalten wir die Kraft, das zum ewigen Heil erforderliche Gute zu wollen und zu tun.

Gott haucht und flößt unserer Seele die Eingebungen des übernatürlichen Lebens ein. Der Atem des Menschen erwärmt alle Dinge, die er anhaucht. Der Atem Gottes erwärmt aber nicht bloß, sondern er erleuchtet auch in vollkommener Weise, ist doch der göttliche Geist unendliches Licht.

Zahllos sind dabei die Weisen Gottes, uns Eingebungen zu spenden: durch andere Menschen, eine Predigt, durch den Anblick der Natur, durch Leiden und vieles mehr. O wie selig sind jene, die ihr Herz für die heiligen Eingebungen aufgeschlossen halten!

Frage: Welche Eingebungen haben dein Herz in letzter Zeit erleuchtet, und wie hast du ihnen Raum gegeben, dich zu führen?

Andacht von Irenäus

Denn dem Heiland nachzufolgen, ist Teilhabe am Heil, und dem Licht nachzufolgen, ist Aneignung des Lichts.

Denn die im Licht sind, erleuchten nicht selbst das Licht, sondern werden von ihm erleuchtet und erhellt. Sie geben ihm zwar nichts, bekommen aber Wohltaten und werden vom Licht erleuchtet.

So ist es auch mit der Zeit des Dienstes vor Gott; er bringt Gott nichts ein, und Gott braucht keine unterwürfigen Menschen; doch gibt er denen, die ihm folgen und dienen, Leben, Unverweslichkeit und ewige Herrlichkeit.

Er gewährt denen, die ihm dienen, Wohltaten, weil sie ihm dienen, und denen, die ihm folgen, weil sie ihm folgen. Von ihnen bekommt er aber keine Wohltat, denn er ist reich, vollkommen und bedürfnislos.

Gott verlangt von den Menschen ihren Dienst aus dem Grund, dass er denen Gutes tun kann, die im Dienst an ihm beständig bleiben, denn er ist gut und barmherzig.

So wenig Gott jemanden braucht, so sehr braucht der Mensch die Gemeinschaft mit Gott.

Frage: Wie kannst du heute die Gemeinschaft mit dem Licht und Heiland in deinem eigenen Leben spürbar vertiefen?

Joh 1, 10 Die Welt erkennt ihn nicht

Joh 1,10: Doch obwohl er unter ihnen lebte und die Welt durch ihn geschaffen wurde, erkannten ihn die Menschen nicht.

Andacht für dein Leben

  • Erkenne Christus: Du lebst oft in einer Welt, die ihn nicht wahrnimmt. Doch er ist da – in den Menschen, Momenten und Wundern deines Alltags. Achte darauf, ihn zu sehen.
  • Nimm ihn an: Die Welt kann Christus ablehnen, aber du hast die Wahl, ihn in dein Herz und Handeln einzuladen. Lass ihn das Zentrum deiner Entscheidungen sein.

Andacht von Charles de Foucauld

Eine solche Welt, die von Gott erschaffen wurde, ihn aber nicht erkannte, ist auch meine Seele. Du hast mich erschaffen, hast mich mit Gütern überreich beschenkt, hast dich mir zu erkennen gegeben.

Nach und nach wandte ich mich von dir ab, bis ich dich schließlich nicht mehr kannte, glaubte nicht einmal mehr an dich. Verzeihe mir!

Du hast mich bekehrt, hast mich gesucht, wie der gute Hirte das verlorene Schaf sucht, hast mich machtvoll und mit äußerster Milde zurückgebracht.

Du hast mir noch größere und reichlichere Gnaden geschenkt als früher, hast den verlorenen Sohn besser behandelt als den getreuen, und trotzdem sündige ich noch. Wenn ich sündige, kennt meine Seele dich nicht mehr, liebt dich nicht mehr. Verzeihe, verzeihe!

Frage: Welche Aspekte meines Lebens habe ich vielleicht noch von Gott getrennt, und wie könnte ich mich ihm heute wieder bewusster zuwenden?

Ohne die Hilfe des Heiligen Geistes werden wir das Wort Gottes nicht verstehen

Pflegen wir die Stille, denn "wo die Wörter schweigen, kann das WORT laut werden." (Augustinus)

Pflegen wir also die Stille, um das Wort des Herrn zu hören und darüber nachzudenken, damit es durch das Wirken des Heiligen Geistes alle Tage unseres Lebens immer neu in uns wohnt, in uns lebt und zu uns spricht.

