Glauben

Glauben - Christliche Andacht

Christliche Auslegung, Kommentar und Andacht zum Thema Glauben

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1. Im Glauben, Gott, ich Dir vertrau

Fürchte dich nicht! Glaube nur! Mk 5,36

Das Wort Glauben bedeutet, sich auf etwas zu verlassen bzw. zu vertrauen. Ein glaubender Mensch ist jemand, der vertraut, der in einer Haltung des Vertrauens durch das Leben schreitet.

Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Glauben bedeutet eben diese innere Haltung zu suchen, in der du dich mit ganzem Herzen und mit deinem ganzen Leben an Gott hängst, innerlich und äußerlich arm wirst, dich ganz auf ihn verlässt und somit auch keine Furcht haben musst, denn Gott hält dich ja.

Suche stets diese Haltung des Glaubens in allen Situationen deines Lebens.

Frage: In welchen Momenten deines Lebens kannst du dich bewusst ganz auf Gott verlassen und ihm dein Vertrauen schenken?

2. Der Glaube als das tägliche Brot

Ich verlasse mich auf den Herrn , ich warte auf seine Hilfe. Micha 7:7

Glaube ist keine Sache, die man anfängt und dann für immer hat.
Glauben empfangen wir von Gott immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag gerade brauchen.

Der Glaube ist das tägliche Brot, das Gott uns gibt. An uns liegt es, diesen Glauben im Vertrauen anzunehmen. Vertrauen muss eingeübt werden. Immer wieder neu. Nur so kann es wachsen.

Allerdings kannst du nicht einfach beschließen, von heute an zu vertrauen. Vertrauen muss wachsen.

Mein Glaube wurde vor allem durch Erfahrungen gestärkt, in denen ich das ganz konkret im Kleinen wie im Großen erlebt habe. Durch die Erinnerung daran wächst und vertieft sich mein Glaube.

Frage: In welchen Momenten deines Lebens hast du Vertrauen gespürt, das dich stärker gemacht hat, und wie könntest du dieses Vertrauen heute bewusst nähren?

3. Am Glauben festhalten

Am Glauben habe ich festgehalten, auch als ich sagen musste: Ich liege am Boden! Ps 116:10

Worauf du dein Leben baust, das ist auch dein Gott. Gott ist die einzig verlässliche Basis, unveränderbar, immer da, voller Licht und Güte.
“Worauf du dich verlässt, das ist auch dein Gott.” (Martin Buber).

Verlass dich auf Gott – täglich – dann bist du nie verlassen, auch in Schwierigkeiten.

Aber sei vorsichtig. Gott ist keine Melkkuh. Dazu eindrückliche Worte von Meister Eckhart:
“Manche Leute wollen Gott mit den Augen ansehen, mit denen sie eine Kuh ansehen, und wollen Gott lieben, wie sie eine Kuh lieben. Die liebst du wegen der Milch und des Käses um deines eigenen Nutzens. So halten’s alle jene Leute, die Gott um äußeren Reichtums oder inneren Trostes willen lieben; die aber lieben Gott nicht recht, sondern sie lieben ihren Eigennutz.”

Ich liebe dich, Herr! Du bist meine Kraft!” (Ps 18:2)

Heute, jetzt, hier bist du der “Ich-bin-da”.

Frage: Wie spürst du Gottes Gegenwart in deinem Alltag, wenn du ganz bewusst in diesem Moment bist?

4. Nicht unter Dornen säen

Pflügt ein Neues und sät nicht unter die Dornen! Jeremia 4,3

Misstrauen ist ein Säen unter Dornen.

Wir säen unter Dornen, wenn wir Gottes Liebe nicht trauen. Wir säen unter Dornen, wenn wir zweifeln, dass sich etwas ändern kann, wenn wir aus Bequemlichkeit oder Angst die eingefahrenen Wege fahren, alte Gedanken denken und uns zu sehr an alten Gewohnheiten klammern.

Pflügen wir ein Neues, indem wir vom innersten Herzen Gott jeden Tag neu vertrauen: dass er da ist, wirkt, uns unseren Nächsten zeigt und uns mit seinem Schutz und Weisung umgibt – gerade dann, wenn das manchmal nicht direkt seh- oder spürbar ist.

Es bleibt dabei: Selbst meine Haare auf meinem Kopf sind alle gezählt. Warum hast du gezweifelt? (Mt 14:31)

Frage: Wo in meinem Leben kann ich lernen, Gott auch dann zu vertrauen, wenn ich seine Gegenwart nicht direkt spüre?

 5. Glaube ist Vertrauen

Glaube ist Vertrauen, nicht Wissenwollen. Hermann Hesse

Man kann Gott, unseren Vater, nicht mehr verehren als durch grenzenloses Vertrauen. (Alphons Maria von Liguori)

Maria ist uns darin das Vorbild schlechthin. Eine der schwierigsten, aber auch größten und wichtigsten Aufgaben im Leben ist es, dieses Vertrauen zu erlernen.

Glauben heißt, die “Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten” (Rahner), und glaubt mir, auch ich habe neben all den schönen Lebensereignissen, die mich mit Dank und Freude erfüllen, auch solche, in denen ich die Unbegreiflichkeit Gottes schmerzlich aushalte. Wer nicht? Du bestimmt auch.

Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen … wo ich eben nicht weiß, warum bestimmte Dinge so oder so passieren, wo das Leben mich schier erdrückt, lebe ich dennoch in der erfüllenden Zuversicht, dass Gott mich lenkt – direkt, durch die Heilige Schrift und auch durch andere Menschen, die sich mir zuwenden, liebend, barmherzig, zurechtweisend.

Frage: Wo in deinem Leben könntest du heute ein Stück mehr dieses grenzenlose Vertrauen zulassen und spüren, dass Gott dich lenkt?

6. Wer glaubt, der flieht nicht

Wer glaubt, der flieht nicht. Jes 28,16

Ich bin ein Fluchtmensch. In schwierigen Situationen, zwischenmenschlichen Konflikten oder dort, wo jemand meine Hilfe braucht, obwohl es gerade nicht passt, spüre ich im ersten Moment immer noch einen Drang zur Flucht.

Früher habe ich diesem Impuls nachgegeben. Heute akzeptiere ich, dass er da ist, handle aber nicht nach ihm. Auch Jesus floh nicht vor der Passion. Ich halte die Situationen aus, spreche Unangenehmes an und helfe, selbst wenn es mir gerade nicht passt.

Der Glaube gibt mir dazu die Stärke. Er ist meine erste Hilfe. Das Gespräch mit Jesus, Gebete, Liturgie und religiöse Lieder sind meine Kraftquellen für solche Momente.

Denn: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht. Wenn ihr nicht fest im Glauben steht, dann könnt ihr überhaupt nicht bestehen!“ (Jes 7,9)
Wachet, steht fest im Glauben, seid mutig und seid stark! (1. Kor 16,13)

Frage: Wo spüre ich in meinem Leben den Drang zur Flucht – und wie könnte der Glaube mir helfen, standzuhalten und präsent zu bleiben?

7. Glaube bedeutet, sich Gott zu überlassen

Zur Freiheit hat Christus uns befreit! Gal 5:1

Glaube bedeutet loszulassen und sich Gott zu überlassen. Das führt dich in eine tiefe Freiheit, denn im Vertrauen darauf, dass er mich lenkt, werde ich frei von aller Ich-Verkrampfung und Ich-Bezogenheit.

Wenn ich mich im Gebet vor Gott hinsetze und ihm meine leeren Hände hinhalte, dann spüre ich diese Freiheit, die von dem Sich-Überlassen ausgeht. Ich lasse mich in Gott hineinfallen. Ich weiß, dass Er mich hält, dass ich in Seinen guten Händen einfach sein darf, wie ich bin.

Das ist es, was den Glauben von Christen im Kern ausmacht: die Erfahrung der Freiheit, zu der Christus uns befreit hat.

Dich Vater, Sohn und heiliger Geist, voll Freude alle Schöpfung preist, der diesen neuen Tag und schenkt und diesen neuen Tag auch lenkt. Amen!

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich loslassen und mich dem Vertrauen auf Gott anvertrauen, um echte Freiheit zu erfahren?