Heiliger Geist, erleuchte mein Herz und lass mich das Wort Gottes verstehen

Die Schrift muss man betend lesen und lesend beten, weil alles Licht, Segen und Nachdruck allein vom Heiligen Geist aus Gnade herzukommen muss. Tersteegen

Frage: Wie kann ich heute bewusst Momente der Stille in mein Leben einladen, um das Wirken des Heiligen Geistes in mir wahrzunehmen?

Sie erkannten ihn nicht

Auch in meinem Umfeld erlebe ich, dass dieses wahre Licht allzu oft nicht gesehen wird. Als Kind Gottes ist es mir Ehre und Pflicht, von diesem geschenkten Licht Kunde zu geben.

Aber wie? Wie kann ich dieses göttliche Licht weitergeben? Bleiben wir beim Wort. "Ein Wort geredet zu seiner Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen" (Spr 25,11). Auch (m)ein Wort, mein Zeugnis, kann leuchten, gesprochen zur rechten Zeit.

Mit Äpfeln ist behutsam umzugehen, wenn sie nicht schadhaft werden sollen. Das ist mit meinen Worten nicht anders: zu früh kann es vielleicht noch nicht wirken, zu spät ist sein Nutzen manchmal dahin.

Ich denke an meinen himmlischen Vater. Er schickt sein Wort auf die Erde, jedoch nicht in eine silberne Schale, nein, in eine Holzkrippe ‐ für mich, für jeden von uns.

Karola Helfrich

Frage: Wie kann ich heute das Licht, das mir geschenkt wurde, in meinem Alltag bewusst weitertragen?

Joh 1, 11 Ablehnung durch die Eigenen

Joh 1,11: ‭Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.‭

Andacht von Benedikt Peters

Er kam, nachdem die Propheten sein Kommen während langer Jahrhunderte angekündigt hatten.

Nachdem das Wort in der Welt gewesen war und den Menschen vergeblich Licht gegeben hatte, kam es, um in einem besonders dafür ausersehenen Volk in nie da gewesener Klarheit zu leuchten, gewissermaßen wie in einer Lampe gebündelt in einer Person.

Nun war es endlich da. Und es kam, während es davor lediglich in der Welt war, und das bedeutet, dass dieses Volk es in Christus in greifbarer Gestalt sehen konnte.

Frage: Wie kannst du das Licht, das Christus gebracht hat, in deinem eigenen Leben sichtbar werden lassen?

Joh 1, 12 Vollmacht zur Gotteskindschaft

Joh 1,12: Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden.

Andacht für dein Leben

  • Nimm Jesus in dein Herz auf: Vertraue darauf, dass du durch Christus Gottes Kind bist und eine neue Identität in ihm hast. Lass ihn dein Denken und Handeln prägen.
  • Lebe aus seiner Kraft: Durch den Glauben an Jesus hast du die Vollmacht, als Kind Gottes zu handeln. Verlasse dich auf seine Führung, besonders in Herausforderungen, und bring Licht in die Welt.

Glaube wird beschrieben als Annehmen von Jesus

Es ist der leere Becher, der unter den fließenden Strom gestellt wird; die mittellose Hand streckte sich nach himmlischen Almosen aus. Spurgeon

Das Wort hat sich klein gemacht, Gott hat sich herab gelassen

Das Wort hat sich zum Kind gemacht. Jetzt hat das Wort ein Gesicht, das wir sehen können: Jesus von Nazaret. Christsein ist und bleibt in erster Linie die Begegnung mit Christus.

Die Heilige Schrift ist das Wickelband des heiligen Kindes Jesus; löse es auf, so findest du deinen Heiland. Spurgeon

Joh 1, 13 Geburt aus Gott

‭Joh 1,13: die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.‭

Andacht von Benedikt Peters

Man wird nicht Kind Gottes aufgrund von hoher oder edler Abkunft, selbst wenn man Abraham zum Stammvater hat. Damit ist der Dünkel der Juden und der Irrglaube vieler Christen widerlegt, man gehöre zum Volk Gottes, weil die Eltern schon zu ihm gehörten.

Das Kind Gottes ist nicht gezeugt durch vergänglichen Samen, sondern durch das unvergängliche Wort Gottes.