8. Glauben als Deutung des Lebens

Durch Christus seid ihr zum Glauben an Gott gekommen. 1 Petr 1,21

Beim Glauben geht es nicht zuerst darum, dass ich an bestimmte Wahrheiten glaube. Glauben ist vielmehr eine Deutung unseres Lebens. Wir sind immer dabei, unser Leben zu deuten. Wie wir unseren Alltag erleben, das hängt von der Deutung ab, mit der wir am Morgen aufstehen und in den Tag gehen. Wenn ich das Gefühl habe, dass alles so schwer ist, dass die Welt voller Lüge und Ungerechtigkeit ist, dann ist das eine Deutung. Und mit dieser Deutung fällt es mir schwer, den heutigen Tag zu leben. Glaube heißt jetzt nicht, alles in einem rosaroten Licht zu sehen. Die Welt ist so, wie sie ist. Ich soll sie mit offenen Augen anschauen. Aber im Glauben deute ich die Welt doch so, dass in dieser ungerechten Welt Gottes Liebe mich immer umgibt. Wenn ich mit dieser Deutung in den Tag gehe, wird mein Herz nicht beschwert von Sorgen, sondern es wird weit, weil es die Liebe Gottes um sich spürt. Anselm Grün

9. Was ist der Glaube?

Steht fest in dem Glauben. Kol 2,7

Was ist der Glaube? Er ist ein Akt, in dem sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit überantwortet. Der Glaube ist die Tugend, die den Christen ausmacht. Denn Christ zu sein bedeutet nicht in erster Linie, eine Kultur anzunehmen, mit den Werten, die sie begleiten, sondern Christ zu sein bedeutet, eine Bindung zu bewahren, eine Bindung zu Gott: ich und Gott; meine Person und das liebenswerte Antlitz Jesu. Diese Bindung ist es, die uns zu Christen macht.

Knüpft und pflegt einen persönlichen Dialog mit Jesus Christus im Glauben.

10. Glauben als Vertrauen

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe. 1 Kor 13,13

Was heißt Glauben? Glauben bedeutet nicht, dass ich alles verstehe, sondern dass ich bei all dem Unbegreiflichen doch darauf vertraue, dass ich in Gottes guter Hand bin. Ganz gleich, was passiert, ich werde nicht aus Gottes barmherzigen Armen herausfallen. Ich bin getragen. Und wenn ich mich selbst nicht annehmen kann, wenn ich enttäuscht bin über mich selbst, dann heißt glauben: ich vertraue, dass Gott mich bedingungslos annimmt. Wenn ich die Zusage in der Taufe „Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter, an dir habe ich Wohlgefallen“ tief in mein Herz fallen lasse, dann lösen sich die Selbstzweifel auf, die mir im Alltag das Leben oft schwer machen. Dann gibt mir der Glaube mitten in den Turbulenzen und Unsicherheiten dieser Welt einen Halt. Der Glaube ist ein fester Grund, auf dem ich mitten in den Stürmen der Welt zu stehen vermag. Anselm Grün

11. Gott an erster Stelle

Doch strebt zuerst nach dem Reich Gottes. Mt 6,33

Unser Alltag reißt uns oft auseinander: Termine, Erwartungen, Sorgen um Geld, Familie oder Zukunft. Schnell rutscht Gott irgendwo zwischen To-do-Listen und Erschöpfung. Doch Jesus lädt uns zu etwas Befreiendem ein: Gott zuerst. Das heißt nicht, fromm zu wirken oder alles andere zu vernachlässigen. Es heißt, den Tag mit ihm zu beginnen und ihn entscheiden zu lassen, was wichtig ist. Wenn Gott den ersten Platz hat, ordnet sich vieles neu. Gedanken werden ruhiger, der Blick klarer, das Herz gelassener. Entscheidungen wachsen aus Vertrauen statt aus Angst. Und oft merken wir: Was wir wirklich brauchen, findet seinen Weg. Ein Leben, das bei Gott beginnt, trägt – auch dann, wenn nicht alles leicht ist.

12. Zur Quelle seines Seins zurück kehren

Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Joh 10,10

Darin liegt das Geheimnis der Bewegung des menschlichen Herzens: zur Quelle seines Seins zurückzukehren und sich an einer Freude zu ergötzen, die nicht vergeht und nicht enttäuscht. Niemand kann leben ohne einen Sinn, der über das bloß Vorläufige, das Vergängliche hinausgeht. Das menschliche Herz kann nicht leben ohne Glauben und Hoffnung, ohne zu wissen, dass es für die Fülle geschaffen ist, und nicht für den Mangel. Jesus Christus hat mit seiner Menschwerdung, seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung dieser Hoffnung ein solides Fundament gegeben. Das unruhige Herz wird nicht enttäuscht werden, wenn es in die Dynamik der Liebe eintritt, für die es geschaffen ist. Das Ziel ist gewiss: Das Leben hat gesiegt und wird in Christus auch weiter in jedem Tod des Alltags siegen. Das ist die christliche Hoffnung: Preisen und danken wir dem Herrn, der sie uns geschenkt hat! Papst Leo

13. Sei in mir

Christus lebt in mir. Gal 2,20

Wie kann ein kleines Wort nur so große Schwierigkeiten machen! Sollte es nicht einfacher sein, zwei Buchstaben zu erklären? Die Rede ist vom kleinen Wörtchen „in“. Denn die Frage ist: Wie kann ich in jemandem sein?

An der Grundbedeutung der Präposition „in“ kommt man nicht vorbei. Als Christ bin ich wortwörtlich in Christus. Er soll mein Element sein, in dem ich lebe. Wie die Luft, in der ich bin und die in mir ist. Die Luft, die ich atme, meine Zellen versorgt und mich bewegt – die mein Leben erst möglich macht.

Ich in ihm, Christus in mir. Gegenseitige Durchdringung, ohne sich zu vermischen. Das bleibt ein Geheimnis. Ein Geheimnis, das sich nicht durch geistige Schnellschüsse lüften lässt. Ein Geheimnis, das umso größer wird, je mehr man sich damit befasst.

14. Angst als Feindin des Glaubens

Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Mk 4,40

Die große Feindin des Glaubens ist nicht die Vernunft, sondern die Angst. Sie flüstert Zweifel, sie lähmt das Herz und raubt den Blick für Gottes Treue. Doch der Glaube ist ein Geschenk, das stärker ist als jede Furcht. Er wächst nicht aus eigener Kraft, sondern wird uns von Gott gegeben – neu, jeden Tag. Darum beginnt das christliche Leben damit, diesen Glauben anzunehmen. Nicht einmalig, sondern täglich. Wir dürfen Gott bitten: „Herr, stärke meinen Glauben.“ Und er hört. Wo Angst uns einengt, öffnet Glaube den Raum für Vertrauen. Wo Unsicherheit herrscht, schenkt Gott Gewissheit. Wer sich ihm anvertraut, erfährt: Seine Liebe trägt – heute, morgen und in Ewigkeit.

Wir sind in der Lage, unsere Furcht vertreiben zu lassen, wenn wir das Wagnis der echten Innerlichkeit auf uns nehmen, wenn wir uns einlassen, mit Jesus zu gehen. Stefan Oster

15. Glaube aus der Verkündigung

Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung. Röm 10,17

Der Glaube ist ein persönlicher Akt: die freie Antwort des Menschen auf die Einladung des sich offenbarenden Gottes. Doch der Glaube ist kein isolierter Akt. Niemand kann für sich allein glauben, wie auch niemand für sich allein leben kann. Niemand hat sich selbst den Glauben gegeben, wie auch niemand sich selbst das Leben gegeben hat. Der Glaubende hat den Glauben von anderen empfangen; er muß ihn anderen weitergeben. Unsere Liebe zu Jesus und den Menschen drängt uns, zu anderen von unserem Glauben zu sprechen. Jeder Glaubende ist so ein Glied in der großen Kette der Glaubenden. Ich kann nicht glauben, wenn ich nicht durch den Glauben anderer getragen bin, und ich trage durch meinen Glauben den Glauben anderer mit.

Das war eine christliche Auslegung, Kommentar und Andacht zum Thema Glauben

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