Man wird nicht ein Kind Gottes durch das Wollen und Streben des eigenen Fleisches (Röm 9,16), das heißt, nicht aufgrund von eigenem Willensentschluss (Jak 1,18). Damit ist jede Selbsterlösung schon im Ansatz widerlegt.

Man wird nicht Kind Gottes durch den Willensentschluss eines anderen, etwa des Vaters, der sein Kind beschneidet, oder eines Priesters, der „die Sakramente spendet“ (wie die Menschen sagen) und nach einer entsprechenden Handlung jemanden zum Kind Gottes erklärt.

Das Kind Gottes wird aus Gott und damit nach Gottes Willensentschluss wiedergezeugt.

Frage: Wie spüre ich in meinem eigenen Leben die Kraft des göttlichen Willens, die über meinen persönlichen Willensentschluss hinausgeht?

Joh 1, 14 Das Wort wurde Fleisch

Joh 1,14: Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit.

Andacht für dein Leben

  • Erkenne Christus in deinem Alltag – Jesus, das Wort, twurde Fleisch, um dir nahe zu sein. Suche ihn in kleinen Momenten, im Gebet und in der Begegnung mit anderen Menschen.
  • Lebe aus seiner Gnade – Seine Herrlichkeit zeigt sich in Wahrheit und Liebe. Nimm seine Gnade an und lass sie durch dich wirken, um Licht für andere zu sein.

Wort wurde Fleisch

Durch alle Worte der Heiligen Schrift sagt Gott nur ein Wort, sein eingeborenes Wort Christus, in dem er sich selbst ganz aussagt.

Die Antwort des Menschen an Gott, der zu ihm in der heiligen Schrift spricht, ist der Glaube. Im Glauben empfängt und gebiert jeder Christ das Wort Gottes in sich.

Wie einst das Wort in Maria Fleisch annahm, so nimmt es durch unser gläubiges Hören ebenso ähnlich Fleisch an. Was an Maria geschehen ist, kann daher in jedem von uns täglich beim Hören auf das Wort und bei der Feier der Sakramente wieder geschehen.

Wenn es auch nur eine Mutter Christi dem Fleische nach gibt, so ist doch dem Glauben nach Christus die Frucht aller.

Frage: In welchen Momenten meines Lebens öffne ich mich dem Wort Gottes, sodass es in mir Gestalt annimmt?

Von seiner Menschwerdung bis zur Himmelfahrt hat er sichtbar, berührbar und hörbar unter uns gewohnt

Als Mensch teilte er unsere Bedingungen. Als Gott konnte, sah und wusste er alles. Er sah uns in jedem Augenblick unseres irdischen wie himmlischen Lebens.

Seit der Himmelfahrt wohnt er unter uns in der heiligen Eucharistie und wird weiter unter uns wohnen bis zum Ende der Zeiten. Mein Gott, wie bist du gut!

Da du in jedem Augenblick deines Lebens unser ganzes Leben sahst und machst du, dass wir unter deinem Blick lebten, um dir zu gefallen, dir so angenehm wie möglich zu sein, dir größtmögliche Liebe zu zeigen.

Da du immer bei uns bist in der heiligen Eucharistie, machst du, dass wir dich dort umgeben, ehren, anbeten und von ganzem Herzen lieben und auch die anderen dazu bringen, dies zu tun.

Frage: Wie kann ich heute bewusst wahrnehmen, dass Gottes Gegenwart mich in jedem Moment begleitet, und wie beeinflusst das mein Handeln und meine Liebe zu anderen?

Andacht von Papst Franziskus

Warum bedient sich der heilige Johannes dieses Ausdrucks: „Fleisch“? Wäre es nicht eleganter gewesen, wenn er gesagt hätte, dass er Mensch wurde? Nein, er bedient sich des Wortes Fleisch, weil es auf unser Mensch-Sein in all seiner Schwäche, in all seiner Gebrechlichkeit verweist. Es sagt uns, dass Gott gebrechlich wurde, um unsere Gebrechlichkeit hautnah zu berühren.

Da der Herr also Fleisch geworden ist, ist ihm nichts an unserem Leben fremd. Es gibt nichts, das er verachten würde; wir können alles mit ihm teilen, alles. Lieber Bruder, liebe Schwester, Gott ist Fleisch geworden, um uns zu sagen, um dir zu sagen, dass er dich genau da liebt, dass er uns genau da liebt, in unserer Gebrechlichkeit, in deiner Gebrechlichkeit; genau dort, wo wir uns am allermeisten schämen, wo du dich am allermeisten schämst.

Das ist kühn, Gottes Entscheidung ist kühn: er ist Fleisch geworden, gerade da, wo wir uns oft schämen; er tritt ein in unsere Scham, um unser Bruder zu werden, um unseren Lebensweg zu teilen.

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich die Gegenwart Gottes in meiner eigenen Gebrechlichkeit besonders spüren?

Das Wort wurde Fleisch

Das ist das nicht ganz zu begreifende Geheimnis von Weihnachten.

Gott ist Fleisch geworden, er hat sich in die hinfällige und sterbliche Menschennatur hineingegeben. Er hat es gewagt, in das schwache, der Vergänglichkeit unterworfene Fleisch zu kommen, damit wir ihn dort finden, wo wir sind.

In allem ist er uns gleich geworden, außer der Sünde. In allem hat er uns den Weg zum Vater gezeigt, hat er uns in sich hineingenommen, so dass wir alle ein Leib sind in ihm.

Die Adventszeit ist eine Zeit der Hoffnung. Das weite Feld unserer christlichen Berufung, diese Einheit des Lebens, deren Nerv die Gegenwart Gottes kann und muß eine tägliche Wirklichkeit sein. Josefmaria

Frage: Wo in meinem eigenen Leben kann ich die Gegenwart Gottes im Alltäglichen erkennen und annehmen?

Andacht von Augustinus 

Er war ferne von uns.

Was ist so ferne als das Geschöpf und der Schöpfer?

Was ist so ferne als Gott und der Mensch?

Was ist so ferne als Ewigkeit und Sterblichkeit?

Siehe, wie ferne war das Wort im Anfang, Gott bei Gott, durch den alles geworden ist.

Wie ist er also nahe geworden, damit er sei, was wir sind, und wir in ihm?

Gott war unbegreiflich, unnahbar, unsichtbar und unvorstellbar. Er ist Mensch geworden, uns nahe gekommen in einer Krippe, damit wir ihn sehen und begreifen können. Bernhard von Clairvaux

Joh 1, 15 Zeugnis des Vorläufers

Joh 1,15: Johannes legte Zeugnis ab von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich.‭

Präexistenz Jesus

Das Zeugnis von Johannes dem Täufer wurzelte in seinem Verständnis der Präexistenz Jesu. Er wusste, dass Jesus in jeder Hinsicht vor ihm war.

Joh 1, 16 Gnade um Gnade

Joh 1,16: ‭Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.‭

Andacht für dein Leben

  • Erfüllung durch Christus: Du empfängst unaufhörlich Gnade von Jesus, die dich stärkt, in allem, was du tust, und dich auf deinem Lebensweg begleitet.
  • Unverdiente Gnade: Auch wenn du es nicht verdienst, schenkt dir Christus bedingungslos seine Liebe und Vergebung, immer wieder neu, ohne Ende.

Gnade um Gnade

Dies bedeutet, dass wir als Gläubige unaufhörlich aus der Fülle von Gottes Gnade schöpfen können.

Gottes Gnade ist nicht begrenzt oder erschöpflich; sie ist unendlich und ständig verfügbar. Jeder Moment unseres Lebens wird durch Gottes Gnade bereichert und erneuert.

Diese fortwährende Gnade hilft uns in schwierigen Zeiten, stärkt unseren Glauben und inspiriert uns zu einem Leben in Christus. Sie erinnert uns daran, dass wir durch Jesus Christus alles erhalten haben, was wir brauchen, um im Glauben zu wachsen und in der Liebe zu leben.

Frage: Wie spüre ich persönlich die unendliche Gnade Gottes in meinem täglichen Leben, und wie kann ich diese Erfahrung bewusst vertiefen?

Andacht von Spurgeon

Eine Fülle von Gnade zur Vergebung, von Gnade zur Wiedergeburt, von Gnade zur Heiligung, von Gnade zur Bewahrung, von Gnade zur Vollendung.

Es ist eine Fülle zu aller und jeder Zeit; eine Fülle des Trostes in Trübsal; eine Fülle der Gnadenführung im Glück; eine Fülle aller göttlichen Kräfte, Weisheit, Macht und Liebe; eine unübersehbare, eine unerschöpfliche Fülle.

O, welch eine Fülle muss das sein, aus welcher alle schöpfen! Wahrlich, das muss eine Fülle sein, wo der Strom immer fließt, wo die Quelle immer sprudelt, so frisch, so reich, so voll wie eh und je.

Komm, gläubige Seele, und erfülle hier all dein Verlangen. Bitte Großes, so wirst du Großes empfangen. Bitte viel, denn Seine Fülle ist unerschöpflich und aufgehäuft an dem Ort, wo es sich jeder Bedürftige nehmen kann: in Jesus, Immanuel, Gott mit uns!

Frage: Welche Bereiche deines Lebens dürftest du mit dem Vertrauen auf diese unerschöpfliche Fülle noch mehr öffnen?

Joh 1, 17 Gesetz und Gnade

Joh 1,17: ‭Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.‭

Das ewige Leben ist die Gnade für die Gnade

Diese Gnade war nicht im Alten Testament; weil das Gesetz drohte, aber nicht zu Hilfe kam; befahl, aber nicht heilte; die Wunde zeigte, aber nicht tilgte. Aber es bereitete vor auf den künftigen Arzt mit der Gnade und Wahrheit. Goldene Perle

Joh 1, 18 Der Sohn offenbart Gott

Joh 1,18: ‭Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss ‭über ihn‭ gegeben.‭

Andacht für dein Leben

  • Gott ist dir nah: Jesus offenbart dir den Vater. Du kannst nicht nur von Gott hören, sondern eine persönliche Beziehung zu ihm leben, wie es durch Christus möglich wurde.
  • Wahrheit in Christus finden: Du erhältst durch ihn Klarheit über Gott und seinen Plan für dein Leben. In Christus wird dir der wahre Weg zu Gott gezeigt, und du bist eingeladen, ihm zu vertrauen.

Jesus, das Wort, ist die vollkommene Verkündigung des unsichtbaren Gottes

Der Vater und der Sohn gehören derselben Familie an, und Jesus hat den Menschen die Natur des unsichtbaren Gottes erklärt. Wir müssen uns nicht über die Natur und Persönlichkeit Gottes wundern. Jesus hat es sowohl mit seiner Lehre als auch mit seinem Leben erklärt.

Schoß des Vaters

Denn im Schoße des Vaters ist so viel, als im Geheimnis des Vaters, weil Gott keinen Schoß hat, wie wir in den Kleidern haben; oder man nicht denken dürfe, er sitze so, wie wir, oder daß er geschürzt ist und einen Schoß hat; sondern weil unser Schoß im Innern ist, heißt das Geheimnis des Vaters der Schoß des Vaters.

Wer also in dem Innern des Vaters den Vater kennt, der hat erzählt, was er sah.

Goldene Perle

Frage: Welche inneren Räume meines Seins könnten mir den Zugang zum Geheimnis des Vaters öffnen?

Schoß des Vaters

Er ist nicht nur »bei Gott«, sondern er ist im Schoß des Vaters; er ist im Vater, und der Vater ist in ihm.

Das zeigt, dass Vater und Sohn sich gegenseitig durchdringen, dass sie untrennbar miteinander verbunden sind.

Sie werden in der Bibel unterschieden, aber sie sind nie geschieden.

Wo immer der Vater ist, ist auch der Sohn, und wo immer der Sohn ist, ist auch der Vater.

Benedikt Peters

Frage: Wo in meinem Leben erlebe ich diese untrennbare Verbundenheit und wie kann ich sie tiefer spüren?

Wie ist Gott nun?

Auf unserer Suche nach Antworten ist es von größter Wichtigkeit, dass wir unser Gottesbild nicht von unserem persönlichen Wunschdenken oder momentanen Erleben abhängig machen.

Es ist bedeutend, dass wir unsere Gottesvorstellung nicht von zufälligen Vorgaben anderer Menschen oder von menschlich erdachten Philosophien her ableiten, sondern von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Er ist nämlich der Einzige, der vom Himmel auf die Erde kam und uns vorlebte und auslegte, wie Gott der Vater wirklich ist.

Auf die Frage: »Wie ist Gott?«, gibt es vom Evangelium her nur eine klare Antwort: »So wie Jesus Christus!« Nun, wie ist Jesus? Und wie hat Jesus seinen Vater offenbart? Jesus offenbart seinen Vater als den Gott, der in seiner Liebe alles gibt, um das Verlorene wiederzugewinnen.

Hans Peter Royer

Frage: Wie sehr lasse ich zu, dass mein Bild von Gott durch Jesus Christus und nicht durch meine eigenen Vorstellungen geformt wird?